Archiv der Kategorie: Analyse

Dies und Das – Abschuss, so oder so

Syrien hat einen israeli Militärjet abgeschossen. Oder auch nicht. Und einen zweiten haben sie nicht voll erwischt aber beschädigt. Genug, um die anderen beiden zu einer überstürzten Rückkehr zu zwingen. Oder auch nicht.
Das FlA System, das dabei zum Einsatz kam, war die S-200, ein noch von Assads Vater angeschafftes und ziemlich altes System. Oder auch nicht.
Das Ganze über Nord-Syrien. Oder über oder bei Palmyra. Oder an der Grenze zum Nord-Libanon.

So in etwa stellt sich die Nachrichtenlage dar.

Viele werden nun meinen, das sei keine Nachricht, das sei viel zu unklar und vage; man wisse ja rein gar nichts wirklich. Und sie würden irren.

Tatsächlich sagen einem die Meldungen so einiges. Dies und Das – Abschuss, so oder so weiterlesen

Zwischenruf – Abgetrennte russische Köpfe via ukrostan

Es kommt immer mal wieder vor, dass ein Ereignis oder eine Situation eigentlich einen Hinweis erfordern, aber – zumindest noch – keinen richtigen vollen Artikel verdienen oder füllen können.
Hierzu rufe ich nun eine neue Rubrik, „Zwischenruf“, ins Leben. Zwischenrufe können, meist eher kurz, auf etwas hinweisen, das nicht unbemerkt bleiben sollte. Insoweit der Gegenstand (wie z.B. in diesem Fall) es hergibt oder gar nötig macht, werden Zwischenrufe auch kurze Analysen und/oder Querverweise enthalten.

Der heutige erste Zwischenruf hat einen warnenden Charakter und weist auf eine denkbare und sich abzeichnende Entwicklung hin, die Blutvergießen, hässlich viel vergossenes Blut in sich trägt.

Hier einige maßgebliche Element der Situation, einige davon bekannt, aber noch nicht oder nicht so perspektiviert und eingeordnet, einige auch (den meisten) noch neu oder nicht im Kontext gesehen: Zwischenruf – Abgetrennte russische Köpfe via ukrostan weiterlesen

Dies und Das – Tresor 7 und das nicht erwähnte Offensichtliche

Es schmerzt mich fast ein bisschen, die Fursow-Serie (kurz) zu unterbrechen, die unser Dorfbewohner Artur dankenswerterweise übersetzt hat, aber ich würde meine Aufgabe ignorant und schlecht erfüllen, wenn ich das Folgende nicht wenigstens kurz anrisse.

Es gibt ja eine Menge Lärm wegen Tresor 7 („vault 7“), allerdings fallen zwei Dinge auf: Zum einen scheinen „unsere“ „medien“ recht wenig Interesse daran zu haben und zum anderen bleiben sie alle, auch bei den amis, an der Oberfläche.

Die meisten glauben ja an das (wohl nicht zufällig gestreute) Märchen, da sei eben wieder mal ein Abtrünniger, der das Herz noch am rechten Fleck hat, aktiv geworden. Ich glaube das nicht; aus allerlei Gründen, allen voran dem, dass die Dienste so nicht funktionieren.

Die Realität, die ich sehe, ist weitaus weniger romantisch, komplexer, aber auch erfreulicher. Dies und Das – Tresor 7 und das nicht erwähnte Offensichtliche weiterlesen

Dies und Das – Replik auf A.A., Realität und Trump

Obgleich die Ausführungen Anpilogow’s klug sind und viel Kenntnis zeigen, widerspreche ich ihm im Kernpunkt und meine, dass er falsch schlussfolgert.

Mehr noch, ich sage, dass die usppa den Krieg *nicht* wollen und übrigens auch gar nicht führen könnten.

Ein entscheidender Faktor, der die Argumentation jener, die die usppa auf dem Kriegspfad sehen zu bestätigen scheint, die beträchtlichen Erhöhungen der Militärausgaben durch trump, sind ebenfalls eher das Gegenteil.
Ich werde das noch begründen, will aber zunächst den Kontext gerade rücken, denn dieser bestimmt die Möglichkeiten und den Kurs der usppa und nicht einige zig Mrd. $ oder einiger vermeintlich aussenpolitischer Lärm. Dies und Das – Replik auf A.A., Realität und Trump weiterlesen

R.I. – Kiew dreht durch: Vor was Putin seine „Partner“ warnte

Hier noch eine Übersetzung des Artikels von Rostislav Ischtschenko durch unseren Teilnehmer Artur zum Thema dieser Tage (Quelle).
Eine Anmerkung noch vorab: Der russische FSB ist nicht wie oft dargestellt eine Art KGB, also ein Geheimdienst, sondern entspricht in etwa dem fbi der amis; bei uns entspräche er der Zusammenlegung von bka und verfassungsschutz.

Rostislav Ischtschenko, Kolumnist von „Rossija Sewodnja“ (AdÜ.: „Russland Heute“)

Bei seinem Auftritt am Donnerstag im alljährlichen Kollegium des FSB (AdÜ.: Der russische Inlandsgeheimdienst.) sprach der Präsident Russlands Waldimir Putin über die Situation im Südosten der Ukraine. Laut Meinung des Präsidenten verschärfen die ukrainischen Behörden absichtlich die Situation in der Konfliktzone des Donbass, um die Minsker Abkommen platzen zu lassen, dabei auf eine militärische Lösung des Problems setzend. Das Staatsoberhaupt betonte dabei, dass die ukrainischen Mächte „offen über die Organisation von diversiv-terroristischer, subversiver Akte sprechen, unter anderem auch in Russland“.

Ein Signal an den Westen

Verständlich, dass die antiterroristische und gegenaufklärerische Arbeit die Handlungsbasis des FSB bildet. Aber ebenso verständlich ist, dass Aussagen des Präsidenten dieser Art, nämlich offen für alle vernehmbar, vor allem für ein Außenpublikum bestimmt sind. R.I. – Kiew dreht durch: Vor was Putin seine „Partner“ warnte weiterlesen

Dies und Das – Schoko-Attacken und Kremlschach

Dass amis nicht kapieren, was nicht direkt neonfarben vor der Visage blinkt und möglichst auch noch Tatü macht, erstaunt niemanden. Aber dass man auch in nazigrad (vormals kiew) kein russisches Denken  mehr zu verstehen scheint, erstaunt dann doch. Was ist geschehen, was gäbe es zu verstehen?

Zweierlei. Während die ukros anscheinend einen erhofft vernichtenden großen Schlag vorbereiten, hat auch Putin nicht geschlafen, sondern insbesondere zwei äusserst bedeutsame Fakten geschaffen. Dies und Das – Schoko-Attacken und Kremlschach weiterlesen

R.I. – 2 jahre M2 – weder Frieden noch Krieg

Dies ist eine Übersetzung eines recht aktuellen Artikels bei Rossija Sewodnja („Zwei Jahre Minsker Abkommen: Weder Frieden, noch Krieg“) von Rostislav Ischtschenko durch unseren Dorfbewohner Artur. (Quelle)

Dies ist Arturs erste Übersetzung hier und ich bitte darum, gut damit umzugehen.

Vor zwei Jahren, am 11. – 12. Februar des Jahres 2015, wurde im Laufe eines Treffens in Minsk von den Führern der Staaten des sogenannten Normandie-Formats ein Dokument unter der Bezeichnung „Maßnahmenkomplex zur Umsetzung der Minsker Vereinbarungen“ verabschiedet, welches im Volksmund zu „Minsk II“ umgenannt wurde. Wer versuchte nicht alles in der letzten Zeit „Minsk II“ zu begraben – es ist jedoch immer noch in Kraft. Den Wunsch, die Vereinbarung zu annulieren, äußert nur Kiew offen, doch „Minsk II“ hat gute Chancen den ukrainischen Staat zu überleben.
Worin liegt der Grund für solch eine Standfestigkeit der Übereinkommen, trotz einer negativen (bzw. misstrauischen) Auffassung dieser vom Großteil der aktiven Gesellschaft nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Russland und den Donbasser Volksrepubliken? Wie wird die Gegensätzlichkeit gelöst, wenn die unpopuläre Vereinbarung stabiler ist als manche Staaten? R.I. – 2 jahre M2 – weder Frieden noch Krieg weiterlesen

Dies und Das – Nichts und so vieles

Es gibt vieles, worüber man schreiben könnte. Und es gibt nichts an größeren greifbaren Ereignissen, über die zu schreiben und sie ausleuchten wichtig und dringend wäre.

Den Donbass betreffend bleibt der Kreml bei der bisherigen Linie, die ich „sinnlose Plauderrunden“ nenne, wenn auch mittlerweile mit mehr Knurren. In eu-ropa gibt es reichlich wichtigtuerisch aufgeblasene lala-Berichte über weitgehend bedeutungslose Ereignisse. Und die usppa, was heute medial ja weitgehend gleichgesetzt wird mit Trump, betreffend gibt es geradezu tägliche Orgien von allerhand Meldungen, Gerüchten und Spekulationen.

Und eben diesen eigentlich lau anmutenden Zustand kann man als das eigentlich maßgebliche Ereignis betrachten, so seltsam das zunächst klingen mag. Dies und Das – Nichts und so vieles weiterlesen

Das Tribunal

Angesichts des wohl anstehenden größeren Angriffs auf den Donbass ist es unerlässlich zu ergründen, warum – und ob – Russland  anscheinend ungerührt zusieht, wie nebenan haufenweise Russen abgeschlachtet werden.

Ich beginne mit der Hoffnung. Analitik brachte unlängst einen Artikel, der weitenteils „nur“ aus einer Stellungnahme des russischen Verteidigungsministeriums bestand sowie aus einem von Analitik klug herausgepickten und aufgegriffenen Detail, dem nämlich, dass die Verlautbarung wie die Ankündigung eines Tribunals klinge. Ich stimme ihm nicht nur zu, sondern führe weiter aus, dass es bereits die zweite solche Äusserung aus Russland ist und dass dies ein Alarmsignal von erheblicher Bedeutung ist. Mehr noch, es scheint sogar geboten. eine neue Deutungsalternative für die derzeitigen erheblichen nato-Truppenbewegungen Richtung russischer Grenze zu sehen. Die nämlich, dass das schlicht eine plärrend and anschuldigend getarnte *tatsächliche* Abwehrvorbereitung ist (neben der Option, die Möglichkeit zu „Missverständnissen“ zu schaffen). Das Tribunal weiterlesen

Schachbrett und Kompass

Hier darf wie immer bei meinen Artikeln auch OT diskutiert werden (obwohl der Artikel selbst reichlich Stoff bietet). Und morgen kommt ein leckerer größerer russischer Brocken von Thomas Roth.

Was ist der Kontext, in dem all das geschieht und Veränderungen schafft, was sich zur Zeit abzeichnet? Wer verstehen will, was um ihn herum geschieht, der kommt nicht umhin, diesem Fragenkomplex nachzugehen.

Viele fragen sich z.B., was Trump will, doch stehen diesem Wollen ja keine frische, neue Spielfläche und alles an Material zur Verfügung. In der Mathematik betrachten wir Fragestellungen über eine Definitionsmenge; bei der Betrachtung z.B., ob eine bestimmte Kurve keinen, einen oder mehrere Nulldurchgänge hat, legen wir von vornherein den Bereich fest, für den wir diese Frage stellen. Ähnliches gilt für alle Natur- wie auch für die ernstzunehmenden Geisteswissenschaften (sprich Philosophie).
Und natürlich gilt es auch für die politik.

Zimbabwe muss sich nicht fragen, wie mit einer eventuellen Übernahme der europäischen Wirtschaft oder in einem Krieg mit China zu verfahren wäre; beides liegt ausserhalb des relevanten Bereichs. Schachbrett und Kompass weiterlesen