Pressekonferenz der internationalen Syrien-Unterstützergruppe/ 1. Teil

Press Availability at the International Syria Support Group

Das ist die deutsche Übersetzung des offiziellen Texts der Pressekonferenz von der Seite des US State Departments. Es macht Sinn, die Aussagen auf die Nuancen hin zu lesen.

Nachdem die diplomatische Auseinandersetzung monatelang um die Frage ging, welche Gruppen nun „moderat“ und welche terroristisch seien, und die Forderung der russischen Seite, doch zumindest genaue Informationen vorzulegen, wird eine Umsetzung der Waffenruhe genau das erfordern. Genauso wie eine Umsetzung der Vereinbarungen über humanitäre Lieferungen voraussetzt, dass auch die Orte, die unter der Kontrolle der „Opposition“ stehen, beliefert werden können.

In der Praxis wird diese „Waffenruhe“ vermutlich darauf hinauslaufen, dass die SAA weiterhin auf jene Oppositionsgruppen, die ohnehin bereits mit ihr und der russischen Luftwaffe zusammenarbeiten, nicht schießt (also schlicht den Status Quo beibehält), auf die unzähligen Gruppen an türkischer, saudischer und amerikanischer Leine aber eben doch. Die konkreten Auswirkungen dürften sich also in sehr engen Grenzen halten. Auf diplomatischem Parkett wird das Ringen um die Zuordnung weitergehen, mit den bereits vertrauten medialen Tricks des Westens.

Ein Anzeichen dafür war bereits heute in den Meldungen zu lesen, eine (wie immer unbekannte) russische Oppositionsgruppe habe Belege dafür, dass russische Bodentruppen in Syrien im Einsatz wären. Das ist sozusagen das vorweggenommene Deckungsmanöver, wenn von „westlicher“ Seite, Erdogan eingeschlossen, diese Grenze überschritten wird.

Aber lest selbst.

John Kerry: Nun, guten Abend ihnen allen. Lassen sie mich mit einem Dank an Außenminister Steinmeier und das deutsche Volk für die Gastfreundschaft beginnen, die diesem wichtigen Treffen der internationalen Syrien-Unterstützergruppe am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz gewährt wurde, und wir sind unserem Kollegen Frank Walter sehr dankbar für seine Hilfe und Unterstützung bei diesem Prozess und seine Teilnahme als Mitglied der ISSG.

Ich möchte auch allen Mitgliedsländern danken, die die Bedeutung unseres Treffens hier und heute verstanden haben. Außenminister Wang Yi ist den ganzen Weg von China hierher geflogen. Wir hatten eine starke Präsenz aller Minister, weil alle die Bedeutung dieses besonderen Augenblicks im Hinblick auf Syrien verstanden haben.

Im letzten Herbst traf sich die Syrien-Unterstützergruppe aus einem gemeinsamen Gefühl der Verantwortung für den Alptraum heraus, den das syrische Volk schon allzu lange erleiden muss. Und im Dezember haben wir uns auf eine Reihe von Verpflichtungen geeinigt, die einstimmig vom UN-Sicherheitsrat verabschiedet wurden und darauf abzielen, den Krieg zu beenden. Offensichtlich war das schwierig. Jeder versteht das. Die Bemühungen in der UN führten zu den besonderen von der UN getragenen Verhandlungen zwischen den syrischen Parteien, die unter Leitung des UN-Botschafters Staffan de Mistura und der UN selbst begannen. Und jeder weiß, dass , während sich die Lage vor Ort in Syrien beständig verschlechterte, die Gespräche selbst behindert wurden durch das Niveau der Gewalt und die Sorgen, die Leute hatten, unter solch schwierigen Umständen zu verhandeln.

Staffan de Mistura hat, nach Gesprächen mit beiden Seiten, die immer als Annäherungsgespräche angesetzt wurden, diesen Prozess vernünftigerweise verzögert, im Wissen, dass wir uns gestern und heute früh hier in München treffen würden. Während dieser Zeit war es die Wahrnehmung vieler Mitglieder, dass das Regime von Bashar al-Assad das Völkerrecht verletzte, indem es durch Aushungerung eine Aufgabe erzwingen wollte. Und mit der Hilfe unterschiedsloser Bombardierungen verstärkte das Regime seinen Angriff auf Aleppo, tötete Zivilisten und zwang mehr als 60 000 Syrer, aus ihren Wohnorten zu fliehen, um Zuflucht jenseits der türkischen Grenze zu suchen. Und es ist unsere Wahrnehmung, dass dieser Prozess, statt Daesh zu schaden, ihm tatsächlich die Möglichkeit gegeben hat, Nutzen aus dem Chaos zu ziehen.

UN-Sonderbotschafter de Mistura, der diese Gespräche einberufen hat, stimmte zu, dass wir hierher nach München kommen sollten, um den Nationen der ISGG und den Parteien selbst zu ermöglichen, die nötigen Fortschritte zu machen, um humanitären Zugang zu erreichen, der vor Ort dringend benötigt wird, und zu versuchen, auf beiden Seiten eine Waffenruhe einzurichten.

Außenminister Lawrow hat heute eng mit mir und dem Rest der Mitglieder zusammengearbeitet und ich freue mich, zu sagen, dass wir glauben, als Ergebnis von München heute, sowohl auf der humanitären Front als auch auf jener einer Einstellung der Feindseligkeiten Fortschritte gemacht zu haben. Und diese beiden Fronten, dieser Fortschritt, hat das Potential, wenn er völlig umgesetzt, völlig nachvollzogen wird, das tägliche Leben des syrischen Volkes zu ändern.

Zuerst, wir sind übereingekommen, die Lieferung humanitärer Hilfe zu beschleunigen und auszuweiten, ab sofort. Diese Woche noch werden fortwährende Lieferungen beginnen, zuerst in jene Gegenden, wo sie am dringendsten gebraucht werden: Deir al-Zor, Fouah, Kafr Batna, und dann an all die Menschen im Land, die in Not sind, insbesondere in den belagerten oder schwer zugänglichen Gebieten, den kleineren Nachbarschaften und Städten.

Die UN-Sicherheitsratsresolution 2254 fordert genau diesen Zugang, und um sicherzustellen, dass sie vollständig umgesetzt wird, werden die UN einen Arbeitsstab aus Mitgliedern der ISSG und der relevanten UN-Organisationen und aus Ländern bilden, die einen besonderen Einfluss auf die Parteien haben. Und dieser Arbeitsstab wird sich morgen in Genf treffen. Er wird sicherstellen, dass der humanitäre Zugang von allen Seiten gewährt wird, zu allen Menschen, die Hilfe brauchen. Und er wird sich, wie ich sagte, morgen zum ersten Mal treffen. Er wird wöchentlich über seine Fortschritte oder deren Ausbleiben berichten, um dabei zu helfen, dass es mit einem beständigen und rechtzeitigen und akzeptierten Zugang vorangeht.

Ich will sagen, das war einstimmig. Alle hier stimmten der Dringlichkeit des humanitären Zugangs zu. Und was wir hier haben, sind Worte auf dem Papier. Was wir in den nächsten Tagen sehen müssen, sind Handlungen vor Ort. Und Staffan wird darüber sprechen.

Zusätzlich werden die Mitglieder der ISSG mit den syrischen Parteien zusammenarbeiten, um die sofortige Zustimmung und Durchführung aller ausstehenden UN-Anfragen auf Zugang sicherzustellen. Wie alle wissen, gab es etwa 114 davon – nur 13 oder so, 14 wurden genehmigt – und das muss sich ändern.

Zweitens, wir sind übereingekommen, eine landesweite Beendigung der Feindseligkeiten umzusetzen, die in etwa einer Woche beginnen soll. Das ist ehrgeizig, aber alle sind entschlossen, sich so schnell wie möglich zu bewegen, um dies zu erreichen. Das wird wirklich alle Parteien in Syrien betreffen, mit Ausnahme der terroristischen Organisationen Daesh und al-Nusrah und anderen terroristischen Organisationen, die durch den Sicherheitsrat benannt wurden.

Zu diesem Ziel haben wir auch einen Arbeitsstab eingerichtet, unter Trägerschaft der UN und mit gemeinsamem Vorsitz Russlands und der Vereinigten Staaten. Und in der kommenden Woche wird diese Gruppe daran arbeiten, die Modalitäten für eine langfristige, umfassende und dauerhafte Einstellung der Gewalt, der Feindseligkeiten zu entwickeln. Wir werden beginnen, unseren Einfluss auszuüben, durch die Verpflichtung jedes einzelnen Landes an diesem Tisch für eine signifikante Verringerung der Gewalt, während wir auf eine völlige Einstellung der Feindseligkeiten hin arbeiten.

Nun möchte ich unterstreichen, dass es offensichtlich bedeutend ist, die Gewalt und das Blutvergießen zu beenden, da das den Syrern, die hungern, die humanitäre Hilfe ermöglicht, die sie verzweifelt brauchen. Aber letztlich wird es ein Ende dieses Konflikts nur geben, wenn die Parteien einem Plan des politischen Übergangs gemäß dem Genfer Kommuniqué von 2012 zustimmen. Und wir haben keine Illusionen darüber, wie schwierig das ist. Niemand hier folgt bei diesen Bemühungen irgendeinem wüsten Traum. Die Leute verstehen völlig, dass ein Kompromiss nötig ist, dass es entscheidend ist, sehr schwierige Themen zu lösen, die noch offen sind. Aber ohne politischen Übergang ist es nicht möglich, Frieden zu erreichen.

Heute stimmten alle Mitglieder der ISGG zu, dass die Genfer Gespräche sobald möglich wieder aufgenommen werden sollten, und dass dies in strikter Befolgung der UN-Sicherheitsratsresolution 2254 erfolgen sollte. Und die ISGG bittet auch – uns alle – darum, jede einzelne Maßnahme zu ergreifen, die wir ergreifen können, um Fortschritt bei den Verhandlungen zu erleichtern. Im Dezember stimmten wir einem Zeitrahmen von sechs Monaten für den politischen Übergangsprozess zu, und heute haben wir unsere Festlegung auf diesen Zeitplan bestätigt. Wir nähern uns dem, denke ich, mit dem gemeinsamen Glauben, dass der Tod und das Verhungern unschuldiger Menschen so bald wie möglich enden muss.

Jetzt sage ich zum Abschluss, offensichtlich ist unsere harte Arbeit noch lange nicht getan. Aber unsere heutige Arbeit wird ihre wirkliche Prüfung, auch wenn sie Verpflichtungen auf dem Papier ergeben hat, möchte ich das noch einmal anmerken, ihre wirkliche Prüfung wird eindeutig sein, ob alle Parteien diese Verpflichtungen ehren oder nicht, und sie in Wirklichkeit umsetzen. Was ich immer wieder gesagt habe, ist, wir können ein erfolgreiches Ergebnis nicht garantieren. Was der diplomatische Prozess garantieren kann, ist, dass wir die Möglichkeiten der Diplomatie ausschöpfen und dass wir uns nach Kräften bemühen, um eine Plattform zu schaffen, auf der die Parteien selbst über ihre Zukunft entscheiden.

Das ist das, was wir hier zu tun versuchen. Je länger dieser Konflikt andauert, desto besser ist es für Extremisten, desto mehr werden Leute wie Daesh profitieren. Und sie haben im vom Krieg zerrissenen Syrien einen sicheren Hafen gefunden, und wir sind entschlossen, dass wir weiter unsere Bemühungen fortsetzen werden, sie verstärken werden, Daesh so schnell wie möglich zu schwächen und zu zerstören. Ich bin voller Hoffnung, dass der Fortschritt, den wir hier machen, wirklich wird, dass wir diese Verringerung der Gewalt werden sehen können – was alle als die grundlegende Richtlinie dieser Bemühungen akzeptierten – und dass wir innerhalb dieser Woche die Modalitäten für die notwendige Kooperation sichern können, die im Stande ist, eine Waffenruhe zu erreichen.

Wir stimmen in der ISGG auch darin überein, dass es keinen Weg gibt, eine wirkungsvolle Waffenruhe zu erreichen, und keinen Weg, den Zugang für humanitäre Unterstützung, den wir wollen, zu gewähren, wenn nicht alle Mitglieder der ISGG mit Russland und anderen bei den Bemühungen zusammenarbeiten, zu garantieren, dass der Zugang gewährt wird, und dass die Einstellung der Feindseligkeiten tatsächlich greift. Und mit diesem Ziel haben wir zugestimmt, mit Russland auf eine Weise zu arbeiten, die mit den politischen, humanitären und militärischen Komponenten dieser Herausforderung umgeht.

Sergej.

Sergej Lawrow: Meine Damen und Herren, um das zu ergänzen, was John gesagt hat, würde ich zuerst mich gerne dem Dank an unsere deutschen Gastgeber anschließen und dem Team der UN für die Anstrengungen danken, die sie unternommen haben. Dieses Treffen war günstig, weil wir uns über diese Themen Sorgen machten, die mit der Umsetzung der Übereinkünfte auftauchten, die wir bei unseren vorhergehenden Treffen erreicht hatten. Und das Hauptergebnis des heutigen Treffens ist, wie ich glaube, die bedingungslose Bestätigung der gesamten Resolution 2254. Das bezieht sich auf die humanitären Aspekte, den Kampf gegen Terrorismus, Waffenruhe, mit Ausnahme solcher terroristischer Organisationen, die vom UN-Sicherheitsrat als solche benannt wurden.

Wir haben alle Fragen in Betracht gezogen, die die Umsetzung der Resolution behindern. John hat einige davon erwähnt. Besondere Aufmerksamkeit wurde der humanitären Lage gewidmet. Aus all diesen Gründen verschlechtert sich diese Lage. Und um dieses Problem zu lösen, um all unsere anderen Vereinbarungen umzusetzen, müssen wir arbeiten, gemeinsam arbeiten. Und wir treten für diese Arbeit ein und haben dazu aufgerufen, seit dem Anfang unseres Luft-Raum-Einsatzes in Syrien. Und unsere Kollegen werden sich mehr und mehr der Notwendigkeit eines solchen Einsatzes bewusst, und darüber sind wir glücklich.

Was die humanitären Probleme angeht, sind wir zufrieden, dass es uns heute gelungen ist, bei den Prinzipien zu ihrer Lösung übereinzustimmen, auf Grundlage der Idee, dass der Zugang in ganz Syrien in alle belagerten Gebiete gewährt wird, ohne jede Ausnahme. Das wird auf eine integrierte Weise getan, so dass niemand diskriminiert wird, und dass nicht Probleme gelöst werden, indem man andere Teile des Landes ignoriert. Wir waren insbesondere wegen der Tatsache besorgt, dass frühere Bemühungen der Vereinten Nationen, als solche Entscheidungen zusammen mit der Regierung und der Opposition überlegt wurden, diese durch Verschulden letzter abgebrochen wurden.

John hat Madaya, Fouah, Kafrayah erwähnt. Die UN hat schon lange zeit gearbeitet – gemeinsam mit dem Komitee des Roten Kreuzes, um gleichzeitige Lieferung humanitärer Hilfe für all diese Siedlungen zu ermöglichen. Und die Regierung war verantwortlich dafür, sie für Madaya zu ermöglichen, und die Opposition versprach, den Weg für humanitäre Hilfe für Fouah und Kafrayah zu öffnen.

Letzten Monat hat die Regierung ihren Teil der Verpflichtungen erfüllt. Die Opposition hat ihre Zusagen verleugnet. Die UN und das Komitee vom Roten Kreuz haben Erklärungen abgegeben, die eine solche Weigerung verurteilten. Jetzt, da wir die Notwendigkeit eines integrativen Ansatzes für all diese Probleme niedergeschrieben haben, hoffe ich, dass die Opposition und jene, die verschiedene Gruppen der Opposition kontrollieren, keine weiteren Gründe mehr haben, irgendwie die Erfüllung ihrer Verpflichtungen zu vermeiden.

Wie John sagte, wir haben uns auf die Einrichtung eines Arbeitsstabs geeinigt, der sich morgen in Genf treffen wird und der auf regelmäßiger Basis arbeiten wird, unter gemeinsamem Vorsitz Russlands und der Vereinigten Staaten, unter Teilnahme von Experten. Und das Ziel dieses Arbeitsstabs ist es, den UN und anderen humanitären Organisationen zu helfen, ihren Pflichten den Zivilisten gegenüber nachzukommen. Wir haben einen Mechanismus entwickelt, der es erlaubt, objektiv die Schwierigkeiten zu betrachten, die entstehen können, und für diese Situationen schnelle Lösungen zu finden.

Wie es in den heutigen Dokumenten niedergelegt ist, werden wir mit der Regierung zusammenarbeiten und mit Oppositionsgruppen, die haben – die in Kontakt mit uns stehen. Und wir hoffen, dass die USA und die Interessen in der Region und andere Teilnehmer der ISSG ihren Einfluss auf die relevanten Oppositionsgruppen ausüben werden, damit diese vollständig mit den Vereinten Nationen kooperieren.

Wir sind gemeinsam entschlossen, das Leid des syrischen Volkes lindern zu helfen, und wir hoffen, dass dies erreicht werden kann. Das ist besonders wichtig, weil einige der jüngsten Ereignisse sich nur auf Flüchtlinge bezogen und nichts mit dem Schicksal einer enormen Zahl von Binnenflüchtlingen zu tun hatten. Also haben wir Grund zu hoffen, dass wir heute eine gute und nützliche Arbeit getan haben und das sie in die Praxis umgesetzt werden wird.

Wir begrüßen die Bereitschaft der USA und einiger anderer Länder, sich den Einsätzen anzuschließen, die die russische Seite zusammen mit der syrischen Regierung durchführt, um humanitäre Hilfe in Deir al-Zor aus der Luft abzuwerfen, wo die größte Zahl Zivilisten unter Belagerung lebt. Wir haben auch zugestimmt, in einigen anderen Gegenden, wo es möglich ist, humanitäre Hilfe am Fallschirm abzuwerfen. Aber den größten Teil der Bemühungen wird – den werden wir am Boden unternehmen müssen.

Der zweite Punkt, der eine wichtige Errungenschaft des heutigen Treffens ist, ist das Thema der Waffenruhe, und, als erster Schritt dahin, die Einstellung der Feindseligkeiten. Das ist eine komplizierte Aufgabe. Es gibt so viele Interessengruppen, die in militärische Aktivitäten involviert sind, und es ist wichtig, das einzigartige Potential der ISSG zu nutzen, die fast alle Länder vereinigt, die irgendeine Art von Einfluss auf jene haben, die vor Ort kämpfen.

Wir haben zugestimmt, innerhalb einer Woche die Modalitäten vorzubereiten, die die Waffenruhe bestimmen werden, die Einstellung der Feindseligkeiten, vorausgesetzt, dass in diesem Zeitraum die syrische Regierung und die Oppositionsgruppen im Stande sind, die nötigen Maßnahmen für die Vorbereitung dieser Einstellung der Feindseligkeiten zu ergreifen, und die Modalitäten werden von einem weiteren Arbeitsstab entwickelt werden, die wir ebenfalls heute geschaffen haben, und die, wie John gesagt hat, ebenfalls unter gemeinsamem Vorsitz von Russland und den Vereinigten Staaten arbeiten wird. Sie wird Diplomaten und Militärs umfassen, ohne die es sehr schwierig wäre, mit den praktischen Fragen umzugehen.

Die Modalitäten, die wir entwickeln müssen, sind wichtig. Und ich würde auch gerne die Übereinkunft betonen, dass das Mandat dieses Arbeitsstabs insbesondere die Festlegung eines gemeinsamen Umgangs mit jenen Gebieten umfasst, die unter der Kontrolle von ISIS, Jabhat al-Nusrah und anderen terroristischen Gruppen stehen, die durch den UN-Sicherheitsrat als solche bestimmt wurden.

Wie sie vermutlich wissen, hatten wir über all diese Monate hinweg eine recht emotionale Diskussion darüber, wer die richtigen Ziele ins Visier nimmt – wer die richtigen Ziele angreift, wer die falschen. Wir haben bei vielen Gelegenheiten vorgeschlagen, mit diesem Thema professionell umzugehen, jetzt haben wir die Übereinkunft, dass der Arbeitsstab die Gegenden bestimmt, die von Daesh und Jabhat al-Nusrah eingenommen wurden. Wir haben einen wichtigen praktischen Schritt nach vorn in diese Richtung getan.

Ich möchte ebenfalls unterstreichen, dass das Dokument, das wir heute angenommen haben, zum ersten Mal in unserer Arbeit die Notwendigkeit betont, nicht nur bei politischen und humanitären Fragen zusammenzuarbeiten, sondern auch bei der militärischen Dimension der syrischen Krise. Das ist eine qualitativ neue Veränderung in der Herangehensweise, und wir begrüßen das. Wir haben dazu aufgerufen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die durch das heutige Dokument klare Bestätigung der Notwendigkeit einer vollständigen Umsetzung der UN-Sicherheitsratsresolutionen, die fordern, den Zufluss von Terroristen und Kämpfern aus anderen Staaten zu stoppen, den illegalen Handel mit Öl und anderem Schmuggelgut zu stoppen. Das ist eine wichtige Gedächtnisstütze, denn die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats müssen vollständig umgesetzt werden.

Es wurde ebenfalls die Aufgabe betont, den Verhandlungsprozess wieder aufzunehmen, der vor dem Hintergrund unterbrochen wurde, dass ein Teil der Opposition eine unkonstruktive – nicht-konstruktive Haltung einnahm und versuchte, Vorbedingungen zu stellen – wir haben niedergeschrieben, dass die Gespräche so bald wie möglich streng nach den Vorgaben der Resolution 2254 wieder aufgenommen werden sollen. Das heißt, ohne jegliche Ultimaten, ohne Vorbedingungen, und die Gespräche sollen ein breites Spektrum der Oppositionskräfte umfassen. Wie sie wissen haben nicht alle Mitglieder der Opposition – einige Gruppen der syrischen Bevölkerung haben eine Einladung zu diesen Gesprächen erhalten. Ich glaube, die UN wird, wie wir heute bestätigt haben, sich strikt von den Prinzipien leiten lassen, die die Resolution 2254 des UN-Sicherheitsrats fordert.

Das letzte was ich sagen will, ist, in Unterstützung dessen, womit John seine Rede beendet hat, der wirkliche Test für unsere Bemühungen unsere Fähigkeit sein wird, unsere Verpflichtungen zu respektieren und umzusetzen, worauf wir uns geeinigt haben. Das Inst unglücklicherweise ein Problem, das nicht nur im Zusammenhang mit der syrischen Krise, der wir gegenüberstehen, aufkommt, die Unmöglichkeit, das Scheitern vieler unserer Partner dabei, zu verhandeln. Ich habe bereits die Versuche erwähnt, die Resolution 2254 falsch zu deuten. Wir haben es mit ähnlichen Verhaltensweisen zu tun, wenn wir sehen, wie die UN-Sicherheitsratsresolutionen umgesetzt werden, die ein Paket von Maßnahmen hervorbrachten, um die ukrainische Krise beizulegen. Und ich werden das Thema Palästina nicht erwähnen.

Wir müssen lernen, nicht nur einen Kompromiss zu erreichen, sondern die Vereinbarungen auch umzusetzen, die in einer solchen Kompromisslösung dargelegt sind. Wenn Versuche gemacht werden, Übereinkünfte zu finden, wenn wir dann nach Gründen suchen, um das Scheitern der Umsetzung der getroffenen Entscheidungen zu rechtfertigen, dann nützt das der Sache nicht.

Und lassen sie mich noch einmal wiederholen, dass ich völlig mit John übereinstimme, dass die wirkliche Probe – sein wird, wie wir das, worauf wir uns heute geeinigt haben, völlig umsetzen, nicht nur einzelne Komponenten, die für eine Gruppe der Teilnehmer, der Mitglieder der ISSG angenehm sind.

Wir sind heute auch übereingekommen, dass unsere Gruppe den Prozess von Wien fortsetzen wird. Die Zahl der Probleme nimmt nicht ab. Wenn es uns gelingt, in jenen Gebieten, in denen wir uns heute geeinigt haben, Fortschritte zu machen, dann wird uns das dabei helfen, mit anderen Themen umzugehen, die sich aus Resolution 2254 ergeben. Vielen Dank.

John Kerry: Sergej, vielen Dank. Staffan.

Staffan De Mistura: Danke. Vielen Dank. Als wir zusammenkamen, und wir waren am Anfang der Genfer innersyrischen Gespräche, wurden wir mit Botschaften aus dem syrischen Volk ertränkt, ertränkt. Sie kamen von überall, außerhalb und innerhalb Syriens, und sie baten um zwei Dinge – tatsächlich drei.

Das erste war: Bitte, macht keine Konferenz wie die anderen, und macht keine Konferenz, in der nur über Gespräche geredet wird, sondern gebt uns zwei Dinge. Das eine ist humanitärer Zugang. Wir sind menschliche Wesen. Wir haben ein Anrecht auf Nahrung, Wasser, Zugang zu medizinischen Einrichtungen. Und zweitens, wir brauchen nicht noch mehr Bomben, noch mehr Krieg. Wenn es euch gelingt, uns diese Nachricht zu geben, dann glauben wir an euch, wenn ihr zusammenkommt und euch wieder zu Gesprächen trefft. Ich denke dass die ISSG, die eigentlich zusammengerufen wurde, um zukünftigen Gesprächen neue Energie zu geben, sich heute darum gekümmert hat. Natürlich wird das auf die Probe gestellt.

Nun, es gibt zwei Aspekte, die sie gehört haben. Der eine ist der humanitäre. Sie können hier sehen – und sie haben eine Liste, und sie werden sie jetzt überall sehen – das ist die Liste der Gebiete und der Menschen, die in Not sind, und ihre Zahl.

Jetzt hat uns die ISSG gesagt, hat der UN gesagt, „Ihr seid verantwortlich, diese Initiative mit unserer Unterstützung zu beginnen.“ Wir werden das morgen tun. Wir haben den ersten Arbeitsstab der ISSG, was heißt, er trifft sich nicht einmal alle zwei Monate. Jetzt gibt es eine beständige Möglichkeit, zusammenzukommen, um sieben Orte zu prüfen: einer davon, Deir al-Zor, der nur aus der Luft erreicht werden kann, andere, die nie zuvor erreicht wurden.

Wir werden es sehr bald überprüfen – Montag, Dienstag, nicht später – und sehen ob wir tatsächlich Probleme haben werde, wie wir sie so oft hatten, diese Orte zu erreichen. Wenn das der Fall sein sollte, kommen wir zurück zu ihnen, und wir kommen zurück zur ISSG und sagen: „Wir brauchen Hilfe, damit das passieren kann.“

Das andere Gebiet, von dem sie gehört haben, natürlich, ist die Einstellung der Feindseligkeiten. Nicht Waffenruhe; wir reden über eine Einstellung der Feindseligkeiten, was einerseits einfacher und andererseits effektiver ist, weil es nur einer Entscheidung bedarf. Das ist eine ziemliche Herausforderung, eine ziemliche Herausforderung, das in so kurzer Zeit zu machen, aber das ist genau das, was die Leute fordern. Und wir werden dabei natürlich unterstützen, aber das ist etwas, das Wirklichkeit werden zu lassen die zwei einberufenden Länder sich verpflichten werden.

Was ich sagen kann, ist, dass das eine gute Zeit ist, das zu prüfen. Werden die Menschen in Syrien diese Ergebnisse sehen? Dann werden sie an künftige Konferenzen glauben und an ihre eigene Zukunft glauben. Und die ISSG hat bewiesen, dass sie bereit ist, sich zu verpflichten.

Ein Punkt, den wir vermutlich bemerken werden, viele haben sich gewundert, ob es Spannungen in der Region waren, die es manchen Ländern vielleicht nicht erlaubten, teilzunehmen, oder nicht teilnehmen zu wollen. Heute können wir das genaue Gegenteil bezeugen. Saudi Arabien war da, der Iran war da, alle waren da, und sie waren entschlossen, Stunden damit zu verbringen, um das zu diskutieren. Also vielen Dank.