“Zuerst gaben wir dem Donbass eine Stimme”

Leser, die diese Seite schon länger aufsuchen, erinnern sich vielleicht noch an die Spendenaktion zum Schulanfang im Donbass, zu der auch wir aufgerufen hatten. Diese Spendenaktion war damals sehr erfolgreich; die Übergabe stieß aber auf unerwartete Schwierigkeiten.

Dies und viel mehr findet sich in diesem Interview, das die russische Webseite achtungpartisanen.ru mit den Leuten von REMEMBERS geführt hat. Wir haben dieses Interview in der Übersetzung von REMEMBERS und Marina F. mit ihrer Genehmigung übernommen. Übrigens – auf der Webseite remembers.tv werden nach wie vor Spenden für den Donbass gesammelt…

AP: Soweit ich weiß, habt ihr noch nie Interviews gegeben. Jedes Mal, wenn wir euch vorgeschlagen haben, ein Video-Interview aufzunehmen, haben Sie es immer wieder abgelehnt. Deshalb würde uns als allererstes interessieren: Welche Beweggründe hattet ihr dafür sowie welche Leitmotive gab es für die Entstehung von REMEMBERS und «Europeanfront»? Warum habt ihr eure Initiativen so genannt und was genau macht ihr eigentlich?

REMEMBERS: Nun, eins nach dem anderen. Zuerst: Es wäre falsch, die Initiativen REMEMBERS und «Europeanfront» von einander getrennt zu betrachten. In Wirklichkeit ist es eine Initiative, die Anfang Mai 2014, nach den Ereignissen am 2. Mai in Odessa, entstanden ist. Zuerst entstand die Bewegung „Europeanfront“ und genau diese Initiative war das Sprungbrett für unsere weitere Handlungen und Aktionen.

«So viele Lügen, so viel Dreck in den Massenmedien kann kein normaler Menschen ertragen»

Als der Bürgerkrieg in Donbass ausgebrochen war, konnten wir einfach nicht abseits stehen. Wir konnten nicht die Menschen vergessen, die von der ukrainischen Armee vorerst als „Terroristen“ und „Kartoffelkäfer“ bezeichnet wurden und dann im Gewerkschaftshaus in Odessa, neben dem Rathaus in Lugansk, in Slawjansk und in Kramatorsk ermordet wurden.

Wir konnten aber auch nicht fassen, wie über die Geschehnisse im Süd-Osten der Ukraine in den deutschen Medien berichtet wurde. So viele Lügen, so viel Dreck in den Massenmedien kann kein normaler Menschen ertragen. Die Art und Weise, wie die Informationen in den deutschen Medien dargestellt wurden und wie diese Medien die Zivilisten in Donbass bloßstellten, weckte in uns im Laufe der Zeit den Wunsch, keine öffentlichen Interviews zu geben und unsere Tätigkeiten nicht weiter zu kommentieren.

Und dennoch: Gleich zu Anfang unserer Mission gaben wir ein paar Interviews. Zum Beispiel der ARD, dem 1. deutschen öffentlich-rechtlichen Sender, der eine Reportage über uns gemacht hat.

«Krieg in der Ukraine — Deutsche Helfer in Uniform», ARD Monitor über «Europeanfront», 31.07.2014:

Im Laufe der ganzen Sendung hat man uns beschuldigt, mittels unserer humanitären Hilfe die sogenannten «Terroristen» im Donbass zu unterstützen. Die von uns unterstützten „Terroristen“ waren jedoch schon damals die einfache Zivilbevölkerung von Donbass: Kinder, Frauen und ältere Menschen, die von der ukrainischen Armee mit allen möglichen Waffen beschossen wurden. Und nachdem die deutschen Massenmedien das Interview mit uns so verdreht und über uns so dreist gelogen haben, haben wir uns entschieden, alle weiteren Interview-Angebote abzulehnen.

Die Initiative REMEMBERS entstand ausschließlich als ein deutsch-sprachiges Projekt. „Europeanfront“ schloss viele Menschen zusammen, die aus den Ländern der früheren UdSSR stammen. Deshalb war ein deutschsprachiges Portal notwendig, dem der durchschnittliche deutsche Bürger vertrauen konnte. In Deutschland fehlte zu dem Zeitpunkt eine Informationsquelle zum Thema Donbass und Russland, die man nicht gleich als „Putins Propagandamaschine“ hätte abstempeln können. Und wir haben sie erschaffen.

Zuerst gaben REMEMBERS dem Donbass eine Stimme. Wir haben uns vorerst nur damit befasst, die Wahrheit über den Donbass-Krieg in Deutschland zu erzählen. Wenige Zeit später kamen die Spendengelder-Sammlung sowie Sammlung und Verteilung von humanitärer Hilfe hinzu. Im Sommer 2015 hatten unsere Freunde und Partner in Deutschland einen gemeinnützigen Verein «Friedensbrücke — Kriegsopferhilfe e.V.» gegründet, die uns im Rahmen unserer aktuellen Mission «DONBASS WIRD LEBEN» beim Management unserer Spendengelder in Deutschland und teilweise auch der Verteilung der humanitären Hilfe in Donbass unterstützen.

AP: Aus welchen Mitteln finanziert sich die Initiative und wie viele seid ihr? Werdet ihr von Jemandem unterstützt?

Unsere Initiative finanziert sich aus unseren persönlichen Mitteln. Jeder von uns hat einen eigenen Job. Unsere Mission ist unser persönlicher Wunsch, den Menschen in Donbass zu helfen und die Wahrheit so zu zeigen, wie sie ist. Wenn die Menschen in Donbass umgebracht werden, dann schreiben wir auch darüber. Sie stellen uns Fragen zu Thema Finanzierung, weil Sie wahrscheinlich vermuten, dass wir dafür bezahlt werden. Da muss ich euch enttäuschen. Wir werden nicht finanziert. Sprich: Wir bekommen keine Gehälter dafür. Alles, was wir tun, ist rein unentgeltlich, wir bekommen keine Honorare dafür. Wir haben keine Gönner oder Förderer, die uns ihre Hilfe anbieten. Wir alle sind sozusagen ehrenamtliche Mitarbeiter.
«Unsere einzigen «Waffen» sind eine zuverlässige Internetverbindung und eine gute Tastatur»

Wir haben aber auch keine Motivation, Tausende Menschen auf die Straßen zu bewegen. Unsere einzigen «Waffen» sind eine zuverlässige Internetverbindung und eine gute Tastatur. Unsere Leser sind Menschen, die wirklich an der Wahrheit interessiert sind. Unser Team ist recht übersichtlich. Es ist ein sehr enger Kreis aus Gleichgesinnten, die im Laufen der letzten Jahre uns und sich selbst treu geblieben sind. Bis heute haben wir nicht aufgehört, über Donbass zu schreiben. Auch wenn wir aufgrund des Mangels an helfenden Händen und Russisch-Deutsch-Übersetzern in der letzten Zeit weniger Artikeln veröffentlichen als vor einiger Zeit. Nichtsdestotrotz: Wir werden uns nicht daran hindern lassen und werden unsere Arbeit fortsetzen. Für uns kommt es nicht auf die Anzahl der Beiträge an, sondern auf die Qualität unserer Gesamtmission. Wir haben lange daran gearbeitet und wir hoffen, dass es uns auch gelungen ist.

AP: Unfassbar! Ihre Initiative besteht aus Bürgern des wohlhabenden Europa, die seit fast 2 Jahren dem Donbass helfen — und das vollkommen unentgeltlich?

REMEMBERS: Ja, genau so ist es. Wir bekommen keinen Gehälter oder sonstige Entlohnung. Wir schreiben über Donbass und sammeln für seine Bewohner humanitäre Hilfe in unserer Freizeit. Natürlich helfen uns ein paar Freunde mit den Übersetzungen und wir sind dankbar für jede Hilfe. Wir brauchen immer ein qualitativ hohen thematischen Stoff und gute Übersetzer.

AP: Vielleicht ist es albern, Sie zu fragen, warum Sie es tun, warum Sie Donbass helfen. Aber wir würden sehr gern eine Antwort darauf zu bekommen.

REMEMBERS: Wir haben am Anfang des Interviews erwähnt, dass wir mit der Darstellung der Ereignissen über den Donbass-Krieg in Deutschland unzufrieden waren. Es hat uns tief getroffen, wie die Lage in Donbass, Russland und in der Ukraine bei uns, hier in Deutschland, in Europa, dargestellt wird. Vor allem konnten wir dabei 3 Arten der Bilder miteinander vergleichen. Ich meine damit die ukrainischen, die deutschen und die russischen Medien. Ich habe gesehen, dass wir, die deutschen Bürger, belogen werden.

Unsere Gesellschaft wurde mit Absicht in mehrere Gruppen aufgeteilt. Wir haben sehr scharf auf den wiederbelebten Nationalismus in der Ukraine reagiert. Zuerst wurde man von den Massenmedien mit Lügen über die friedlichen Demonstrationen in der Ukraine überflutet und wie toll sie angeblich um die Demokratie gekämpft hätten. Und was dann? Dann – Pogrome, Erschießungen und Morde, der Krieg begann. Brüder gingen aufeinander los. In Deutschland weiß man ganz genau, wie es damals, in der Vorkriegszeit, alles begann. Man weiß, wie die jungen Männer durch die Straßen mit nazistischen Lösungen herummarschiert sind und Tausende Menschen umgebracht haben, die damit nicht einverstanden waren. Genau so ist es heute in der Ukraine. Die ganze Welt weiß noch, wie dies endete und trauert immer noch um all die Opfer. Wir wollen nicht, dass es sich wiederholt. Aus diesem Grund haben wir unserer deutsch-sprachigen Initiative den Namen «Remembers» gegeben — also «diejenigen, die es nicht vergessen haben».

Und das, wie sich viele Medien in Deutschland heute verhalten, ist ein guter Beweis dafür. Erst haben sie angeblich den aufkommenden Faschismus in der Ukraine nicht gesehen und dann sogar immer wieder auch die offensichtlichen faschistischen Elemente nicht.

Ab und zu versuchten sie aber auch mit der Wahrheit ausrücken, da sich die Taten der Machtergreifer in der Ukraine kaum von den Taten des Strafkommandos im Dritten Reich unterscheiden. Wussten Sie es? Es ist eine merkwürdige Situation. Man wird 1 Jahr lang mit Lügen überworfen und dann kommen plötzlich 2 Monate lang offene Berichte über den Nationalismus in der Ukraine. Erst haben sie es verschwiegen, das Gegenteil von dem, was dort passiert, propagiert und uns hier, in Deutschland, über die «friedlichen Proteste» in der Ukraine (Maidan) erzählt und plötzlich haben sie den Nationalismus doch entdeckt… Das kann doch nicht sein, oder?!

«Wir sind unabhängig! Auch bei der Wahl unserer Themen»

AP: Ganz kurz: Wer sind die Menschen, die Remembers helfen? Wer sind die Remembers? Stammen sie aus den Ländern der früheren UdSSR oder sind es Deutsche?

REMEMBERS: Wir sind ganz einfache, durchschnittliche deutsche Bürger. Uns ist es nicht egal, was um uns herum geschieht. Wir trennen die Menschen nicht in verschiedene Nationalitäten, Glaubensausrichtungen oder Sonstiges. Wir sind in erster Linie ein Team aus Gleichgesinnten, die mit vereinten Kräften das machen, was es ihnen möglich ist. Unter uns gibt es zum Beispiel Deutsche, Menschen aus der früheren UdSSR, u.a. auch Ukrainer, was für uns auch sehr, sehr wichtig ist.

AP: Nach welchen Kriterien suchen Sie die Information aus, die Sie dann im Form von Artikeln veröffentlichen? Woher bekommen Sie die Informationen und wie werden Sie geprüft?

REMEMBERS: Die Auswahl der Themen geschieht vorerst im Rahmen einer Recherche aus unterschiedlichsten Quellen, die wir dann auf ihre Glaubwürdigkeit prüfen, u.a. mit Hilfe unserer Partner vor Ort. Zudem warten wir oft eine gewisse Zeit ab und schauen, was wirklich geschehen ist, damit wir selbst nichts Falsches verbreiten bzw. die Menschen nicht desinformieren. Ehrlich gesagt, haben wir keine Probleme mit der Informationssammlung, denn man entwickelt mit der Zeit auch ein Gefühl , was wahr oder was falsch ist. Und wir können jederzeit unsere Partner vor Ort anrufen und etwas nachfragen.

AP: Wie ich es verstanden habe, schreiben Sie nur über Donbass. Warum beleuchten Sie keine anderen Themen, die auf der Welt passieren? Warum schreiben Sie zum Beispiel nicht über Deutschland oder Syrien? Schließlich ist dort ist auch Krieg und auch dort sterben Menschen.

REMEMBERS: Ja, Sie haben recht, wir schreiben hauptsächlich über Donbass. Wir wollen mit Absicht nicht zu einer Nachrichtenquelle werden, die man im Internet tausendfach finden kann. Zudem schreibt man in Deutschland momentan kaum etwas über Donbass. Und wenn die deutschen Medien doch noch etwas über den Krieg in Süd-Osten der Ukraine berichten, dann sind es hauptsächlich Falschinformationen bzw. Lügen. Aktuell sind die Medien hauptsächlich mit Syrien und Flüchtlingen beschäftigt, da es sie momentan am meisten interessiert, vor allem nachdem Russland seine Anti-Terror-Operation in Syrien gestartet hat. Wir jedoch haben unsere Richtung nicht geändert und schreiben weiterhin ausschließlich über den Donbass und die Ukraine. Keine Frage: Natürlich muss man über Syrien berichten, und auch die Wahrheit über diesen Krieg verbreiten. Denn auch sind dazu in den deutschen Medien viele Lügen im Umlauf. Klar, wir könnten auch über Syrien schreiben, aber ganz ehrlich: Dafür haben wir im Moment einfach keine Ressourcen. Wir benötigen schon für Donbass alle unsere Kräfte.

AP: Wird ihre Meinung in irgendeiner Form von der deutschen Politik oder eines anderen Landes beeinflusst?

REMEMBERS: Nein, wir sind unabhängig! Auch bei der Wahl unserer Themen. Wir werden nicht von Politikern oder irgendwelchen Institutionen gesteuert. Aber an dieser Stelle würde ich gerne anmerken, dass es solche Versuche, uns in eine Richtung zu steuern, bereits gab. Doch wir halten uns von derartigen Kooperationen fern.

AP: Was hat man Ihnen vorgeschlagen, wenn es kein Geheimnis ist?

REMEMBERS: Es ist kein Geheimnis: Man bat uns sowohl eine enge Kooperation als auch Unterstützung an. Nachdem wir uns aber mit dem Vorschlag gründlich auseinander gesetzt haben, wurde uns klar, dass man uns diktieren will, was wir schreiben sollen. Das hätte uns jedoch sofort auf die gleiche Stufe mit vielen, angeblich unabhängigen Informationsquellen, die es heute in Deutschland und Europa gibt.

AP: Kennen Sie solche Beispiele?

REMEMBERS: Ja, wir kennen einige solcher Blogger und Medien, die ständig und gut von außen unterstützt werden, sich aber als unabhängig positionieren.

AP: Haben euch die deutschen oder die Repräsentanten anderer Länder eine derartige Unterstützen angeboten?

REMEMBERS: Es gab solche Vorschläge sowohl von den deutschen als auch von den amerikanischen und den ukrainischen Bürgern. Auf solche Angebote werden wir uns aber nie einlassen.

AP: Was haben Ihnen eigentlich die Ukrainer angeboten? Und haben sich auch die Russen an euch mit ähnlichen Vorschlägen gewandt?

REMEMBERS: Die Ukrainer haben uns bedroht. Aber wir haben von ihnen auch nichts anderes erwartet. Es gab ein paar Angebote, angeblich aus Charkow, wir haben uns mit ihnen aber nicht befasst, da es von vorne rein klar war, dass diese Personen lügen. Sie haben uns am Anfang eine Kooperation vorgeschlagen und etwas erzählt, was sich bei der näheren Prüfung als Fake herausgestellt hat. Und diese Menschen waren dann doch jemand anderes als die, für die sie sich ausgegeben hatten. Die Russen haben sich aber nie an uns mit Angeboten bezüglich einer Unterstützung unserer Arbeit auf der Informationsfront/Meinungsbildung gewandt. Sie hatten uns nur Unterstützung anboten, mehr nicht. Also ich meine, Unterstützung bei der Lieferung unserer humanitären Hilfe, beim Ausfüllen von Papieren an der Grenze, bei der Verteilung der Hilfsgüter. Aber Artikel auf Bestellung zu schreiben — das hat uns keiner aus Russland angeboten.

AP: Und wenn es solche Angebote gegeben hätte?

REMEMBERS: Ich denke, die Antwort wäre die gleiche, wie bei den vorherigen. Wir bleiben unabhängig.

AP: Wie läuft die Verteilung der humanitären Hilfe ab? Wer bekommt sie und wie wird sie verteilt?

REMEMBERS: Momentan liefern wir die humanitäre Hilfe nicht aus. Wir haben früher Lebensmitteln und das Nötigste in Russland eingekauft und diese mit Hilfe unserer Freunde aus Russland nach Donbass gebracht. Es gab mehrere Lieferungen, auch aus Deutschland. Unsere Freunde und Partner hatten selbst die Hilfsgüter gesammelt und dann auch selbst verteilt. Das letzte Mal war es kurz nach dem Sturm auf Debalzewo. Aber aus unserer Erfahrung macht dieser Weg keinen Sinn und es ist viel zu kostenaufwendig. Es ist auch schwierig, die Lebensmittel in Russland zu erwerben und sie nach Donbass zu liefern.

«Das Ziel unserer Mission ist, dass unsere humanitäre Hilfe genau diejenigen erreicht, die sie wirklich brauchen»

Heute gibt es zwei Möglichkeiten, die humanitäre Hilfe zu liefern: Die Hilfsgüter über Russlands «Ministerium für innere Sicherheit» abzuwickeln, was im Übrigen für die deutschen Bürger nicht zulässig ist, oder man bitten die russischen Wohlfahrtfonds um Hilfe. Wir haben eine andere Lösung gefunden, eine wesentlich effektivere und schnellere: Uns hilft das bereits allseits bekannte, humanitäre Bataillon „Angel“ von Aleksej Smirnov in Donbass. Sie kaufen die nötigen Lebensmittel und verteilen sie in Form von Lebensmittelpaketen an die Bedürftigen. Die Lebensmittel erwerben unsere Freunde aus dem Bataillon „Angel“ von dem Geld, das wir ihnen schicken. Anschließend fahren sie die Produkte in die Gebiete, die sich direkt an der Frontlinie in der Volksrepubliken Donezk und Lugansk befinden, wo die Situation total angespannt ist. Wir erhalten fast täglich Videos von den «Angel» darüber, wie wir den Menschen helfen konnten. Diese Art von Hilfe ist einfach präziser und erreicht viel mehr und viel schneller die Menschen. Und das ist genau das, was das Ziel unserer Mission ausmacht: Dass unsere Hilfe nicht umsonst ist und genau diejenigen erreicht, die sie wirklich brauchen.

Wir haben unsere Kooperation „DONBASS WIRD LEBEN“ genannt. Sie läuft nun schon seit 2 Monaten. Es ist schwierig zu sagen, wie viele Hilfsgüter wir in dieser Zeit zur Verfügung stellen konnten. Es haben wahrscheinlich schon um die 2000 Menschen unsere Hilfspakete bekommen. Die „Angels“ fahren in manche Gebiete sogar mehrmals hin, da der Krieg an der Frontlinie bis heute nicht zu Ende ist. Aber wir haben nicht vor, uns daran hindern zu lassen. Wir werden weiterhin den unschuldigen Zivilisten helfen.

AP: Wir wissen, dass Sie eine Aktion für die Schüler von Donbass durchgeführt haben, wir haben unseren Lesern darüber berichtet. Soweit ich weiß, Sie konnten die Güter nicht aus Russland ausführen. Woran lag es? Welche Probleme hattet ihr mit der Auslieferung von Schulranzen und Paketen für die Kinder in Donbass?

REMEMBERS: Das war wirklich unsere schlimmste Erfahrung, die wir bei Auslieferungen von humanitärer Hilfen nach Donbass gemacht haben. Wir hatten in Deutschland Spenden gesammelt, davon 320 Schulranzen und genau so viele Schul-Sets gekauft, die aus Schulzubehör wie Kugelschreiben, Hefte, Linealen, Tagespläne, Malfarben, Papier, Federmappen usw. bestanden. Doch statt unsere Hilfsgüter pünktlich zum Schulstart am 1. September zu verteilen, konnten wir es erst vor kurzem tun. Wir hatten versucht, eine offizielle Erlaubnis für die Einfuhr der Hilfsgüter von der Donezker Koordinierungskommission zu bekommen. Wir haben alle nötigen Papiere dahin geschickt, doch bis heute konnten wir keine Akkreditierung erhalten. Im Endeffekt, haben wir 2 Monate lang darauf gewartet, mussten die Lagerung der Güter in Rostow bezahlen. Das russische Ministerium für innere Sicherheit hat uns Hilfe verwehrt, da die Hilfsgüter von uns, den deutschen Staatsangehörigen, kamen. Wir warteten auf eine Entscheidung aus Donezk, die wir leider bis heute nicht bekommen haben. Wir wissen nicht, woran es lag, aber wir waren darüber sehr verwundert. Wir haben keine Antwort darauf bekommen.

Mit Hilfe unserer russischen Freunde, unserer Partner in Deutschland («Friedensbrücke») und in Donbass (Vladislav Brog) sowie mit Unterstützung von einem Hilfsfond «Doroga dobra» («Der Weg der Güte») konnten wir die Hilfsgüter über das russische Ministerium für innere Sicherheit ein paar Wochen später hinbringen. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass viele Deutsche auf unseren Bericht über die Schulaktion mit Spannung erwartet haben, da viele deutsche Bürgerinitiativen und einfache Bürger an unserer Aktion teilgenommen haben.

«Wir haben keine Pläne, aber wir haben einen Traum: Das ist Frieden in Donbass und Frieden in der Ukraine»

AP: Ein hervorragende Nachricht! Wir gratulieren Ihnen, dass Sie es endlich geschafft haben. Welche Pläne haben Sie jetzt? Gibt es etwas, was Sie gerne machen würden, es aber nicht ausführen können?

REMEMBERS: Wir haben keine Pläne, aber wir haben einen Traum. Er ist sehr simpel, aber auch sehr kompliziert zugleich. Das ist Frieden in Donbass und Frieden in der Ukraine! Denn das, was die Politiker in Minsk vereinbart hatten, wird in Wirklichkeit nicht realisiert. Ich spreche es absichtlich aus: Donbass soll von der Ukraine unabhängig werden, da ich nicht glaube, dass man die Menschen wieder versöhnen kann, nach all dem, was die ukrainische Armee und die nun an der Macht sitzenden Nationalisten angerichtet haben. Man kann nicht diejenigen ohne eine gerechte Strafe laufen lassen, die die Ukraine in einen Zustand versetzt haben. Man kann sich nicht einfach mit denjenigen versöhnen und denjenigen einfach verzeihen, die den Genozid an den ehemaligen Bürger ihres eigenen Landes begehen.

Diejenigen, die für den Tod von Unschuldigen verantwortlich sind, müssen ihre gerechte Strafe in Gefängnissen absitzen. Alle Kriegsverbrecher müssen vors Kriegsgericht! Der Präsident der Ukraine und diejenigen, die jetzt an der Macht in der Ukraine sind, müssen lebenslang ins Gefängnis. In Einzelzellen, wo man ihnen täglich die Videos von den Leichen der unschuldigen Opfer aus Donbass zeigt, den tausenden ukrainischen Armeeangehörigen, die sie belogen und betrogen hatten, damit sie für das Vermögen ihrer Herren in Kiew kämpfen. Ich wünsche wir, dass sie die Tränen der Mütter und der Angehörigen sehen könnten, die sich entschieden haben, die Zivilbevölkerung in Donbass mit einer Waffe in der Hand zu verteidigen, und dabei ums Leben kamen. Diejenigen, die ihr Land, in dem sie lebten, wirklich verteidigt haben. Im Vergleich zu denjenigen, die nach Donbass kamen, um zu töten und zu plündern. Die ermordeten Kinder in Donbass sollen ihnen immer im ihren Träumen erscheinen. Das wünsche ich mir.

Wir selbst können natürlich den Frieden nicht bewirken, das liegt außerhalb unserer Macht. Aber wir haben die Chance, etwas zu tun, was helfen könnte, jemanden vorm Hungertod zu bewahren. Wir haben es getan und wir werden es weiterhin tun. Was die Hilfe und ihre Verurteilung angeht: Wir zeigen den Menschen ein Beispiel, wie man Donbass helfen kann.

AP: Warum habt ihr euch entschieden, dem Donbass und nicht z.B. den Bürgern zu helfen, die das Vorgehen der offiziellen Ukraine unterstützen? Soweit wir wissen, gibt es auch deutsche Bürger und in Deutschland lebende Menschen aus ehemaligen UdSSR-Ländern, die sehr aktiv dem offiziellen Kiew helfen.

REMEMBERS: Uns war es von vornherein klar, dass es nichts anderes als ein Bürgerkrieg in der Ukraine ist, obwohl die offizielle ukrainische Regierung versucht, es sorgfältig unter der Bezeichnung „ATO“ (Anti-Terroristische-Organisation) zu verstecken, wobei ihnen auch unsere Medien sehr behilflich waren. Unter dem Deckmantel eines Kampfes gegen ausgedachte Terroristen führen sie Krieg gegen die eigenen Bürger, die friedlichen Bewohnern von Donbass. Wenn wir mit Ihnen zum Anfang des Krieges miteinander gesprochen hätten, dann wäre unsere Antwort die gleiche. Wir haben immer unterstützt und wir unterstützen weiterhin alle adäquat denkenden Bürger der einst großen Ukraine. Das bereuen wir auch nicht.

Ich kann es nicht nachvollziehen, wie man diejenigen unterstützen kann, die bei jeder passenden Gelegenheit die Mörder hochpreisen, die Tausende Menschen während des 2. Weltkrieges auf dem Gewissen hatten, und die heute dabei an jeder Ecke „Ukraine über alles“ schreien. Für derartige Sprüche kommt man in Deutschland hinter Gitter, während diese Ukrainer sie wie ein Gebet wiederholten, als sie bewaffnet den Donbass überfallen haben.

Wir unterstützen diejenigen, die es nicht geschafft haben zu fliehen und diejenigen, die nicht von den ukrainischen Soldaten geflohen sind. Diese Soldaten posierten immer auf Fotos mit Waffen in der Hand und Hakenkreuz und anderen faschistischen Symbolen im Hintergrund. Deshalb können wir diejenigen, die in Donbass geblieben sind, nicht im Stich lassen. Das sind ältere Menschen, Kinder und Frauen. Wie kann denn eine Armee mit solchen Menschen kämpfen und dies als eine „Anti-Terror-Operation“ bezeichnen und es als ihren «Kampf gegen die Terroristen» präsentieren?

«Wenn die offizielle Kiewer Regierung den Krieg wirklich hätte beenden wollen, dann wäre in Donbass schon lange Frieden»

Zeigen Sie mir bitte nur EINE durch die s.g. «Terroristen» zerstörte Schule in Kiew, in Odessa oder in anderen Städten, die heute unter Kontrolle der offiziellen ukrainischen Regierung stehen. Aber in Donbass gibt es tausende zerstörte Gebäude! Ganze Siedlungen sind zerstört, in manchen gibt’s kein einziges heilgebliebenes Haus mehr.

«Terrorismus» bedeutet vor allem eine Bedrohung und die Angst. Ich denke aber nicht, dass die Menschen in der restlichen Ukraine heute Angst vor den Donbass-Bewohnern haben. Ich sehen das, was seit rund 2 Jahren in Donbass passiert, als Genozid an und diejenigen, die das angezettelt haben, müssen gerecht bestraft werden. Und dafür gibt auch historische Beispiele: Das Gericht in Den Haag. Wie kann man diejenigen unterstützen, durch deren Händen Kinder und Frauen sterben? Diejenigen, die Spenden, Uniformen und ähnliche «Hilfsgüter» in die Ukraine schicken, werden schon bald sicherlich enttäuscht sein. Denn sie werden verstehen, dass sie den Menschen helfen, die sich in nichts von den deutschen Faschisten unterscheiden.

AP: Haben Sie irgendwelche Prognosen? Wie wird dieser Konflikt enden? Können wir uns bald auf Frieden freuen oder wird dieser Krieg weitergehen?

REMEMBERS: Wenn Sie uns fragen wollen, ob wir daran glauben, dass der Frieden in Donbass bald einkehrt, dann – Nein. Das glauben wir nicht und haben auch niemals daran geglaubt. Wenn die offizielle Kiewer Regierung den Krieg wirklich hätte beenden wollen, dann wäre in Donbass schon lange Frieden. Doch der Frieden ist nicht das Ziel von ukrainischen Politikern. In Wirklichkeit sind sie den Politikern hinter dem Ozean unterstellt und das Land wird von Marionetten regiert, die ständig und überall die russische Armee sehen.

Sie sind nicht mal fähig zu vergleichen, wie wirkliche Kämpfe der russischen Armee vonstatten gehen, also z.B. wie Russland in Syrien kämpft. Sie haben ihr Land zerstört, die Ukraine ist so tief abgerutscht, dass sie noch lange brauchen wird, um daraus zu kommen. Die Leute an der Macht erschaffen nichts! Sie zerstören nur. Ein Land, dessen Politiker in Europa herumreisen, um für Almosen zu betteln, ist auch zu nichts anderem fähig, als gegen die imaginären Terroristen in Donbass zu kämpfen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit führen nur zur Verstärkung und Ausdehnung der Kampfhandlungen. Sie werden sich vor nichts zurückhalten und schon bald werden wir diesem Krieg irgendwo in Kiew, Poltawa, Dnepropetrowk, Odessa, Lwow und Rowno zusehen. Sie provozieren nur einen viel größeren und blutigeren Krieg, indem sie ihre Bürger zu ihren Sklaven machen.

Ich unterhalte mich oft mit Ukrainern, die nach Europa kommen, um Geld zu verdienen. Sie tun mir sehr leid. Es ist wirklich unfassbar, was die offiziellen Machthalter in der Ukraine machen! Es ist unfassbar, was die Ukrainer erzählen. Die heutige Ukraine erinnert mich stark an irgendeinen armen Staat in Afrika, wo die Menschen mit Gewalt und Waffen versuchen, bewaffnet einen neuen Staat «aufzubauen“…

AP: Die ukrainischen Bürger kommen wirklich nach Deutschland, um offiziell einen Job zu finden und gutes Gehalt zu verdienen? Wissen Sie vielleicht mehr darüber?

REMEMBERS: Ich hatte die Möglichkeit, mich mit denjenigen Ukrainern zu unterhalten, die nach Deutschland kamen — auf der Suche nach einem besseren Leben. Wir Sie vielleicht wissen, ist es auch in Deutschland sehr problematisch mit den Arbeitsplätzen. Die Arbeitslosigkeit ist hier ziemlich hoch, was die Ukrainer jedoch nicht daran hindert, trotzdem hierher zu kommen, um ihr Glück in Europa zu versuchen. Ja, manche finden sich hier gut zurecht. Manche verlieren aber alles. Meistens bekommen sie die am schlechtesten bezahlten Jobs, die weder die Deutschen noch die Ausländer annehmen wollen. Zum Beispiel schwere körperliche Arbeit auf einem Feld oder bei einem Bauern. Denn für einen Ausländer ist praktisch unmöglich, ohne unbefristeter Aufenthaltserlaubnis (Daueraufenthalt) eine Arbeitsstelle z.B. in einer Fabrik zu finden. Viele versuchen natürlich auch illegal zu arbeiten.
«Die heutige Ukraine ist wie ein Ertrinkender, der aus seiner allerletzten Kraft versucht, aus dem Wasserwirbel herauszukommen, der in Wirklichkeit ein Fleischwolf ist»

Ich bin mal einer betrogenen Bauarbeiter-Gruppe aus 15 Leuten begegnet, die einem polnischen „Vermittler“ 320 Euro pro Kopf für die Arbeitsvermittlung gezahlt hatten und dann zum Arbeiten nach Deutschland kamen. Er traf sie, brachte sie in ein Wohnheim, nahm das Geld und bat sie, am nächsten Morgen die Wohnräume zu verlassen, da sie nur für eine Nacht bezahlt waren. Der Herr ist einfach mit dem Geld verschwunden und die Jungs hatten keinen Cent mehr für die Rückreise. Und Arbeit hatten auch keine. So schlenderten sie verärgert und hungrig von einer Straße zur anderen. Ich weiß nicht, wie ihre Geschichte dann ausging.

Die örtlichen Puffs in Deutschland sind auch voll von ukrainischen Mädchen, die ihre Verdienste in die Ukraine schicken, um ihre Familien zu unterstützen. Viele von ihnen haben sogar kleine Kinder, sind aber zu derartigen Tätigkeiten gezwungen, um ihren Familien zu helfen. Ich kenne sogar eine wahre Geschichte von einer jungen Frau, die in einem solchen Etablissement in Deutschland gearbeitet hatte und eine kleine Summe von ihrem Verdienst zur Unterstützung von Maidan schickte.

Wenn man die Ukrainer anschaut, die auf der Suche nach Arbeit nach Deutschland kommen, realisiert man, dass das Land als solches am Ende seiner Existenz angekommen ist. Im Moment sind wir stille Beobachter eines Ertrinkenden: Mit allerletzter Kraft versucht er, aus dem Wasserwirbel herauszukommen, der in Wirklichkeit ein Fleischwolf ist. Es wäre aber dumm, nur der Regierung der Ukraine die alleinige Schuld daran zu geben. Die Ukrainer selbst sind schuld daran. Nicht alle natürlich, aber bestimmt 50%. Sie wollten der EU beitreten und sie dachten sich, dass nur Vorteile auf sie warten. Sie haben den Regierungssturz auf dem Maidan unterstützt und gingen dann schließlich auf den friedlichen Donbass los. Als Ergebnis haben sie nun ein Land bekommen, welches die Menschen aus allen Regionen heute verlassen. Die Menschen fliehen vor dem Krieg. Die Ukrainer leben im Angst. Junge Männer sind gezwungen, aus dem Land zu fliehen — ob um sich der Einberufung in die Armee zu entziehen oder auf der Suche nach einer Arbeit für einen Hungerlohn. Dafür aber ist die ganze Ukraine heute in den patriotischen Farben Blau-Gelb geschmückt.

AP: Das Hauptmotto des Maidans war die Assoziierung mit der EU. Die Ukrainer konnten von nichts anderem träumen, als endlich Europäer zu werden. Und? Konnten die Ukrainer das bekommen, was die Regierung ihnen damals versprochen hatte? Visafreie Reisen nach Europa und hohe Gehälter nach europäischen Standards?

REMEMBERS: Nein, wovon reden Sie? Das alles war doch nur ein Betrug, über den heute sogar die Deutschen und viele anderen Europäer lachen. Ich habe mich noch zu Silvester 2014 mit einem Ukrainer darüber gestritten, dass es nur ein Betrug ist. Sie haben die Menschen belogen, um diese Lüge als Vorwand für den Sturz von Janukowitsch nutzen können. Und die Ukrainer haben genau an die Lüge geglaubt, auch die, die in Deutschland — oder sonst wo in der EU — mit einer Aufenthaltserlaubnis leben. Sie glaubten nämlich, dass sie bald auch die europäischen Pässe und die gleichen europäischen Rechte bekommen würden, wie es in den baltischen Staaten der Fall war. Das Schicksal war aber härter zu ihnen. Nichts davon ist passiert und es gibt auch keine Hoffnung mehr darauf. Die Menschen in der Ukraine führen immer noch kein glückliches europäisches Leben und sie haben immer noch ihre ukrainischen Pässe in der Tasche.

Viele Ukrainer, die in Deutschland leben, haben genau aus den Gründen den Maidan unterstützt und dann auch die Geschehnisse in der Süd-Ost Ukraine. Sie haben nämlich das ukrainische Fernsehen geschaut und warten bis heute darauf, dass sie bald die ihnen versprochenen Vorzüge des europäischen Lebens genießen können. Nun werden viele von ihnen langsam wach und merken, dass sie von den europäischen Pässen heute noch viel weiter entfernt sind, als jemals zuvor.

«Das Thema Ukraine gehört nicht mehr zu den Top-New, die Ukraine ist einfach nicht mehr aktuell»

Deutschland sowie alle EU-Länder leiden im Moment an der künstlich erschaffenen. «Migrationskrise». Zudem gibt es kaum Arbeitsplätze etc. Wenn die Grenzen geöffnet werden, dann wird der ganze arbeitsfähige Teil der ukrainischen Bürger das Land verlassen. So wie es damals in Litauen, Lettland und Estland war. Die Ukraine hat einfach keine anderen Chancen. Sie wird nicht mal in den nächsten Jahrzehnten der EU beitreten können. Der Sinn der ganzen Lügen war einfach nur der Sturz von Janukowitsch und die Ausplünderung der Ukraine, samt ihrer Bürger.

AP: Wie sehen eigentlich die deutschen Bürger die Geschehnisse in der Ukraine an, jetzt 2 Jahre nach „der europäischen Wahl“ und dem Beginn des Krieges in Donbass, Ihrer Meinung nach?

REMEMBERS: Die Deutschen vergessen langsam die Ukraine. Das Thema Ukraine gehört nicht mehr zu den Top-New, die Ukraine ist einfach nicht mehr aktuell. Die Informationen über die s.g. Ukraine-Krise sind in den Hintergrund geraten. Deutschland ist jetzt mit der Flüchtlingskrise und dem Krieg in Syrien beschäftigt. Und die deutschen Medien geben dabei ihr «Bestes“. Das Thema Ukraine wird heute nur selten erwähnt und meistens nur im Zusammenhang mit dem Minsker Abkommen, wenn sich die Regierungsrepräsentanten im Normandie-Format treffen.

Aber die Menschen, die die Situation in der Ukraine weiterhin verfolgen und den Donbass unterstützen, sehen, was in Wirklichkeit passiert und verstehen, dass der Krieg trotz dem Allem weiterhin fortgesetzt wird. Wenn der Donbasser Widerstand bald in die Offensive geht, was meiner Meinung nach durch geplante Provokationen seitens der Kiew Truppen initiiert wird, dann werden wir schon bald sehen, wie die deutschen Medien ihre Lügen wieder hervorholen und neue Geschichten über die russische Armee erzählen, die den Donbass okkupiert hätte. Wir werden nichts Neues erfahren. Aber dieser Prozess hat auch eine gute Seite. Denn die Manipulationen der deutschen Medien wirken mittlerweile wie eine Impfung für den eigenständig denkenden Teil der deutschen Bevölkerung. Die Menschen erkennen bereits die Tricks und die Methoden, die die Journalisten gegen sie anwenden, um ihre Meinung zu manipulieren. Sie sehen und verstehen es, dass sie belogen werden. Man muss nur lernen, 2 Bilder von einander zu unterscheiden – das wahre und das falsche Bild. Für sie wird es immer schwieriger, die Deutschen zu belügen. Dank denen, die die Wahrheit verbreiten. Die Menschen reagieren schon allergisch auf die ganzen Lügen.

AP: Die Lügen und das Propaganda in der Berichterstattung der deutschen Medien betreffen dabei nur Donbass und Russland oder auch andere Themen?

REMEMBERS: Die deutschen Medien, nicht alle natürlich, aber die Mehrheit der großen Herausgeber und das öffentlich-rechtliche Fernsehen, lügen und natürlich nicht nur in Bezug auf den Donbass oder Russland. Die Manipulation und die Verschleierung finden heute bei allem statt, was einen politischen Charakter hat. Flüchtlinge, Syrien, der Krieg im Irak: Alles wird verdreht und verfälscht. Und das stellt ein großes Problem für die Deutschen dar. Wenn die deutschen Journalisten offen schreiben könnten und nicht zum Lügen gezwungen wären, dann gäbe es uns heute nicht. Aber die Berichterstattung wird seitens der Regierung und der Redaktion zensiert. Die Redefreiheit, die demokratischen Werte — das alles gibt es in den deutschen Medien leider nicht mehr. Die gleichen Probleme gibt es auch in den sozialen Netzwerken. Wenn jemand zum Beispiel seine Meinung auf seiner eigenen Facebook-Seite äußern möchte, wozu er laut dem Gesetz auch das Recht hat, dann passieren oft «komische» Sachen mit seiner Seite… Es folgen viele Beschwerden und der Nutzer wird blockiert.

«Wenn die deutschen Journalisten offen schreiben könnten und nicht zum Lügen gezwungen wären, dann gäbe es uns heute nicht»

Die deutschen Bürger, die mit der Situation unzufrieden sind, müssen quasi selbst zu Journalisten oder besser gesagt zu Bloggern werden. Viele Menschen versuchen heute, alternative Informationsquellen zu erschaffen. Denn solange Deutschland direkt unter dem Einfluss der USA steht, wird es hier keine Redefreiheit geben. Washington wird es nicht zulassen, dass die Wahrheit durchsickert.

AP: Zum Schluss unseres Gespräches möchten wir uns bei Ihnen für das ausführliche Interview bedanken und wünschen Ihnen einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Wollen Sie vielleicht den Donbass-Bewohnern und den Menschen in Russland etwas ausrichten?

REMEMBERS: Vielen Dank! Wir wünschen Donbass viel Durchhaltevermögen und Ausdauer sowie einen baldigen Sieg und Frieden. Frieden für alle Menschen. Und wir bitten Russland, den Donbass nicht zu vergessen und ihm weiterhin zu helfen. Denjenigen helfen, die so hilflos sind. Wir können mit Zuversicht sagen: DONBASS WIRD LEBEN! DONBASS WIRD FREI SEIN!