Die Situation im Donbass zum 19. August

Übersetzung von Ситуация на Донбассе на 19 августа.


Übersicht über die Situation an den Fronten von Neurussland am 19. August.

Lugansker Volksrepublik

1. Einen Sturm von Lugansk als solchen gibt es nicht. Nach dem erfolglosen Versuch aus der Bewegung heraus Chrjaschtschewatoje einzunehmen, wo sich Straßenkämpfe entwickelten, begann ein Teil der angreifenden Kräfte das Dorf zu umgehen und drangen in die Vororte von Lugansk von Süden aus ein, wo sporadische Kampfhandlungen entstanden, da hier beide Seiten keine ausreichenden Kräfte für die Kontrolle der südlichen Vororte haben. Die Junta berichtete, sie hätte einen Teil von Lugansk eingenommen, die Milizen berichten, dass sie die Vororte von durchgekommenen Infantristen der Junta säubern. In der Realität finden Städtekämpfe mittlerer Intensität statt, weil die Seiten hier nicht besonders viele schwere Waffen haben. Im Ganzen gibt es hier keine direkte Bedrohung für Lugansk.

2. Die Trasse im Gebiet Nowoswetlowka ist augenglicklich noch nicht völlig entblockiert. Die Miliz setzt die Angriffe fort, kann aber den Gegner noch nicht völlig vertreiben. Die Erwartung, dass man die Junta in 2 Tagen von der Trasse vertreiben kann haben sich nicht bestätigt, und offenbar muss man hier deutlich größere Anstrengungen unternehmen. Der Konvoi steht vor allem deshalb, weil es keine physische Möglichkeit gibt, nach Lugansk zu kommen. Daher die harten Angriffe auf Nowoswetlowka von Seiten der Miliz. Die Frage nach der völligen Entblockierung der Trasse hat nicht nur militärischen sondern auch politischen Charakter.

3. In Staniza Luganskaja fanden gestern Straßenkämpfe statt. Die Junta hat traditionell irgendwo eine Fahne aufgehängt und erklärt, sie habe die Stadt eingenommen, aber die Straßenkämpfe setzten sich fort. Die Milizen zogen sich zur dominierenden Höhe neben dem Ort zurück, kehrten aber gegen Abend in die Stadt zurück, wo die Kämpfe wiederaufflammten. Über die volle Kontrolle einer Seite über die Stadt kann augenblicklich keine Rede sein. Im Prinzip ist Staniza Luganskaja, wenn man die Konfiguration der Front betrachtet, augenblicklich von geringer Bedeutung für die Frage der Umzingelung von Lugansk oder den Kampf um die Kontrolle der Grenze. Aber die Junta braucht nach den erlittenen Niederlagen unbedingt wenigstens irgendeinen Sieg, aber selbst hier klappt es bis jetzt nicht so richtig. Es scheint, als würde hier ein Versuch unternommen, die Taktik der Strafoperation in der LVR entsprechend den Erklärungen von Poroschenko zu ändern, insbesondere den Kampf um die Kontrolle der Grenze wieder aufzunehmen. In der mittleren Perspektive könnte die Junta, wenn Staniza Luganskaja eingenommen würde, versuchen, einen Angriff von Norden auf Iswarino wiederaufzunehmen. Die Perspektiven der Junta sind hier sehr nebelhaft angesichts des katastrophalen Scheiterns des letzten Versuchs.

4. Im Gebiet Altschewsk und Stachanow hält die Miliz sicher die Schlüsselpositionen. Perwomaisk ist entgegen den Lügen der Junta nach wie vor unter Kontrolle der Milizen. Die Stadt wird ständig beschossen, aber die direkten Attacken gegen sie haben schwer nachvollziehbaren Charakter. Offenbar hat die Junta hier nicht genügend Kräfte für aktivere Handlungen. Nach der Wiederaufnahme aktiver Handlungen im Gebiet Staniza Luganskaja zu urteilen wurde ein Teil der nach dem Abschneiden des Lisitschansker Vorsprungs freigewordenen Kräfte an die Nordfront der LVR verlegt, zur Schaffung der Angriffsgruppierung die jetzt Staniza Luganskaja angreift.

5. Im Gebiet Debalzewo werden wenig intensive Kampfhandlungen fortgesetzt, die einen Teil er Kräfte der Junta binden und Sicherungscharakter für die Aktionen zur Vernichtung der umzingelten 30. mechanisierten Brigade haben. Große Kräfte, die für einen Sturm von Debalzewo nötig wären, hat die Miliz hier nicht, der Feind hat hier einen erheblichen Vorteil in Panzerkräften und Artillerie.

6. Der Lugansker Flughafen ist nach wie vor blockiert, was beide Seiten bestätigen. Die Aktivisierung der Kampfhandlungen an anderen Teilen erlaubte der Junta es hier, ein Video aufzunehmen, weil die Artillerie der Miliz jetzt an anderen Abschnitten arbeitet – ihr ist jetzt nicht nach Flughafen. Dass er bis jetzt noch nicht gesäubert wurde, wie der Südkessel, zeigt deutlich sowohl die Unzulänglichkeiten des Kommandos vor Lugansk als auch ein Fehlen ausreichender Kräfte zur Liquidierung eines Kessels der nun schon bald 2 Monate besteht.

Im Ganzen setzt sich die operative Krise im Südosten von Lugansk fort, die Kämpfe vor Nowoswetlowka, Chrjaschtschewatoje und in den südlichen Vororten von Lugansk werden durch ihre taktischen Ergebnisse weitreichenden operativen, strategischen und politischen Folgen führen.

Donezker Volksrepublik

1. Der Angriff auf den Süden von Donezk wird fortgesetzt, aber Ilowaisk und Mospino einzunehmen ist die Junta nach wie vor nicht in der Lage. Und das ungeachtet dessen, dass die Hauptkräfte der Miliz, die nach den Siegen vor Miusinsk und Krasny Lutsch freigeworden sind, zur Vernichtung des Südkessels 2.0 und die Abwehr des Angriffes auf Jasinowataja und Jenakijewo verwendet wurden. Unter Verwendung eines allgemeinen Kräfteübergewichts versucht die Junta Ilowaisk und Mospino, die sich schon zwei Tage in einer Halbumzinglung befinden, zu umgehen. In den Vorstädten finden Kämpfe statt, der Gegner verwendet aktiv Rohr- und Raketenartillerie. Die Lage ist schwer, weil die Miliz hier nur wenig Reserven hat, die an anderen Stellen eingesetzt sind, obwohl hier der Einsatz einiger Batterien von Haubitzen oder Raketenwerfen und 10-15 Panzern sehr notwendig wären.

2. Der Angriff der Junta auf Jasinowataja ist ein weiteres Mal schändlich eingegangen, die Junta ist aus der Stadt vertrieben, und vor der Kamera wurde eine weitere “Siegesfahne” verbrannt. Dieser Schlüsselpunkt, notwendig für einen Angriff auf Donezk von Norden, wird von der Miliz weiterhin gehalten. Erhebliche Hilfe erhielt die Garnison von Jasinowataja durch die Kräfte, die von Krasny Lutsch und Miusinsk verlegt wurden, die den Gegner aufhielten und zurückdrängten. Hier wird eine Umgruppierung des Gegner und ein erneuter Angriff erwartet.

3. Nach der Absicherung des Gebiets Miusinsk und Krasny Lutsch benutzt die Miliz dieses Gebiet jetzt für Manöver der geringen Reserven auf den inneren Linien. Die Verschärfung der Krise im Raum Shdanowka, und die verschärften Beschüsse von Makejewka und Charzynsk werden hier eine Konzentration zusätzlicher Kräfte erfordern, um die Junta an diesem Abschnitt aufzuhalten. Für ein weiteres Vordringen fehlen der Junta an diesem Abschnitt noch die Kräfte, aber die Verstärkung der Artillerie an diesem Abschnitt spricht dafür, dass im Verlaufe der nächsten 2-3 Tage hier ein neuer Schlag in Richtung der Trasse durch Tores nach Donezk kommen könnte. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Junta nach dem Misserfolg vor Schachtjorsk und Krasny Lutsch einen dritten Versuch, LVR und DVR zu trennen, unternimmt. Ungeachtet dessen ist augenblicklich die Verbindung zwischen den Republiken auf der Schlüsseltrasse erhalten geblieben. In der zweiten Ausgabe des Südkessels gibt es im Ganzen keine wesentlichen Veränderungen. Die Wiederaufnahme der Kämpfe in der Umgebung von Saur-Mogila spricht dafür, dass die Miliz nicht zulassen will, dass die Junta die volle Kontrolle über die Höhe erlangt, und bindet hier Reserven, die die Junta für eine Entblockierung des Südkessels 2.0 verwenden könnte.

4. Gorlowka einzuschließen oder Jenakiewo zu erobern ist dem Gegner bisher nicht gelungen, aber der Korridor aus Donezk nach Gorlowka ist augenblicklich ziemlich eng, so dass die Junta offensichtlich versucht, den Gorlowka-Vorsprung abzuschneiden. Der Hauptschlag wird von der Seite von Uglegorsk und nördlich von Panteleimonowka geführt, die sich nach einigen Angaben unter Kontrolle der Junta, nach anderen unter Kontrolle der Miliz befinden. Im Ganzen ist es dieser Abschnitt, an dem die Gefahren für die Miliz der DVR am größten sind, weil im Fall eines Einschlusses von Gorlowka recht erhebliche Kräfte abgeschnitten werden könnten, und die Junta so den so sehr gewünschten lokalen Erfolg erhält, mit dem man die Fortsetzung des blutigen Wahnsinns rechtfertigen könnte.

5. Donezk selbst wird von der Miliz kontrolliert, ein direkter Sturm aus dem Westen ist kaum möglich, und von Norden und Süden steckt die Junta in Kämpfen um Ilowaisk und Jasinowataja fest. Im Ganzen deckt man die Stadt mit Granaten und Raketen ein, die Beschüsse haben offen terroristischen Charakter und sind auf die Vernichtung der Zivilbevölkerung und die Entwicklung einer humanitären Katastrophe gerichtet.

Insgesamt, mit Beachtung der Verluste und der Rotation der Abteilungen, verfügt die Junta augenblicklich im Donbass über kampffähige Einheiten mit 48-52 tausend Leuten, ungefähr 550-600 gepanzerte Fahrzeuge, bis 270 Artilleriesysteme und RS30, bis zu 15 Flugzeuge und 5-10 Hubschrauber. Die Milizen verfügen über ungefähr 19-23 tausend Leute, bis zu 130 Panzerfahrzeuge verschiedener Art, und etwa 50 verschiedene Artilleriesysteme und RS30.

Ungeachtet des weiterhin bestehenden Übergewichts der Junta in Leuten und Technik gleicht sich das Kräfteverhältnis langsam aus und hat schon nicht mehr den himmelschreienden Charakter, den es im Juni oder Juli hatte. Gerade das sich verändernde Kräfteverhältnis ist es, was die wachsende Verschärfung und Härte in fast allen Richtungen erklärt. Die Frontlinie hat sich für die Milizen verkürzt, die Dichte der Kämpfer ist gestiegen, daher bleiben für die Junta immer weniger Möglichkeiten in nicht verteidigten Richtungen anzugreifen und direkten Angriffen auszuweichen.

Es lohnt sich, zu beachten, dass ungeachtet der Hysterie von Kurginian, dass auf die Aufgabe von Slawjansk und Kramatorsk bald die Aufgabe von Donezk folgt, Donezk schon mehr als einen Monat überzeugend alle Angriffe der Kiewer Junta, die mit maximaler Anstrengung geführt werden, abwehrt. Darin besteht zweifelsohne ein Verdienst von Strelkow, der mit dem rechtzeitigen Rückzug nach Donezk die Hauptstadt der DVR vor der Übergabe an die Junta geschützt hat und der in kurzer Zeit eine Verteidigung im Vorfeld organisiert hat, die die Junta bis jetzt nicht vollständig überwinden konnte. Im Grunde zeigt, dass schon mehr als ein Monat Donezk riesige Kräfte der Junta bindet, ein weiteres Mal, wie richtig die Entscheidung Strelkows war, die es gestattete, nicht nur die DVR zu erhalten, die man schon aufgeben wollte, sondern auch den ersten Südkessel zu organisieren, der augenblicklich eine der wichtigsten Quellen für Panzertechnik der Miliz ist.

Im Ganzen muss die Miliz zum jetzigen Zeitpunkt die Junta aus Nowoswetlowka herausschlagen, Jasinowataja, Ilowaisk und den Korridor nach Gorlowka halten, und den Gegner aus Shdanowka herausschlagen. Dazu muss man noch Kräfte finden um die zwei eingekesselten Brigaden südlich von Krasny Lutsch zu liquidieren.

Das wichtigste ist, dass mit jedem Tag immer mehr Leute verstehen, dass der Krieg im Sommer 2014 nicht zu Ende geht (wenn es keine plötzlichen politischen Entscheidungen gibt) und auch im Herbst fortgesetzt werden wird, trotz allen Geschreis dass alles im Mai, Juni, Juli, August zu Ende sein wird. Dies wird nicht schnell enden, dieser Horror wird sich, wie in Jugoslawien, lange hinziehen.

Also ja, bereitet Euch darauf vor, Herbst- und Winterausrüstung für die Milizen zu sammeln. Sie wird bald gebraucht.