Dies und Das – Der nicht-Krieg Krieg

Der Kontext und die Hintergründe sind sehr wesentlich bei der Betrachtung oder gar Bewertung von Vorgängen und Situationen. Beispiel: Putin erklärt, man strebe danach, wieder einen Gleichstand der insb. atomaren Waffensysteme herstellen zu wollen. Ohne den Kontext zu beachten oder ihn falsch einschätzend kann Putins Aussage wie eine Lüge erscheinen, denn in der Tat war Russland bereits ohne die neuen am 1. März vorgestellten Waffensysteme fraglos militärisch überlegen. Und es gibt auch gewisse Merkmale, insbesondere das neue Rechnersystem des russischen Verteidigungsministeriums, die deutlich darauf hinweisen, dass „Perimeter“, das russische „doomsday“ System, dem westlichen Pendant zumindest locker ebenbürtig ist und mit äusserst hoher Wahrscheinlichkeit im schlimmsten denkbaren Fall einen verheerenden Vergeltungsschlag sicherstellt; kurz das Konstrukt der garantierten gegenseitigen Vernichtung kann fraglos als die Sicherheit Russlands gewährleistend betrachtet werden.

Und doch arbeitet Russland eifrig an Waffensystemen, an der Modernisierung der vorhandenen und an einer weiteren Stärkung seiner militärischen Fähigkeiten. Warum? Dies und Das – Der nicht-Krieg Krieg weiterlesen

Dies und Das – Merkel und die deutsche Wahrheit [Update]

Als Einleitung erinnere ich an u.a. Putins Ansage bei der siko 2007, die eine absolut entscheidende Grundaussage enthielt, die seither sowohl als ein Grundpfeiler von BRICS als auch der neuen, vor allem von Russland und China voran getriebenen Weltordung und auch als grundlegender Bestandteil des Selbstverständnisses u.a. des russischen Staates wieder und wieder auftaucht: Eine internationale Gemeinschaft souveräner Staaten.

Was zunächst nach einer vernünftigen aber doch gewöhnlichen und keineswegs explosiven Aussage klingt, erweist sich bei näherem Hinsehen, insbesondere unter Einbeziehung des internationalen Kontexts als hochexplosiv. Dies und Das – Merkel und die deutsche Wahrheit [Update] weiterlesen

Dies und Das: Erste Gedanken zu Putin und ein bisschen Mechanik

Die Zahlen für Putin sind noch etwas gestiegen und bewegen sich auf 77% zu und damit sind wir gleich bei einem interessanten Mechanismus. Das Putin Team selbst hatte nämlich mit einem Ergebnis im Bereich 65% – 70% gerechnet. Die Diskrepanz erklärt man grinsend wie folgt: „Die briten wissen nicht, wie Russen ticken und haben uns mit ihrem Vergiftungs-Gekläffe zu diesem beträchtlichen Plus verholfen“ (Lockere Formulierung von mir). Die hohe Wahlbeteiligung scheint diese Einschätzung ebenfalls zu bestätigen; nicht wenige Russen sind wohl in einem Empfinden von „notwendig ist es nicht, aber jetzt erst recht!“ Putin wählen gegangen.

Natürlich stellt sich angesichts des Wahlergebnisses die Frage, was Putin nun tun wird. Dies und Das: Erste Gedanken zu Putin und ein bisschen Mechanik weiterlesen

MIR – Gift und Raketen

Zunächst will ich auf einen weiteren Aspekt der Putin Ansprache hinweisen, die es morgen früh, passend zum russischen Wahlsonntag, hier bei uns Dank der (sehr beträchtlichen) Übersetzungsmühe eines Dörflers (auf deutsch) geben wird.

Russische Politiker, allen voran Putin, denken vielschichtig und so war auch bei der bemerkenswerten Ansprache am 1. März die vordringlich gesehen Facette keineswegs die einzige. Neben weiteren Facetten ist Putins Ansprache auch als eine Art Report eines anständigen Anführers und Landesvaters zu sehen. Uns, die wir kaum hoffen können, auch nur nicht allzu grob und rundum belogen zu werden von „unseren“ politstern, mag das befremdlich, ja geradezu absurd erscheinen. Für einen Anführer wie Putin aber ergibt sich alleine schon aus seinem Selbstverständnis, aber auch dem Verständnis der Position der Bürger, die ihn ja beauftragen und legitimieren, dass man am Ende einer Regierungszeit Bericht erstattet darüber, was von dem, was man sich vorgenommen oder es gar zugesagt hat, umgesetzt werden konnte, aber auch, wie die aktuelle Lage aussieht und was – und in welchem internationalen und nationalen Kontext – für die folgende Zeit ansteht.
Ich halte das für erwähnenswert, wenngleich auch für uns im wertewesten nicht einmal zu erträumen und wollte es also mal deutlich ausgesprochen haben. MIR – Gift und Raketen weiterlesen

Dies und Das – Krieg, Rückzug oder 3 Affen?

Ich hätte Arturs Fursow Text gerne noch mehr Raum gelassen, aber es bahnt sich gerade ein durchaus denkbarer Krieg an. Anders als viele werde ich weniger der der schein-attraktiven Frage „wird es Krieg geben oder nicht?“ nachgehen als vielmehr die Situation betrachten und dabei pragmatisch mit den Augen eines Mechanikers schauen.

Zunächst etwas Offensichtliches, auch wenn ich es nirgendwo erwähnt fand: die Personalveränderungen in washington sind – mAn offensichtlich – eine Reaktion auf Putins Ansage. Hieraus ergibt sich unmittelbar die Frage, was tillerson Sünde war. Ich denke, die Antwort ist so erschreckend wie einfach: Der Mann wollte Politik machen, internationale Politik. Und das (aus den Augen des engeren und maßgeblichen trump-Umfeldes betrachtet) so starrsinnig, dass es für den Präsidenten bis zur für diesen auch von ihm selbst verbauten und somit absurden Situation des angekündigten Treffens mit Kim kam. Dies und Das – Krieg, Rückzug oder 3 Affen? weiterlesen

A. Fursow – Die finalen 30 Jahre des Kapitalismus (2)

Der zweite Teil einer Übersetzung eines Artikels von Prof. A. Fursow durch Artur (Quelle)

3.

Mitte / Ende der 1970er Jahre nahm für eine gewisse Zeit der zweite Ansatz Überhand, die Anhänger des ersten wichen von ihren Positionen zurück. Größtenteils (aber bei weitem nicht nur) war das eine Folge von Prozessen innerhalb der sowjetischen Gesellschaft und seiner Spitze. Faktisch gesehen war es in der zweiten Hälfte der 1960er die Absage des Sprungs in die Zukunft auf Basis des wissenschaftlich-technischen Progresses, welcher die Positionen bestimmter Segmente der Nomenklatur sowie der herrschenden Gruppe des systemischen Anti-Kapitalismus bedrohte; es gab einen Kampf innerhalb der sowjetischen Führung sowohl auf Klan-, als auch auf Behördenebene (vereinfacht gesagt: Segmente des KGB und der Armee gegen Segmente der KPdSU); die Erstarkung pro-westlicher („liberaler“, „pro-marktwirtschaftlicher“) Tendenzen und Gruppen in der sowjetischen Verwaltung vor dem Hintergrund des Abrutschens sozialistischer Methoden des Planens und Regierens einerseits, und dem Auftauchen von sowjetischen Straßenhändlern im Laufe der 1970er mit einer ausschließlichen Marktwirtschafts- und Konsumorientierung (das letztere war eine Reaktion auf die Krise offizieller Werte und der offiziellen Ideologie) andererseits. Das alles führte zum Auftauchen von Gruppen und Strukturen innerhalb der UdSSR, welche an kardinalen Veränderungen des Systems in eine (quasi-)kapitalistische Richtung interessiert waren. A. Fursow – Die finalen 30 Jahre des Kapitalismus (2) weiterlesen

Mir – Ingenieure und engineers

… oder „Putins Ansage, Teil 2“.

Ich beginne mit einer Randanmerkung, der nämlich, dass man durchaus auf Worte achten sollte. Der Ingenieur ist (von der Wortbedeutung her) ein schöpferischer Versteher; Er versteht Naturgesetze und Mechanismen und konstruiert auf dieser Grundlage. Der angelsächsische „engineer“ aber ist einfach einer, der (wie und was auch immer) mit Maschinen (im strengen Wortsinne mit Motoren) hantiert. Entsprechend nennt man in idiotistan auch Lokführer „engineer“.

Einer der Anlässe für diesen kurzen Text sind allerhand Äusserungen von wegen, die amis hätten ja schon [vor vielen Jahren] dieselbe Technologie gehabt. Ein weiterer Grund ist, dass wir in unserem Dorf ja bemüht sind, wirklich zu verstehen und nicht einfach nur „westen Hurra!“ zu rufen und Halbgares nachzuplappern. Mir – Ingenieure und engineers weiterlesen

Mir – Mir. Und Putins Ansage

Putins Ansage im Zuge seinerAnsprache an die Föderale Versammlung Russlands, die in ersten Reaktionen zunächst auf die Sarmat Interkontinental-Raketen mit den neuen Waffenköpfen (Gleiter mit bis zu Mach 20, voll steuerbar) komprimiert wurde, ist in der Tat weitaus mehr und das in mehrfacher Hinsicht.

Wer da noch Zweifel hatte, dem lege ich einen Satz der Sprecherin des russischen Aussenministeriums, Fr. Sacharowa, nahe:

„Wir sind nun zu einem qualitativ anderen Gespräch bereit. Das wird eine Frage weder von Bitten noch von Erklärungen sein, dass dies unsere Sicherheit gefährdet. Das wird ein Gespräch aus ganz anderen Positionen sein.“

Ich habe mir erlaubt, dieses „Gespräch aus ganz anderen Positionen“ im Titel zu subsumieren: Das deutsche Wort dafür lautet „Ansage“; zur Frage von deren Verbindlichkeit für usppa und nato weise ich auf die neuen Waffensysteme hin. Mir – Mir. Und Putins Ansage weiterlesen

A. Fursow – Die finalen 30 Jahre des Kapitalismus

Der erste Teil einer Übersetzung eines Artikels von Prof. A. Fursow durch Artur (Quelle)

Die Wasserscheide – die finalen 30 Jahre des Kapitalismus (Teil 1)

Andrej Fursow – russischer Historiker, Gesellschaftskritiker, Publizist und Soziologe. Autor von mehr als 200 wissenschaftlichen Arbeiten, darunter auch neun Studien. Direktor des Zentrums russischer Forschung des Instituts für fundamentale und angewendete Forschung an der Moskauer Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität (RGGU), Vorsteher der Abteilung Asien und Afrika am Institut für Wissenschaftliche Information in den Sozialwissenschaften der Russischen Akademie der Wissenschaften.

„Erzittert die Erde wie ‘ne hohle Nuss,
wie Span erzittert der Harnisch.“

(Lied aus dem Film „Der letzte Zoll“ [AdÜ.: Drama, UdSSR, 1958])

1.

Die Mehrheit der Menschen fühlt auf die eine oder andere Weise: vor unseren Augen endet eine Epoche, genauer – gleich mehrere Epochen. Die fette Zeitlinie verlief zwischen 2008 und 2014. Im Jahr 2008 – eine Weltkrise. Im Jahr 2014 – ein US-amerikanisch-bandera’scher Putsch in Kiew als Startpunkt für eine (geo-)politische Weltkrise, urplötzlich, dabei die Beziehungen zwischen der Russländischen Föderation und den USA, dem „kollektiven Westen“, auf lange Sicht verschlechternd. Auf lange Sicht, da der Putsch einen Aggressionsakt bestimmter Kräfte vonseiten des Westens gegen Russland darstellt, gegen die russische Welt, der schlussendlich in einer, wenn auch unvollständigen, leider nur auf die Krim beschränkten, Antwort von Seiten Russlands resultiert. Um eine Debatte führen zu können, welche Epochen die Linie „2008-2014“ voneinander trennte, wäre es sinnvoll, zuerst auf die Geschichte des kapitalistischen Systems als Ganzes zu schauen. A. Fursow – Die finalen 30 Jahre des Kapitalismus weiterlesen

Dies und Das – Recht, Wahrheit, Braunhemden

Obdachlose deutsche bekommen günstigenfalls ein paar Hundert euro im Monat und – ganz offensichtlich – *keine* Wohnung. Für jugendliche „flüchtline“ dagegen wendet dieser völlig pervertierte Staat laut amtlicher Informationen im Schnitt 5250 euro auf. Pro Monat! Und baut Häuser. Und häufig genug werden sie in kleinsten Luxusgruppen (z.B. 3) in (häufig gehobenen) Einfamilienhäusern untergebracht; sie genießen einen Luxus, den sich ein sehr beträchtlicher Teil der deutschen Bevölkerung nicht leisten kann.

Wer sind diese „flüchtlinge“? Hierzu liegen z.B. zu italien amtliche uno Zahlen vor: Nicht einmal 3% der „flüchtlinge“ sind Flüchtlinge. Über 97% haben kein Recht auf Asyl. Eine weitere Zahl verdeutlicht das: Ca. 70% der „flüchtlinge“, die übrigens zum größten Teil männlich sind, wollen von Anfang an nach deutschland. Sie sind absolut sicher keine Flüchtlinge sondern schlicht Abzocker.

Aber auch das angebliche Asylrecht verdient eine etwas weitergehende Betrachtung. Was ist Asyl eigentlich? Dies und Das – Recht, Wahrheit, Braunhemden weiterlesen

Der neue deutsche saker blog