Alle Beiträge von Russophilus

W. W. Putin – Rede im Rahmen der Valdaj-Konferenz

Eine Übersetzung von sloga (Quelle)

(Moderator) Wenn sich Experten zusammenfinden, so können sie sich erlauben, „Alarm zu schlagen“ oder Pessimisten zu sein und mit Furcht in die Zukunft zu schauen. Im Vergleich zu den Politikern sind sie dahingehend im Vorteil, da Politiker sich diesen Luxus nicht leisten können. Sie sind in der Pflicht, Optimisten sein zu müssen. Daher gebe ich das Wort dem Präsidenten der RF, WWP, der uns mit Optimismus „füllen“ sollte.

Vielen Dank! Ich weiß nicht, wie optimistisch es sein wird. Es wird bereits drei Tage sehr aktiv diskutiert. Ich werde versuchen, auf traditionelle Weise, meine Sicht zu einigen Fragen vorzutragen. Seien Sie mir nicht böse, falls ich dabei etwas wiederholen werde, da ich mich an der bisherigen Diskussion nicht beteiligen konnte. W. W. Putin – Rede im Rahmen der Valdaj-Konferenz weiterlesen

Dies und Das – Gefährliche Manöver, Wahrheitsjudo und Verbrecher-Poker

Wer zurück blickt, z.B. in die Zeit vor dem Beginn des Überfalls auf den Irak, wird eine bestimmte Eigenheit von Manövern, auf die ich hier hinweise verstehen.
Damals hampelten die amis etliche Monate lang herum, um eine Streitmacht an die Grenzen des Irak zu bringen. Entsprechend mag der Überfall allerhand gewesen sein, eines aber war er gewiss nicht, nämlich überraschend.

Eine der ersten und in der Regel einfacheren Aufgaben militärischer Geheimdienste ist die, jederzeit das „Klima“ in der Region einschätzen zu können. Erhebliche (potentiell) feindliche Ansammlungen von Truppen und Gerät sind sozusagen eine grell blinkende Alarmleuchte, die auch Anfängern kaum entgehen kann. Dies und Das – Gefährliche Manöver, Wahrheitsjudo und Verbrecher-Poker weiterlesen

Dies und Das – Apeiron, Atomwaffen, Gesundheit

Weithin unbeachtet und ignoriert von der wertewestlichen Presse berichtete Putin nach der Rückkehr einer russischen Delegation, Nord-Korea sei absolut bereit zum friedlichen Weg mit Verhandlungen – unter einer Bedingung, der nämlich, als Atommacht anerkannt und auf Augenhöhe zu verhandeln.

Die Reaktion des westens zeigt sich, verhüllt in Kriegsgetöse und Drohungen. Dies und Das – Apeiron, Atomwaffen, Gesundheit weiterlesen

J. Satanowski – Russische Jahreszeiten statt „arabischer Frühling“

Ein Artikel von Jewgeni Satanowski, übersetzt von Artur Quelle

Russische Jahreszeiten statt „arabischer Frühling“ – die Militärs machen Politikern Platz

Der Bürgerkrieg in Syrien ist im Großen und Ganzen beendet, wenn man nicht die Versuche der USA und ihrer Verbündeten mitzählt, lokale Brände zu provozieren; es kann auf Versuche hinauslaufen, B. Assad zu stürzen und Syrien wieder ins Chaos zu stürzen, aus welchem die russländischen Luft- und Raumfahrtkräfte es schafften, dieses herauszuführen. Zur gleichen Zeit glaubt nicht einmal Riad mehr an solch eine Möglichkeit, was die kürzliche Visite des saudischen Königs nach Moskau verdeutlicht. J. Satanowski – Russische Jahreszeiten statt „arabischer Frühling“ weiterlesen

Dies und Das – eingebaute unausweichliche Fäulnis

Ehe ich zu den „geständigen 3 georgiern“ komme, zunächst ein kurzer Blick aufs eigene Land: Die FDP dürfte zwischen 5% und 10% dazu gewonnen haben dieser Tage. Dass eine partei mal „Danke Nein, nicht um jeden Preis und keine faulen Sachen“ zur Einladung mit zu regieren sagt, war bisher unvorstellbar.
Und taktisch klug war es auch; die FDP kann nur gewinnen. Warum? Weil Mitregieren gar nicht das Ziel sein musste und sich ohnehin ziemlich unerwartet ergab. Das wirkliche Ziel der FDP musste es sein und war es, wieder aus der Versenkung zu kommen und nach Jahren der völligen Bedeutungslosigkeit wieder stabil in die Gegend jenseits der 5% zu kommen – und dieses Ziel wurde gut erreicht. Alles weitere ist locker verzichtbarer Luxus. Dies und Das – eingebaute unausweichliche Fäulnis weiterlesen

HPB – Russisches Karma und moderner bürgerlicher Nationalismus

Weil das Stichwort „Karma“ hier in der Diskussion fiel und seit der russischen Oktoberrevolution nun einhundert Jahre vergangen sind – ein kleiner historischer Streifzug:

Beim bürgerlichen Nationalismus denkt man vielleicht zunächst an die Spanischen Niederlande, wo 1559 bis 1567 Margarete von Parma als Generalstatthalterin Philipps II. eine versöhnliche Religionspolitik verfocht, der danach rigorose Unterdrückung mit Feuer und Schwert durch Herzog Alba folgte. Zwar mündete der Befreiungskrieg 1581 in die Gründung der Republik der Sieben vereinigten Provinzen und die Absetzung des spanischen Königs als Oberhaupt, aber die staatsrechtliche Anerkennung der neuen Gegebenheit erfolgte erst im Westfälischen Frieden von 1648
Ähnliches gilt auch für die schweizerische Eidgenossenschaft. Obwohl schon seit Jahrhunderten existent, erhielt sie erst mit dem Westfälischen Frieden 1648 die formale Unabhängigkeit. HPB – Russisches Karma und moderner bürgerlicher Nationalismus weiterlesen

J. Satanowski: Die schwarzen Löcher des Weißen Hauses

Von Jewgeni Satanowski, promovierter Ökonom, Politologe, Publizist und Leiter des Moskauer Nahost-Instituts, übersetzt von Artur (Quelle)

Der Spielraum für die USA schrumpft im Nahen Osten

Die US-amerikanische, nahöstliche Politik bleibt berechenbar unberechenbar. Sie hängt von der Konjunktur ab, von der Lobbyarbeit einflussreicher (politischer und militärischer) Einrichtungen und Korporationen, vom Druck der Verbündeten und Partner, von der außenpolitischen Belastung der letzten Jahre und nicht zuletzt von den Prioritäten des Präsidenten oder des Staatssekretärs ab. Vergessen wir nicht die Vielzahl an Analysezentren, deren Berichte (in den meisten Fällen weit von der Realität entfernt) die Führung der USA nicht weniger beeinflussen, als die Massenmedien oder der Politkalender. Das ist also, wie es unsere vaterländischen Politologen zu schreiben lieben, eine multivektorielle Politik; konsequenter wird sie dadurch aber nicht. J. Satanowski: Die schwarzen Löcher des Weißen Hauses weiterlesen

Dies und Das – S-400, „flüchtlinge“ und Querverbindungen

Ehe ich zur S400 komme (wie gewünscht) möchte ich erst noch einer anderen – und durchaus verknüpften – Frage nachgehen: Woher kommen eigentlich die „flüchtlinge“ bzw. „warum kommen die überhaupt?“. Die häufig gehörte Antwort „weil man hier bei uns besser lebt“ mag oberflächlich richtig klingen (und daher gern von politstern geplappert werden), ist es aber nicht.

Menschen verlassen nicht gerne mal eben ihren Kulturraum, auch nicht für ein besseres Leben, wobei das „besser“ dabei ohnehin nahezu immer komplex und relativ ist. Betrachten wir zwei Beispiele:

Es war seinerzeit keineswegs einfach, all die türken aus meist sehr armen Regionen nach deutschland zu kriegen. Übrigens, das wird gerne „vergessen“, kam das Thema u.a. überhaupt erst dadurch auf, dass nicht genügend italiener, spanier und andere kommen wollten. Am mangelnden Unterschied lag es nicht; der war damals durchaus vergleichbar dem heutigen zwischen z.B. deutschland und dem Irak oder Afghanistan. Nein, abgesehen von (zu) Wenigen wollten die einfach nicht kommen, „besseres Leben“ hin oder her. Dies und Das – S-400, „flüchtlinge“ und Querverbindungen weiterlesen

Artur – Hammelkrankheit

Anbei eine neue Übersetzung von Artur. Es handelt sich um einen Text eines anonymen Autors aus dem russischen Blog „Alternativa“ (Quelle)
Der ursprüngliche Kontext ist ein anderer, aber man läge gewiss nicht verkehrt, den Artikel auch im Bezug zu unserem Land zu lesen

Die Hammelkrankheit, oder wie man aus Menschen Vieh macht

Bitte sagen Sie mir nicht, dass die Gesellschaft nicht nur aus Hammeln bestehen kann.

Denn sie kann es, wenn man es denn wirklich darauf anlegt; eine Herde ist schließlich auch eine Gesellschaftsform. Allerdings mit Hammeln. Um Menschen in Hammel zu verwandeln, muss man den Verblödungsprozess der Gesellschaft gekonnt organisieren und an den sichtbarsten Plätzen Hammel zum Imitieren platzieren. Zwischen diesen sollte eine innerartliche Konkurrenz bestehen, mit Auszahlung von Boni als Ansporn. So werden die Hammel untereinander um den Ehrentitel des größten Hammels in der Wirtschaft, in der Politologie, des ehrlichsten oder aktivsten Hammels im Kampf gegen das Böse konkurrieren; sie alle werden rummähen und eine einzig richtige öffentliche Meinung schaffen. Das war’s. Nach ein paar Jahren wird sich das Land mit ein paar wenigen Ausnahmen in eine blökende Horde verwandelt haben. Artur – Hammelkrankheit weiterlesen