Archiv der Kategorie: Russland

E.Satanowski -. Zerbrechendes ukrostan?

Ein Artikel von Jewgenij Sanatowski, übersetzt von T. Roth (Quelle)

Die Ukraine kann in Teile zerbrechen!

Ein Korrespondent von BaltNews.lv, der auf Dienstreise in Moskau war, hat auf dem Arbat den Experten für internationale Beziehungen, die bekannte Medienperson, den Präsidenten des Institutes Naher Osten, Jewgenij Satanowski, getroffen. Er hat ihn gebeten, die aktuellen politischen Ereignisse und Nachrichten zu kommentieren.

BN: – Jewgenij Janowitsch, wie stehen Sie zum Ausspruch der demokratisch gewählten Expräsidentin Lettlands, Vaira Vike-Freiberga, die das Treffen Putins und Trumps „das Treffen zweier Gorillas im Dschungel“ nannte?

J.S.: – Sie verstehen, erstens mag ich persönlich die Demokratie überhaupt nicht. Ich halte die Demokratie für die Ordnung, in der laut der britischen Maxime, ein kleiner Haufen Schurken eine große Menge Idioten verwaltet. Die Expräsidentin Lettlands hat einen originellen Vergleich in Bezug auf den russischen und den amerikanischen Präsidenten gemacht – mir scheint nur, dass zwar der eine einem Gorilla gleicht aber der andere überhaupt nicht.
Aber überhaupt die Gorillas – das sind merkwürdig friedliebende Tiere. Die Gorillas sind Grasfresser und der Gorilla wird niemals jemanden als erster angreifen. Die Gorillas sind klug, sorgen sich und sind überzeugend. Und, übrigens – sie sind flaumig. E.Satanowski -. Zerbrechendes ukrostan? weiterlesen

Weißrussland – drei Textauszüge

Im Folgenden drei Textauszüge zum Thema plus ein ergänzender, die von T. Roth übersetzt wurden.

1.) Die Unterstützung der „brüderlichen Ukraine“ durch Lukaschenko – das ist „Beihilfe für den Feind“ (Quelle)

Die Erklärung Alexander Lukaschenkos, dass die „brüderliche Ukraine“ heute um die Unabhängigkeit kämpft, haben Unverständnis und Empörung in Russland und auf dem Donbass herbeigerufen. Nach Meinung der von den EADaily-Experten Befragten, ist das Ziel des nicht freundlichen Ausfalls zur Seite Russlands, die Erpressung und die Manipulation Moskaus.
„Die Worte Lukaschenkos befremden und rufen Empörung hervor. Vor allem sollte man erkennen, mit wem brüderlich verbunden die Ukraine kämpft? Besonders für ihre Unabhängigkeit? Offenbar sollen alle Toten auf dem Territorium der LVR und DVR, die Kinder, die Alten und die Frauen die Hauptfeinde der ukrainischen Unabhängigkeit sein. Indem er eine solche Erklärung abgiebt, solidarisiert sich Lukaschenko damit offenbar mit denen, die gegen den Donbass kämpfen, die die Frauen, die Alten und die Kinder töten. Weißrussland – drei Textauszüge weiterlesen

R.I. – Kiew dreht durch: Vor was Putin seine „Partner“ warnte

Hier noch eine Übersetzung des Artikels von Rostislav Ischtschenko durch unseren Teilnehmer Artur zum Thema dieser Tage (Quelle).
Eine Anmerkung noch vorab: Der russische FSB ist nicht wie oft dargestellt eine Art KGB, also ein Geheimdienst, sondern entspricht in etwa dem fbi der amis; bei uns entspräche er der Zusammenlegung von bka und verfassungsschutz.

Rostislav Ischtschenko, Kolumnist von „Rossija Sewodnja“ (AdÜ.: „Russland Heute“)

Bei seinem Auftritt am Donnerstag im alljährlichen Kollegium des FSB (AdÜ.: Der russische Inlandsgeheimdienst.) sprach der Präsident Russlands Waldimir Putin über die Situation im Südosten der Ukraine. Laut Meinung des Präsidenten verschärfen die ukrainischen Behörden absichtlich die Situation in der Konfliktzone des Donbass, um die Minsker Abkommen platzen zu lassen, dabei auf eine militärische Lösung des Problems setzend. Das Staatsoberhaupt betonte dabei, dass die ukrainischen Mächte „offen über die Organisation von diversiv-terroristischer, subversiver Akte sprechen, unter anderem auch in Russland“.

Ein Signal an den Westen

Verständlich, dass die antiterroristische und gegenaufklärerische Arbeit die Handlungsbasis des FSB bildet. Aber ebenso verständlich ist, dass Aussagen des Präsidenten dieser Art, nämlich offen für alle vernehmbar, vor allem für ein Außenpublikum bestimmt sind. R.I. – Kiew dreht durch: Vor was Putin seine „Partner“ warnte weiterlesen

Dies und Das – Schoko-Attacken und Kremlschach

Dass amis nicht kapieren, was nicht direkt neonfarben vor der Visage blinkt und möglichst auch noch Tatü macht, erstaunt niemanden. Aber dass man auch in nazigrad (vormals kiew) kein russisches Denken  mehr zu verstehen scheint, erstaunt dann doch. Was ist geschehen, was gäbe es zu verstehen?

Zweierlei. Während die ukros anscheinend einen erhofft vernichtenden großen Schlag vorbereiten, hat auch Putin nicht geschlafen, sondern insbesondere zwei äusserst bedeutsame Fakten geschaffen. Dies und Das – Schoko-Attacken und Kremlschach weiterlesen

R.I. – 2 jahre M2 – weder Frieden noch Krieg

Dies ist eine Übersetzung eines recht aktuellen Artikels bei Rossija Sewodnja („Zwei Jahre Minsker Abkommen: Weder Frieden, noch Krieg“) von Rostislav Ischtschenko durch unseren Dorfbewohner Artur. (Quelle)

Dies ist Arturs erste Übersetzung hier und ich bitte darum, gut damit umzugehen.

Vor zwei Jahren, am 11. – 12. Februar des Jahres 2015, wurde im Laufe eines Treffens in Minsk von den Führern der Staaten des sogenannten Normandie-Formats ein Dokument unter der Bezeichnung „Maßnahmenkomplex zur Umsetzung der Minsker Vereinbarungen“ verabschiedet, welches im Volksmund zu „Minsk II“ umgenannt wurde. Wer versuchte nicht alles in der letzten Zeit „Minsk II“ zu begraben – es ist jedoch immer noch in Kraft. Den Wunsch, die Vereinbarung zu annulieren, äußert nur Kiew offen, doch „Minsk II“ hat gute Chancen den ukrainischen Staat zu überleben.
Worin liegt der Grund für solch eine Standfestigkeit der Übereinkommen, trotz einer negativen (bzw. misstrauischen) Auffassung dieser vom Großteil der aktiven Gesellschaft nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Russland und den Donbasser Volksrepubliken? Wie wird die Gegensätzlichkeit gelöst, wenn die unpopuläre Vereinbarung stabiler ist als manche Staaten? R.I. – 2 jahre M2 – weder Frieden noch Krieg weiterlesen

Das Tribunal

Angesichts des wohl anstehenden größeren Angriffs auf den Donbass ist es unerlässlich zu ergründen, warum – und ob – Russland  anscheinend ungerührt zusieht, wie nebenan haufenweise Russen abgeschlachtet werden.

Ich beginne mit der Hoffnung. Analitik brachte unlängst einen Artikel, der weitenteils „nur“ aus einer Stellungnahme des russischen Verteidigungsministeriums bestand sowie aus einem von Analitik klug herausgepickten und aufgegriffenen Detail, dem nämlich, dass die Verlautbarung wie die Ankündigung eines Tribunals klinge. Ich stimme ihm nicht nur zu, sondern führe weiter aus, dass es bereits die zweite solche Äusserung aus Russland ist und dass dies ein Alarmsignal von erheblicher Bedeutung ist. Mehr noch, es scheint sogar geboten. eine neue Deutungsalternative für die derzeitigen erheblichen nato-Truppenbewegungen Richtung russischer Grenze zu sehen. Die nämlich, dass das schlicht eine plärrend and anschuldigend getarnte *tatsächliche* Abwehrvorbereitung ist (neben der Option, die Möglichkeit zu „Missverständnissen“ zu schaffen). Das Tribunal weiterlesen

crimsonalter – schwarze Zeichen und blaue Spielmarken

Übersetzung eines Artikels von Crimsonalter (Quelle).

Die schwarzen Zeichen und die blauen Spielmarken in der Ansprache Putins

Die jährliche Ansprache des Präsidenten ist ein russisches politisches Analogon zu einer Schautafel beim Eishockeyspiel. Auf der “Schautafel“ – steht der Spielstand, der anzeigt, wer gewonnen und wer verloren hat und in wessen Nutzen die Patience der politischen Allianzen gebildet wurde. Man kann auch die Analyse direkt nach dem Schlüssel durchführen, wem der Präsident „ein schwarzes Zeichen“ und wem er „eine blaue Spielmarke“ geschickt hat. Den Terminus „blaue Spielmarke“ biete ich als das Antonym für „das schwarze Zeichen“ an. In der Tradition des Pokerns sind die blauen Spielmarken die teuersten auf dem Spieltisch und so ist der Terminus „blaue Spielmarke“ (blue chip) in die Finanzwelt später übergegangen, wo man als „blaue Spielmarken“ die Aktien oder die wertvollen Papiere der größten, liquidesten und sichersten Gesellschaften an der konkreten Börse bezeichnet.

O.K., legen wir los. crimsonalter – schwarze Zeichen und blaue Spielmarken weiterlesen

crimsonalter – Vier Mythen über die russische Wirtschaft

Übersetzung eines Textes von Crimsonalter (Quelle).

Die Führung im Rating der schärfsten Erklärungen der [zum Veröffentlichungszeitpunkt – R.] vergangenen Woche übernahm die Erklärung davon, dass das Fallen der Einkünfte der Russen zu Ende gegangen ist. Die Reaktionen auf diese im Allgemeinen banale Erklärung, die auf der offiziellen staatlichen Statistik beruht, bewegten sich im Bereich von leichter Ironie bis hin zu aggressiver Negation. Es beweist sich wieder einmal, dass etwas Positives über die russische Wirtschaft im öffentlichen Raum auszusprechen; eine ziemlich riskante Sache ist.

Ich habe mir das aktuelle Interview Schuwalows auf NTV angeschaut, in dem die aktuellen Wirtschaftsprobleme des Landes besprochen wurden. Und als die Reaktionen darauf vorgestellt wurden, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es an der Zeit ist, über negative Mythen in der russischen Wirtschaft zu reden. Daran werde ich mich nie gewöhnen. crimsonalter – Vier Mythen über die russische Wirtschaft weiterlesen

Ischtschenko – Das Ende der Geschichte

Eine Übersetzung eines Artikels von Rostislaw Ischtschenko (Quelle)

Wenn Ihnen jemand – weil er ein Flegel ist – im öffentlichen Verkehr versucht, dumm zu kommen, oder ein intellektueller Invalide versucht, als literarischer Kritiker aufzutreten, Puschkin verbessernd, oder es urteilt irgendein Besserwisser, twittert in den Formaten der sozialen Netzwerke von „den Fehlern Putins“, vom „syrischen Afghanistan“ oder von „der Hilflosigkeit des Kremls“, … in solchen Fällen ist immer die beste Reaktion – jegliche Reaktion zu unterlassen.

Den Außenseiter ignorierend, lassen Sie den Galanteriewarenhändler allein mit seinem Spiegel zurück. Wenn Sie reagieren, beginnt er „Frankreich“ zusammen mit dem Kardinal zu retten. Der Außenseiter ist ehrgeizig, er verkümmert ohne Aufmerksamkeit und versucht immer, an jemanden oder etwas anzudocken, das das öffentliche Interesse herbeiruft, damit er weiter geschoben wird, wie der Mond, der vom widergespiegelten Licht leuchtet. Es ist einfach: wenn ich Putin schelte und Putin antwortet mir, dann bin ich genauso viel wert wie Putin. Ischtschenko – Das Ende der Geschichte weiterlesen

Zwei Kernfragen

Gedanken zu zwei Kernfragen

Es tauchen immer wieder zwei Kernfragen auf, nämlich die, ob womöglich auch Putin nur ein, wenn auch sehr gut getarnter Spieler der Gegenseite ist und die, ob Trump denn überhaupt eine Chance und die Möglichkeit hat, in der und für die usppa eine Rettung oder gar Besserung zu erreichen; auch ob das überhaupt möglich ist, ohne weiterhin zu plündern.

Während die Trump Frage zwar nicht gerade einfach zu beantworten ist, ist die Putin Frage alleine schon deshalb ungleich schwieriger, weil die relevanten Faktoren nicht oder kaum im üblichen Betrachtungsbereich liegen. Entsprechend hört man gelegentlich Antworten aus der fernöstlichen Mystik oder aus dem religiösen Glaubensbereich oder der Esoterik.

Bevor ich selbst eine Antwort skizziere, muss ich wohl erst mal meine eigene Position in diesem Bereich aufzeigen. Zwei Kernfragen weiterlesen