Dies und Das – Wüste und Gewitterfront

Das heutige Dies und Das wird mehrere Themen ansprechen, darunter vor allem katar, die letztlich alle um die usppa zu kreisen scheinen, in Wirklichkeit aber weit darüber hinaus gehen. Und ich werde einer eigentlich drängenden, aber seltsamerweise weithin unbetrachteten Frage nachgehen, die, wenn überhaupt meist sehr oberflächlich mit „Bürgerkrieg“ beantwortet wird und die, das nebenbei bemerkt, auch in eu-ropa ansteht, dort  aber hochwahrscheinlich erheblich hässlichere Antwort finden wird. Dies und Das – Wüste und Gewitterfront weiterlesen

J. Barantschik – nato Gipfel: Europa alleine mit Putin

Übersetzung eines Artikels von von Juri Barantschik durch Artur (Quelle)

Bilanz des NATO-Gipfels: Trump lässt Europa alleine mit Putin zurück

Die Verbindung Putin-Trump hat angefangen zu funktionieren

Gleichgültig, wie jemand zu Trump steht, dabei den andauernd interessanten Situationen, in die der Präsident der USA freiwillig oder gezwungenermaßen immer wieder gerät, Aufmerksamkeit schenkend, zeigt die Bilanz des NATO-Gipfels, dass man es hier mit einem durchaus konsequenten Menschen, Politiker und Businessman zu tun hat. Ich erinnere daran, dass Trump den NATO-Block kritisierte und ihn noch zu Zeiten Reagans im Jahr 1987 eine veraltete Organisation nannte, lange vor dem Zerfall der UdSSR, sowie lange vor der aktuellen Periode der Verwirrung und Instabilität im Nordatlantischen Block. J. Barantschik – nato Gipfel: Europa alleine mit Putin weiterlesen

Dies und Das – auf lange Sicht

Eine Kuh frisst Gras, ein Krokodil frisst Fleisch. Ein Fisch schwimmt, ein Vogel in der Regel nicht. So ist die Welt. Frauen gebären Kinder, Männer können das nicht. Es gibt Große und Kleine, Gescheite und Dumme. So ist die Welt. Und so war sie gut; jedenfalls gut genug, um seit sehr langer Zeit erfolgreich zu existieren und zu gedeihen. Und, sehr wichtig, um reich zu sein, wirklich reich, vielfältig und fruchtbar in vielerlei Hinsicht.

Kriege gab es schon immer. Aber in aller Regel wurden die Gegner dabei nicht allesamt ausgerottet. Vor allem, weil sie das wirklich Wertvolle waren, die Beute, ohne die der Rest nicht viel wert war. Die Felder der eroberten Gebiete wollten ja bearbeitet sein und die Eroberten waren schon immer nützlich und sei es als Steuerzahler und Sklaven oder Soldaten. Nicht umsonst betrieb das römische Reich, das ja nun wirklich reichlich Erfahrung mit Kriegen und Eroberungen hatte, beträchtlichen Aufwand, um die Bewohner eroberter Gebiete Schritt für Schritt, Generation für Generation auf sich zu trimmen und zu assimilieren.
Kriege waren schon immer sehr teuer und sollten und mussten sich schon immer bezahlt machen. Dies und Das – auf lange Sicht weiterlesen

T. Wojewodina – Das Kind des Niedergangs

Ein Text von von Tatjana Wojewodina u.a. vom Starikow blog, übersetzt (und gut ausgesucht!) von unserem Artur (Quelle)

Tatjana Wojewodina, Kolumnistin der Zeitung „Zavtra“ [AdÜ.: Russisch für „Morgen“] und des Blogs N. Starikows

Vor kurzem traf ich eine Kindheitsfreundin. Wir fingen an uns zu erinnern, wer macht jetzt was und wo. Und es stellte sich eine einfache Tatsache heraus, die heute niemanden überrascht: nicht einer unserer Freunde arbeitet in einer Fachrichtung. Dabei nicht mal unbedingt in einer, welche man an einer Hochschule erhält – einfach in irgendeiner konkreten Spezialisierung. Alle sitzen nur irgendwo rum; machen irgendwas, was man auch nur schwer beschreiben kann: Jemand handelt, jemand sitzt im Büro… Es ist fast unmöglich, sich an jemanden zu erinnern, der etwas bestimmtes in seinem Leben gemacht, an sich gearbeitet hätte, ein Meister geworden wäre, Bekanntheit im Berufsumfeld erworben, Schüler aufgenommen hätte – völlig unabhängig davon, ob nun ein Professor oder ein Fräser. So etwas war charakteristisch für die Generation unserer Eltern; wir hingegen – diejenigen, welche heute langsam anfangen in die Rente zu gehen, haben in unserem Leben das und jenes probiert, manche haben dabei sogar richtig Geld verdient, aber niemand wurde ein Professioneller. Diejenigen, die welche wurden, sind eine Seltenheit, eine Ausnahme unter Ausnahmen.

Zu wem sind wir geworden? Zu niemandem. T. Wojewodina – Das Kind des Niedergangs weiterlesen

Dies und Das – Seidenstraße 2.0 und die absurdistanische Halbinsel

Zuerst etwas zum Lachen (das sich dieser Tage wirklich so zutrug). Putin sieht megan kelly, die ami Blondie-„journalistin“, an und sagt ihr, er wolle nicht mit ihr reden sondern sie lieber einfach nur ansehen, weil sie so hübsch sei.
Die selbstverliebten und strunzdummen amis berichten darüber natürlich als gewaltiges Kompliment, à la „na ja, vermutlich hat Putin sich verliebt in die (in ami Augen) superhübsche kelly“. In Russland dagegen versteht man es natürlich richtig, nämlich als „Was soll Mann schon tun, wenn man einen ganzen Tag lang einen hübschen weiblichen Körper an den Hacken hat, in dem allerdings kein Gehirn vorhanden ist?“.

Nun zumindest kurz zum Boykott gegen katar. Dies und Das – Seidenstraße 2.0 und die absurdistanische Halbinsel weiterlesen

R. Ischtschenko – Versuche der Vernichtung

Der dritte und letzte von drei aktuellen Ischtschenko Texten, übersetzt von Artur (Quelle)

Das russisch-chinesische Projekt und die Versuche seiner Vernichtung
Präsident Putin nimmt an der Zeremonie des gemeinsamen Fotografierens mit Teilnehmern des runden Tisches des internationalen Forums „Ein Gürtel, ein Weg“ teil. 15. Mai 2017.

Es war nicht schwer anzunehmen, dass im Laufe des Forums „Ein Gürtel, ein Weg“ das Thema der neuen Großen Seidenstraße die Gespräche der russländischen und chinesischen Regierung dominieren würde; vor allem wenn, wie schon oft erwähnt wurde, dieses Projekt Xi Jinpings vollständig mit dem des durch Wladimir Putin beworbenen Projekts des großen Eurasiens („vom Atlantik bis zum Stillen Ozean“) korreliert. Übrigens ließ sich der Präsident Russlands in Peking nicht die Gelegenheit entgehen zu bemerken, dass das russländische und chinesische Projekt sich gegenseitig ergänzen. In Gegenzug dazu verlautbarte die Volksrepublik China, dass Russland und China das Fundament der globalen Stabilität darstellen.

Diese mehr als durchsichtige Demonstration der Einheit der Ziele und die Absicht der Partnerschaftsfestigung rief in der westlichen Presse Hysterie hervor. In den besten diplomatischen Traditionen der „freien Welt“ versuchte man Russland und China gegeneinander aufzuhetzen, dabei Zusammenstöße ihrer Interessen in Zentralasien prognostizierend, wohin sich angeblich die chinesische Expansion richtete. R. Ischtschenko – Versuche der Vernichtung weiterlesen

Dies und Das – Wundersames und g8/g7/g6 … g0.

Man sagt ja oft, politik sei etwas sehr langfristiges, ein Feld, in dem man in Jahren und sogar Jahrzehnten denkt und in dem das meiste verdeckt geschieht. Das ist richtig, aber es gibt auch Phasen, in denen vielleicht nicht alles, aber doch vieles deutlich sichtbar wird und in denen es Schlag auf Schlag geht.

Wir sind in so einer Phase. Gestern noch waren die amis die amis, also ein weitgehend konsistenter Block und sie waren unsere als Freunde verkleideten Herrscher. Heute trifft beides nicht mehr zu; die amis sind in diverse Fraktionen zerfallen und man beginnt, die Freundschafts Verkleidung zu zerreissen – und zwar von beiden Seiten, also auch seitens der Vasallen.

Es war sehr deutlich wahrnehmbar, wenn auch keineswegs überraschend, wie sehr man inzwischen auseinander driftet. Ebenfalls sichtbar – und bei weitem wichtiger – war *wie* das geschah. So nämlich, dass emminenter Druck und eilige Dringlichkeit kaum noch verhohlen wurden und offenkundig waren.

Wenden wir uns gleich dem offensichtlichsten und drastischsten Block zu. Dies und Das – Wundersames und g8/g7/g6 … g0. weiterlesen

R. Ischtschenko – Globalisierung auf Chinesisch

Ein aktueller Artikel von Rostislav Ischtschenko, übersetzt von Artur (Quelle).

Der Präsident Russlands, Wladimir Putin, wird am 14.-15. Mai am in Peking stattfindenden internationalen Forum „Ein Gürtel, ein Weg“ teilnehmen. Faktisch stellt dies ein Format eines offiziellen Besuchs der Volksrepublik China dar.

„Ein Gürtel, ein Weg“ – ist eine chinesische Initiative, darauf abzielend, die Idee einer neuen Großen Seidenstraße durchzusetzen, welche dazu prädestiniert ist, Eurasien in einem gemeinsamen Wirtschaftsgürtel zu verbinden. Für China ist diese Idee, welche die maximale Entwicklung land- und seebasierter Verbindungen zwischen dem Westen und dem Osten Eurasiens vertritt, von strategischer Bedeutung. Der freie, mit nur minimalen Transporthürden verbundene Zugang chinesischer Waren zu den Märkten der Europäischen Union, und der der chinesischen Wirtschaft zu der notwendigen Rohstoffbasis; das sind die geradezu einzigen Mittel, mithilfe derer Peking seine stabile Wirtschaftsentwicklung erhalten, seine soziale Stabilität verstärken und dem Neustart der Weltwirtschaft behilflich sein kann. R. Ischtschenko – Globalisierung auf Chinesisch weiterlesen

Dies und Das – Analyse, Realität und geplatzte Luftballons (I)

Fangen wir von hinten an mit der Frage, warum selbst sehr fähige Betrachter und Erklärer der Zustände sich immer mal wieder irren, mitunter auch durchaus wesentlich. Verwirrende Antwort: Weil sie gut ausgebildete Handwerker mit gut ausgestattetem Werkzeugkoffer sind (die ami geprägten Propagandisten und Kläffköter, die sich lediglich als Analysten verkleiden, bleiben hier unbeachtet).

*Natürlich* wird der Historiker die Vorgänge mit der Historiker Brille betrachten. Dabei wendet er übrigens ein Grundwerkzeug an, das es wohl schon so lange wie die Menschen selbst gibt, die Extrapolation in die Zukunft. Diese ist oft ein mächtiges Werkzeug, das sich allerdings als blind erweist, wenn eine Situation nicht im Rahmen des bereits Erlebten liegt. Dies und Das – Analyse, Realität und geplatzte Luftballons (I) weiterlesen

R. Ischtschenko – EU mit FR am Rande der Kapitulation

Dies ist der erste von drei Artikeln von Rostislav Ischtschenko zum im Grunde selben Gegenstand (dazwischen wird’s wohl auch Dies und Das geben). Gut ausgesucht und übersetzt von unserem geschätzten Artur. (Quelle)

Die Umformatierung der EU: Frankreich am Rande der Kapitulation

Am 10. Mai 1940, nach einem achtmonatigen „Scheinkrieg“, während dessen Dauer praktischerweise keine Kriegshandlungen an der Westfront geführt wurden, attackierten deutsche Truppen Frankreich. Am 22. Juni 1940 unterschrieb die Dritte Republik einen Waffenstillstand mit dem Dritten Imperium. Faktisch gesehen war dies eine Kapitulation.

Übrigens, hätten die Deutschen sich damals nicht beeilt, hätte die Geschichte des zweiten Weltkrieges, sowie die der Welt im Ganzen in einem anderen Szenario verlaufen können. Im Sommer 1940 planten unsere zukünftigen Verbündeten (die Engländer und die Franzosen) eine Aggression gegen die UdSSR; hunderte von Flugzeugen hätten von ihren Flugbasen in Syrien und im Irak aus die Erdölindustrie in Baku zerbomben sollen. Wäre dieser Schlag ausgeführt worden und es wäre nicht ausgeschlossen gewesen, dass unsere Verbündeten sich im selben Graben mit Hitler aufgefunden hätten. Auf jeden Fall konnte der Westen nicht gleichzeitig Krieg gegen Deutschland und die UdSSR führen; dementsprechend hätte er mit Hitler Frieden schließen müssen. R. Ischtschenko – EU mit FR am Rande der Kapitulation weiterlesen

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