Über die Arbeit des westlichen “Wojentorgs”

Colonel Cassad

О работе западного “военторга”, übersetzt von Thomas

Dieser Artikel erschien bereits vor drei Wochen auf Colonel Cassad, und ich freue mich besonders, ihn heute in deutscher Übersetzung hier veröffentlichen zu können.

Es geht hier nämlich im Grunde um verdeckte Rüstungslieferungen aus der Bundesrepublik an die Ukraine. Denn es ist kaum anzunehmen, dass ein bulgarisches Unternehmen 300 Exemplare alter bundesdeutscher Schützenpanzer einkauft, ohne vorab zu wissen, an wen sie dann weiterverkauft werden, und es ist kaum anzunehmen, dass die bundesdeutschen Verkäufer nicht wissen, an wen die Ware dann weitergereicht wird, ausser, sie wollen es nicht wissen. Was letztlich bedeutet, dass sie es doch wissen.

Sprich, die in diesem Artikel enthaltenen Informationen wären eigentlich Grund genug für die eine oder andere Anfrage im Bundestag, oder für die Arbeit des einen oder anderen investigativen Journalisten. Wenn solche Institutionen bei uns noch annähernd das wären, was sie sein sollten… D.H.

Seitenansicht des Schützenpanzers Marder

Im Netz sind Dokumente zur Lieferung von Panzertechnik aus Bulgarien an die Ukraine aufgetaucht. Es handelt sich um die Lieferung von 300 Einheiten demilitarisierter Fahrgestelle des deutschen Schützenpanzers “Marder”.

Bulgarien verkauft der Ukraine die deutschen Schützenpanzer unter der Benennung Rettungstechnik.

Marder von vorn

Um den Skandal der europäischen Ausrüstung der Ukri-Truppen im Donbass zu vermeiden, ist Kiew bereit, die Fahrzeuge ohne Turm – angeblich für Rettungseinsätze – einzukaufen.

LifeNews stehen die Details der geschäftlichen Korrespondenz zwischen der privaten bulgarischen Gesellschaft BIEC und der ukrainischen Holdinggesellschaft “Спецтехноэксперт” (Speztechnoeexpert) zur Verfügung (eine Tochter von “Ukroboronproma” Anm. des Redakteurs) bezüglich des Verkaufes von abgeschriebenen deutschen Schützenpanzern “Marder” an Kiew. Der Unternehmer aus Sofia hat den ukrainischen Geschäftsleuten angeboten, für sie 300 Fahrgestelle aus deutscher Produktion zu erwerben, um sie dann als abnormale Rettungsmodule zu verkaufen. Im Brief wird darauf hingewiesen, dass alle “Marder” demilitarisiert sind, dass heißt, es sind Teile ihrer kampffähigen Konstruktionen entfernt oder funktionsunfähig gemacht worden.

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Briefwechsel zwichen dem Direktor Emil Iwanow und General Barbul

Es ist interessant zu sehen, dass Kiew nicht anfing sich zu wundern, warum eine bulgarische Ingenieurgesellschaft mit ihrem “Sortiment” von deutschen Fahrzeugen bei ihnen auftaucht: der Preis des Vorschlages zeigte sich als sehr attraktiv, so dass man sich nicht mit ungeeigneten Fragen aufgehalten hat, — 48000,-Euro für die Kampfeinheit.

Da Deutschland auf die Fahrgestelle “Puma” modernerer Bauart übergegangen ist, konnten die bulgarischen Unternehmer in Berlin den Kauf der veraltenden Technik spottbillig realisieren, um sie dann der ukrainischen Seite weiterzuverkaufen, die sich vor den Militärartefakten aus der sowjetischen Epoche nicht ekelt: das offizielle Kiew gestand mehrmals ein, dass eine Grundlage der Ausrüstung der ukrainischen Streitkräfte noch immer die Muster sind, die das “Erbe” der UdSSR bilden.

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(Mail und eine Lizenz, leider auf bulgarisch. Vermutlich die Erlaubnis der bulg. Regierung für dieses Geschäft, A.d.Ü.)

Nach den vorläufigen Angaben, haben sich die Bulgaren und die Ukrainer entschieden, die deutsche Technik in Gestalt “abnormaler Rettungswagen” zur Vermeidung eines Skandals (wegen der Lieferung europäischer Ausrüstung) mit abgenommenen Turm zu liefern. Deshalb hat sich der potentielle Käufer beeilt, beim Verkäufer alle Dokumente zur technischen Wartung der “Marder” und ihre Handbücher anzufordern, damit man ihnen mit Hilfe der ukrainischen Ingenieure ihre Kampfähigkeit zurückgeben kann.

Marder in der Abstellordnung, mit Turm, aber ohne Bordwaffen

Wir möchten daran erinnern, dass es nicht der erste Fall ist, dass Bulgarien als Vermittler zwischen den USA und der Ukraine bezüglich der Lieferung von Ausrüstung auftritt. Bereits früher veröffentlichte LifeNews die Details eines Geschäftes vom Einkauf der unbemannten Flugkomplexe KS-1 (Drohne) zum Preis von 714000,- Dollar. Wobei die USA es vorziehen, der Ukraine nichts direkt zu übergeben; sie bevorzugen die Vermittlung durch die bulgarische Handelsfirma «Bulkomerz KS JEOOD».

Außerdem hat die bulgarische Firma, durch die die USA Militärausrüstung an die Ukraine liefern, Kiew und anderen einen verlockenden Vorschlag gemacht: die letalen Waffen, und zwar die Gewehre Barret М107А1 und 82A1, die Komponenten dazu und sogar einen Ausbildungskurs zur Nutzung dieser Waffen zu kaufen. Die Ukrainer sollten dafür fast 7,5 Millionen Dollar ausgeben.

Früher erschienen auch Informationen darüber, dass die USA der Ukraine die schwere Ausrüstung schon liefern, indem sie die Polen dazwischen schalten. Insbesondere haben die Ukri schon hundert Einheiten Panzertechnik, diverse Artilleriesysteme, Feuerleitsysteme und zehn Flugzeuge und Hubschrauber bekommen.

Dabei verliert Kiew den Appetit nicht darauf, weitere Lieferungen von Ausrüstung zu erhalten. LifeNews teilte darüber schon mit, dass das Verteidigungsministerium der Ukraine den amerikanischen Kollegen ein ganzes Verzeichnis der von ihnen benötigten Waffen zugesandt hat. Insbesondere bittet die ukrainische Seite um 400 Scharfschützengewehre und 2000 Sturmgewehre, 720 Handgranatenwerfer, sowie auch Massenvernichtungswaffen — fast 200 Granatwerfer, unter anderem 40 Granatwerfer des Kalibers 120.

PS1: Man kann sehen, dass das Geschäft im Falle der Durchführung ins Schema der halblegalen Einkäufe veralteter leichtgepanzerter Technik (ähnlich den britischen Panzerspähwagen “Saxon” und den amerikanischen “Humwee” vollständig hineinpasst. Mit solchem Plunder ist es möglich, den Mangel an Technik bei den territorialen Bataillonen und den Truppenteilen der in den Winterkämpfen durchgerüttelten Kräfte der Ukri zu verdecken.

Betreffs der “Marder”, so entstand im Falle des Vorhandenseins eines originalen Kampfmoduls die Möglichkeit, aus diesen wenn auch veralteten Fahrzeugen ganz schnell noch kampfbereite zu machen, und das besonders im Donbass, wo noch 90 % der Technik Zeitgenossen des “Marders” sind (die Wagen kämpften Ende der sechziger Jahre, wonach sie lange Jahre die Hauptschützenpanzer der Bundeswehr waren).

Zeichnung vom Inneren des Turms des Marders 1A3 Darstellung der Turmanlage des Schützenpanzers “Marder” 1А3. Zu sehen sind von oben nach unten: Ziel- und Beobachtungsgerät, Fliegerabwehrvisier, Nebelgranaten, 20 mm Kanone, MG 7,62, Plätze für die Besatzung, Kommunikationsblock, Elektronikblock, Führungspult.

http://armor.kiev.ua/Tanks/Modern/Marder/ – ТТХ (Technisch-Taktische Charakteristik) БМП (Bojewaja Maschina Pechotui = Kampfmaschine der Infanterie) “Маrder” А2/А3

Die BRD war das erste Land im Westen, das einen Schützenpanzer gebaut hat.

http://armor.kiev.ua/Tanks/Modern/German1.php#marder - Der Artikel aus dem “Militärkommentar” 1988 über den Schützenpanzer “Marder” und andere Muster der Panzertechnik der BRD Ende der 80iger Jahre (es wird damit besser klar, dass das charakteristische Produkte der späten Etappe des kalten Krieges sind).


Video: “Die deutschen Schützenpanzer “Marder” in Afghanistan”

Der Wechsel auf die neueren Modelle des Schützenpanzers, ähnlich dem erwähnten “Puma”, hat längst begonnen, aber es sind jetzt immer noch die “alten Männchen” in ihrer vollen Komplettierung anzutreffen, deshalb ist der Marder vom Gesichtspunkt der allgemeinen Nützlichkeit (bei voller Komplettierung), obwohl es ein Auslaufmodell ist, ein gegenüber den “Saxon” oder “Humwee” noch viel kampfwertigeres Fahrzeug.
(Hervorhebung von mir, D.H.)

Schützenpanzer “Puma”, der potentielle Gegner der perspektivischen russischen Schützenpanzer “Kurganez” und “Armata”

Wenn man der Ukraine nur das Fahrgestell ohne Kampfmodul geben würde (und im Falle des erfolgreichen Geschäftes wird es gerade so aller Wahrscheinlichkeit nach geschehen), so werden wir dann aller Wahrscheinlichkeit nach auf Grundlage des Fahrgestells “Маrder” die nächste Parade selbstgemachter Häßlichkeiten sehen, da nach dem Foto in den Türmen die Bewaffnung und Ausrüstung fehlen und man hat auch einen Teil der Ausrüstung, der mit dem Funktionieren der Kampfsysteme verbunden ist, abgebaut, so dass man im Falle des Kaufes bestimmte Nacharbeiten an den “Mardern” durchführen müßte.

Marder Evolution. Die Gesellschaft Rheinmetall hat das Konzept des Schützenpanzers Marder Evolution vorgeführt.

Was man mit dem alten Fahrgestell machen kann, das führen die Deutschen im Rahmen der Fortsetzung der Arbeiten nach der umfassenden Modernisierung des “Marders” vor.

“Das deutsche Unternehmen Rheinmetall hat auf der Ausstellung IndoDefence 2014 in Jakarta den neuen Schützenpanzer “Marder Evolution” vorgestellt, teilt Army Recognition am 5. November mit. Das Ministerium für Verteidigung Indonesiens hat den Vertrag mit Rheinmetall für den Einkauf von 43 Schützenpanzern Marder 1A3 im Jahr 2013 geschlossen.

Der Schützenpanzer “Marder Evolution” hat eine verstärkte Panzerung und die Lebensfähigkeit ist auf Kosten von der Neuanlage der aufgesetzten Reserveteile, der abgenommenen Laschen von der inneren Seite und der verbesserten Minenabwehr der Sitze, entwickelt und abgeändert worden von Rheinmetall Chempro. Diese Besonderheiten gewährleisten der Mannschaft den sicheren Schutz vor den reaktiven Panzerabwehrgranaten, den Geschossen als APFDS-Т Sprenggranaten, PTUR mit Tandemkampfteil und Minen. Dieser Komponenten können auf den existierenden Fahrzeugen ohne Schaden für die Mobilität nachgerüstet werden.

Modernisiert hat der Schützenpanzer “Marder” auch den ballistischen Schutz, der dem STANAG Level 4 + vergleichbar ist(Standardisierungsübereinkommen der NATO, das die „Schutzstufen für Insassen von Logistik- und leichten Panzerfahrzeugen“ vereinheitlicht. Der Standard umfasst Gefährdungen durch Projektile, Artillerie und Sprengfallen und ist in verschiedene Schutzstufen, sogenannte „Level“, unterteilt. Der höchste Level 5 enthält keine Definition der Größe der Explosivladung des Minenschutzes. A.d.Ü.), und Minenabwehrschutz des Niveaus Level 3a/3b +, in dessen Ergebnis das Gewicht des Schützenpanzers auf 33 Tonnen gestiegen ist.

Die Aufhängungen und der Motor sind zwecks der Aufrechterhaltung aller Fahrqualitäten auf den Wegen und querfeldein auch erneuert worden.

Der “Marder Evolution” kann mit einem ferngesteuerten Kampfmodul eines 12,7-mm Maschinengewehrs in der Variante eines Schützenpanzers ausgestattet werden. Man kann auch den italienischen Turm OTO Melara mit 105-mm Kanone auf die Wanne aufsetzen. In dieser Konfiguration kann man den “Marder Evolution” wie ein Mittel der Feuerunterstützung verwenden.”

PS. Natürlich, diese neuen Modelle werden der Junta auch mit den perspektivischen deutschen Entwicklungen kaum gegeben werden (und ohne das Vorhandensein der entsprechenden Produktionsbasis wird es schwierig werden, etwas selbst zu machen), aus dem Grund versucht man alte, eher einfache Schützenpanzer mit ganz simplen Veränderungen zu verbessern. Zum beispiel einfach 82-mm Granatwerfer draufzubauen. Im Allgemeinen kann man da so einiges machen.

Moderner Schützenpanzer mit Granatwerfer (sieht aus wie MTLB-Basis, A.d.Ü.)

PS2. Wir erinnern uns, dass noch im April bei einer Untersuchung von internen Dokumenten des Regiments “Asow” festgestellt wurde, dass mit einem hohen Anteil an Wahrscheinlichkeit die in der etatmässigen Ausrüstung “Asows”vorhandenen Granatwerfer auf MTLB-Fahrgestell die von Bulgarien gestellten Komplexe “Tunja” sind.

Bulgarien, wie eigentlich auch Ungarn und Polen, sind Länder, die Lieferungen von Waffen an die Ukraine aus ihren Vorräten vornehmen, aber auch den Transport von Waffen aus anderen Ländern in die Ukraine gewährleisten, und dann bestätigt sich in den beigegebenen Dokumenten eine mögliche Mitwirkung Berlins an den Lieferungen der veraltenden Panzertechnik (dabei ist offiziell Berlin gegen die Lieferungen von letaler Ausrüstung in die Ukraine, was immer zu einem hysterischen Anfall der amerikanischen Falken führt). Im Allgemeinen muß man verstehen, dass der “Wojentorg” auf beiden Seiten arbeitet. Wobei es mittlerweile Informationen darüber gibt, dass die Ukraine die vertragsgemässen Lieferungen der Panzer “Oplot” an Thailand wieder aufgenommen hat, aus der Lagerung geholten, überarbeiteten und instandgesetzten, und dann noch soviel Panzertechnik hatte, dass es möglich war, selbst noch Fahrzeuge an die Front zu schicken. Und das selbst bei einigen internationalen Verpflichtungen. Im vorigen Jahr, als sie nicht genug Panzertechnik hatten, wurden diese Verträge im Gegenteil eingefroren und an der Front erschienen beispielsweise die Panzer, die für Verträge mit afrikanischen Ländern hergestellt wurden. Unter Berücksichtigung dessen, dass beide Seiten auf dem Donbass vorzugsweise mit der Ausrüstung der 60iger bis 80iger Jahre und ihren Modernisierungen kämpfen, so löst sich der große Teil dieser Lieferungen aus dem Wojentorg in der allgemein anwachsenden Masse der Ausrüstung und Technik innerhalb weniger Stunden einfach auf.

PS3. (A.d.Ü.)Der Kampfpanzer T-84 ist eine ukrainische Weiterentwicklung des sowjetischen T-80. Der erste Prototyp wurde 1994 gefertigt. 1999 wurde das Fahrzeug in die ukrainischen Streitkräften eingeführt. Der T-84 basiert auf der Dieselmotor-Version des T-80, dem T-80UD. Durch seine leistungsstarke Maschine ist der T-84 einer der schnellsten Kampfpanzer der Welt; er weist ein Leistung-Gewichts-Verhältnis von etwa 19 kW/t (26 PS/t) auf. Der T-84 Oplot ist eine Version mit russischer 125-mm-Kanone, wobei zehn von diesen seit 2001 im Dienst der ukrainischen Streitkräfte sind. Der T-84-120 Jatagan ist ein Prototypmodell, das für den Export entwickelt wird und eine 120-mm-Kanone besitzt, die Standard-NATO-Munition verschießen kann.