Kategorie-Archiv: Ukraine

Die militärischen Optionen Russlands in Syrien und der Ukraine

vom Saker

Russian military options in Syria and the Ukraine

In den letzten zwei Wochen gab es reichlich militärische Entwicklungen, die Russland direkt betreffen:

Syrien:

  1. Russland hat angekündigt, es würde den Flughafen Khmeimin in einen ausgewachsenen Militärstützpunkt mit einer dauerhaft stationierten Eingreiftruppe umwandeln.
  2.  Russland wird seinen schweren flugzeugtragenden Raketenkreuzer Admiral Kusnezow (den der Westen oft „Flugzeugträger“ nennt) ins östliche Mittelmeer verlegen, um die Kampffähigkeiten des Schiffes und seiner Begleitflottille zu testen und zum allerersten Mal die hochmodernen Ka-52K Katran-Hubschrauber einzusetzen.

Ukraine:

  1.  Nach dem Scheitern der Ukronazis beim Versuch, mit Saboteuren auf die Halbinsel Krim einzudringen, was Präsident Putin „dumm und kriminell“ nannte, hat Poroschenko jetzt eine Verstärkung seiner Truppen an der Grenze zur Krim und in der Ostukraine befohlen und sein Militär in höchste Alarmbereitschaft versetzt.
  2.  Die Machthaber in Kiew haben beschlossen, die Akkreditierung des neuen russischen Botschafters in der Ukraine zu verweigern.
  3. Präsident Putin hat erklärt, dass in diesem Zusammenhang Verhandlungen mit Kiew „sinnlos“ sind.

Auch wenn sie nicht direkt miteinander verbunden sind, deuten all diese neuen Themen auf eine mögliche militärische Eskalation, die dazu führen könnte, dass Russland sein Militär in Kampfhandlungen in Syrien, auf der Krim und in Noworossija einsetzen muss. Daher macht es in diesem Moment Sinn, die russischen Optionen an all diesen Kriegsschauplätzen zu überblicken. Die militärischen Optionen Russlands in Syrien und der Ukraine weiterlesen

Interview mit Kotsaba und mehr…

Heute gibt es wieder einmal eine Reihe von Videos.

Zuerst möchte ich Euch ein Interview bieten, dass Anatolij Sharij mit Ruslan Kotsaba geführt hat.

Ihr erinnert Euch, Ruslan Kotsaba war Anfang letzten Jahres wegen eines Youtube-Videos verhaftet worden, in dem er sich gegen die Mobilisierung aussprach. Damals hatte der Hörfunk-Korrespondent der ARD in Moskau, Bernd Großheim, in einem besonders widerlichen Kommentar dazu jede einzelne Beschuldigung der ukrainischen Justiz übernommen. Kotsaba wurde anfangs Agententätigkeit und Unterstützung des Terrorismus vorgeworfen; Anklagepunkte, für die ihm bis zu fünfzehn Jahren Haft drohten.

Während seines Prozesses hatten wir mehrmals über das Verfahren berichtet und, als seine Anwältin berichtete, er drohe, an der Haft zu verzweifeln, aufgerufen, ihm Postkarten ins Gefängnis zu schicken. Auch ein Video von einer Veranstaltung in Leipzig mit seiner Frau fand sich hier. Ein klein wenig könnte also auch unser Interesse an seinem Fall dazu beigetragen haben, dass er wieder frei ist. Nachdem unter anderem die DFG/VK in Deutschland sich seiner Geschichte angenommen hatte und sogar Amnesty International ihn, ganz gegen ihr sonstiges Verhalten zur Ukraine, als ‘Gefangenen des Gewissens’ geführt hatte, wurde eine Verurteilung politisch zu teuer.

Aber hier nun die beiden Teile des Interviews:

Hier noch einmal das Video, das zu seiner Verhaftung führte:

In den Augen des ARD-Korrespondenten war dieses Video gefährlich genug, um eine Verhaftung zu rechtfertigen, und weder die Höhe der angedrohten Strafe noch der Vorwurf der Agententätigkeit schien ihm kritikwürdig. Und er war sich nicht zu schade, seinen Text mit der – einem ukrainischen Sprecher in den Mund gelegten – Aussage zu garnieren “Allerdings, wenn wir die Gesamtsituation betrachten, ist die Pressefreiheit in der Ukraine auf dem hohen Niveau, eindeutig viel weiter als in Russland.” Zu hoffen, dass Herr Grossheim sich jetzt für seinen Schmähkommentar entschuldigt, ist allerdings vermutlich zu viel erwartet. Auch wenn für ihn die Entschuldigung, die Kotsaba selbst für seine ukrainischen Kollegen findet – sie hätten schlicht zu viel Angst, um die Wahrheit zu sagen – mit Sicherheit nicht zutrifft. Grossheim musste keine Verhaftung durch die SBU fürchten, hätte er sich anständig verhalten. Er benahm sich aus Überzeugung so, wie er sich benommen hat.

In meiner Sammlung der widerlichesten Propagandastücke war Großheims Kommentar übrigens bis vor wenigen Tagen der unangefochtene Spitzenreiter. Bis jüngst der SPIEGEL sein Herz für die Kopfabschneider in Aleppo entdeckte und erklärte, jetzt müsse ISIS die Menschen retten. Mal sehen, ob der SPIEGEL den nächsten Anschlag in der Bundesrepublik dann auch unter “Rettung” verbucht. Sind ja schließlich unsere Freunde, oder?

Dann noch ein unerfreuliches Video. Heute gab es einen Anschlag auf den Präsidenten der LNR. Die OSZE hat inzwischen festgestellt, dass es sich um einen an einer Laterne angebrachten Sprengsatz handelte. Zum Glück haben alle Insassen des Fahrzeugs überlebt. Der Anschlag verstärkt aber die Befürchtung, ein ukrainischer Angriff stünde bevor, die in den letzten Wochen bereits mehrmals geäußert wurden. Von ukrainischer Seite wurde offen geäußert, man wolle versuchen, die Volksrepubliken zu ‘enthaupten’, ehe man zum Angriff überginge.

Plotnizkij ist nach Angaben aus Lugansk (danke an die Alternative Presseschau) schwer verletzt, aber außer Lebensgefahr. Wir wünschen gute Genesung!

Nun, nach einem solch finsteren Moment muss man auch ein wenig lachen. Kehren wir in der Welt der Journalisten zurück und betrachten eine Begegnung zwischen einem juntatreuen ukrainischen Exemplar und einem der französischen Abgeordneten, die jüngst die Krim besucht haben. Ein eindeutiges 1:0 für Frankreich…

Ein weinendes und ein lachendes Auge

Am 13.Juli hätte der ermordete ukrainische Journalist Oles Busina Gbeurtstag gehabt; Anatolij Scharij hat aus diesem Anlass ein Interview mit seiner Mutter geführt, das wir, dank der Übersetzung durch Olga Malzew, mit deutschen Untertiteln zeigen können:

Zur Erinnerung – Oles Busina (hier sein letztes Interview) wurde in Kiew auf offener Straße erschossen, nachdem sein Name auf der berüchtigten Liste ‘Friedensstifter’ aufgetaucht war. Seine Ermordung hätte ein weiteres Warnsignal zum Zustand der Pressefreiheit in der Ukraine sein müssen. Die deutsche Presse reagierte gewohnt absurd und weigerte sich, dem Vorfall irgendeine größere Bedeutung beizumessen; die Kennzeichnung als ‘prorussisch’ genügte meist schon… Also sollten zumindest wir die Opfer dieser mit deutscher Hilfe installierten Macht im Gedächtnis behalten.

Aber es gibt auch erfreuliche Nachrichten (daher das lachende Auge) – heute wurde vor dem Berufungsgericht der Journalist Ruslan Kotsaba freigesprochen. Auch er wurde von den deutschen Medien eher diffamiert als unterstützt. Ende letzten Jahres, als er schon fast ein Jahr in Haft sass, hatten wir darum gebeten, ihm Postkarten ins Gefängnis zu schicken. Jetzt ist er frei, und im Internet findet sich ein Foto, wie er sein erstes Bier nach der Haft geniesst:

kotsaba bier

Vielleicht können wir in den nächsten Tagen noch mehr über das Verfahren berichten. Auf jeden Fall wünschen wir ihm das Beste!

Videos mit Beilage

Heute will ich mal wieder eine Reihe von unterschiedlichen Videos einstellen, mit etwas Text drumrum.

Zum Einstieg ein kurzes Video vom letzten Samstag bei den Protesten in Ramstein; ein Interview mit Klaus Hartmann, dem Vorsitzenden des Freidenker-Verbands:

Ehe ich dem noch den letzten Aufruf der Freidenker folgen lasse, noch ein weiteres kurzes Video, das auf Russia Insider mit englischen Untertiteln erschien, und das ich gleich gegriffen habe, um es einzudeutschen. Es ist wieder einmal ein kurzer Ausschnitt aus einer russischen Fernsehsendung, “Moment der Wahrheit”. Diese Sendung hatte schon mehrmals Berichte zur Ukraine gebracht, unter anderem zu Mariupol. In diesem Video geht es um einen bisher unbekannten Aspekt, der aber sehr sichtbar macht, wie aggressiv und brandgefährlich das Verhalten der NATO ist – es geht um US-Drohnen, die über der Krim abgefangen wurden. Und der Kommentator hat völlig recht – das Überfliegen mit Drohnen, denen nicht anzusehen ist, ob sie scharfe Waffen transportieren oder nicht, ist bereits eine kriegerische Handlung… und hier stellt sich natürlich die Frage, ob auch diese Drohnen aus Ramstein gesteuert werden. Videos mit Beilage weiterlesen

Paraden und mehr

Die “große” Parade dürftet ihr problemlos selber finden, auf RT oder woanders (die 360-Grad-Aufnahmen sind besonders hübsch); deshalb gibt es hier nur die “kleine” Parade aus Donezk zu sehen.

Wer will, kann sie mit der des vergangenen Jahres vergleichen und sehen, was sich verändert hat.

Hier ist Donezk heute:

Beim auf die Parade folgenden Zug des “Unsterblichen Regiments” wurde in Donezk nicht nur der Toten des zweiten Weltkriegs gedacht. Vergangenheit und Gegenwart haben sich auch hier wieder berührt.

In der Restukraine war es nicht ruhig. In Kharkow, Odessa, selbst in Kiew gingen Menschen auf die Straße, um an den Sieg über den Hitlerfaschismus zu erinnern. Trotz Angriffen durch Ukronazis, und mit Siegesfahnen, obwohl sie in der Ukraine verboten sind. Ein beeindruckendes Zeichen dafür, dass die Bandera-Ideologie das Land noch lange nicht völlig im Griff hat. Diese Aufnahmen stammen aus Saporoschje:

Und zuletzt noch ein längeres Video, das gewissermaßen Hintergrundinformationen zu den Paraden liefert. Die Gruppe von Antimaidan Deutsch hat in einem langen Video Lieder aus dem und über den zweiten Weltkrieg übersetzt und untertitelt; einige davon wird man wiedererkennen, wenn man die Musik zur “großen” wie zur “kleinen” Parade hört. Es lohnt sich, dieses Video einmal anzuschauen.

Wer danach noch mehr Bilder und Videos sehen will, hier sind die Paraden aus Sewastopol, Nowosibirsk und anderen russischen Städten und hier weitere Aufnahmen aus Donezk wie auch aus Lugansk und Altschewsk.

Zwei Jahre Schweigen

 

s_500_opednews_com_0_pose-for-pic-odessa-trade-union-jpg_58313_20140623-159

Dieses Foto wurde damals, am 2. Mai 2014, vor dem Gewerkschaftshaus geschossen; der amerikanische Journalist George Eliason schrieb dazu: „Wenn es je ein Foto gab, das Nazi-Denken zusammenfasst, dann ist es dieses hier.“ Westeuropa verhält sich keinen Deut anders als die Frau auf dem Bild, die sich kokett das Haar zurückstreicht, während im Hintergrund ein Massaker beginnt.

Seit zwei Jahren Schweigen.

Ich will keine Bilder der Toten aus dem Gewerkschaftshaus bringen, ich will auch keine Videos verlinken, es dauert nur Minuten, um die Wahrheit über das Massaker von Odessa zu finden.

Letztes Jahr wurde in zwei, drei Artikeln in den bundesdeutschen Konzernmedien noch erwähnt, dass etwas geschehen ist, aber nach wie vor wurde nicht benannt, wer die Täter und wer die Opfer waren.

Dieses Jahr nur Schweigen.

Vergangene Nacht wurde im UN-Sicherheitsrat eine von Russland eingebrachte Resolution abgelehnt, die die Aufklärung des Massakers fordert.

Kein Ereignis der jüngeren Geschichte wäre einfacher aufzuklären. Stunden über Stunden Aufnahmen, dutzende der Täter bereits identifiziert. Nach wie vor sitzen die Opfer in Haft, laufen die Täter frei herum.

Nur Schweigen.

An diesem Tag ist mehr zerbrochen als nur die Ukraine. In den Kommentaren zum Livestream, über den die schrecklichen Bilder kamen, wie Menschen hinter dem Gewerkschaftshaus erschlagen wurden, wie die Faschisten durch das verbrannte Gebäude gingen, um die Taschen der Toten zu durchwühlen, in diesen Kommentaren, die ich mir Abschnitt für Abschnitt per Google übersetzte, stand immer wieder der eine Satz: Heute ist für mich die Ukraine gestorben.

Immer wieder findet sich in Interviews mit Kämpfern der Volksrepubliken: nach Odessa…

Wenige Tage nach dem Massaker flog Steynmeyer damals nach Kiew; er traf sich mit den Putschisten, selbst mit dem Gouverneur von Odessa, und tönte zuvor großspurig, er werde niemand treffen, der Blut an den Händen habe. Er besaß nicht den Anstand, Blumen für die Toten niederzulegen.

Der Brandbeschleuniger war wohl nicht zu riechen.

Heute hält die Konzernpresse es nicht einmal mehr für nötig, einen Ton zu verlieren. Die Ukraine hat gleich mehrere Journalisten, die unabhängig berichten, nicht einreisen lassen; darunter Ulrich Heyden, dessen Film „Lauffeuer“ wir hier bereits verlinkt hatten.

Selbst der vermittelte Schatten dieses Tages brachte noch ein Grauen mit sich, das unerträglich ist. Die johlende Menge vor dem brennenden Gebäude. Die Mädchen, die auf dem Boden kauern und Molotow-Cocktails abfüllen. Es gibt Unglücke. Das war etwas ganz anderes; ein Akt der Barbarei, der bereitwillig von dutzenden, hunderten Menschen verübt wurde. Bejubelt wurde. Gefilmt und gesendet wurde,

Im Innern des Gebäudes, das zeigen einige der Videos, war ein professionelles Kamerateam unterwegs. Es stand daneben, als Türen aufgebrochen wurden. Dieser Film ist bis heute nicht aufgetaucht.

10330417_562217537229319_3326729326807878711_n_0Es gibt Momente, die die Grenzen des Menschlichen auf eine so schreckliche Art überschreiten, dass man meint, der Erdball selbst müsste innehalten.

Zwei Jahre Schweigen.

Das Schweigen nach Odessa war es, das nach Kiew die Botschaft vermittelte, alles sei erlaubt. Dieses Schweigen hat unzählige Menschenleben gekostet. Ohne dieses Schweigen hätte es den Krieg im Donbass nicht gegeben. Sie alle, Atai, Eigendorfer, Bidden, all die anderen Täuscher und Verdreher, sind Komplizen dieses Verbrechens.

odessa 2.Mai 2016Heute wurde der Platz vor dem Gewerkschaftshaus abgesperrt; die Trauernden mussten ihre Blumen weit entfernt ablegen; die Junta scheint nach wie vor die Bilder zu fürchten.

Das Entsetzen ist zur Narbe geworden. Kein frischer Schmerz mehr, eher ein harter Brocken im Fleisch, der manchmal ganz unerwartet scheuert. Als junges Mädchen war ich in Kalavrita, Griechenland, und sah den Hügel, auf dem die Wehrmacht die Männer des Ortes erschossen hatte, und das Schulgebäude, in das Frauen und Kinder eingesperrt wurden, um es dann in Brand zu setzen; ich hörte die Geschichte von dem österreichischen Soldaten, der gegen den Befehl die Tür öffnete und für seine menschliche Tat erschossen wurde. Weniges hat mich so beeindruckt wie dieser Besuch in Kalavrita. Aber das war Geschichte. Kein Ereignis, das geschieht, während ich zusehe.

Ein Ereignis, das von diesem Schweigen verschlungen wurde. Ich hätte nie gedacht, dass ein Schweigen so groß sein kann, so Ungeheuerliches in unserer Nähe zu verschlucken. Es wuchs und wurde groß genug, einen ganzen Krieg zu verschlingen, den Grad-Beschuss, die Phosphorbomben, tausende von Toten.

Es gibt Menschen in diesem Land, die es wagen, sich Antifaschisten zu nennen, und mit den Hinterleuten des Massakers schmusen, und es gibt immer noch viel zu wenige, die ihnen dafür ins Gesicht spucken. Sie gehen durch die Straßen wie anständige Menschen.

Immer noch wächst dieses Schweigen. Erst an dem Tag, an dem es gebrochen wird, werden wir wahrnehmen können, was es alles bereits verschlungen hat.

Was ermöglicht dieses Schweigen? Mal abseits der Frage, wer die Macht über die Medien hat, man kann die Bilder jenes Tages nicht sehen, ohne zu begreifen, womit man es zu tun hat; diese kranke Mischung aus Tod und Jubel ist etwas unverkennbar faschistisches; wie kann man das ohne Entsetzen sehen, wenn man nicht selbst diese Überzeugung teilt? Selbst bereit wäre, mitzujubeln? Es ist nicht möglich.

Eines Tages wird das Schweigen brechen. Was immer noch brechen muss, damit das geschieht, wird brechen.

r odessa

Ukraine-Zerfall: Europäer sind die US-Interventionen leid

Ron Paul

As Ukraine Collapses, Europeans Tire Of US Interventions, übersetzt von James B.

Am Sonntag trat der ukrainische Premierminister Arseni Jatzenjuk zurück, nur vier Tage nach dem holländischen Volksentscheid gegen das Assoziierungsabkommen mit der EU. Zusammengenommen ist dies ein deutliches Signal, daß der US-gestützte Coup in der Ukraine diesem Land weder Freiheit noch Demokratie brachte. Zudem wird eine tiefere Unzufriedenheit unter den Europäern mit Washingtons Interventionssucht suggeriert.

US- und EU-Regierungen zufolge – und blind von den Mainstream-Medien wiederholt – standen die Ukrainer 2014 von sich aus auf, um die Ketten einer korrupten Regierung abzuschütteln, die in der Gesäßtasche Moskaus saß, und um sich endlich ins pro-westliche Lager zu begeben. Diesen Leuten zufolge hatte kein amtliches US-Personal auch nur irgend etwas mit dem Putsch zu tun, als es in Kiew Plätzchen verteilte und sogar auf die Bühne trat und das Volk dazu aufhetzte, seine Regierung zu stürzen. Ukraine-Zerfall: Europäer sind die US-Interventionen leid weiterlesen

Der Selbstmord der EU durch Wirklichkeitsverleugung

vom Saker

The EU’s “suicide by reality denial”

Was geschehen musste, ist geschehen. Die EU, die Kette aus schwachen Gliedern, die sie ist, gab letztlich nach, und die Holländer waren die ersten, die gegen die Assoziierung mit der Ukraine stimmten. Natürlich können die Eurobürokraten jetzt irgendeinen Grund finden, die Abstimmung für ungültig zu erklären, sie können erklären, dass irgendein Gesetz verletzt wurde, sie könnten sogar einige kleinere Änderungen an der Assoziierungsvertrag aushandeln, oder sie könnten entscheiden, dass sie diese Abstimmung schlicht ignorieren. Aber nichts davon wird irgend etwas ändern: die Wahrheit ist nicht zu leugnen, dass die Ukrainer in der EU nicht willkommen sind, nicht als Assoziierte, und noch weniger als Mitglieder. Also keine EU, keine NATO, keine „europäische Zukunft“ für die Ukraine. Der ganze Heißluftballon, der die naiven und hässlichen Hoffnungen der Euromaidaner genährt hat, ist geborsten, und das euro-ukrainische Projekt ist abgestürzt und ausgebrannt wie die Hindenburg.

Dieses Unglück musste nicht geschehen, es war gänzlich menschengemacht. In einer vernünftigeren Welt hätten die EU, Russland und die Ukraine einen Handel aus drei Parteien verhandeln können, der der Ukraine die Rolle gegeben hätte, die ihr Geografie und Geschichte vorgezeichnet haben: eine Brücke zwischen Russland und der EU zu sein. Aber die EU hat diese Möglichkeit kategorisch abgelehnt, mehrere Male, und schlicht erklärt, „die Ukraine ist ein souveräner Staat, und Russland hat in ukrainischen Angelegenheiten nicht mitzureden“. Dieses Nullsummenspiel wurde Russland gegen seinen Willen aufgezwungen, aber jetzt ist es die EU, die alles verloren hat, selbst, wenn das auch für Russland keineswegs ein Sieg ist. Es ist traurige Realität, dass alle verloren haben. Jetzt muss die EU die völlige Niederlage ihrer Ukraine-Politik akzeptieren, Russland blickt jetzt alleine auf einen sterbenden Staat gleich hinter seiner Grenze, während die Ukraine schlicht in Stücke fällt und schmerzvoll dahinscheidet. Werden die Eurobürokraten dieses Ergebnis akzeptieren? Der Selbstmord der EU durch Wirklichkeitsverleugung weiterlesen

Hakenkreuz im Europaparlament

Schnell noch zwei Videos.

Das erste ist von Anatolij Scharij. Im Europäischen Parlament gibt es eine Ausstellung mit Fotos ukrainischer “Helden”; einen davon hat er genauer unter die Lupe genommen; eine Tasse mit Hakenkreuz ist noch das harmloseste der Fundstücke… aber es gibt ja keine Nazis in der Ukraine.

Das zweite Video dient vor allem der Dokumentation, weil mittlerweile schon getönt wird, die Waffenruhe in Syrien würde von Russland gebrochen. In dieser Pressekonferenz des russischen Verteidigungsministeriums vom 27.02. wird genau aufgezählt, an welchen Orten und mit wem bereits Vereinbarungen über eine Waffenruhe geschlossen wurden und wie die vereinbarte Vorgehensweise bei Verstößen aussieht. Die heute in der Presse verbreiteten Beschwerden kamen von Fußtruppen der Saudis und aus Frankreich. Wer diesem Video zuhört, wird erstaunt feststellen, dass beide an den Strukturen zur Überprüfung der Waffenruhe gar nicht beteiligt sind. Es ist immer gut, solche Details zu kennen.

P.S.: Man sollte wirklich nicht um drei Uhr morgens Videos verlinken. Jetzt ist es bei beiden wirklich die Version mit deutschen Untertiteln…

Maidan ohne Masken

Hier wieder einmal ein Video-Schmankerl für euch: die französische Dokumentation “Masken der Revolution” mit deutschen Untertiteln…

Ehe dieser Dokumentarfilm auf dem französischen Sender Canal+ ausgestrahlt wurde, gab es Versuche der ukrainischen Botschaft, die Ausstrahlung zu verhindern. In mehreren französischen Zeitungen, wie Le Monde oder Liberatión, wurde behauptet, die Aussagen wären verfälscht und der Regisseur hätte einen durch russische Propaganda verzerrten Blick auf die Ukraine. In seiner Stellungnahme zu diesen Vorwürfen berichtet der Regisseur Paul Moreira sogar davon, er sei auf einer ukrainischen Website zum “Terroristen” erklärt worden.

Dabei ist Moreira sehr vorsichtig. Er zweifelt die meisten westlichen Positionen nicht an; er befasst sich nicht mit dem Zustand des ukrainischen Rechtssystems, der politischen Verfolgung, dem Bürgerkrieg. Er folgt schlicht drei Gruppen, die er auf dem Maidan beobachtete, und lässt sie zu Wort kommen.

Sprich, er tut nicht weniger, aber auch nicht mehr, als man von einem ganz normalen Journalisten eines Mainstream-Senders zu normalen Zeiten erwarten würde.

Einer der Vorwürfe, die ihm gemacht wurden (von einer Dolmetscherin), war, er habe seine Fragen immer wieder wiederholt. So weit ist es gekommen – eine ganz normale journalistische Technik wird zum Tabu erklärt.

Dabei sollten wir nicht vergessen, dass dieser Film von einem französischen Sender finanziert und zumindest auch gesendet worden ist. Deutsche Sender glänzen bekanntlich lieber mit Propagandastücken aus den faschistischen Freikorps…

P.S.: Ich bitte um Entschuldigung dafür, dass einige der sehr langen Untertitel offensichtlich abgeschnitten wurden. Zum Glück sind es nicht allzu viele.