Kategorie-Archiv: USA

USA

Beliebte Klischees über moderne Kriegsführung zerstören

vom Saker

Debunking popular clichés about modern warfare

„Wie würde ein Krieg zwischen Russland und den USA aussehen?“

Das muss die Frage sein, die mir am häufigsten gestellt wird. Das ist auch die Frage, auf die ich die fremdartigsten und schlechtinformiertesten Antworten höre. Ich habe mich in der Vergangenheit mit dieser Frage befasst, und wer an diesem Thema interessiert ist, kann folgende Artikel lesen:

Es wäre nutzlos, das alles hier zu wiederholen, also will ich mich dem Thema aus einem etwas anderen Blickwinkel annähern, aber ich würde jenen, die daran interessiert sind, sehr empfehlen, sich die Zeit zu nehmen, diese Artikel zu lesen, die, auch wenn sie überwiegend 2014 und 2015 geschrieben wurden, immer noch weitgehend gültig sind, vor allem, was die Methodologie angeht, mit diesem Thema umzugehen. Alles, was ich heute vorschlage, ist, einige beliebte Klischees über moderne Kriegsführung im Allgemeinen zu zerstören. Ich hoffe, dass ich euch, indem ich sie zerstöre, mit dem Werkzeug versehe, um den Unsinn, den uns die Konzernmedien gerne als „Analyse“ präsentieren, zu durchschneiden. Beliebte Klischees über moderne Kriegsführung zerstören weiterlesen

Neun Thesen über den Krieg, den wir führen

Rostislaw Ischtschenko

Девять тезисов о войне, которую мы ведем, übersetzt auf Grundlage der englischen Übersetzung

Am 27. und 28. April hielt das russische Verteidigungsministerium eine internationale Konferenz über Sicherheit ab. Ich nahm an einem Diskussionspaneel zu „Farbrevolutionen“ teil.

Die Zeit, die den Rednern (5 Min.) und den Diskussionsteilnehmern (1 Min.) gegeben wurde, war zu kurz, um das ganze Konzept der Farbrevolutionen in der modernen Politik und ihre Auswirkungen auf die allgemeine und die militärische Sicherheit des betroffenen Staates darzustellen. Daher präsentiere ich meine Sicht in Stichworten. Ich werde mich kurz halten, weil dameine mehrbändige Studie der „Farbrevolutionen“ und des hybriden Kriegs im Allgemeinen schreiben kann, und selbst dann wäre das Thema womöglich nicht vollständig erfasst.

These eins. Allein die Tatsache, dass sich das Militär für dieses Thema interessierte (es nahmen tatsächlich Vertreter mehrerer Dutzend Verteidigungsministerien verschiedener Länder an dieser Diskussion teil) belegt, dass „Farbrevolutionen“ von modernen Staaten nicht als eine innere Bedrohung gesehen werden (wofür sich Polizei und Sicherheitsdienste interessieren würden), sondern als eine äußere Bedrohung. Sie zeigen die Merkmale einer militärischen Aggression, also ist das Entgegenwirken ein Job für das Militär. Neun Thesen über den Krieg, den wir führen weiterlesen

„So fühlt es sich an, von Drohnen gejagt zu werden.“

Malik Jalal

I´m on the Kill list. This is what it feels like to be hunted by drones

Ich bin in der seltsamen Lage, zu wissen, dass ich auf der ‘Todesliste’ stehe. Ich weiß es, weil es mir gesagt wurde, und ich weiß es, weil ich wieder und wieder Ziel von Mordanschlägen war. Vier mal wurden Raketen auf mich abgefeuert. Ich habe außergewöhnliches Glück, noch am Leben zu sein.

Ich möchte nicht als „Insektenspritzer“ enden – das hässliche Wort, das benutzt wird, um die Überreste eines Menschen zu beschreiben, der von einer Hellfire-Rakete in die Luft gejagt wurde, die von einer Predator-Drohne abgefeuert wurde. Noch wichtiger, ich möchte nicht, dass meine Familie dem zum Opfer fällt, oder auch nur mit den Drohnenmaschinen über ihren Köpfen leben muss, im Wissen, dass sie jeden Augenblick vaporisiert werden können.

Ich bin diese Woche in England, weil ich beschlossen habe, dass, wenn die aus dem Westen mich töten wollen, ohne auch nur zuvor mit mir zu reden, ich vielleicht gehen sollte, um mit ihnen zu reden. Ich werde meine Geschichte erzählen, damit ihr selbst beurteilen könnt, ob ich die Art Mensch bin, die ihr ermordet sehen wollt.

Ich komme aus Wasiristan, an der Grenze zwischen Pakistan und Afghanistan. Ich bin einer der Anführer des Friedenskomitees von Nordwasiristan (NWPC), einer Organisation örtlicher Maliks (oder Gemeindevorsteher), die sich der Aufrechterhaltung des Friedens in unserer Region widmet. Wir arbeiten mit Genehmigung der pakistanischen Regierung, und unsere Hauptaufgabe besteht darin, Gewalt zwischen den örtlichen Taliban und den Behörden zu verhindern. „So fühlt es sich an, von Drohnen gejagt zu werden.“ weiterlesen

Der Selbstmord der EU durch Wirklichkeitsverleugung

vom Saker

The EU’s “suicide by reality denial”

Was geschehen musste, ist geschehen. Die EU, die Kette aus schwachen Gliedern, die sie ist, gab letztlich nach, und die Holländer waren die ersten, die gegen die Assoziierung mit der Ukraine stimmten. Natürlich können die Eurobürokraten jetzt irgendeinen Grund finden, die Abstimmung für ungültig zu erklären, sie können erklären, dass irgendein Gesetz verletzt wurde, sie könnten sogar einige kleinere Änderungen an der Assoziierungsvertrag aushandeln, oder sie könnten entscheiden, dass sie diese Abstimmung schlicht ignorieren. Aber nichts davon wird irgend etwas ändern: die Wahrheit ist nicht zu leugnen, dass die Ukrainer in der EU nicht willkommen sind, nicht als Assoziierte, und noch weniger als Mitglieder. Also keine EU, keine NATO, keine „europäische Zukunft“ für die Ukraine. Der ganze Heißluftballon, der die naiven und hässlichen Hoffnungen der Euromaidaner genährt hat, ist geborsten, und das euro-ukrainische Projekt ist abgestürzt und ausgebrannt wie die Hindenburg.

Dieses Unglück musste nicht geschehen, es war gänzlich menschengemacht. In einer vernünftigeren Welt hätten die EU, Russland und die Ukraine einen Handel aus drei Parteien verhandeln können, der der Ukraine die Rolle gegeben hätte, die ihr Geografie und Geschichte vorgezeichnet haben: eine Brücke zwischen Russland und der EU zu sein. Aber die EU hat diese Möglichkeit kategorisch abgelehnt, mehrere Male, und schlicht erklärt, „die Ukraine ist ein souveräner Staat, und Russland hat in ukrainischen Angelegenheiten nicht mitzureden“. Dieses Nullsummenspiel wurde Russland gegen seinen Willen aufgezwungen, aber jetzt ist es die EU, die alles verloren hat, selbst, wenn das auch für Russland keineswegs ein Sieg ist. Es ist traurige Realität, dass alle verloren haben. Jetzt muss die EU die völlige Niederlage ihrer Ukraine-Politik akzeptieren, Russland blickt jetzt alleine auf einen sterbenden Staat gleich hinter seiner Grenze, während die Ukraine schlicht in Stücke fällt und schmerzvoll dahinscheidet. Werden die Eurobürokraten dieses Ergebnis akzeptieren? Der Selbstmord der EU durch Wirklichkeitsverleugung weiterlesen

Dies und Das – Grenzregionen, Krieg und Wahrheit

Da von vielen und vielerorts ein Krieg erwartet wird und auch die Frage nach der Rolle der usa, insbesondere im Hinblick auf irrowahns vermutete Pläne aufkommt, aber auch und vor allem, weil auch in dieser Situation Scheinfronten vorhanden sind, während die wirkliche und entscheidende im Dunklen bleibt, habe ich mich entschlossen, das aufzugreifen. Beginnen werde ich diesen Ausflug mit einem Blick auf das – mehr vermeintlich als tatsächlich –  relevante Schlachtfeld.

türkisistan braucht die Hilfe der usa tatsächlich. Denn ein Kriegseinsatz in Syrien würde sehr schnell zu einem Mehrfrontenkrieg. Die kurden müssten dumm und feige zugleich sein, um diese Chance nicht zu nutzen. Und, wichtig, sie hätten mehrere Versorgungslinien, bis hinauf in den Norden.

Aber es geht nicht nur um diese hässliche praktische und absolut vitale Notwendigkeit. Es gibt mEn einen weiteren, viel entscheidenderen Faktor und zwar einen äusserst perfiden und schmutzigen. Es wird wohl niemanden erstaunen, dass wir dabei wieder einmal bei den zionisten landen:
Die ziocon/cia Fraktion in den usa hat nicht den nötigen militärischen Arm. Ergo soll deren Gegner, die “patrioten”, eben geschwächt und zugleich die türkisistanische Armee zum mil. Arm der ziocons werden. Dies und Das – Grenzregionen, Krieg und Wahrheit weiterlesen

Pressekonferenz der internationalen Syrien-Unterstützergruppe, Teil 2

Press Availability at the International Syria Support Group

Teil 1

Auch wenn angesichts der weiteren Verschärfung durch die Türkei die Versuchung groß war, erst einen Text zu bringen, der sich damit befasst – ich denke, es macht Sinn, zuerst diese Übersetzung abzuschliessen. Im Grunde wiederholen sich immer die gleichen Motive, und man kann die aufeinanderfolgenden Statements von Kerry und Lawrow lesen wie ein Drama.

Mr. Kirby:  Wir werden heute Abend drei Fragen annehmen. Die erste von David Sanger, New York Times.

Frage: Vielen Dank. Vielen Dank. Erst eine Frage der Definition. Wenn jemand von ihnen uns ein wenig mehr sagen könnte, wie sich eine Waffenruhe von der Einstellung der Feindseligkeiten unterscheidet, denke ich, das würden wir schätzen.

Herr Minister, die russischen Luftangriffe in den letzten Wochen haben, wie Sie erwähnt haben, Präsident Assad und seine Verbündeten gestärkt. Sie haben ihnen das erste Mal in vier Jahren regelrecht die Kontrolle über Aleppo gegeben. Also wenn diese Einstellung der Feindseligkeiten und letztlich eine Waffenruhe funktionieren, frieren Sie damit nicht im Grunde eine Lage ein, die Herrn Assad tatsächlich ein gutes Stück des syrischen Staates gibt, Jahre nachdem Präsident Obama sagte, er müsse seinen Posten verlassen?

Und Herr Lawrow, könnten Sie auf die humanitären Organisationen eingehen, die alle sagen, dass Ihre Luftangriffe jeden Tag Zivilisten töten, und Ihre eigene Regierung sagt, dass sie es nicht tun? Lügen die humanitären Organisationen hier?

Minister Kerry: Also eine Waffenruhe hat sehr viele rechtliche Voraussetzungen und Anforderungen. Eine Einstellung der Feindseligkeiten hat das nicht – das wird nicht vorausgesetzt, aber auf viele Weisen haben sie eine ähnliche Wirkung. Eine Waffenruhe stellt im Denken vieler Beteiligter zu diesem besonderen Moment etwas viel permanenteres dar, und etwas, das weit mehr an ein Ende des Konflikts gemahnt, wenn sie das so willen. Und darum handelt es sich sicher nicht. Das ist eine Pause, die davon abhängt, dass der Prozess vorangeht, und daher ist Einstellung der Feindseligkeiten der weit angemessenere, passendere Begriff. Aber was die Wirkung eines Endes der feindseligen Handlungen, die Wirkung, offensive Handlungen zu beenden und nur defensive Handlungen zu erlauben, die der Selbstverteidigung dienen, in dieser Hinsicht sind sie gleich. Pressekonferenz der internationalen Syrien-Unterstützergruppe, Teil 2 weiterlesen

Pressekonferenz der internationalen Syrien-Unterstützergruppe/ 1. Teil

Press Availability at the International Syria Support Group

Das ist die deutsche Übersetzung des offiziellen Texts der Pressekonferenz von der Seite des US State Departments. Es macht Sinn, die Aussagen auf die Nuancen hin zu lesen.

Nachdem die diplomatische Auseinandersetzung monatelang um die Frage ging, welche Gruppen nun „moderat“ und welche terroristisch seien, und die Forderung der russischen Seite, doch zumindest genaue Informationen vorzulegen, wird eine Umsetzung der Waffenruhe genau das erfordern. Genauso wie eine Umsetzung der Vereinbarungen über humanitäre Lieferungen voraussetzt, dass auch die Orte, die unter der Kontrolle der „Opposition“ stehen, beliefert werden können.

In der Praxis wird diese „Waffenruhe“ vermutlich darauf hinauslaufen, dass die SAA weiterhin auf jene Oppositionsgruppen, die ohnehin bereits mit ihr und der russischen Luftwaffe zusammenarbeiten, nicht schießt (also schlicht den Status Quo beibehält), auf die unzähligen Gruppen an türkischer, saudischer und amerikanischer Leine aber eben doch. Die konkreten Auswirkungen dürften sich also in sehr engen Grenzen halten. Auf diplomatischem Parkett wird das Ringen um die Zuordnung weitergehen, mit den bereits vertrauten medialen Tricks des Westens.

Ein Anzeichen dafür war bereits heute in den Meldungen zu lesen, eine (wie immer unbekannte) russische Oppositionsgruppe habe Belege dafür, dass russische Bodentruppen in Syrien im Einsatz wären. Das ist sozusagen das vorweggenommene Deckungsmanöver, wenn von „westlicher“ Seite, Erdogan eingeschlossen, diese Grenze überschritten wird.

Aber lest selbst.

John Kerry: Nun, guten Abend ihnen allen. Lassen sie mich mit einem Dank an Außenminister Steinmeier und das deutsche Volk für die Gastfreundschaft beginnen, die diesem wichtigen Treffen der internationalen Syrien-Unterstützergruppe am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz gewährt wurde, und wir sind unserem Kollegen Frank Walter sehr dankbar für seine Hilfe und Unterstützung bei diesem Prozess und seine Teilnahme als Mitglied der ISSG.

Ich möchte auch allen Mitgliedsländern danken, die die Bedeutung unseres Treffens hier und heute verstanden haben. Außenminister Wang Yi ist den ganzen Weg von China hierher geflogen. Wir hatten eine starke Präsenz aller Minister, weil alle die Bedeutung dieses besonderen Augenblicks im Hinblick auf Syrien verstanden haben.

Im letzten Herbst traf sich die Syrien-Unterstützergruppe aus einem gemeinsamen Gefühl der Verantwortung für den Alptraum heraus, den das syrische Volk schon allzu lange erleiden muss. Und im Dezember haben wir uns auf eine Reihe von Verpflichtungen geeinigt, die einstimmig vom UN-Sicherheitsrat verabschiedet wurden und darauf abzielen, den Krieg zu beenden. Offensichtlich war das schwierig. Jeder versteht das. Die Bemühungen in der UN führten zu den besonderen von der UN getragenen Verhandlungen zwischen den syrischen Parteien, die unter Leitung des UN-Botschafters Staffan de Mistura und der UN selbst begannen. Und jeder weiß, dass , während sich die Lage vor Ort in Syrien beständig verschlechterte, die Gespräche selbst behindert wurden durch das Niveau der Gewalt und die Sorgen, die Leute hatten, unter solch schwierigen Umständen zu verhandeln. Pressekonferenz der internationalen Syrien-Unterstützergruppe/ 1. Teil weiterlesen

Dies und Das – Schläfer. Gastbeitrag

Autor: Thomas

Im folgenden ein (von mir, RP, nur geringfügig überarbeiteter) Beitrag unseres Teilnehmers Thomas zu IS-Kämpfern als Schläfer, unter anderem in Europa und ganz speziell in Deutschland.

Es ist gar nicht so einfach, die Kämpfer in Sicherheit zu bringen.

Den USA fehlt eine Armee von echten Kämpfern, die bereit ist, sich für die Wünsche der USA bei Bedarf auch töten zu lassen. Bei einer Unmenge von Waffen und Ausrüstung fehlt es an aufopferungsbereiten Händen. Diese Rolle haben in den letzten Jahren zunehmend Terroristen übernommen. Damit haben die USA von Indochina über den Nahen Osten, über Afrika bis Südamerika Kämpfer zur Verfügung, die willig sind, die wenig kosten und die sie ständig in ihrem Interesse einsetzen können. Diese Truppe ist ihnen wichtig. Sie unternehmen viel für ihren Erhalt. Gerade jetzt sieht es so aus, als würden sie zwei Hauptziele verfolgen:
1. Die Kämpfer müssen vor den russischen Bomben und Raketen in Sicherheit gebracht werden;
2. Gleichzeitig werden die Kämpfer als zukünftiges Konfliktpotential in der Auseinandersetzung mit Russland in Stellung gebracht.
Im Folgenden der Versuch, ihre „Fürsorge“ zu beschreiben.
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Es ging darum, den Aufstieg des Iran zu verhindern…

Dieser Vortrag von Jörg Kronauer, den er dieses Frühjahr beim Festival der Jugend gehalten hat, gibt einen sehr guten Überblick über die Interessen, die hinter der Entstehung von Daesh/ISIS stehen. Auch wenn die ersten zehn Minuten in der Aufnahme fehlen und leider auch die Bilder, mit denen Kronauer seinen Vortrag illustrierte – es lohnt sich, ihn anzuhören. Man kann auch unschwer erkennen, wie weit sich die Lage seit seinem Vortrag durch das russische Eingreifen geändert hat.

Kronauer ist einer der kenntnisreichsten linken Analytiker und nur wärmstens ans Herz zu legen.

Weil eigenartigerweise trotz richtigem Einbettungscode gelegentlich ein völlig anderes Video angezeigt wird, hier der Link zu Youtube: Der Nahe Osten und der Islamische Staat

Die nächste Lunte

Es scheint, als würden die USA momentan an allem zündeln, was ihnen brennbar erscheint.

Vor kurzem kam die Meldung, ein Zerstörer der US-Marine, die USS Lassen, hätte jetzt die Genehmigung des Präsidenten, die von China ausgebauten Spratly-Inseln in einer Entfernung von weniger als 12 Seemeilen anzusteuern. Die USA nennen das einen “Einsatz Freiheit der Navigation”. Damit die Lage wirklich spannend wird, wurde schon am Wochenende von einem Mitarbeiter des Singapurer Instituts für Südostasienstudien erklärt, das könne kein Einzelfall bleiben. “Die US-Navy wird diese Art Patroillen regelmäßig wiederholen müssen, um die Botschaft zu verstärken”.

Die Reaktionen aus China schon auf die Ankündigungen solcher Versuche waren für chinesische Verhältnisse außergewöhnlich deutlich – ein Eindringen US-amerikanischer Kriegsschiffe in die 12-Meilen-Zone um die Inseln werde als kriegerischer Akt behandelt.

Die mildere Form dieser Ankündigung zitiert sogar die ZEIT. Dort heißt es, der chinesische Botschafter in Washington habe gesagt, die USA seien aufgerufen, von provokativen Äußerungen und Aktionen Abstand zu nehmen.

Die bisher dazu erschienenen deutschen Berichte übergehen die Tatsache, dass das US-Kriegsschiff näher als 12 Meilen an die künstlichen Inseln heranfahren soll, und argumentieren, als ginge es um die Freiheit der Seefahrt. Allerdings geht es nicht um die Freiheit der Handelsschifffahrt; allerhöchstens um die Freiheit der USA, ihre Marine überall hinzuschicken, wo sie sie gerne hätten.

Und natürlich geht es auch darum, auszutesten, ob China tatsächlich eine Auseinandersetzung mit den USA eingehen würde, wenn es provoziert wird.

Die USS Lassen wird im Verlauf des Dienstags bei den Inseln eintreffen. Wenn sie nicht doch mit einem Abstand von 12 Meilen umfahren werden, bleibt nur zu hoffen, dass die chinesische Volksbefreiungsarmee nettes elektronisches Spielzeug besitzt und das US-Schiff außer Gefecht setzen kann, ohne es unter Beschuss nehmen zu müssen. Von allen denkbaren Varianten wäre jedoch die eines chinesischen Stillhaltens die mit den schlimmsten Konsequenzen.