Kategorie-Archiv: Russland

Russland

Beliebte Klischees über moderne Kriegsführung zerstören

vom Saker

Debunking popular clichés about modern warfare

„Wie würde ein Krieg zwischen Russland und den USA aussehen?“

Das muss die Frage sein, die mir am häufigsten gestellt wird. Das ist auch die Frage, auf die ich die fremdartigsten und schlechtinformiertesten Antworten höre. Ich habe mich in der Vergangenheit mit dieser Frage befasst, und wer an diesem Thema interessiert ist, kann folgende Artikel lesen:

Es wäre nutzlos, das alles hier zu wiederholen, also will ich mich dem Thema aus einem etwas anderen Blickwinkel annähern, aber ich würde jenen, die daran interessiert sind, sehr empfehlen, sich die Zeit zu nehmen, diese Artikel zu lesen, die, auch wenn sie überwiegend 2014 und 2015 geschrieben wurden, immer noch weitgehend gültig sind, vor allem, was die Methodologie angeht, mit diesem Thema umzugehen. Alles, was ich heute vorschlage, ist, einige beliebte Klischees über moderne Kriegsführung im Allgemeinen zu zerstören. Ich hoffe, dass ich euch, indem ich sie zerstöre, mit dem Werkzeug versehe, um den Unsinn, den uns die Konzernmedien gerne als „Analyse“ präsentieren, zu durchschneiden. Beliebte Klischees über moderne Kriegsführung zerstören weiterlesen

Paraden und mehr

Die “große” Parade dürftet ihr problemlos selber finden, auf RT oder woanders (die 360-Grad-Aufnahmen sind besonders hübsch); deshalb gibt es hier nur die “kleine” Parade aus Donezk zu sehen.

Wer will, kann sie mit der des vergangenen Jahres vergleichen und sehen, was sich verändert hat.

Hier ist Donezk heute:

Beim auf die Parade folgenden Zug des “Unsterblichen Regiments” wurde in Donezk nicht nur der Toten des zweiten Weltkriegs gedacht. Vergangenheit und Gegenwart haben sich auch hier wieder berührt.

In der Restukraine war es nicht ruhig. In Kharkow, Odessa, selbst in Kiew gingen Menschen auf die Straße, um an den Sieg über den Hitlerfaschismus zu erinnern. Trotz Angriffen durch Ukronazis, und mit Siegesfahnen, obwohl sie in der Ukraine verboten sind. Ein beeindruckendes Zeichen dafür, dass die Bandera-Ideologie das Land noch lange nicht völlig im Griff hat. Diese Aufnahmen stammen aus Saporoschje:

Und zuletzt noch ein längeres Video, das gewissermaßen Hintergrundinformationen zu den Paraden liefert. Die Gruppe von Antimaidan Deutsch hat in einem langen Video Lieder aus dem und über den zweiten Weltkrieg übersetzt und untertitelt; einige davon wird man wiedererkennen, wenn man die Musik zur “großen” wie zur “kleinen” Parade hört. Es lohnt sich, dieses Video einmal anzuschauen.

Wer danach noch mehr Bilder und Videos sehen will, hier sind die Paraden aus Sewastopol, Nowosibirsk und anderen russischen Städten und hier weitere Aufnahmen aus Donezk wie auch aus Lugansk und Altschewsk.

Neun Thesen über den Krieg, den wir führen

Rostislaw Ischtschenko

Девять тезисов о войне, которую мы ведем, übersetzt auf Grundlage der englischen Übersetzung

Am 27. und 28. April hielt das russische Verteidigungsministerium eine internationale Konferenz über Sicherheit ab. Ich nahm an einem Diskussionspaneel zu „Farbrevolutionen“ teil.

Die Zeit, die den Rednern (5 Min.) und den Diskussionsteilnehmern (1 Min.) gegeben wurde, war zu kurz, um das ganze Konzept der Farbrevolutionen in der modernen Politik und ihre Auswirkungen auf die allgemeine und die militärische Sicherheit des betroffenen Staates darzustellen. Daher präsentiere ich meine Sicht in Stichworten. Ich werde mich kurz halten, weil dameine mehrbändige Studie der „Farbrevolutionen“ und des hybriden Kriegs im Allgemeinen schreiben kann, und selbst dann wäre das Thema womöglich nicht vollständig erfasst.

These eins. Allein die Tatsache, dass sich das Militär für dieses Thema interessierte (es nahmen tatsächlich Vertreter mehrerer Dutzend Verteidigungsministerien verschiedener Länder an dieser Diskussion teil) belegt, dass „Farbrevolutionen“ von modernen Staaten nicht als eine innere Bedrohung gesehen werden (wofür sich Polizei und Sicherheitsdienste interessieren würden), sondern als eine äußere Bedrohung. Sie zeigen die Merkmale einer militärischen Aggression, also ist das Entgegenwirken ein Job für das Militär. Neun Thesen über den Krieg, den wir führen weiterlesen

Bereitet Putin eine Säuberung der Regierung vor?

vom Saker

Is Putin preparing a governmental purge?

Wie er es einmal im Jahr zu tun pflegt, verbrachte Präsident Putin letzte Woche über dreieinhalb Stunden damit, 80 von über drei Millionen eingegangenen Fragen zu beantworten. Die Show, die live auf Kanal 1, Rossija-1 und Rossija-24 gezeigt und von Majak, Vesti FM und Radio Rossii übertragen wurde, war ein nie dagewesener Erfolg, den Millionen Russen sahen und kommentierten. Man kann das volle (englische, A.d.Ü.) Transkript hier lesen, und das Transkript eines Gesprächs zwischen Putin und dem Journalistenkorps nach der Show hier.

Der wichtigste russische Fernsehsender Rossija 1 brachte nicht nur eine, sondern zwei Talkshows, die sich nur damit befassten, Putins Auftritt zu diskutieren. Diese Talkshows liefen unter dem Format „Abend mit Wladimir Solowiew“ – die bei weitem meistgesehene Talkshow des russischen Fernsehens. Nur als Randbemerkung, Rossija 1 ist das Kronjuwel der mächtigen und staatlich kontrollierten Allrussischen Fernseh- und Radiosendegesellschaft (VGTRK) Medienholding. Mit der Anrufsendung mit Putin (3 Stunden 40 Minuten), der ersten Talkshow (2 Stunden 12 Minuten) und der zweiten Talkshow (1 Stunde 44 Minuten) wurden dem russischen Publikum verblüffende siebeneinhalb Stunden Diskussionen geboten. Einige mögen das „Propaganda“ nennen, und das negativ oder positiv sehen, aber das ändert wenig. Der entscheidende Punkt ist hier, dass das ein wichtiger, großer Einsatz war, um mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Was war also die Botschaft, die mit all dem vermittelt wurde? Ich will das für euch zusammenfassen: Bereitet Putin eine Säuberung der Regierung vor? weiterlesen

Bitte noch zwei, drei Jahre an Sanktionen!

Yurasumy

Übersetzt von James B. nach der englischen Fassung von Julia Rakhmetova und Rhod Mackenzie vom 13.04.2016 auf Russia Insider

Nur billiges Öl ist nutzbringender für die russische Moral und die Wiedergeburt seiner Wirtschaft

karikatur
Erst kein Hemd! Jetzt, keine Hosen!

Karikatur: Hättet Ihr wohl gerne gehabt!

Als die USA, Kanada, die EU und sogar Japan Sanktionen gegen Rußland verhängten, als sie es aus den G8 ausschlossen und »Schwarze Listen« gegen personae non gratae veröffentlichten, als sie die Weltpreise von Öl und Gas heruntermanipulierten, erwarteten »unsere westlichen Partner« ganz andere Ergebnisse. Bitte noch zwei, drei Jahre an Sanktionen! weiterlesen

Der Selbstmord der EU durch Wirklichkeitsverleugung

vom Saker

The EU’s “suicide by reality denial”

Was geschehen musste, ist geschehen. Die EU, die Kette aus schwachen Gliedern, die sie ist, gab letztlich nach, und die Holländer waren die ersten, die gegen die Assoziierung mit der Ukraine stimmten. Natürlich können die Eurobürokraten jetzt irgendeinen Grund finden, die Abstimmung für ungültig zu erklären, sie können erklären, dass irgendein Gesetz verletzt wurde, sie könnten sogar einige kleinere Änderungen an der Assoziierungsvertrag aushandeln, oder sie könnten entscheiden, dass sie diese Abstimmung schlicht ignorieren. Aber nichts davon wird irgend etwas ändern: die Wahrheit ist nicht zu leugnen, dass die Ukrainer in der EU nicht willkommen sind, nicht als Assoziierte, und noch weniger als Mitglieder. Also keine EU, keine NATO, keine „europäische Zukunft“ für die Ukraine. Der ganze Heißluftballon, der die naiven und hässlichen Hoffnungen der Euromaidaner genährt hat, ist geborsten, und das euro-ukrainische Projekt ist abgestürzt und ausgebrannt wie die Hindenburg.

Dieses Unglück musste nicht geschehen, es war gänzlich menschengemacht. In einer vernünftigeren Welt hätten die EU, Russland und die Ukraine einen Handel aus drei Parteien verhandeln können, der der Ukraine die Rolle gegeben hätte, die ihr Geografie und Geschichte vorgezeichnet haben: eine Brücke zwischen Russland und der EU zu sein. Aber die EU hat diese Möglichkeit kategorisch abgelehnt, mehrere Male, und schlicht erklärt, „die Ukraine ist ein souveräner Staat, und Russland hat in ukrainischen Angelegenheiten nicht mitzureden“. Dieses Nullsummenspiel wurde Russland gegen seinen Willen aufgezwungen, aber jetzt ist es die EU, die alles verloren hat, selbst, wenn das auch für Russland keineswegs ein Sieg ist. Es ist traurige Realität, dass alle verloren haben. Jetzt muss die EU die völlige Niederlage ihrer Ukraine-Politik akzeptieren, Russland blickt jetzt alleine auf einen sterbenden Staat gleich hinter seiner Grenze, während die Ukraine schlicht in Stücke fällt und schmerzvoll dahinscheidet. Werden die Eurobürokraten dieses Ergebnis akzeptieren? Der Selbstmord der EU durch Wirklichkeitsverleugung weiterlesen

Assad hat in Syrien nicht Seinesgleichen

Alexej Peskow

У Асада дублеров нет, nach der englischen Übersetzung von Fort Russ

Normalisierung in Syrien ist ohne seinen gegenwärtigen Staatschef unmöglich

Heute wird Syrien von Bashar al-Assad verkörpert, sagt der Historiker und Publizist Nikolai Starikow. Er teilte seinen frischen Blick auf den Prozess vergangener und gegenwärtiger Prozesse mit uns.

Alexej Peskow (A.P.).: Wie weit stimmten die erklärten Ziele unserer Führung für den militärischen Einsatz in Syrien mit den wirklichen überein?

Nikolai Starikow (N.S.): Ich denke, die erklärten Ziele stimmen völlig mit dem Plan überein. Die Hauptaufgabe Russlands – den Prozess der Staatszerstörung und Chaotisierung im Nahen Osten aufzuhalten, der von den Vereinigten Staaten ausgelöst wurde. Irgendwann müssten wir uns bemühen, die Aggression von Amerika geschaffener terroristischer Organisationen gegen Russland über Afghanistan und andere Länder zu verhindern. Wenn die souveränen Staaten im Nahen Osten wiederhergestellt werden, werden die terroristischen Gruppen auf ihrem Gebiet nicht überleben können. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die russische Politik grundsätzlich von der der Vereinigten Staaten, die unter dem Deckmantel des Kampfes für Demokratie mit der Zerstörung von Staaten beschäftigt sind, und der darauf folgenden Einpflanzung des Terrorismus.

A.P. : Schaden anzurichten ist kein sehr klares Ziel der US-Politik. Vielleicht ist es das vorübergehende Resultat einiger anderer Bestrebungen. Assad hat in Syrien nicht Seinesgleichen weiterlesen

Eine Runde zum Gucken

Heute mal wieder ein Satz Videos.

Das erste ist die Pressekonferenz des russischen Verteidigungsministerium vom 18.03. zum Stand der Waffenstillstandsverhandlungen in Syrien.

Das zweite ist ein Interview mit Lawrow, in dem er seinen trockenen Humor einmal ganz zur Wirkung kommen lässt. Das erste Mal, dass er so deutlich sagt, was er von den “amerikanischen Partnern” hält. Ein wahres Vergnügen…

Und das dritte ist ein Bericht über die Kämpfe bei Jasinowataja, die nun schon eine Woche andauern. In den letzten Wochen hat sich der ukrainische Beschuss wieder deutlich verstärkt; gegen Gorlowka werden mittlerweile wieder Grad-Raketenwerfer zum Einsatz gebracht und die bekannten Donezker Gebiete um den Flughafen liegen auch wieder mindestens nachts unter Feuer. Die heftigsten Gefechte gibt es aber bei Jasinowataja, dort droht sich das Gerangel um Stellungen in der eigentlich neutralen Zone ständig in ein abermaliges Aufflammen des Kriegs zu verwandeln. Die genauen Details könnt ihr der alternativen Presseschau entnehmen, die täglich die Lageberichte Basurins übersetzt. Hier das Video:

Analyse des Abzugs des russischen Militärs aus Syrien

vom Saker

Wladimir Putin hat gerade den Rückzug der russischen Truppen in Syrien angeordnet:

„Ich halte die Ziele, die dem Verteidigungsministerium gesetzt wurden, im Allgemeinen für erreicht. Darum befehle ich, den Rückzug des Hauptteils unserer Militärgruppe vom Gebiet der Syrischen Arabischen Republik zu beginnen, angefangen Morgen,“ sagte Putin am Montag während eines Treffens mit Shoigu und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow. „In einem kurzen Zeitraum hat Russland eine kleine, aber sehr wirkungsvolle militärische Gruppe in Syrien geschaffen. Die wirkungsvolle Arbeit unserer militärischen Kräfte erlaubte dem Friedensprozess, zu beginnen,“ sagte Putin und fügte hinzu, „die russischen Regierungstruppen und die [syrischen]patriotischen Kräfte” hätten “die Lage im Kampf gegen den internationalen Terrorismus verändert und die Initiative ergriffen.“

Die erste Frage, die man sich stellen muss, ist, ob dies zutrifft: haben die Russen ihre Ziele erreicht oder nicht? Um auf diese Frage zu antworten, müssen wir betrachten, was die ursprünglichen russischen Ziele waren. Ich habe das in meinem Artikel „Die dreizehnte Woche des russischen Eingreifens in Syrien: die Lügen aufdecken“ getan, in dem ich schrieb:

Das Hauptthema ist hier, welches Kriterium angelegt wird, um „Erfolg“ zu messen. Und das wiederum wirft die Frage auf, was die Russen ursprünglich mit ihrem Eingreifen erreichen wollten. Es erweist sich, dass Putin den Zweck des russischen Eingreifens klar und offiziell benannt hat. Am 11. Oktober erklärte er in einem Interview mit Wladimir Solowiew auf dem Fernsehsender Rossija 1 folgendes:
Unser Ziel ist es, die legitime Macht zu stabilisieren und die Bedingungen für einen politischen Kompromiss zu schaffen. Analyse des Abzugs des russischen Militärs aus Syrien weiterlesen