Kategorie-Archiv: Analyse

Analyse

Das russische Militär als Machtinstrument (I)

vom Saker

Assessing the Russian military as an instrument of power

Das Ende der Sowjetunion ist ein Vierteljahrhundert her, und dennoch lebt die Erinnerung an die sowjetischen Streitkräfte noch immer im Denken vieler, die den Kalten Krieg erlebt haben oder sich sogar noch an den zweiten Weltkrieg erinnern. Die von der NATO finanzierten Eliten Osteuropas erschrecken weiterhin ihre Bürger mit einer Warnung vor der Gefahr, dass „russische Panzer“ durch ihre Straßen rollen, als ob sowjetische Panzer dabei wären, wieder gegen Deutschland vorzurücken. Eine Zeit lang war das allgemein akzeptierte Bild eines russischen Soldaten im Westen das eines halbgebildeten, betrunkenen und vergewaltigenden Iwan, der in ungeheuren Horden angreifen würde, mit geringem taktischen Geschick und unter einem Offizierskorps, das nach politischer Loyalität und geringer Vorstellungsgabe ausgewählt wurde. Dann änderte sich die propagandistische Erzählung, und jetzt ist das neue russische Schreckbild der „kleine grüne Mann“, der plötzlich auftauchen wird, um irgendwelche Teile des Baltikums an Russland anzugliedern. Vermeintlich pro-russische „Experten“ steigern die Verwirrung, indem sie öffentlich von einem russischen Einsatz in Syrien und im Mittelmeer halluzinieren, der die ganze Region dem Griff von Onkel Sam entreißen und zuversichtlich gegen die gesamte Luftwaffe und Marine der NATO/CENTCOM kämpfen würde. Das alles ist natürlich Unsinn, und was ich hier gerne tun möchte, ist, ein paar sehr grundlegende Hinweise geben, was das moderne russische Militär 2016 tun kann und was nicht. Das wird keine hoch technische Debatte, sondern eher eine Liste von einigen grundlegenden, einfachen Ermahnungen. Das russische Militär als Machtinstrument (I) weiterlesen

Nach Bidens Besuch: Serbien am geopolitischen Kreuzweg

Stephen Karganovic

In the wake of Biden’s visit: Serbia at the geopolitical crossroad

US-Vizepräsident Joseph Biden hat gerade einen „dreitägigen Besuch in Serbien“ beendet. Die Formulierung in Anführungszeichen ist die Geschichte, die die serbische Marionettenregierung in Belgrad darum herumspinnt. Tatsächlich hat er nur einige Stunden in Belgrad verbracht, gerade genug, um Anweisungen zu übergeben. Von dort aus flog er nach Prishtina, um den Hauptteil seiner Zeit auf serbischem Gebiet in der von der NATO besetzten Provinz Kosovo zu verbringen, mit seinen wahren Freunden, die im Ergebnis der Aggression 1999 gegen Jugoslawien dort installiert wurden.

Es wird vermutet, dass Bidens Besuch der letzte eines führenden Vertreters der Obama-Regierung auf dem Balkan sein wird, also könnte er eine mehr als nur nebensächliche politische Bedeutung haben. Welche Art Botschaft brachte Biden nach Serbien und in die besetzte Provinz Kosovo? Nach Bidens Besuch: Serbien am geopolitischen Kreuzweg weiterlesen

Putin: Njet zu den Neoliberalen, Da zur nationalen Entwicklung

F. William Engdahl

Putin: Nyet to Neo-liberals, Da to National Development

 

Nach über zwei Jahren sich verschlechternden Wirtschaftswachstums und einer Wirtschaft, die mit einer von der Zentralbank verhängten Zinsrate von 10,5% ringt, die neuen Kredit zur Stärkung des Wachstums wirklich unmöglich macht, hat der russische Präsident Putin ein internes Patt zwischen Fraktionen endlich durchbrochen. Am 25. Juli beauftragte er eine Ökonomengruppe namens Stolypin Club, ihre Vorschläge zur Wiederherstellung des Wachstums im vierten Quartal dieses Jahres der Regierung vorzulegen. Damit hat Putin zwei einflussreiche liberale oder neoliberale Fraktionen abgewiesen, die Russland mit ihrer liberalen westlichen Ideologie des freien Marktes in eine politisch und wirtschaftlich gefährliche Rezession geführt haben. Das ist eine bedeutende Entwicklung, eine, die ich erwartet habe, seit ich im Juni in Petersburg auf dem jährlichen St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum die Möglichkeit hatte, Ansichten auszutauschen.

Mit sehr gedämpften Fanfaren brachte die russische Presse vor einigen Tagen eine Notiz, die sehr weitreichende positive Bedeutung für die Zukunft der russischen Binnenwirtschaft haben kann. Der russische Blog Katheon brachte die folgende kurze Notiz: „Der russische Präsident Wladimir Putin hat (die Stolypin-Gruppe von Ökonomen, W.E.) angewiesen, den Bericht des Stolypin-Clubs fertigzustellen und auf seiner Grundlage ein neues Programm der wirtschaftlichen Entwicklung vorzubereiten, als Alternative zum Wirtschaftsplan Kudrins. Das Programm selbst sollte dem Büro des Wirtschaftsrats im IV. Quartal 2016 übergeben werden.“ Putin: Njet zu den Neoliberalen, Da zur nationalen Entwicklung weiterlesen

Der Tag vor Deraa: wie der Krieg in Syrien ausbrach

Steven Sahiounie

The day before Deraa: How the war broke out in Syria

Passend zur neuen Kampagne der Bundesregierung und der Medien, die am treffendsten mit dem Titel #saveISIS versehen würde, hier ein Artikel, der die Anfänge dessen schildert, was uns heute als der Krieg in Syrien bekannt ist.

Der Tag vor dem 11. September 2001 war wie jeder normale Tag in New York City. Der 10. September 2001 ahnte nichts von den erderschütternden Ereignissen, die am nächsten Tag geschehen sollten.

Man mag denken, dass der Tag, ehe im März 2011 in Deraa, Syrien, die Gewalt ausbrach, ebenfalls ein ereignisloser Tag gewesen ist, nichts ahnend von dem Aufstand, der beginnen sollte.

Aber das war nicht der Fall. Deraa wimmelte vor Aktivität und vor ausländischen Besuchern in Syrien, lang ehe der Eröffnungsakt des inszenierten Aufstands begann.

Die Omari-Moschee war der Ort der Vorbereitungen hinter der Bühne, der Kostümwechsel und Proben. Die libyschen Terroristen, frisch von den Schlachtfeldern des US-NATO Angriffs zum Regimewechsel auf Libyen, waren schon weit vor der Gewalt des Aufstands im März 20122 in Daraa. Der Kleriker der Omari-Moschee war Scheich Ahmad al Sayasneh. Er war ein älterer Mann mit ernsten Augenproblemen, die ihn zwangen, spezielle dunkle Brillen zu tragen, und seine Sicht ernsthaft beeinträchtigten. Er war nicht nur sehbehindert, sondern auch lichtempfindlich, was ihn dazu brachte, sooft möglich im Gebäude zu bleiben, oft isoliert. Er war es gewöhnt, die Menschen, mit denen er sprach, nach ihrem Akzent und ihrer Stimme zu beurteilen. Der Dialekt von Deraa ist klar zu erkennen. Alle Männer, die die Omari-Moschee besuchten, waren Einheimische, alle mit dem üblichen Akzent von Deraa. Die Besucher aus Libyen stellten sich jedoch dem Kleriker nicht vor, weil das ihre Tarnung hätte auffliegen lassen. Stattdessen arbeiteten sie mit Einheimischen; einige der wichtigen Spieler, die sie versuchten, zu ihren Partnern und Vertrauten zu machen. Die Teilnahme der örtlichen Anhänger der Muslimbruderschaft, die den ausländischen libyschen Söldnern/Terroristen helfen sollten, war ein entscheidender Teil des CIA-Plans, der gut ausgedacht war und aus Jordanien dirigiert wurde. Der Tag vor Deraa: wie der Krieg in Syrien ausbrach weiterlesen

Die militärischen Optionen Russlands in Syrien und der Ukraine

vom Saker

Russian military options in Syria and the Ukraine

In den letzten zwei Wochen gab es reichlich militärische Entwicklungen, die Russland direkt betreffen:

Syrien:

  1. Russland hat angekündigt, es würde den Flughafen Khmeimin in einen ausgewachsenen Militärstützpunkt mit einer dauerhaft stationierten Eingreiftruppe umwandeln.
  2.  Russland wird seinen schweren flugzeugtragenden Raketenkreuzer Admiral Kusnezow (den der Westen oft „Flugzeugträger“ nennt) ins östliche Mittelmeer verlegen, um die Kampffähigkeiten des Schiffes und seiner Begleitflottille zu testen und zum allerersten Mal die hochmodernen Ka-52K Katran-Hubschrauber einzusetzen.

Ukraine:

  1.  Nach dem Scheitern der Ukronazis beim Versuch, mit Saboteuren auf die Halbinsel Krim einzudringen, was Präsident Putin „dumm und kriminell“ nannte, hat Poroschenko jetzt eine Verstärkung seiner Truppen an der Grenze zur Krim und in der Ostukraine befohlen und sein Militär in höchste Alarmbereitschaft versetzt.
  2.  Die Machthaber in Kiew haben beschlossen, die Akkreditierung des neuen russischen Botschafters in der Ukraine zu verweigern.
  3. Präsident Putin hat erklärt, dass in diesem Zusammenhang Verhandlungen mit Kiew „sinnlos“ sind.

Auch wenn sie nicht direkt miteinander verbunden sind, deuten all diese neuen Themen auf eine mögliche militärische Eskalation, die dazu führen könnte, dass Russland sein Militär in Kampfhandlungen in Syrien, auf der Krim und in Noworossija einsetzen muss. Daher macht es in diesem Moment Sinn, die russischen Optionen an all diesen Kriegsschauplätzen zu überblicken. Die militärischen Optionen Russlands in Syrien und der Ukraine weiterlesen

Der syrische Konflikt

Aram Mirzaei

The Syrian conflict: An Iranian perspective on the Russian involvement and a potential Turkish cooperation

Vorwort vom Saker: der jüngste Artikel von Aram Mirzaei ist wirklich ein rares Juwel, weil er eine iranische Sicht auf den Konflikt in Syrien und die russische Beteiligung daran zeichnet. Wie ich und andere mehrmals erwähnt haben, sind Russland und Syrien de facto Verbündete in diesem Krieg, aber anders als in den anglozionistischen „Koalitionen“ bedeutet das nicht, dass der eine dem anderen untergeordnet ist und dass es nur eine Sicht gibt, die jeder wie ein Papagei nachplappern muss. In Wahrheit haben der Iran und Russland immer eine andere Sicht und verschiedene Ziele gehabt, und keine Seite ist gezwungen, diese Tatsache zu leugnen oder zu verbergen. Der Iran hat seine Enttäuschung über Russland ausgedrückt und darauf folgte eine Reise des Verteidigungsministers Schoigu in den Iran, bei der diese Themen offen besprochen wurden. Auf kurze Sicht sind solche Missverständnisse natürlich frustrierend, aber auf lange Sicht sind sie, davon bin ich zutiefst überzeugt, ein sehr gesundes und wohltuendes Phänomen, da sie für eine alternative, wirklich multipolare, Art der Allianz zwischen verschiedenen Parteien sorgen. Ich sollte hier hinzufügen, dass auch die Sicht, die Hisbollah sei eine iranische Marionette im Libanon, weit daneben liegt: ja, die Hisbollah wird vom Iran unterstützt, und ja, Sayyed Hassan Nasrallah ist ein Anhänger von Ayatollah Ali Khamenei, aber die Iraner waren immer weise genug, im Libanon den Aufstieg eines unabhängigen Verbündeten zu fördern, und keine Marionette. Ich glaube, dass Russland mit dem Iran das Gleiche tut (und mit anderen Verbündeten, China eingeschlossen).

Der untenstehende Artikel präsentiert eine iranische Sicht auf diesen Konflikt. Und während ich Arams Deutung der russischen Züge nicht völlig zustimme, heiße ich eine nicht-russische, iranische Deutung dieser Züge gerne willkommen. Ich danke Aram für seinen vorzüglichen Beitrag und hoffe, dass er auch weiterhin diesen Blog um eine andre, iranische Perspektive auf den Nahen Osten, und mehr, auf den weltweiten Widerstand gegen das anglozionistische Empire, bereichert.

Der syrische Konflikt: eine iranische Sicht auf die russische Beteiligung und eine mögliche türkische Zusammenarbeit

Seit Herbst 2015 war die syrisch-iranisch-russische Koalition im syrischen Konflikt höchst wirkungsvoll, erzielte zahlreiche Siege auf dem Schlachtfeld, besonders in den Provinzen Latakia und Aleppo, wobei über 90% der Provinz Latakía von den vom Westen unterstützen Halsabschneidern befreit wurden. Der syrische Konflikt weiterlesen

Falsche Flaggen wehen in der heissen Luft des Empire

vom Saker

False flags fluttering in the Empire’s hot air

Wenn ich über die jüngsten Entwicklungen in den USA (Schießerei in Dallas, in Orlando) und in Europa (Nizza, der ermordete Priester, Deutschland) nachdenke, dann beschleicht mich das unangenehme Gefühl, dass etwas nicht ganz stimmt. Zum einen, die Täter sind absolut lächerlich: pseudo-Moslems, die sich als trinkende Homoseuelle entpuppen, ehemalige Patienten psychiatrischer Einrichtungen – die Art Leute, die ich „Moslems über Nacht“ nenne: sie sorgen garantiert dafür, einige Male Allahu Akbar zu sagen, aber abgesehen davon zeigen sie nichts vom Islam. Tatsächlich sind sie alles Andere als ausgebildete Daesh-Kämpfer, sie sind alle Verlierer mit schwacher Persönlichkeit. Genau die Art Leute, auf die Geheimdienste (und religiöse Sekten) lauern, weil sie schwach und leicht zu manipulieren sind. Ja, ich weiß, die guten Leute von Daesh erklären am Ende, dass der Täter einer von ihnen ist, aber das beweist wirklich gar nichts (außer, dass Daesh vielleicht verzweifelt versucht, berüchtigter zu werden).

Ich habe dafür natürlich keine Beweise, aber ich habe das ziemlich starke Gefühl, dass sich jemand reichlich anstrengt, um für die fernsehsüchtige Menge den Gottseibeiuns heraufzubeschwören. Aber warum? Warum würde sich jemand die Mühe machen, eine völlig fiktive Bedrohung zu schaffen?

Und sollten wir all die unzähligen Zeugen abschreiben, die von „mehr als einem Schützen“ sprechen? Was ist mit dem absolut lächerlichen Polizei-Overkill, wenn hunderte Polizisten geschickt werden, um mit einem einzelnen Schützen umzugehen? Kommt Euch das nicht komisch vor? Bin ich der einzige, der den Eindruck hat, dass uns eine sorgfältig choreografierte Show vorgeführt wird? Falsche Flaggen wehen in der heissen Luft des Empire weiterlesen

Der große Sport im Schlagabtausch: wie sich Russland selbst verletzlich gemacht hat

Michail Demurin

Большой спорт под ударом: как Россия сама себя сделала уязвимой, übersetzt von Siegrid Mäder

Was soll man da machen angesichts dieses neuen Angriffs des Westens, diesmal an der sportlichen Front? Vor allem eins: sich beruhigen, die nötigen Schlussfolgerungen und Lehren daraus ziehen.
Die Situation ist zweifelsfrei unangenehm, aber im Krieg ist Krieg. Und daran, dass das eine weiterer Schritt/ Teilabschnitt im Rahmen der vom Westen gegen uns 2013 begonnenen Etappe eines Krieges vom neuen Typ ist, zweifelt doch wohl niemand. Etwas in dieser Hinsicht daran zu ändern ohne größere Zugeständnisse politischer und ökonomischer Art wird nicht gehen, und das wäre zudem noch unannehmbarer.

Der Schlag wurde in jenem Punkt/ da geführt, wo der Westen erstens leicht zuschlagen kann und zweitens, wo wir nach seiner Einschätzung am verletzlichsten sind vom politisch- ökonomischen Standpunkt her. In ökonomischer Hinsicht wurde schon zugeschlagen. Auf militärische Schläge gegen Russland bereitet man sich vorläufig noch vor. Der große Sport im Schlagabtausch: wie sich Russland selbst verletzlich gemacht hat weiterlesen

Die Spaltung der Linken — Ganz im Sinne der Herrschenden

von James B.

Ich freue mich sehr, dass James, der immer mal wieder Texte für uns übersetzt hat, hier einen eigenen Text geliefert hat, und hoffe, dass von beidem (dem Übersetzten wie dem Eigenen) noch mehr kommt…D.H.

Wenn schon Putin im Verlaufe des Maidans ein spaltpilziger Vorgeschmack war, dann haben diejenigen, die sich politisch links zu Hause fühlen, im Zuge des Refugee-Welcome-Phänomens die endgültige Spaltung ihrer politischen Heimat erlebt.

»Putin-Versteher« haben schon früh erkannt, daß etwas viel Größeres zur Disposition steht als eine zunächst innenpolitisch gestellte Grundsatzfrage, wie etwa der nach der Atomkraft. Die Frage lautet nämlich nicht mehr, ob Rußland noch dazugehört oder nicht, oder ob die Antwort darauf sich auf »Rußland« in der Person Putins beschränkt oder nicht, sondern: ob wir eine monopolare Weltordnung möchten oder nicht.

Zu letzterem dürfte und sollte im gesamten linken Spektrum Einigkeit herrschen, sonst hat man Grundsätze linker Politik nicht verstanden (für nicht-linke Leser: Niemand hat in der Welt einen alleinigen Führungsanspruch). Eine multipolare oder gar-keine-polare Welt sollte also ein Ziel linker Politik sein. Doch hin zu diesem Ziel wird der Weg, der dazu beschritten werden muß, leicht vergessen, und deshalb ist es um so ärgerlicher mit anzusehen, wie sich die Linke spaltet, wo sie noch gar nicht erst angefangen hat, den Weg zu beschreiten. Und weil sie ihn nicht begriffen hat, streitet sie schon vorm Abmarsch.

Meiner Meinung nach begeht DIE LINKE einen katastrophalen Fehler, der unbeabsichtigte Kollateralschäden birgt, aber vor lauter Verblendung einer möglichen Regierungsbeteiligung (»r2g« für Rot-Rot-Grün) übersehen wird. Man schlägt sich die Hände überm Schädel zusammen, wenn die Regierungsfähigkeit an die Nato-Bündnisfrage geknebelt wird und die ZDF-Nachrichtentante darauf auch noch eine verkäufliche Weder-noch-Antwort bekommt — von einem LINKEN-Vorstandsmitglied! Die SPD konnte seit Schröder, Mehrwertsteuer und Hartz IV nicht krasser umfallen — umgefallen auf dem Weg zum Ziel einer gerechteren Sozialpolitik, lautete das nichtausgerufene Ziel nach dem Umfallen: »marktkonforme Demokratie«. Im Ergebnis sinken die SPD-Wahlergebnisse seit Jahren in den Bereich eines handelsüblichen Flaschenbieres. Der linken Partei droht nun der gleiche Irrweg, und das Gros der Führungsriege scheint es nicht einmal zu bemerken — Macht korrumpiert. Die Spaltung der Linken — Ganz im Sinne der Herrschenden weiterlesen

Der gescheiterte Putsch in der Türkei – einige erste Gedanken

vom Saker

Failed coup in Turkey – a few initial thoughts

Als ich das erste Mal hörte, in der Türkei fände ein Putsch statt, war mein erster Gedanke, das sei die Art der USA, Erdogan für seine plötzliche Entschuldigung bei Russland zu bestrafen. Ja, sicher, mir war klar, dass es viele andere mögliche Erklärungen gab, aber das war die, auf die ich hoffte. Ich sagte sogar zu  meiner Familie, falls das ein von den USA gestützter Putsch wäre, und wenn Erdogan oder seine Unterstützer dies sagten, dann würden die USA teuer dafür bezahlen müssen. Weniger als 24 Stunden später wurden meine Hoffnungen erfüllt:

Türkischer Minister wirft US-Regierung Organisierung des Putschversuchs vor

Kerry schmäht Türkei wegen Unterstellung, Washington habe den Putsch gegen Erdogan geplant

Erdogan liess sich nicht abschrecken und machte weiter, indem er öffentlich erklärte: “Lieber Präsident Obama, ich habe Ihnen das vorher gesagt, nehmen Sie Fetullah Gülen fest oder schicken Sie ihn in die Türkei zurück. Sie haben nicht zugehört. Ich rufe Sie nochmals dazu auf, nach dem Putschversuch – weisen Sie diesen Mann aus Pennsylvania in die Türkei aus. Wenn wir strategische Partner sind, tun Sie, was nötig ist,” sagte Erdogan. Er nannte außerdem jedes Land, das Gülen unterstütze, “einen offenen Feind der Türkei”. Der gescheiterte Putsch in der Türkei – einige erste Gedanken weiterlesen