Ukraine-Analyse vom Saker: Keine Hoffnung auf Frieden mehr übrig

Original (en) beim Saker

Wegen Aktualität und Bedeutung gemeinsam – und so schneller – übersetzt von Dagmar Henn und Russophilus

Heute beginne ich mit zwei kompletten Artikeln, die ich von Colonel Cassad übernehme (die Übersetzung danken wir “SA”, der sie eigens und sprichwörtlich über Nacht gemacht hat ):
 

Über die Intensität des westlichen “Wojentorg”

Aus Kanada sind Ausbilder eingetroffen, um die Offiziere der ukrainischen Sicherheitskräfte auszubilden

Die Behörden der Volksrepublik Donezk (DNR) teilen mit, dass die Zahl der ausländischen Militärberater auf dem ukrainisch kontrollierten Gebiet zugenommen hat. – Heute ist dort eine ungeheure Zahl von Militärberatern aus unterschiedlichen Ländern dort tätig. Aus Kanada kamen beispielsweise 200 Leute, und es gibt Engländer und Andere. Wenn man nur die legal auf ukrainischem Gebiet Anwesenden zählt, sind es etwa 1 500 Militärberater, die nicht selbst kämpfen, sondern andere anleiten und ausbilden. Und dabei sind die illegalen Militärberater, Söldner und Spezialagenten nicht mitgezählt – beschrieb es der Sprecher des Nationalrats der DNR, Andrej Purgin, dem Korrespondenten von RG. Nach seine Worten zu urteilen, führen die ausländischen Experten Übungen in Militärkunde für die Mitglieder der Sabotagetrupps und der Territorialbatallione durch, die “ihre Hände bereits bis zum Ellbogen mit Blut befleckt” haben.

- Zudem gibt es die Söldner, die direkt auf Seiten der ukrainischen Sicherheitskräfte kämpfen. Üblicherweise kommen sie aus Georgien und schliessen sich den Territorialbatallionen an, was übrigens nach ukrainischem Recht ganz und gar nicht legal ist. Ich weiss nicht, wer ihren Sold bezahlt. Im Allgemeinen erhalten die Territorialbatallione recht wenig, leben vom Plündern und beschäftigen sich mit Raub, sagte Andrej Purgin.

Erinnern wir uns daran, dass vor kurzem von 70 US-Söldnern der PMC Academi die Rede war, die die ukrainische Seite bei Wolnowacha einsetzen soll.

“Nach den vorliegenden Daten wurde auf dem durch die ukrainischen Streitkräfte kontrollierten Gebiet, insbesondere in Wolnowacha, die Anwesenheit von 70 Vertretern des Söldnerunternehmens Academi enthüllt. Dieses Unternehmen hiess zuvor Blackwater”, sagte der Vertreter des Verteidigungsministeriums der DNR, Eduard Basurin. Er erklärte, die Söldner dieser Firma setzten in Krisengebieten die Befehle des State Departments um und seien an Waffenhandel beteiligt.

P.s. Schrittweise nimmt die Anwesenheit ausländischen Militärs natürlich zu, vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Lage immer deutlicher an Szenarios wie den Korea-Krieg erinnert. Wie es mit der russischen Unterstützung für DNR und LNR der Fall ist, hat auch der Einsatz des US-“Wojentorg” mit Unterstützung von Verbündeten und Satelliten zwei Ebenen – eine legale und eine illegale.

Auf der legalen Ebene beobachten wir:

1. Das Auftauchen von Ausbildern, die Offiziere und Stäbe innerhalb der Erzählung von “Doktrinen” und “Stabsvorbereitung” ausbilden.

2. Informationstransfer von der US-amerikanischen Satellitengruppe, “vermeintlich mit beschränktem Zugriffsrecht”

3. Die Lieferung von Ausstattung (Uniformen, Schutzwesten, [разгрузки – das ist im Englischen auch nicht übersetzt.. Google-Translator sagt “Entlastung“], Helme)

4. Lieferungen von Spezialgeräten (Wärmebildgeräte, Nachtsichtgeräte, Zielerfassung)

5. Lieferung von Spezialausrüstung (Anti-Mörser-Radar, REB-Geräte, Panzerfahrzeuge)

6. Ansammlung motorisierter Einheiten der US-Armee in den Staaten Osteuropas.

Auf der illegalen Ebene beobachten wir:

1. Das aktive Eingreifen privater Söldnertruppen (PMCs: Academi, ASBA Otago, Greystone, Green Groop)

2. Illegale Lieferungen von Kleinwaffen aus Ost- und Westeuropa

3. Illegale Lieferungen gepanzerten Geräts aus Osteuropa

4. Die Entwicklung einer Infrastruktur für Information und Erkundung auf der Basis der staatlichen Behörden der Ukraine oder unter der Tarnung einer internationalen Organisation vom Typ der OSZE.

5. Die Tätigkeit von Ausbildern und Militärberatern, deren Anwesenheit in der Ukraine nicht offiziell mitgeteilt und nicht enhüllt wird.

Was uns noch nicht klar bestätigt wurde:

1. Die Lieferung von Artillerie aus Osteuropa.

2. Die Lieferung gepanzerten Geräts aus westeuropäischen Ländern.

Hauptkanäle, durch die sich der ausländische militärische Einfluss verbreitet:

1. Die Flügplätze der Südostukraine, über die der Nachschub und der Transfer besonderer Kräfte erfolgt, mit militärischen Transportflugzeugen der USA

2. Eisenbahnkreuzungen der Westukraine, über die Waffen und Munition aus Osteuropa antransportiert werden.

3. Die Flugplätze der Zentral- und Westukraine, auf denen legale Lieferungen von Ausrüstungen und Technik landen, wie auch das legalisierte Personal – Ausbilder, “Inspektoren” und “Beobachter”

4. Der Hafen von Odessa wird für illegale Waffenlieferungen übers Meer genutzt wie auch für illegalen Waffenhandel.

Die Hauptländer, die in die militärische Unterstützung der Junta verwickelt sind: die USA und Polen. Das Hauptziel, das diese militärische Unterstützung erreicht, ist eine Verbesserung der Kampfqualitäten der ukrainischen Streitkräfte und die Möglichkeit, das Fortschreiten des Krieges zu kontrollieren. Daher haben die wichtigsten Strukturänderungen in den ukrainischen Truppen nicht so viel mit der Lieferung von Waffen zu tun (die im Regelfall überaltert sind), sondern mit einer Veränderung der Organisationslogistik und der Strukturen von Erkundung, Information und Kommando zu tun, die die Effektivität des Handelns der ukrainischen Streitkräfte erhöhen sollten.

Insgesamt entwickelt sich die Lage, was die Anwesenheit ausländischer Militärs betrifft, und wird immer systemrelevanter. Juli-August dürfte es sichtbar werden, welche Früchte der Einsatz des ausländischen “Wojentorg” trägt. Im Augenblick findet die innere Umwandlung der UA erst statt, und das recht langsam, dank der irregulären Organisationsstrukturen und dem niedrigen Niveau der Kommandostrukturen, zu denen noch ein hohes Maß an Korruption hinzukommt, eine fehlerhafte Wahrnehmung der Anforderungen moderner Kriegsführung durch ein beträchtliches Teil des Offizierkorps, ein technisch niedriges Niveau des Personals im Umgang mit nicht vertrauter Technologie. Aber man sollte sich nicht täuschen, diese Probleme sind in einem gewissen Maß überwindbar, und gerade damit befassen sich jetzt die Militärberater und -Ausbilder.Im Ergebnis versuchen die USA und ihre Verbündeten, die Armee der Junta nach ihren eigenen Bedürfnissen zu formen, im Verlauf des Krieges, und um die nötigen Probleme zu lösen. Aus diesem Grund müssen sie nicht an der Front verttreten sein, und daher wird man in diesem Stadium des Krieges kaum US-Marines oder eine der mechanisierten Einheiten an der Frontlinie sehen. Sie dürften nur in kritischeren Lagen auf ukrainischer Seite auftauchen.

Augenblicklich reicht der “semi-legale Wojentorg”, was grundsätzlich der Linie der Obama-Administration entspricht, die sich lange gegen eine direkte militärische Verwicklung der USA gestellt hat. Die Falken würden den oben erwähnten Punkten gerne die Lieferung tödlicher US-Waffen und ein aktiveres Engagement des Pentagon in diesem Krieg hinzufügen. Das Alles entwickelt sich vor dem Hintergrund niedrig- bis mittelintensiver Gefechte (beide Seiten machen aktiv Gebrauch von schwerer Artillerie und Panzern), die tatsächlich am 12. April begannen, und ich glaube nicht, dass sie aufhören werden, denn selbst der allererste Punkt eines “Waffenstillstands” wird tatsächlich nicht durchgeführt. Man muss nicht einmal vom “Rückzug schwerer Waffen” reden. Insgesamt wird die Anwesenheit ausländischen Militärs die Natur des laufenden Krieges schrittweise verändern, er wird systematischer, organisierter und zentralisierter werden, auf beiden Seiten. Es ist schon nicht mehr eine halb-eingesetzte ukrainische Armee im Krieg mit Milizen. Das ist ein Krieg regulärer Armeen, die von Militärberatern und -Ausbildern ausgebildet wurden und weiterhin werden.

Die Lage an der Front vom 23. April

1. Wie zuvor Gefechtshandlungen niedriger Intensität an den meisten Abschnitten der Front, und an einigen Stellen von mittlerer Intensität – Bachmutka, Peski und inzwischen auch bei Schtschastje. Gefechtseinsätze hoher Intensität gibt es vor allem bei Schirokino, wo praktisch das gesamte verfügbare Arsenal zum Einsatz kommt.

2. Der Artilleriebeschuss der Städte wird weiter fortgesettz, und vor allem die Randregionen von Donezk sind Artillerieangriffen der Junta ausgesetzt. Es gibt keine schwer verletzten Opfer unter der Zivilbevölkerung. Obwohl der Beschuss systematisch erfolgt, rangiert seine Intensität zwischen mittel und schwach.

3. Die Militäraufklärung der DNR hat berichtet, die Truppenansammlung der Juntatruppen sei abgeschlossen und sie bereiteten die Annäherung vor. Die Hauptgebiete der Konzentration von Gefechtsgruppen sind die selben -es wurden keine substantiellen Veränderungen in der Verortung des Gegners bemerkt. Es wurde kein Abzug schwerer Waffen verzeichnet, eher im Gegenteil.

4. Seit etwa einer Woche befindet sich die Armee Noworossijas in erhöhter Gefechtsbereitschat, und ein beträchtlicher Teil der schweren Ausrüstung ist bereits in Stellung gebracht worden. In der LNR gehen die Befestigungsarbeiten an den möglichen Angriffszielen der ukrainischen Truppen weiter. Insgesamt haben beide Seiten nach der Wiederaufnahme grösserer Einsätze von mittlerer Intensität am 12. April vor dem Hintergrund diplomatischer Manöver die Vorbereitungsarbeiten für größere Einsätze hoher Intensität weiter fortgesetzt, und das ist beiden Seiten bekannt, die einander regelmässig vorwerfen, der Feind würde den Angriff zuerst beginnen.

 

Analyse:

Kaum jemand bezweifelt, dass die Junta die Kämpfe mit einem großen Angriff auf NovoRossija wieder aufnehmen wird. Ebenso scheint es, dass jede Hoffnung auf eine Schwächung der US und/oder europäischen Unterstützung für die Nazi Junta gegenstandslos ist. Wenn die lange Serie von Morden an politischen Gegnern, einschließlich so bekannter und symbolträchtiger Figuren wie Oleg Buzina *niemanden* schockierte (am wenigsten all die Millionen europäischer “Charlies”), dann wird vermutlich gar nichts sie schockieren. Darüberhinaus gibt es auch keine Anzeichen für einen anderen “Maidan”, der die Junta stürzen könnte. Ja, es gibt hier und da Proteste, aber nichts, was für das Regime ernsthaft bedrohlich ist. Im Gegenteil, alles deutet darauf hin, dass die USA die Ukraine sehr fest im Griff hat und dass der vorhersehbare Plan der USA der ist, erneut einen richtigen Krieg zwischen der von Nazis besetzten Ukraine und NovoRossija anzuzetteln, mit der Option, Russland hineinzuziehen (was von Anfang an geplant war).

Das Regime riskiert klar alles dafür und tut nicht einmal so, als ob es die zahlreichen Probleme der von Nazis besetzten Ukraine lösen würde. Sowohl Poroschenko wie auch die Ukie Rada [ukr. Parlament] scheinen all ihre Zeit und Bemühungen aufzuwenden, um Russland weiter zu provozieren, indem man ernsthaft ein Gesetz diskutiert, alle russischen Vermögen und Einrichtungen in der Ukraine zu verstaatlichen, indem man Geschichtsbücher umschreibt, indem man Entschlüsse anpasst, die besagen, Russland sei in der Ukraine eingefallen, usw. Die nunmehr von der USA trainierten Nazi-Todesschwadronen kreuzigen und verbrennen “Separatisten” mittlerweile bei lebendigem Leib, während der US Gauleiter in Kiev alte, 2013 in Moskau gemachte Aufnahmen von Luftabwehrsystemen als Beweis der russischen Invasion der Ukraine twittert.

In der Zwischenzeit tut die USA genau das, was sie immer tut: Sie schickt US Truppen, um lokale Todeskommandos auszubilden während sie eine “Koalition der Willigen” (USA+UK+Kanada+Polen) bilden ohne jedes Mandat oder Erlaubnis, die sie auf legalem Weg auch nicht bekämen (nicht von der UNO und nicht einmal von der NATO!). Es scheint, dass die Debatte innerhalb des “tiefen Staates” der USA [~ innerster US Machtzirkel] zu den Risiken der derzeitigen Strategie beendet ist und dass die NeoCons gewonnen haben.

Praktisch betrachtet bedeutet das, dass wir wieder am ursprünglichen Ausgangspunkt stehen. Die Frage ist nun “kann NovoRossija dem Nazi Ansturm alleine standhalten, nur mit Hilfe durch den “Voentorg” [inoffizielle Versorgung aus Russland] und den “Nordwind” [~ “russische Urlauber”] oder wird Russland gezwungen sein einzugreifen?”

Ehrlich? Ich weiss es nicht. Und auch sonst weiss es niemand.

Allen Angaben zufolge sind die Junta-Kräfte besser geworden, aber die Kräfte von NovoRossija ebenso. Zachartschenko hat unlängst mitgeteilt, dass die nun abgeschlossene Mobilisierung 110% erfolgreich war, was schon mal sehr gut klingt [A.d.Ü.: mit “110%” ist gemeint, dass man nun mehr Freiwillige als Waffen hat], insbesondere da es nur um Freiwillige geht, aber das sagt uns nicht wirklich, ob NovoRossija die 100.000 Mann unter Waffen haben wird, die Zachartschenko für Juni zugesagt hat. Auch scheint es einen Mangel an Waffen für eine so große Armee zu geben, andererseits kann man, wenn man bedenkt, was diesen Winter geschah, davon ausgehen, dass der russische “Voentorg” sich weit öffnen wird, sobald die russischen Geheimdienste zu der Einschätzung kommen, dass ein Nazi-Angriff unausweichlich ist.

Nun muss man aber auch ehrlich sagen, dass die “Militärhilfe” von der “USA-UK-CA-PL” Koalition nahezu nutzlos ist, ebenso wie das von/an die Junta-Kräfte ausgelieferte Material. Bei all dem geht es wohl mehr darum, großartig engagiert zu wirken als wirklich etwas zu bewirken. Nicht nur braucht es viel Zeit, um eine Streitkraft auszubilden; auch hat die (un)natürliche Selektion [in den bisherigen Kämpfen] erheblich besser zu einer Qualitäts Steigerung der Junta-Kräfte beigetragen als irgendwelche US “Berater”. Der Vorteil im Hinblick auf Kampfmoral und taktische Fähigkeiten sollte nach wie vor auf der Seite NovoRossijas sein.

Es ist wichtig zu bedenken, dass das wirkliche Ziel des nächsten UkroNazi Angriffs nicht die Niederlage NovoRossijas ist, sondern Russland hineinzuziehen und dann von Russland *besiegt* zu werden. So eine Niederlage durch die russischen Militärkräfte würde der NATO vermutlich eine Existenzberechtigung für die nächsten 50 Jahre geben und alle europäischen Wünsche zerschlagen, sich loszulösen vom momentanen EU Status als US Kolonie ohne Stimmrecht. Sollte das geschehen, wird der sehnlich erwartete “neue Kalte Krieg” voll aktiviert sein, der militärisch-industrielle Komples der USA wird glücklich sein und die US Bevölkerung wird wunschgemäß erneut “verängstigt” sein durch den nächsten “globalen Feind”.

Es gibt einige Anzeichen, dass mehr und mehr europäische Politiker die Risiken zu verstehen beginnen, aber sie sind zu schwach, um sich der anglo-zionistischen Herrschaft wirksam entgegen zu stellen.

Regelmäßig Krieg in Europa zu haben war schon immer ein Grundpfeiler britischer Aussenpolitik und diese “Tradition” wurde von den USA als “Nachfolge Imperium” (das immens von sowohl dem ersten wie auch dem zweiten Weltkrieg profitierte) voll übernommen. Was die US Amerikaner wollen ist furchtbar einfach: Einen großen Krieg *in* Europa, aber auch einen, der auf Europa beschränkt bleibt.

Ein Krieg ist daher unvermeidlich. Wie groß er sein wird, hängt nun nur noch von den Frauen und Männern ab. die NovoRossija gegen die UkroNazis verteidigen.

Der Saker.