Kategorie-Archiv: Ukraine

Das Ergebnis von 25 Jahren unabhängiger Ukraine (I)

Interview von Boris Kostenko mit Rostislaw Ischtschenko

Rostislav Ishchenko: The outcome of 25 years of the Ukrainian independence (MUST SEE!!)

Das folgende Interview ist im Original eine Fernsehsendung von einer Stunde Dauer. Auf dem englischen Saker steht es als untertiteltes Video wie auch als Transkript. Ob ich zusätzlich zur Übersetzung des Transkripts auch noch die Untertitel für das Video mache, weiß ich noch nicht. Es war mir erst einmal wichtig, dieses Interview schnell auf Deutsch verfügbar zu machen. Teil II folgt am Donnerstag. D.H.

Boris Kostenko, Moderator (BK): Guten Tag, liebe Zuschauer. Hier ist unsere traditionelle Serie „Die ukrainischen Fragen“. Sie wurde Tradition nach dem Putsch in der Ukraine. Jetzt begehen wir (man kann schwerlich sage, feiern) den 25. Jahrestag der ukrainischen Unabhängigkeit. Nicht nur den Zerfall der Sowjetunion, sondern auch die unabhängige Ukraine. Im August 2016 drängte sich die Geopolitik wieder herein, also nennen wir diese Folge „Wieder Geopolitik – Ukraine“. Wir senden live, also können sie anrufen und wir werden Ihre Fragen mit unserem Gast, dem Politikwissenschaftler Rostislaw Ischtschenko, beantworten.

Wie ich bereits sagte, Militärparade in Kiew, in Anwesenheit einiger Gäste, ein formelles Datum. Viele Leute versuchen, die Ergebnisse zu bewerten… Es ist eine Sache, die Ukraine zu beobachten, und eine andere, als das ukrainische Thema so wichtig wurde, angefangen mit dem Maidan, die letzten zweieinhalb Jahre lang beobachten wir die heiße, oder akute, oder kritische Phase, oder den Sonnenuntergang der Ukraine. Schwer zu sagen, wie man es nennen soll, aber das scheint unvermeidlich.

Rostislaw Ischtschenko (RI): Ich denke, obwohl aus meiner Sicht das Problem der Dringlichkeit der ukrainischen Krise nicht so sehr in der scharfen Verschlechterung der ukrainisch-russischen Beziehungen liegt, nicht einmal in der Tatsache, dass im Grunde eine terroristische Regierung in der Ukraine an die Macht kam. Wir hatten stets allerlei Nachbarn, und Polen, beispielsweise, war den größten Teil seiner Geschichte Russland gegenüber unfreundlich. Es gab Perioden der Freundschaft, aber die waren relativ kurz. Die meiste Zeit war der polnische Staat entweder offen feindselig oder unfreundlich Russland gegenüber. Dennoch reden wir nicht von einer permanenten polnischen Krise, noch diskutieren wir polnische Themen. Der Grund dafür ist, ob gut oder schlecht, freundlich oder nicht, der polnische Staat ist stabil, also können wir mit ihm stabile berechenbare Beziehungen aufbauen. Wir können sie auf einem festen Fundament errichten, entweder auf wechselseitigem Vorteil, oder auf Versuchen, Punkte der Übereinstimmung zu finden. Das Ergebnis von 25 Jahren unabhängiger Ukraine (I) weiterlesen

Wird die Ukraine zerbrochen?

vom Saker

The case for the breakup of the Ukraine

So, wie die Konzernmedien nicht berichten, dass sich die USA und Russland auf einem Kollisionskurs befinden, der in einem Atomkrieg enden kann, berichten sie auch nicht, dass die Ukraine in Stücke fällt. Das heisst jedoch nicht, dass dies nicht geschieht. Tatsächlich tut es das schon seit einiger Zeit, aber da der Kollaps durch den Mangel an militärischem Handeln und durch die politische Unterstützung des Empire etwas abgepolstert wird, scheint er keine Katastrophe zu sein (in dem Sinne, dass ein plötzlicher dramatischer Wechsel ausgelöst wird). Aber die Zeichen sind überall, angefangen von dem völlig bizarren Angriff von Ukronazi-Saboteuren auf die Krim (woran, außer der Gruppe, die festgenommen wurde, mindestens zwei weitere Gruppen beteiligt waren, die gewaltsame Aufklärung als Diversion im Nordosten der Halbinsel durchführten) bis zu den beinahe täglichen Berichten über einen „unmittelbar bevorstehenden“, aber anscheinend nie beginnenden Ukronazi-Angriff auf den Donbass. An der politischen Front wird der ukrainischen Jeanne d’Arc, Nadeschda Sawtschenko, jetzt vorgeworfen, eine Agentin Putins zu sein weil sie für Verhandlungen mit der DNR/LNR eintritt, während das Regime in Kiew versucht, seine Bedeutung für die NATO-Falken zu erhalten, indem es anbietet, sie zu lehren, „wie man gegen die Russen kämpft“. In Wirklichkeit ist natürlich die finanzielle Unterstützung aus dem Empire für die Ukraine inzwischen fast völlig versiegt, unter anderem Dank der Erkenntnis, dass die Ukies alles Geld, das sie bekommen können, stehlen, und dass niemand mehr die Ente kauft „die Russen kommen“. Offen gesagt, das Ukronazi-Projekt hat seine Nützlichkeit überlebt und niemand gibt einen Pfifferling darauf, was mit dem ukrainischen Volk passieren wird.

Und das ist ein riesiger Fehler.

Somalia in der EU

Man kann unmöglich schätzen, wie viele Menschen heute in der Ukraine leben, aber die meisten Experten glauben, die Zahl läge irgendwo zwischen 35 und 40 Millionen. Die überwiegende Mehrheit von ihnen muss kämpfen, um zu überleben, und ihre Zukunft sieht sehr, sehr düster aus. Erinnert ihr euch an Dmitri Orlows fünf Stadien des Zusammenbruchs? Es sind: Wird die Ukraine zerbrochen? weiterlesen

..keine legitime Macht besteht…

Письмо С.Ю.Глазьева именующему себя Генеральным прокурором Украины Ю.Луценко

Vor kurzem hat die ukrainische Junta wieder einmal den dicken Maxe gegeben und alle möglichen Menschen, über die sie weder Macht noch Jurisdiktion besitzt, zu Vernehmungen einbestellt.

Einer der Betroffenen, Sergej Glasjew, hat darauf jetzt mit einem offenen Brief geantwortet, der so hübsch und sauber durchargumentiert ist, dass wir ihn euch nicht vorenthalten wollen (danke an Alexej fürs Korrekturlesen):

26. August 2016

An den sich als Generalstaatsanwalt der Ukraine bezeichnenden Bürger Luzenko J.W.

Kopie: An der obersten Ermittler des GPU K. Rudik

Lieber Juri Vitaljevich!

In Erwiderung auf Ihre Mitteilung des Verdachts, ich hätte mich der Begehung besonders schwerer Verbrechen gegen die nationale Sicherheit der Ukraine schuldig gemacht , fühle ich mich verpflichtet, Sie zu informieren, dass am 21. Februar 2014 in der Ukraine ein Putsch und eine gewaltsame Machtergreifung stattgefunden hat, die gemäß der Verfassung der Ukraine als “Usurpation der Macht durch eines der Staatsorgane” zu qualifizieren ist, in diesem Fall – durch die Werchowna Rada.

Der Verfassungsgerichtshof der Ukraine entschied am 5.Oktober 2005 in seiner Entscheidung 6rp/woo5, dass “Usurpation der staatlichen Macht die verfassungswidrige oder illegale Anmaßung von Befugnissen staatliche Organe ist”. Weil es in der Ukraine genau eine solche illegale Anmaßung der staatlichen Macht durch die Werchowna Rada gab, sind alle Gesetze und Regelungen, die nach dem 21.Februar von ihr beschlossen wurden, einschließlich der Ernennung eines provisorischen Präsidenten, Premierministers, von Regierungsmitgliedern, des Generalstaatsanwalts, die Festlegung und Durchführung von Präsidentschaftswahlen in der Ukraine am 25. Mai 2014, die Wahl der Abgeordneten zur Werchowna Rada am 26. Oktober 2014 wie auch der Beschluss, eine Anti-Terror-Operation durchzuführen, illegal, verfassungswidrig und kriminell.
Aus den Normen des ukrainischen Verfassungsrechts folgt, dass nach dem 21. Februar 2014 in der Ukraine keine legitime Macht besteht: die staatlichen Organe werden von widerrechtlich ernannten Amtsträgern widerrechtlich geleitet. ..keine legitime Macht besteht… weiterlesen

Die militärischen Optionen Russlands in Syrien und der Ukraine

vom Saker

Russian military options in Syria and the Ukraine

In den letzten zwei Wochen gab es reichlich militärische Entwicklungen, die Russland direkt betreffen:

Syrien:

  1. Russland hat angekündigt, es würde den Flughafen Khmeimin in einen ausgewachsenen Militärstützpunkt mit einer dauerhaft stationierten Eingreiftruppe umwandeln.
  2.  Russland wird seinen schweren flugzeugtragenden Raketenkreuzer Admiral Kusnezow (den der Westen oft „Flugzeugträger“ nennt) ins östliche Mittelmeer verlegen, um die Kampffähigkeiten des Schiffes und seiner Begleitflottille zu testen und zum allerersten Mal die hochmodernen Ka-52K Katran-Hubschrauber einzusetzen.

Ukraine:

  1.  Nach dem Scheitern der Ukronazis beim Versuch, mit Saboteuren auf die Halbinsel Krim einzudringen, was Präsident Putin „dumm und kriminell“ nannte, hat Poroschenko jetzt eine Verstärkung seiner Truppen an der Grenze zur Krim und in der Ostukraine befohlen und sein Militär in höchste Alarmbereitschaft versetzt.
  2.  Die Machthaber in Kiew haben beschlossen, die Akkreditierung des neuen russischen Botschafters in der Ukraine zu verweigern.
  3. Präsident Putin hat erklärt, dass in diesem Zusammenhang Verhandlungen mit Kiew „sinnlos“ sind.

Auch wenn sie nicht direkt miteinander verbunden sind, deuten all diese neuen Themen auf eine mögliche militärische Eskalation, die dazu führen könnte, dass Russland sein Militär in Kampfhandlungen in Syrien, auf der Krim und in Noworossija einsetzen muss. Daher macht es in diesem Moment Sinn, die russischen Optionen an all diesen Kriegsschauplätzen zu überblicken. Die militärischen Optionen Russlands in Syrien und der Ukraine weiterlesen

Interview mit Kotsaba und mehr…

Heute gibt es wieder einmal eine Reihe von Videos.

Zuerst möchte ich Euch ein Interview bieten, dass Anatolij Sharij mit Ruslan Kotsaba geführt hat.

Ihr erinnert Euch, Ruslan Kotsaba war Anfang letzten Jahres wegen eines Youtube-Videos verhaftet worden, in dem er sich gegen die Mobilisierung aussprach. Damals hatte der Hörfunk-Korrespondent der ARD in Moskau, Bernd Großheim, in einem besonders widerlichen Kommentar dazu jede einzelne Beschuldigung der ukrainischen Justiz übernommen. Kotsaba wurde anfangs Agententätigkeit und Unterstützung des Terrorismus vorgeworfen; Anklagepunkte, für die ihm bis zu fünfzehn Jahren Haft drohten.

Während seines Prozesses hatten wir mehrmals über das Verfahren berichtet und, als seine Anwältin berichtete, er drohe, an der Haft zu verzweifeln, aufgerufen, ihm Postkarten ins Gefängnis zu schicken. Auch ein Video von einer Veranstaltung in Leipzig mit seiner Frau fand sich hier. Ein klein wenig könnte also auch unser Interesse an seinem Fall dazu beigetragen haben, dass er wieder frei ist. Nachdem unter anderem die DFG/VK in Deutschland sich seiner Geschichte angenommen hatte und sogar Amnesty International ihn, ganz gegen ihr sonstiges Verhalten zur Ukraine, als ‘Gefangenen des Gewissens’ geführt hatte, wurde eine Verurteilung politisch zu teuer.

Aber hier nun die beiden Teile des Interviews:

Hier noch einmal das Video, das zu seiner Verhaftung führte:

In den Augen des ARD-Korrespondenten war dieses Video gefährlich genug, um eine Verhaftung zu rechtfertigen, und weder die Höhe der angedrohten Strafe noch der Vorwurf der Agententätigkeit schien ihm kritikwürdig. Und er war sich nicht zu schade, seinen Text mit der – einem ukrainischen Sprecher in den Mund gelegten – Aussage zu garnieren “Allerdings, wenn wir die Gesamtsituation betrachten, ist die Pressefreiheit in der Ukraine auf dem hohen Niveau, eindeutig viel weiter als in Russland.” Zu hoffen, dass Herr Grossheim sich jetzt für seinen Schmähkommentar entschuldigt, ist allerdings vermutlich zu viel erwartet. Auch wenn für ihn die Entschuldigung, die Kotsaba selbst für seine ukrainischen Kollegen findet – sie hätten schlicht zu viel Angst, um die Wahrheit zu sagen – mit Sicherheit nicht zutrifft. Grossheim musste keine Verhaftung durch die SBU fürchten, hätte er sich anständig verhalten. Er benahm sich aus Überzeugung so, wie er sich benommen hat.

In meiner Sammlung der widerlichesten Propagandastücke war Großheims Kommentar übrigens bis vor wenigen Tagen der unangefochtene Spitzenreiter. Bis jüngst der SPIEGEL sein Herz für die Kopfabschneider in Aleppo entdeckte und erklärte, jetzt müsse ISIS die Menschen retten. Mal sehen, ob der SPIEGEL den nächsten Anschlag in der Bundesrepublik dann auch unter “Rettung” verbucht. Sind ja schließlich unsere Freunde, oder?

Dann noch ein unerfreuliches Video. Heute gab es einen Anschlag auf den Präsidenten der LNR. Die OSZE hat inzwischen festgestellt, dass es sich um einen an einer Laterne angebrachten Sprengsatz handelte. Zum Glück haben alle Insassen des Fahrzeugs überlebt. Der Anschlag verstärkt aber die Befürchtung, ein ukrainischer Angriff stünde bevor, die in den letzten Wochen bereits mehrmals geäußert wurden. Von ukrainischer Seite wurde offen geäußert, man wolle versuchen, die Volksrepubliken zu ‘enthaupten’, ehe man zum Angriff überginge.

Plotnizkij ist nach Angaben aus Lugansk (danke an die Alternative Presseschau) schwer verletzt, aber außer Lebensgefahr. Wir wünschen gute Genesung!

Nun, nach einem solch finsteren Moment muss man auch ein wenig lachen. Kehren wir in der Welt der Journalisten zurück und betrachten eine Begegnung zwischen einem juntatreuen ukrainischen Exemplar und einem der französischen Abgeordneten, die jüngst die Krim besucht haben. Ein eindeutiges 1:0 für Frankreich…

Ein weinendes und ein lachendes Auge

Am 13.Juli hätte der ermordete ukrainische Journalist Oles Busina Gbeurtstag gehabt; Anatolij Scharij hat aus diesem Anlass ein Interview mit seiner Mutter geführt, das wir, dank der Übersetzung durch Olga Malzew, mit deutschen Untertiteln zeigen können:

Zur Erinnerung – Oles Busina (hier sein letztes Interview) wurde in Kiew auf offener Straße erschossen, nachdem sein Name auf der berüchtigten Liste ‘Friedensstifter’ aufgetaucht war. Seine Ermordung hätte ein weiteres Warnsignal zum Zustand der Pressefreiheit in der Ukraine sein müssen. Die deutsche Presse reagierte gewohnt absurd und weigerte sich, dem Vorfall irgendeine größere Bedeutung beizumessen; die Kennzeichnung als ‘prorussisch’ genügte meist schon… Also sollten zumindest wir die Opfer dieser mit deutscher Hilfe installierten Macht im Gedächtnis behalten.

Aber es gibt auch erfreuliche Nachrichten (daher das lachende Auge) – heute wurde vor dem Berufungsgericht der Journalist Ruslan Kotsaba freigesprochen. Auch er wurde von den deutschen Medien eher diffamiert als unterstützt. Ende letzten Jahres, als er schon fast ein Jahr in Haft sass, hatten wir darum gebeten, ihm Postkarten ins Gefängnis zu schicken. Jetzt ist er frei, und im Internet findet sich ein Foto, wie er sein erstes Bier nach der Haft geniesst:

kotsaba bier

Vielleicht können wir in den nächsten Tagen noch mehr über das Verfahren berichten. Auf jeden Fall wünschen wir ihm das Beste!

Videos mit Beilage

Heute will ich mal wieder eine Reihe von unterschiedlichen Videos einstellen, mit etwas Text drumrum.

Zum Einstieg ein kurzes Video vom letzten Samstag bei den Protesten in Ramstein; ein Interview mit Klaus Hartmann, dem Vorsitzenden des Freidenker-Verbands:

Ehe ich dem noch den letzten Aufruf der Freidenker folgen lasse, noch ein weiteres kurzes Video, das auf Russia Insider mit englischen Untertiteln erschien, und das ich gleich gegriffen habe, um es einzudeutschen. Es ist wieder einmal ein kurzer Ausschnitt aus einer russischen Fernsehsendung, “Moment der Wahrheit”. Diese Sendung hatte schon mehrmals Berichte zur Ukraine gebracht, unter anderem zu Mariupol. In diesem Video geht es um einen bisher unbekannten Aspekt, der aber sehr sichtbar macht, wie aggressiv und brandgefährlich das Verhalten der NATO ist – es geht um US-Drohnen, die über der Krim abgefangen wurden. Und der Kommentator hat völlig recht – das Überfliegen mit Drohnen, denen nicht anzusehen ist, ob sie scharfe Waffen transportieren oder nicht, ist bereits eine kriegerische Handlung… und hier stellt sich natürlich die Frage, ob auch diese Drohnen aus Ramstein gesteuert werden. Videos mit Beilage weiterlesen

Paraden und mehr

Die “große” Parade dürftet ihr problemlos selber finden, auf RT oder woanders (die 360-Grad-Aufnahmen sind besonders hübsch); deshalb gibt es hier nur die “kleine” Parade aus Donezk zu sehen.

Wer will, kann sie mit der des vergangenen Jahres vergleichen und sehen, was sich verändert hat.

Hier ist Donezk heute:

Beim auf die Parade folgenden Zug des “Unsterblichen Regiments” wurde in Donezk nicht nur der Toten des zweiten Weltkriegs gedacht. Vergangenheit und Gegenwart haben sich auch hier wieder berührt.

In der Restukraine war es nicht ruhig. In Kharkow, Odessa, selbst in Kiew gingen Menschen auf die Straße, um an den Sieg über den Hitlerfaschismus zu erinnern. Trotz Angriffen durch Ukronazis, und mit Siegesfahnen, obwohl sie in der Ukraine verboten sind. Ein beeindruckendes Zeichen dafür, dass die Bandera-Ideologie das Land noch lange nicht völlig im Griff hat. Diese Aufnahmen stammen aus Saporoschje:

Und zuletzt noch ein längeres Video, das gewissermaßen Hintergrundinformationen zu den Paraden liefert. Die Gruppe von Antimaidan Deutsch hat in einem langen Video Lieder aus dem und über den zweiten Weltkrieg übersetzt und untertitelt; einige davon wird man wiedererkennen, wenn man die Musik zur “großen” wie zur “kleinen” Parade hört. Es lohnt sich, dieses Video einmal anzuschauen.

Wer danach noch mehr Bilder und Videos sehen will, hier sind die Paraden aus Sewastopol, Nowosibirsk und anderen russischen Städten und hier weitere Aufnahmen aus Donezk wie auch aus Lugansk und Altschewsk.

Zwei Jahre Schweigen

 

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Dieses Foto wurde damals, am 2. Mai 2014, vor dem Gewerkschaftshaus geschossen; der amerikanische Journalist George Eliason schrieb dazu: „Wenn es je ein Foto gab, das Nazi-Denken zusammenfasst, dann ist es dieses hier.“ Westeuropa verhält sich keinen Deut anders als die Frau auf dem Bild, die sich kokett das Haar zurückstreicht, während im Hintergrund ein Massaker beginnt.

Seit zwei Jahren Schweigen.

Ich will keine Bilder der Toten aus dem Gewerkschaftshaus bringen, ich will auch keine Videos verlinken, es dauert nur Minuten, um die Wahrheit über das Massaker von Odessa zu finden.

Letztes Jahr wurde in zwei, drei Artikeln in den bundesdeutschen Konzernmedien noch erwähnt, dass etwas geschehen ist, aber nach wie vor wurde nicht benannt, wer die Täter und wer die Opfer waren.

Dieses Jahr nur Schweigen.

Vergangene Nacht wurde im UN-Sicherheitsrat eine von Russland eingebrachte Resolution abgelehnt, die die Aufklärung des Massakers fordert.

Kein Ereignis der jüngeren Geschichte wäre einfacher aufzuklären. Stunden über Stunden Aufnahmen, dutzende der Täter bereits identifiziert. Nach wie vor sitzen die Opfer in Haft, laufen die Täter frei herum.

Nur Schweigen.

An diesem Tag ist mehr zerbrochen als nur die Ukraine. In den Kommentaren zum Livestream, über den die schrecklichen Bilder kamen, wie Menschen hinter dem Gewerkschaftshaus erschlagen wurden, wie die Faschisten durch das verbrannte Gebäude gingen, um die Taschen der Toten zu durchwühlen, in diesen Kommentaren, die ich mir Abschnitt für Abschnitt per Google übersetzte, stand immer wieder der eine Satz: Heute ist für mich die Ukraine gestorben.

Immer wieder findet sich in Interviews mit Kämpfern der Volksrepubliken: nach Odessa…

Wenige Tage nach dem Massaker flog Steynmeyer damals nach Kiew; er traf sich mit den Putschisten, selbst mit dem Gouverneur von Odessa, und tönte zuvor großspurig, er werde niemand treffen, der Blut an den Händen habe. Er besaß nicht den Anstand, Blumen für die Toten niederzulegen.

Der Brandbeschleuniger war wohl nicht zu riechen.

Heute hält die Konzernpresse es nicht einmal mehr für nötig, einen Ton zu verlieren. Die Ukraine hat gleich mehrere Journalisten, die unabhängig berichten, nicht einreisen lassen; darunter Ulrich Heyden, dessen Film „Lauffeuer“ wir hier bereits verlinkt hatten.

Selbst der vermittelte Schatten dieses Tages brachte noch ein Grauen mit sich, das unerträglich ist. Die johlende Menge vor dem brennenden Gebäude. Die Mädchen, die auf dem Boden kauern und Molotow-Cocktails abfüllen. Es gibt Unglücke. Das war etwas ganz anderes; ein Akt der Barbarei, der bereitwillig von dutzenden, hunderten Menschen verübt wurde. Bejubelt wurde. Gefilmt und gesendet wurde,

Im Innern des Gebäudes, das zeigen einige der Videos, war ein professionelles Kamerateam unterwegs. Es stand daneben, als Türen aufgebrochen wurden. Dieser Film ist bis heute nicht aufgetaucht.

10330417_562217537229319_3326729326807878711_n_0Es gibt Momente, die die Grenzen des Menschlichen auf eine so schreckliche Art überschreiten, dass man meint, der Erdball selbst müsste innehalten.

Zwei Jahre Schweigen.

Das Schweigen nach Odessa war es, das nach Kiew die Botschaft vermittelte, alles sei erlaubt. Dieses Schweigen hat unzählige Menschenleben gekostet. Ohne dieses Schweigen hätte es den Krieg im Donbass nicht gegeben. Sie alle, Atai, Eigendorfer, Bidden, all die anderen Täuscher und Verdreher, sind Komplizen dieses Verbrechens.

odessa 2.Mai 2016Heute wurde der Platz vor dem Gewerkschaftshaus abgesperrt; die Trauernden mussten ihre Blumen weit entfernt ablegen; die Junta scheint nach wie vor die Bilder zu fürchten.

Das Entsetzen ist zur Narbe geworden. Kein frischer Schmerz mehr, eher ein harter Brocken im Fleisch, der manchmal ganz unerwartet scheuert. Als junges Mädchen war ich in Kalavrita, Griechenland, und sah den Hügel, auf dem die Wehrmacht die Männer des Ortes erschossen hatte, und das Schulgebäude, in das Frauen und Kinder eingesperrt wurden, um es dann in Brand zu setzen; ich hörte die Geschichte von dem österreichischen Soldaten, der gegen den Befehl die Tür öffnete und für seine menschliche Tat erschossen wurde. Weniges hat mich so beeindruckt wie dieser Besuch in Kalavrita. Aber das war Geschichte. Kein Ereignis, das geschieht, während ich zusehe.

Ein Ereignis, das von diesem Schweigen verschlungen wurde. Ich hätte nie gedacht, dass ein Schweigen so groß sein kann, so Ungeheuerliches in unserer Nähe zu verschlucken. Es wuchs und wurde groß genug, einen ganzen Krieg zu verschlingen, den Grad-Beschuss, die Phosphorbomben, tausende von Toten.

Es gibt Menschen in diesem Land, die es wagen, sich Antifaschisten zu nennen, und mit den Hinterleuten des Massakers schmusen, und es gibt immer noch viel zu wenige, die ihnen dafür ins Gesicht spucken. Sie gehen durch die Straßen wie anständige Menschen.

Immer noch wächst dieses Schweigen. Erst an dem Tag, an dem es gebrochen wird, werden wir wahrnehmen können, was es alles bereits verschlungen hat.

Was ermöglicht dieses Schweigen? Mal abseits der Frage, wer die Macht über die Medien hat, man kann die Bilder jenes Tages nicht sehen, ohne zu begreifen, womit man es zu tun hat; diese kranke Mischung aus Tod und Jubel ist etwas unverkennbar faschistisches; wie kann man das ohne Entsetzen sehen, wenn man nicht selbst diese Überzeugung teilt? Selbst bereit wäre, mitzujubeln? Es ist nicht möglich.

Eines Tages wird das Schweigen brechen. Was immer noch brechen muss, damit das geschieht, wird brechen.

r odessa

Ukraine-Zerfall: Europäer sind die US-Interventionen leid

Ron Paul

As Ukraine Collapses, Europeans Tire Of US Interventions, übersetzt von James B.

Am Sonntag trat der ukrainische Premierminister Arseni Jatzenjuk zurück, nur vier Tage nach dem holländischen Volksentscheid gegen das Assoziierungsabkommen mit der EU. Zusammengenommen ist dies ein deutliches Signal, daß der US-gestützte Coup in der Ukraine diesem Land weder Freiheit noch Demokratie brachte. Zudem wird eine tiefere Unzufriedenheit unter den Europäern mit Washingtons Interventionssucht suggeriert.

US- und EU-Regierungen zufolge – und blind von den Mainstream-Medien wiederholt – standen die Ukrainer 2014 von sich aus auf, um die Ketten einer korrupten Regierung abzuschütteln, die in der Gesäßtasche Moskaus saß, und um sich endlich ins pro-westliche Lager zu begeben. Diesen Leuten zufolge hatte kein amtliches US-Personal auch nur irgend etwas mit dem Putsch zu tun, als es in Kiew Plätzchen verteilte und sogar auf die Bühne trat und das Volk dazu aufhetzte, seine Regierung zu stürzen. Ukraine-Zerfall: Europäer sind die US-Interventionen leid weiterlesen