Kategorie-Archiv: Russland

Russland

Vernichtungskrieg: “Kein Kommentar”

Zum Jahrestag des Überfalls Nazideutschlands auf die Sowjetunion heute noch einmal ein Text, den wir von German Foreign Policy übernommen haben. Er ruft kurz und klar ins Gedächtnis, um welche Art Kriegsführung es sich damals handelte. Vor diesem Hintergrund ist es eine besondere Schande, dass gerade jetzt wieder deutsche Panzer und Flugzeuge an der Grenze Russlands unterwegs sind. Wäre man sich hierzulande bewusst, welch ungeheures Verbrechen dieser Überfall war, die heutige Kriegspolitik hätte es deutlich schwerer. D.H.

Selbst 75 Jahre nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion will die Bundesregierung diesen nicht als Beginn eines rassistischen Vernichtungskrieges bezeichnen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervor. Demnach handelt es sich beim Überfall auf die UdSSR am 22. Juni 1941 nach offizieller Lesart “um einen unprovozierten Angriffskrieg des ‘Dritten Reiches'” – andere “rechts- oder geschichtswissenschaftliche Auffassungen” werde man “nicht kommentieren”. Die Haltung Berlins ist umso skandalöser, als zahlreiche verbrecherische Befehle der NS-Führung überliefert sind, in denen unmissverständlich die “Ausrottung” der “jüdisch-bolschewistischen Intelligenz” in der UdSSR angeordnet wird. Gleichzeitig weigern sich die deutschen Regierungsparteien, die von der Naziwehrmacht internierten sowjetischen Kriegsgefangenen als Opfer des NS-Regimes anzuerkennen; über einen entsprechenden Antrag der Linksfraktion im Deutschen Bundestag wurde bis heute nicht entschieden. Mehr als drei Millionen gefangene Rotarmisten kamen im deutschen Gewahrsam ums Leben – sie starben an Hunger, vermeidbaren Krankheiten oder wurden gezielt ermordet. Insgesamt forderte der von Deutschland ausgehende Krieg auf sowjetischer Seite 27 Millionen Opfer, davon etwa 18 Millionen Zivilisten. Vernichtungskrieg: “Kein Kommentar” weiterlesen

Videos mit Beilage

Heute will ich mal wieder eine Reihe von unterschiedlichen Videos einstellen, mit etwas Text drumrum.

Zum Einstieg ein kurzes Video vom letzten Samstag bei den Protesten in Ramstein; ein Interview mit Klaus Hartmann, dem Vorsitzenden des Freidenker-Verbands:

Ehe ich dem noch den letzten Aufruf der Freidenker folgen lasse, noch ein weiteres kurzes Video, das auf Russia Insider mit englischen Untertiteln erschien, und das ich gleich gegriffen habe, um es einzudeutschen. Es ist wieder einmal ein kurzer Ausschnitt aus einer russischen Fernsehsendung, “Moment der Wahrheit”. Diese Sendung hatte schon mehrmals Berichte zur Ukraine gebracht, unter anderem zu Mariupol. In diesem Video geht es um einen bisher unbekannten Aspekt, der aber sehr sichtbar macht, wie aggressiv und brandgefährlich das Verhalten der NATO ist – es geht um US-Drohnen, die über der Krim abgefangen wurden. Und der Kommentator hat völlig recht – das Überfliegen mit Drohnen, denen nicht anzusehen ist, ob sie scharfe Waffen transportieren oder nicht, ist bereits eine kriegerische Handlung… und hier stellt sich natürlich die Frage, ob auch diese Drohnen aus Ramstein gesteuert werden. Videos mit Beilage weiterlesen

“Das wird sich alles sortieren” (III)

Foreign Minister Sergey Lavrov’s interview to Komsomoskaya Pravda, Moscow, May 31. 2016

Zum ersten Teil

Zum zweiten Teil

K.P.: Die türkischen Kurden haben Russland gedrängt, seine Haltung zum jetzigen Genozid an den Kurden öffentlich zu machen. Die Stadt Diyarbakir beispielsweise wurde völlig zerstört, wie viele andere Städte. In der Türkei findet ein Bürgerkrieg statt, dennoch hat Russland nicht interveniert.

Die syrischen Kurden wundern sich, warum Russland Waffen an [den irakischen Kurdenführer] Massoud Barsani liefert, aber nicht an die syrischen Kurden, die wirklich gegen ISIS kämpfen. Irakisch-Kurdistan ist das Spielfeld der USA, und Massoud Barsani ist ein pro-türkischer Politiker, der es türkischen Truppen erlaubt hat, nach irakisch-Kurdistan zu kommen.

Guerillas von der kurdischen Arbeiterpartei, die in den Kandil-Bergen kämpfen, haben ebenfalls um Unterstützung gebeten, zumindest mit diplomatischen Mitteln, wie es die Sowjetunion getan hat, wenn wir ihnen nicht militärisch helfen.

S.L.: Wir geben diese Art der Unterstützung. Es ist möglich, dass wir öfter davon reden sollten, obwohl die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, das Thema des Genozids an den Kurden in der Türkei regelmäßig auf ihren Konferenzen erwähnt.

Grundsätzlich sprechen wir oft über die Haltung der Türkei zu den Kurden. Wir fordern nur Eines – dass die Türkei die Truppen zurückzieht, die sie in den Irak geschickt hat, vermeintlich, um die irakische Souveränität zu stärken, wie der ehemalige türkische Premierminister Ahmet Davutoglu behauptete. Das ist unannehmbar. Ich glaube, das was die Türkei tut, hat eine breitere öffentliche Aufmerksamkeit bei unseren westlichen Partnern verdient. Sie glauben, dass die „Alliierten“ alles untereinander lösen werden. Das ist keine gute Position. Als die Türkei den griechischen Luftraum verletzte, und Russland daraufhin einige härtere Bemerkungen machte, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, „beide sind NATO-Verbündete“, die ihre Probleme selbst lösen könnten. Erst einmal, was ist mit Zypern, das kein NATO-Mitglied ist und dessen Luftraum regelmäßig von der Türkei verletzt wird? Zweitens, was für eine Art Haltung ist das? Heißt das, man kann alles tun, was man will, wenn man NATO-Mitglied ist? Die EU hat das gleiche Problem: EU-Mitglieder müssen sich nicht vor dem Europarat verantworten. Sie sagen, sie befassen sich nur mit Menschenrechtsverletzungen durch Nichtmitglieder der EU, weil sie ein spezielles Verfahren für Verletzungen innerhalb der EU-Länder hätten. “Das wird sich alles sortieren” (III) weiterlesen

“Das wird sich alles sortieren” (II)

Foreign Minister Sergey Lavrov’s interview to Komsomolskaya Pravda, Moscow, May 31, 2016

Zum ersten Teil

K.P.: Ich habe von Anfang an im Donbass gearbeitet und das Referendum am 11. Mai miterlebt. Es ist schwer, den Leuten zu erklären, warum das Referendum auf der Krim anerkannt wurde, und die Referenden in Donezk und Lugansk nicht, die genauso fair und ernsthaft waren wie das auf der Krim, und in Gegenwart von Journalisten stattfanden.

Wir haben zu diesem Thema Anrufe gehabt:

Warum hat Russland dem Südosten der Ukraine weniger Aufmerksamkeit geschenkt? Ist der verwüstete Donbass nicht so gut wie die blühende Krim?

Ich rufe aus Donezk an. Gebt Donezk nicht auf. Das ist russisches Land, auf dem russische Leute leben. Wir erleben Not, und warten auf Eure Hilfe. Wir werden ohne sie nicht überleben. Bitte gebt uns nicht auf.

Warum gibt Russland keine Erklärung ab in dem Sinne, dass es, wenn die Ukraine weiterhin die Minsker Abkommen sabotiert, die Volksrepubliken Donezk und Lugansk öffentlich anerkennt und mit ihnen Verträge schließt, wie mit Abchasien und Südossetien?

S.L.: Zuerst, wir haben den Südosten der Ukraine nicht aufgegeben, und erinnern uns immer daran. Wir unterstützen ihn proaktiv, und nicht nur politisch. Diese Bemühungen umfassen humanitäre Hilfe, Initiativen, um wirtschaftliche Fragen zu lösen und um angemessene Lebensbedingungen sicher zu stellen, einschließlich solcher Themen, um die sich zu kümmern Frankreich und Deutschland versprochen hatten. Sie hatten angeboten, das Banksystem wieder herzustellen, konnten es aber nicht, und gaben das zu. Das zeigt nur, dass man Partnern vertrauen sollte, sich aber auf sich selbst verlassen. Russland ist beteiligt, dieses und andere Themen, die die Lebensbedingungen im Donbass betreffen, zu lösen, und wird dies weiterhin sein.

Unter den Bestimmungen der Minsker Vereinbarungen zum besonderen Status des Donbass ist das Recht auf direkte und unbeschränkte wirtschaftliche und andere Beziehungen mit der russischen Föderation. Das ist eine Schlüsselkomponente, die es Russland wie auch Donezk ermöglichte, die Minsker Vereinbarungen zu unterstützen.

Was die Referenden betrifft, Sie sind sich der Bedingungen bewusst, unter denen das Referendum auf der Krim gehalten wurde, und wie es in den Regionen Donezk und Lugansk stattfand. Nach dem Referendum im Donbass haben sich die Führer dieser selbsternannten Republiken nicht geweigert, einen Dialog mit Kiew zu führen. Es war dieser Dialog, der zum Minsker Paket führte. “Das wird sich alles sortieren” (II) weiterlesen

“Das wird sich alles sortieren” (I)

Interview des russischen Außenministers Sergej Lawrow mit Zeitung und Radio ‘Komsomolskaja Prawda’, Moskau 31.05.2015

Foreign Minister Sergey Lavrov’s interview to Komsomolskaya Pravda, Moscow, May 31, 2016

Foreign Minister Sergey Lavrov’s interview to Komsomolskaya Pravda, Moscow, May 31, 2016

Komsomolskaja Prawda (KP): Packen wir den Stier bei den Hörnern. Wir haben hunderte unterschiedlicher Botschaften und Fragen erhalten. Viele davon zeigen massive Sorgen in Verbindung mit einer sehr schwierigen Lage, was dieses Land betrifft. Sie haben versucht, uns mit Sanktionen zu zerschmettern, die NATO bewegt sich näher an unsere Grenzen, und es wird ein Raketenabwehrsystem entwickelt. Unser Land erlebt eine nie dagewesene Dämonisierung durch die internationalen Medien. Sie wollen uns nicht hören. Die Vereinigten Staaten führen in diesem Prozess. Der US-Präsident Barack Obama sagte, dass die amerikanische Nation außergewöhnlich sei, und andere Länder nach den Regeln spielen müssten, die die Vereinigten Staaten setzen. Die Rolle eines Vasallen passt eindeutig nicht für uns. Sind wir zu ewiger Rivalität und ewigem Konflikt mit dem unter Führung der Vereinigten Staaten vereinten Westen verdammt, die jederzeit zu einer Konfrontation werden können, um nicht ein noch finstereres Szenario zu erwähnen? Die Leute sagen immer öfter, dass es Krieg geben wird. Wie begründet sind diese Sorgen?

Sergej Lawrow (S.L.): Es wird keinen „Weltkrieg“ geben. Präsident Putin sagte das in Wladimir Solowjows Film Weltordnung. Ich bin überzeugt, dass auch verantwortliche Politiker im Westen das nicht geschehen lassen werden, denn sie erinnern sich gut an die Schrecken des ersten und zweiten Weltkriegs. Russland hat im Krieg in Europa die größten Verluste erlitten, China die größten im Pazifik, im Kampf gegen den japanischen Militarismus. Noch einmal, die Politiker können das nicht geschehen lassen. “Das wird sich alles sortieren” (I) weiterlesen

Wie Russland sich auf den dritten Weltkrieg vorbereitet

vom Saker

How Russia is preparing for WWIII

Ich habe vor kurzem einen Artikel gepostet, in dem ich versuchte, einige beliebte Mythen über moderne Kriegsführung zu zerstören. Wenn ich nach den Kommentaren gehe, die ich in Erwiderung auf diesen Text erhalten habe, muss ich sagen, dass die besagten Mythen immer noch bei bester Gesundheit sind und dass es mir offenbar nicht gelungen ist, viele Leser zu überzeugen. Was ich heute vorschlagen will, ist, zu betrachten, was Russland wirklich als Antwort auf die wachsende Bedrohung aus dem Westen tut. Aber zuerst muss ich den Kontext dazu aufbauen, oder, genauer, den Kontext, in dem Russland agiert, wieder aufbauen. Fangen wir damit an, die anglozionistische Politik Russland gegenüber in den Blick zu nehmen.

Die Handlungen des Westens

Das erste auf dieser Liste ist unverkennbar die Eroberung ganz Osteuropas durch die NATO. Ich rede von Eroberung, weil es sich genau darum handelt, aber eine Eroberung, die nach den Regeln der Kriegsführung des 21. Jahrhunderts erreicht wurde, die ich als „80% auf dem Feld der Information, 15% auf dem der Wirtschaft und 5% auf dem des Militärs“ beschrieben habe. Ja, ich weiß, die guten Leute in Osteuropa haben nur davon geträumt, von USA/NATO/EU etc. unterworfen zu werden – und wenn? Jeder, der Sun Tsu gelesen hat, erkennt sofort, dass dieser tiefe Wunsch, von den anglozionistischen „Borg“ assimiliert zu werden, nichts anderes ist als das Ergebnis einer zerstörten eigenen Identität eines tief sitzenden Minderwertigkeitskomplexes und daher eine Kapitulation, die nicht einmal mit militärischen Mitteln herbeigeführt werden musste. Letztlich macht es keinen Unterschied, was die Ortsansässigen zu erreichen glaubten – jetzt sind sie Untertanen des Empire und ihre Länder sind mehr oder weniger irrelevante Kolonien am Rande des anglozionistischen Empire. Wie üblich schäumt die örtliche Kompradorenelite über vor Stolz, jetzt von ihren neuen Herren als gleichrangig akzeptiert zu werden, wie sie denken (stellt euch dabei Poroschenko, Tusk oder Grybauskaite vor), und das gibt ihnen den Mut, Moskau hinter dem NATO-Zaun heraus anzukläffen. Gut für sie.

Das zweite ist die jetzt vollständige Kolonisation Westeuropas durch das Empire. Während sich die NATO nach Osten bewegte, haben die USA auch eine weit tiefere Kontrolle über Westeuropa ergriffen, das jetzt für das Empire durch jene verwaltet wird, die der ehemalige Londoner Bürgermeister einmal „großes formloses rückgratloses protoplasmisches Gelee“ nannte – gesichtslose Bürokraten wie Françoise Hollande oder Angela Merkel. Wie Russland sich auf den dritten Weltkrieg vorbereitet weiterlesen

Beliebte Klischees über moderne Kriegsführung zerstören

vom Saker

Debunking popular clichés about modern warfare

„Wie würde ein Krieg zwischen Russland und den USA aussehen?“

Das muss die Frage sein, die mir am häufigsten gestellt wird. Das ist auch die Frage, auf die ich die fremdartigsten und schlechtinformiertesten Antworten höre. Ich habe mich in der Vergangenheit mit dieser Frage befasst, und wer an diesem Thema interessiert ist, kann folgende Artikel lesen:

Es wäre nutzlos, das alles hier zu wiederholen, also will ich mich dem Thema aus einem etwas anderen Blickwinkel annähern, aber ich würde jenen, die daran interessiert sind, sehr empfehlen, sich die Zeit zu nehmen, diese Artikel zu lesen, die, auch wenn sie überwiegend 2014 und 2015 geschrieben wurden, immer noch weitgehend gültig sind, vor allem, was die Methodologie angeht, mit diesem Thema umzugehen. Alles, was ich heute vorschlage, ist, einige beliebte Klischees über moderne Kriegsführung im Allgemeinen zu zerstören. Ich hoffe, dass ich euch, indem ich sie zerstöre, mit dem Werkzeug versehe, um den Unsinn, den uns die Konzernmedien gerne als „Analyse“ präsentieren, zu durchschneiden. Beliebte Klischees über moderne Kriegsführung zerstören weiterlesen

Paraden und mehr

Die “große” Parade dürftet ihr problemlos selber finden, auf RT oder woanders (die 360-Grad-Aufnahmen sind besonders hübsch); deshalb gibt es hier nur die “kleine” Parade aus Donezk zu sehen.

Wer will, kann sie mit der des vergangenen Jahres vergleichen und sehen, was sich verändert hat.

Hier ist Donezk heute:

Beim auf die Parade folgenden Zug des “Unsterblichen Regiments” wurde in Donezk nicht nur der Toten des zweiten Weltkriegs gedacht. Vergangenheit und Gegenwart haben sich auch hier wieder berührt.

In der Restukraine war es nicht ruhig. In Kharkow, Odessa, selbst in Kiew gingen Menschen auf die Straße, um an den Sieg über den Hitlerfaschismus zu erinnern. Trotz Angriffen durch Ukronazis, und mit Siegesfahnen, obwohl sie in der Ukraine verboten sind. Ein beeindruckendes Zeichen dafür, dass die Bandera-Ideologie das Land noch lange nicht völlig im Griff hat. Diese Aufnahmen stammen aus Saporoschje:

Und zuletzt noch ein längeres Video, das gewissermaßen Hintergrundinformationen zu den Paraden liefert. Die Gruppe von Antimaidan Deutsch hat in einem langen Video Lieder aus dem und über den zweiten Weltkrieg übersetzt und untertitelt; einige davon wird man wiedererkennen, wenn man die Musik zur “großen” wie zur “kleinen” Parade hört. Es lohnt sich, dieses Video einmal anzuschauen.

Wer danach noch mehr Bilder und Videos sehen will, hier sind die Paraden aus Sewastopol, Nowosibirsk und anderen russischen Städten und hier weitere Aufnahmen aus Donezk wie auch aus Lugansk und Altschewsk.

Neun Thesen über den Krieg, den wir führen

Rostislaw Ischtschenko

Девять тезисов о войне, которую мы ведем, übersetzt auf Grundlage der englischen Übersetzung

Am 27. und 28. April hielt das russische Verteidigungsministerium eine internationale Konferenz über Sicherheit ab. Ich nahm an einem Diskussionspaneel zu „Farbrevolutionen“ teil.

Die Zeit, die den Rednern (5 Min.) und den Diskussionsteilnehmern (1 Min.) gegeben wurde, war zu kurz, um das ganze Konzept der Farbrevolutionen in der modernen Politik und ihre Auswirkungen auf die allgemeine und die militärische Sicherheit des betroffenen Staates darzustellen. Daher präsentiere ich meine Sicht in Stichworten. Ich werde mich kurz halten, weil dameine mehrbändige Studie der „Farbrevolutionen“ und des hybriden Kriegs im Allgemeinen schreiben kann, und selbst dann wäre das Thema womöglich nicht vollständig erfasst.

These eins. Allein die Tatsache, dass sich das Militär für dieses Thema interessierte (es nahmen tatsächlich Vertreter mehrerer Dutzend Verteidigungsministerien verschiedener Länder an dieser Diskussion teil) belegt, dass „Farbrevolutionen“ von modernen Staaten nicht als eine innere Bedrohung gesehen werden (wofür sich Polizei und Sicherheitsdienste interessieren würden), sondern als eine äußere Bedrohung. Sie zeigen die Merkmale einer militärischen Aggression, also ist das Entgegenwirken ein Job für das Militär. Neun Thesen über den Krieg, den wir führen weiterlesen

Bereitet Putin eine Säuberung der Regierung vor?

vom Saker

Is Putin preparing a governmental purge?

Wie er es einmal im Jahr zu tun pflegt, verbrachte Präsident Putin letzte Woche über dreieinhalb Stunden damit, 80 von über drei Millionen eingegangenen Fragen zu beantworten. Die Show, die live auf Kanal 1, Rossija-1 und Rossija-24 gezeigt und von Majak, Vesti FM und Radio Rossii übertragen wurde, war ein nie dagewesener Erfolg, den Millionen Russen sahen und kommentierten. Man kann das volle (englische, A.d.Ü.) Transkript hier lesen, und das Transkript eines Gesprächs zwischen Putin und dem Journalistenkorps nach der Show hier.

Der wichtigste russische Fernsehsender Rossija 1 brachte nicht nur eine, sondern zwei Talkshows, die sich nur damit befassten, Putins Auftritt zu diskutieren. Diese Talkshows liefen unter dem Format „Abend mit Wladimir Solowiew“ – die bei weitem meistgesehene Talkshow des russischen Fernsehens. Nur als Randbemerkung, Rossija 1 ist das Kronjuwel der mächtigen und staatlich kontrollierten Allrussischen Fernseh- und Radiosendegesellschaft (VGTRK) Medienholding. Mit der Anrufsendung mit Putin (3 Stunden 40 Minuten), der ersten Talkshow (2 Stunden 12 Minuten) und der zweiten Talkshow (1 Stunde 44 Minuten) wurden dem russischen Publikum verblüffende siebeneinhalb Stunden Diskussionen geboten. Einige mögen das „Propaganda“ nennen, und das negativ oder positiv sehen, aber das ändert wenig. Der entscheidende Punkt ist hier, dass das ein wichtiger, großer Einsatz war, um mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Was war also die Botschaft, die mit all dem vermittelt wurde? Ich will das für euch zusammenfassen: Bereitet Putin eine Säuberung der Regierung vor? weiterlesen