Kategorie-Archiv: Ukraine

Videos mit Beilage

Heute will ich mal wieder eine Reihe von unterschiedlichen Videos einstellen, mit etwas Text drumrum.

Zum Einstieg ein kurzes Video vom letzten Samstag bei den Protesten in Ramstein; ein Interview mit Klaus Hartmann, dem Vorsitzenden des Freidenker-Verbands:

Ehe ich dem noch den letzten Aufruf der Freidenker folgen lasse, noch ein weiteres kurzes Video, das auf Russia Insider mit englischen Untertiteln erschien, und das ich gleich gegriffen habe, um es einzudeutschen. Es ist wieder einmal ein kurzer Ausschnitt aus einer russischen Fernsehsendung, “Moment der Wahrheit”. Diese Sendung hatte schon mehrmals Berichte zur Ukraine gebracht, unter anderem zu Mariupol. In diesem Video geht es um einen bisher unbekannten Aspekt, der aber sehr sichtbar macht, wie aggressiv und brandgefährlich das Verhalten der NATO ist – es geht um US-Drohnen, die über der Krim abgefangen wurden. Und der Kommentator hat völlig recht – das Überfliegen mit Drohnen, denen nicht anzusehen ist, ob sie scharfe Waffen transportieren oder nicht, ist bereits eine kriegerische Handlung… und hier stellt sich natürlich die Frage, ob auch diese Drohnen aus Ramstein gesteuert werden. Videos mit Beilage weiterlesen

Paraden und mehr

Die “große” Parade dürftet ihr problemlos selber finden, auf RT oder woanders (die 360-Grad-Aufnahmen sind besonders hübsch); deshalb gibt es hier nur die “kleine” Parade aus Donezk zu sehen.

Wer will, kann sie mit der des vergangenen Jahres vergleichen und sehen, was sich verändert hat.

Hier ist Donezk heute:

Beim auf die Parade folgenden Zug des “Unsterblichen Regiments” wurde in Donezk nicht nur der Toten des zweiten Weltkriegs gedacht. Vergangenheit und Gegenwart haben sich auch hier wieder berührt.

In der Restukraine war es nicht ruhig. In Kharkow, Odessa, selbst in Kiew gingen Menschen auf die Straße, um an den Sieg über den Hitlerfaschismus zu erinnern. Trotz Angriffen durch Ukronazis, und mit Siegesfahnen, obwohl sie in der Ukraine verboten sind. Ein beeindruckendes Zeichen dafür, dass die Bandera-Ideologie das Land noch lange nicht völlig im Griff hat. Diese Aufnahmen stammen aus Saporoschje:

Und zuletzt noch ein längeres Video, das gewissermaßen Hintergrundinformationen zu den Paraden liefert. Die Gruppe von Antimaidan Deutsch hat in einem langen Video Lieder aus dem und über den zweiten Weltkrieg übersetzt und untertitelt; einige davon wird man wiedererkennen, wenn man die Musik zur “großen” wie zur “kleinen” Parade hört. Es lohnt sich, dieses Video einmal anzuschauen.

Wer danach noch mehr Bilder und Videos sehen will, hier sind die Paraden aus Sewastopol, Nowosibirsk und anderen russischen Städten und hier weitere Aufnahmen aus Donezk wie auch aus Lugansk und Altschewsk.

Zwei Jahre Schweigen

 

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Dieses Foto wurde damals, am 2. Mai 2014, vor dem Gewerkschaftshaus geschossen; der amerikanische Journalist George Eliason schrieb dazu: „Wenn es je ein Foto gab, das Nazi-Denken zusammenfasst, dann ist es dieses hier.“ Westeuropa verhält sich keinen Deut anders als die Frau auf dem Bild, die sich kokett das Haar zurückstreicht, während im Hintergrund ein Massaker beginnt.

Seit zwei Jahren Schweigen.

Ich will keine Bilder der Toten aus dem Gewerkschaftshaus bringen, ich will auch keine Videos verlinken, es dauert nur Minuten, um die Wahrheit über das Massaker von Odessa zu finden.

Letztes Jahr wurde in zwei, drei Artikeln in den bundesdeutschen Konzernmedien noch erwähnt, dass etwas geschehen ist, aber nach wie vor wurde nicht benannt, wer die Täter und wer die Opfer waren.

Dieses Jahr nur Schweigen.

Vergangene Nacht wurde im UN-Sicherheitsrat eine von Russland eingebrachte Resolution abgelehnt, die die Aufklärung des Massakers fordert.

Kein Ereignis der jüngeren Geschichte wäre einfacher aufzuklären. Stunden über Stunden Aufnahmen, dutzende der Täter bereits identifiziert. Nach wie vor sitzen die Opfer in Haft, laufen die Täter frei herum.

Nur Schweigen.

An diesem Tag ist mehr zerbrochen als nur die Ukraine. In den Kommentaren zum Livestream, über den die schrecklichen Bilder kamen, wie Menschen hinter dem Gewerkschaftshaus erschlagen wurden, wie die Faschisten durch das verbrannte Gebäude gingen, um die Taschen der Toten zu durchwühlen, in diesen Kommentaren, die ich mir Abschnitt für Abschnitt per Google übersetzte, stand immer wieder der eine Satz: Heute ist für mich die Ukraine gestorben.

Immer wieder findet sich in Interviews mit Kämpfern der Volksrepubliken: nach Odessa…

Wenige Tage nach dem Massaker flog Steynmeyer damals nach Kiew; er traf sich mit den Putschisten, selbst mit dem Gouverneur von Odessa, und tönte zuvor großspurig, er werde niemand treffen, der Blut an den Händen habe. Er besaß nicht den Anstand, Blumen für die Toten niederzulegen.

Der Brandbeschleuniger war wohl nicht zu riechen.

Heute hält die Konzernpresse es nicht einmal mehr für nötig, einen Ton zu verlieren. Die Ukraine hat gleich mehrere Journalisten, die unabhängig berichten, nicht einreisen lassen; darunter Ulrich Heyden, dessen Film „Lauffeuer“ wir hier bereits verlinkt hatten.

Selbst der vermittelte Schatten dieses Tages brachte noch ein Grauen mit sich, das unerträglich ist. Die johlende Menge vor dem brennenden Gebäude. Die Mädchen, die auf dem Boden kauern und Molotow-Cocktails abfüllen. Es gibt Unglücke. Das war etwas ganz anderes; ein Akt der Barbarei, der bereitwillig von dutzenden, hunderten Menschen verübt wurde. Bejubelt wurde. Gefilmt und gesendet wurde,

Im Innern des Gebäudes, das zeigen einige der Videos, war ein professionelles Kamerateam unterwegs. Es stand daneben, als Türen aufgebrochen wurden. Dieser Film ist bis heute nicht aufgetaucht.

10330417_562217537229319_3326729326807878711_n_0Es gibt Momente, die die Grenzen des Menschlichen auf eine so schreckliche Art überschreiten, dass man meint, der Erdball selbst müsste innehalten.

Zwei Jahre Schweigen.

Das Schweigen nach Odessa war es, das nach Kiew die Botschaft vermittelte, alles sei erlaubt. Dieses Schweigen hat unzählige Menschenleben gekostet. Ohne dieses Schweigen hätte es den Krieg im Donbass nicht gegeben. Sie alle, Atai, Eigendorfer, Bidden, all die anderen Täuscher und Verdreher, sind Komplizen dieses Verbrechens.

odessa 2.Mai 2016Heute wurde der Platz vor dem Gewerkschaftshaus abgesperrt; die Trauernden mussten ihre Blumen weit entfernt ablegen; die Junta scheint nach wie vor die Bilder zu fürchten.

Das Entsetzen ist zur Narbe geworden. Kein frischer Schmerz mehr, eher ein harter Brocken im Fleisch, der manchmal ganz unerwartet scheuert. Als junges Mädchen war ich in Kalavrita, Griechenland, und sah den Hügel, auf dem die Wehrmacht die Männer des Ortes erschossen hatte, und das Schulgebäude, in das Frauen und Kinder eingesperrt wurden, um es dann in Brand zu setzen; ich hörte die Geschichte von dem österreichischen Soldaten, der gegen den Befehl die Tür öffnete und für seine menschliche Tat erschossen wurde. Weniges hat mich so beeindruckt wie dieser Besuch in Kalavrita. Aber das war Geschichte. Kein Ereignis, das geschieht, während ich zusehe.

Ein Ereignis, das von diesem Schweigen verschlungen wurde. Ich hätte nie gedacht, dass ein Schweigen so groß sein kann, so Ungeheuerliches in unserer Nähe zu verschlucken. Es wuchs und wurde groß genug, einen ganzen Krieg zu verschlingen, den Grad-Beschuss, die Phosphorbomben, tausende von Toten.

Es gibt Menschen in diesem Land, die es wagen, sich Antifaschisten zu nennen, und mit den Hinterleuten des Massakers schmusen, und es gibt immer noch viel zu wenige, die ihnen dafür ins Gesicht spucken. Sie gehen durch die Straßen wie anständige Menschen.

Immer noch wächst dieses Schweigen. Erst an dem Tag, an dem es gebrochen wird, werden wir wahrnehmen können, was es alles bereits verschlungen hat.

Was ermöglicht dieses Schweigen? Mal abseits der Frage, wer die Macht über die Medien hat, man kann die Bilder jenes Tages nicht sehen, ohne zu begreifen, womit man es zu tun hat; diese kranke Mischung aus Tod und Jubel ist etwas unverkennbar faschistisches; wie kann man das ohne Entsetzen sehen, wenn man nicht selbst diese Überzeugung teilt? Selbst bereit wäre, mitzujubeln? Es ist nicht möglich.

Eines Tages wird das Schweigen brechen. Was immer noch brechen muss, damit das geschieht, wird brechen.

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Ukraine-Zerfall: Europäer sind die US-Interventionen leid

Ron Paul

As Ukraine Collapses, Europeans Tire Of US Interventions, übersetzt von James B.

Am Sonntag trat der ukrainische Premierminister Arseni Jatzenjuk zurück, nur vier Tage nach dem holländischen Volksentscheid gegen das Assoziierungsabkommen mit der EU. Zusammengenommen ist dies ein deutliches Signal, daß der US-gestützte Coup in der Ukraine diesem Land weder Freiheit noch Demokratie brachte. Zudem wird eine tiefere Unzufriedenheit unter den Europäern mit Washingtons Interventionssucht suggeriert.

US- und EU-Regierungen zufolge – und blind von den Mainstream-Medien wiederholt – standen die Ukrainer 2014 von sich aus auf, um die Ketten einer korrupten Regierung abzuschütteln, die in der Gesäßtasche Moskaus saß, und um sich endlich ins pro-westliche Lager zu begeben. Diesen Leuten zufolge hatte kein amtliches US-Personal auch nur irgend etwas mit dem Putsch zu tun, als es in Kiew Plätzchen verteilte und sogar auf die Bühne trat und das Volk dazu aufhetzte, seine Regierung zu stürzen. Ukraine-Zerfall: Europäer sind die US-Interventionen leid weiterlesen

Der Selbstmord der EU durch Wirklichkeitsverleugung

vom Saker

The EU’s “suicide by reality denial”

Was geschehen musste, ist geschehen. Die EU, die Kette aus schwachen Gliedern, die sie ist, gab letztlich nach, und die Holländer waren die ersten, die gegen die Assoziierung mit der Ukraine stimmten. Natürlich können die Eurobürokraten jetzt irgendeinen Grund finden, die Abstimmung für ungültig zu erklären, sie können erklären, dass irgendein Gesetz verletzt wurde, sie könnten sogar einige kleinere Änderungen an der Assoziierungsvertrag aushandeln, oder sie könnten entscheiden, dass sie diese Abstimmung schlicht ignorieren. Aber nichts davon wird irgend etwas ändern: die Wahrheit ist nicht zu leugnen, dass die Ukrainer in der EU nicht willkommen sind, nicht als Assoziierte, und noch weniger als Mitglieder. Also keine EU, keine NATO, keine „europäische Zukunft“ für die Ukraine. Der ganze Heißluftballon, der die naiven und hässlichen Hoffnungen der Euromaidaner genährt hat, ist geborsten, und das euro-ukrainische Projekt ist abgestürzt und ausgebrannt wie die Hindenburg.

Dieses Unglück musste nicht geschehen, es war gänzlich menschengemacht. In einer vernünftigeren Welt hätten die EU, Russland und die Ukraine einen Handel aus drei Parteien verhandeln können, der der Ukraine die Rolle gegeben hätte, die ihr Geografie und Geschichte vorgezeichnet haben: eine Brücke zwischen Russland und der EU zu sein. Aber die EU hat diese Möglichkeit kategorisch abgelehnt, mehrere Male, und schlicht erklärt, „die Ukraine ist ein souveräner Staat, und Russland hat in ukrainischen Angelegenheiten nicht mitzureden“. Dieses Nullsummenspiel wurde Russland gegen seinen Willen aufgezwungen, aber jetzt ist es die EU, die alles verloren hat, selbst, wenn das auch für Russland keineswegs ein Sieg ist. Es ist traurige Realität, dass alle verloren haben. Jetzt muss die EU die völlige Niederlage ihrer Ukraine-Politik akzeptieren, Russland blickt jetzt alleine auf einen sterbenden Staat gleich hinter seiner Grenze, während die Ukraine schlicht in Stücke fällt und schmerzvoll dahinscheidet. Werden die Eurobürokraten dieses Ergebnis akzeptieren? Der Selbstmord der EU durch Wirklichkeitsverleugung weiterlesen

Hakenkreuz im Europaparlament

Schnell noch zwei Videos.

Das erste ist von Anatolij Scharij. Im Europäischen Parlament gibt es eine Ausstellung mit Fotos ukrainischer “Helden”; einen davon hat er genauer unter die Lupe genommen; eine Tasse mit Hakenkreuz ist noch das harmloseste der Fundstücke… aber es gibt ja keine Nazis in der Ukraine.

Das zweite Video dient vor allem der Dokumentation, weil mittlerweile schon getönt wird, die Waffenruhe in Syrien würde von Russland gebrochen. In dieser Pressekonferenz des russischen Verteidigungsministeriums vom 27.02. wird genau aufgezählt, an welchen Orten und mit wem bereits Vereinbarungen über eine Waffenruhe geschlossen wurden und wie die vereinbarte Vorgehensweise bei Verstößen aussieht. Die heute in der Presse verbreiteten Beschwerden kamen von Fußtruppen der Saudis und aus Frankreich. Wer diesem Video zuhört, wird erstaunt feststellen, dass beide an den Strukturen zur Überprüfung der Waffenruhe gar nicht beteiligt sind. Es ist immer gut, solche Details zu kennen.

P.S.: Man sollte wirklich nicht um drei Uhr morgens Videos verlinken. Jetzt ist es bei beiden wirklich die Version mit deutschen Untertiteln…

Maidan ohne Masken

Hier wieder einmal ein Video-Schmankerl für euch: die französische Dokumentation “Masken der Revolution” mit deutschen Untertiteln…

Ehe dieser Dokumentarfilm auf dem französischen Sender Canal+ ausgestrahlt wurde, gab es Versuche der ukrainischen Botschaft, die Ausstrahlung zu verhindern. In mehreren französischen Zeitungen, wie Le Monde oder Liberatión, wurde behauptet, die Aussagen wären verfälscht und der Regisseur hätte einen durch russische Propaganda verzerrten Blick auf die Ukraine. In seiner Stellungnahme zu diesen Vorwürfen berichtet der Regisseur Paul Moreira sogar davon, er sei auf einer ukrainischen Website zum “Terroristen” erklärt worden.

Dabei ist Moreira sehr vorsichtig. Er zweifelt die meisten westlichen Positionen nicht an; er befasst sich nicht mit dem Zustand des ukrainischen Rechtssystems, der politischen Verfolgung, dem Bürgerkrieg. Er folgt schlicht drei Gruppen, die er auf dem Maidan beobachtete, und lässt sie zu Wort kommen.

Sprich, er tut nicht weniger, aber auch nicht mehr, als man von einem ganz normalen Journalisten eines Mainstream-Senders zu normalen Zeiten erwarten würde.

Einer der Vorwürfe, die ihm gemacht wurden (von einer Dolmetscherin), war, er habe seine Fragen immer wieder wiederholt. So weit ist es gekommen – eine ganz normale journalistische Technik wird zum Tabu erklärt.

Dabei sollten wir nicht vergessen, dass dieser Film von einem französischen Sender finanziert und zumindest auch gesendet worden ist. Deutsche Sender glänzen bekanntlich lieber mit Propagandastücken aus den faschistischen Freikorps…

P.S.: Ich bitte um Entschuldigung dafür, dass einige der sehr langen Untertitel offensichtlich abgeschnitten wurden. Zum Glück sind es nicht allzu viele.

Eine kleine Bitte

Wir hatten hier schon mehrmals den Fall von Ruslan Kotsaba erwähnt, der seit inzwischen neun Monaten in der Ukraine in Haft sitzt, weil er in einem Video gegen die Mobilisierung Stellung bezogen hat. Hier die Links zu unserer bisherigen Berichterstattung:

Der Fall Grossheim (10.Februar)
Es lebe die Pressefreiheit! (18. April)
Journalisten und Gefängnisse (25. August)

Bisher zeigt der ukrainische Staat weder sonderliche Eile, es tatsächlich zu einem Prozess kommen zu lassen, noch dazu, ihn aus der Haft zu entlassen.

In seinem letzten Interview zeigte sich Ruslan sehr entmutigt.

Damit er nicht aufgibt, möchte ich Euch um Folgendes bitten:

Schreibt ihm eine Postkarte. Am besten eine Postkarte mit einem Bild aus dem Ort, in dem ihr lebt. Weil eine Sammlung von Postkarten aus vielen verschiedenen Orten am besten hilft, um wieder Mut zu machen.

Die Adresse lautet:

Ruslan Kotsaba, Ivano-Frankivsk detention center, E. Konovalets 70, Ivano-Frankivsk 76018, Ukraine

Nachtrag – ein kleiner Tip eines Lesers, wenn man sicherstellen will, dass die Postkarte auch ankommt: bei der nächstgelegenen Niederlassung des Deutschen Roten Kreuzes abgeben. Das registriert die Karte, damit kann sie nicht einfach verschwinden.

Operation Ohio /Teil 3

Maris Cakars und Barton Osborn

Erster Teil und zweiter Teil des Artikels

Weil es in diesem Teil besonders wichtig ist – dieser Artikel erschien im Jahre 1975. Die erwähnte Zentrale der OUN bestand aber auch danach noch.

Die OUN im zweiten Weltkrieg

Als Angehörige der größten Minderheit in der UdSSR und die Erben einer besonderen Nationalität und Kultur, waren die Ukrainer dennoch Untertanen der Russen, Polen, Rumänen, Tschechoslowaken, Türken, Tataren, Ungarn und anderer. In den letzten Jahrhunderten gab es nur für drei Jahre eine unabhängige ukrainische Regierung, von 1917 bis 1920. Selbst diese Regierung kontrollierte nur einen kleinen Teil des Gebiets, das allgemein für das der Ukraine gehalten wird.

Unter diesen schwierigen Umständen entwickelte sich vor 1900 eine starke nationalistische Bewegung. Bis 1929 hatte sie die Gestalt der Organisation ukrainischer Nationalisten (Organisazija Ukrainskych Nazionalistiw) angenommen, eine Organisation, die viele der politischen Anschauungen der Nazi-Partei teilte, einschließlich der Vorstellung des Führerprinzips. Ab 1938 unterstützten die Nazis sie ihn ihren Bemühungen um Autonomie für die Karpatho-Ukraine, ein Gebiet, das damals unter der Kontrolle der Tschechoslowakei stand.

1940 übernahm Stepan Bandera die Kontrolle über das, was der größere Zweig der OUN werden sollte, als Ergebnis einer Spaltung zwischen den jungen Militanten und den älteren Gemäßigten. Ironischerweise beruhte die Spaltung teilweise auf dem Vorwurf der Bandera-Fraktion gegen die älteren Unterstützer Melnyks, letztere seien zu eng mit den Deutschen verbündet. In der weiteren Entwicklung der Ereignisse erwies sich, dass die Deutschen die jüngeren Banderisten für geschickter, organisierter und eifriger in der Erfüllung ihrer Ziele hielten. Operation Ohio /Teil 3 weiterlesen

Operation Ohio/ Teil 2

Maris Cakars und Barton Osborn

Zum ersten Teil des Artikels

Warum die USA die Rechnung zahlten

Wenn es zu dieser Zeit nicht das Hauptziel der amerikanischen Außenpolitik gewesen wäre, die kommunistischen Gewinne in Europa rückgängig zu machen, hätten diese Morde nicht stattgefunden.

Ein Dokument des nationalen Sicherheitsrats, Top Secret, NSC-68, dessen Geheimhaltung jüngst aufgehoben wurde, enthüllt die wirkliche Politik der Truman-Verwaltung, eine Politik, die von seinem Nachfolger Eisenhower stringent fortgesetzt wurde. Mit Datum vom 14. April 1950 empfiehlt dieses Dokument „die Intensivierung positiver und zeitnaher Maßnahmen und Einsätze mit verdeckten Mitteln auf dem Feld der wirtschaftlichen, politischen und psychologischen Kriegsführung mit dem Ziel, Unruhe und Revolten in ausgewählten strategischen Satellitenländern anzufachen und zu unterstützen.“ NSC-68, das von einer ministeriumsübergreifenden Spitzengruppe vorbereitet wurde, die vom damaligen Chef des Planungsstabs des State Department, Paul Nitze, geleitet wurde, macht klar, dass die defensive Haltung, die die USA in der Nachkriegszeit öffentlich einnahmen, nichts als ein Betrug zu PR-Zwecken war.

Was das „anfachen von Unruhen und Revolten“ anging, war die OUN bereit. Sie bot nicht nur eine erfahrene Organisation, sie erklärte auch, sie vertrete eine bewaffnete Macht, die UPA, die bereits in den Grenzen der UdSSR im Einsatz sei.

Zusätzlich, und das war ein Schlüsselelement ihres Arrangements mit dem CIC, bot sie an, kommunistische Agenten im Westen zu eliminieren.

Tatsächlich war der ursprüngliche Versuch der OUN, diesen Aspekt der Vereinbarung umzusetzen, eine Katastrophe. In der Hoffnung, der CIC sei durch einen Trick dazu zu bringen, die wirklich schmutzige Arbeit selbst zu tun, benannten sie ihre politischen Gegner als Sowjetagenten. Aber diese Taktik schlug auf sie zurück, als der CIC, was ihn ehrt, die Hintergründe jener überprüfte, auf die gedeutet wurde. Auf der Liste von „Agenten“, die die OUN am 22. Juli 1946 übergab, erwies sich nur 1% der Fälle einer weiteren Untersuchung wert.

Dieser Fehltritt mag der Grund sein, warum die OUN sich vom CIC entfremdete und sich an die Geheimdienste der Air Force und der Marine um Unterstützung wandte. Den neuen Finanziers der OUN waren die Fehlschläge mit dem CIC offensichtlich gleichgültig. Unter dem neuen Arrangement würde die OUN die Morde selbst ausführen.

Sobald das neue Programm lief, war es seinen Überwachern gleich, dass die überwiegende Mehrheit der Getöteten nicht wirklich Sowjetagenten waren. Hauptsache, dass es ein Projekt gab, dass Berichte geschrieben werden konnten; das kam im Hauptquartier gut an. Genauso, wie es über ein Jahrzehnt später nicht wichtig war, wenn ein Dorf in Vietnam zerstört werden musste, „um es zu retten“. Operation Ohio/ Teil 2 weiterlesen