HPB – Russisches Karma und moderner bürgerlicher Nationalismus

Weil das Stichwort „Karma“ hier in der Diskussion fiel und seit der russischen Oktoberrevolution nun einhundert Jahre vergangen sind – ein kleiner historischer Streifzug:

Beim bürgerlichen Nationalismus denkt man vielleicht zunächst an die Spanischen Niederlande, wo 1559 bis 1567 Margarete von Parma als Generalstatthalterin Philipps II. eine versöhnliche Religionspolitik verfocht, der danach rigorose Unterdrückung mit Feuer und Schwert durch Herzog Alba folgte. Zwar mündete der Befreiungskrieg 1581 in die Gründung der Republik der Sieben vereinigten Provinzen und die Absetzung des spanischen Königs als Oberhaupt, aber die staatsrechtliche Anerkennung der neuen Gegebenheit erfolgte erst im Westfälischen Frieden von 1648
Ähnliches gilt auch für die schweizerische Eidgenossenschaft. Obwohl schon seit Jahrhunderten existent, erhielt sie erst mit dem Westfälischen Frieden 1648 die formale Unabhängigkeit.

Nach dem Siebenjährigen Krieg wurde die polnische Adelsrepublik 1772, 1793 und 1795 in drei Teilungen von ihren mächtigen Nachbarn Russland, Österreich-Ungarn (Donau-Monarchie) und Preußen aufgeteilt.
Auf dem Wiener Kongress von 1815, wo Großbritannien, Preußen, Russland und Österreich-Ungarn gemeinsame Sache mit den französischen Bourbonen machte, wurde auch das Königreich Polen wieder hergestellt, aber in Personal-Union mit Russland. Die Heilige Allianz (zur Verhinderung revolutionärer Umstürze wie 1789 in Frankreich) wurde gegründet.

Russland, das nach dem Sieg über Napoleon zur europäischen Großmacht aufgestiegen war, spielte 1821 die „nationalistische Karte“, um das Osmanische Reich zu schwächen, indem es die „Griechische Revolution“ offen unterstützte. Aber erst die Unterstützung Frankreichs und Großbritanniens (Seeschlacht bei Navarino 1827) und die ausgedehnten Kampfhandlungen des russisch-türkischen Krieges auf dem Balkan und in Kaukasien führten 1829 zum Sieg über die osmanisch-ägyptische Koalition. Der Krieg endete im April 1830 mit der Anerkennung der griechischen Unabhängigkeit durch das Osmanische Reich.
Die „karmische Quittung“ kam umgehend. In der Juli-Revolution von 1830 wurde in Frankreich die Bourbonen-Dynastie gestürzt. Wenige Wochen später folgte die Revolution in Belgien, ohne dass die Heilige Allianz dagegen einschritt. Im November 1830 erhoben sich schließlich die Revolutionäre in Polen. Doch die polnischen Hoffnungen auf Unabhängigkeit (wie in Griechenland und Belgien) erfüllten sich nicht, denn Russland schlug den Aufstand erbarmungslos nieder und setzte in den nächsten Jahrzehnten mehr und mehr auf „Russifizierung“.

Anmerkung: Frankreich nutzte die osmanische Schwäche, um 1830 (noch vor der Juli-Revolution) in Algerien zu invadieren und den Dey von Algier zu stürzen. In den folgenden Kriegsjahren brach das alte gesellschaftliche Gefüge dort zusammen und musste einer räuberischen Kolonie europäischer Siedler Raum geben.
Zur gleichen Zeit geboten die Briten über ein Imperium in Indien, das etwa der geographischen Ausdehnung nach dem früheren Reich der Großmoguln zuzüglich der südindischen Staaten entsprach. Eine wahre Schatztruhe! Doch der „Schatztruhe“ fehlte noch der Deckel. Im Norden hatte sich das Reich der Sikhs zu einem bedeutenden Machtfaktor entwickelt, und im Nordwesten lag das afghanische Königreich, dessen Heere in der dritten Schlacht bei Panipat 1761 die Marathen geschlagen und sogar Delhi geplündert hatten.
Nicht nur, dass der „Deckel“ fehlte, obendrein glich die Truhe eher einem Sieb, durch das der Reichtum fort rann. Schuld waren die wohlhabenden indischen Kasten, denen sehr an hochwertigen chinesischen Produkten wie Seide, Porzellan usw. lag. Die chronisch negative indische Außenhandels-Bilanz verursachte den permanenten Abfluss von Silber nach China (wie übrigens auch aus den europäischen Staaten), was wiederum in Indien zum Mangel an monetären Rücklagen und Zahlungsmitteln führte und die Gefahr von wirtschaftlicher Rezession bedingte.
Dass China größeren Nutzen aus Indien zog als die Herren der Ostindischen Company, durfte nicht so bleiben.
Leute wie David Sassoon (der erst später dazu kam) erkannten, dass Opiumproduktion und -vertrieb nach China das geeignete Instrument sei, um das Silber zurückfließen zu lassen. In Küstenstädten wie Kanton schossen alsbald „Opium-Höhlen“ aus dem Boden. Die Sucht grassierte entlang der Küsten und großen Ströme und zwang den chinesischen Kaiser zum Durchgreifen, was schließlich zum ersten Opiumkrieg von 1839 bis 1842 führte.
Hinweis: David Sassoons Nachkomme Edward Anthony krönte den sozialen Aufstieg (aus Opiumhandel und -krieg) 1887 durch die Hochzeit mit Aline Caroline aus dem Hause Rothschild!!

Doch wieder zurück. Auch die ungarischen Revolutionäre um Kossuth unterlagen den russischen Truppen 1849. Immerhin verhinderte ihr Widerstand eine russische Expedition nach Westen in Richtung Frankreich.

Nach der Etablierung Napoleons III. als neuer französischer Kaiser „normalisierte“ sich das Verhältnis Großbritanniens und Frankreichs. Beide Mächte kamen überein, dass es an der Zeit sei, die russische Dominanz zu brechen. Der 1853 begonnene 9. Russisch-Türkische Krieg wurde als willkommene Einladung für eine militärische Einmischung genutzt, an der ab 1855 auch Sardinien-Piemont teilnahm. Der später als Krim-Krieg in die Geschichte eingegangene Krieg endete 1856 mit der Niederlage Russlands und dessen Verzicht auf die See-Streitkräfte im Schwarzen Meer. Eine herbe Niederlage, die durch Britanniens eifersüchtiges Wachen über seine „indischen Kronjuwelen“ mit verursacht wurde. Denn von 1845 bis 1849 hatten die Briten den letzten großen Herd des indischen Widerstandes, das Reich der Sikh, erobert und Afghanistan stand bereits auf dem Expansionsplan.

Für das Königreich Sardinien-Piemont machte sich die Parteinahme im Krim-Krieg gegen Russland dahingehend bezahlt, dass es fortan im Bündnis mit Frankreich die konservativen Einigungsbestrebungen in Italien vorantreiben konnte. 1859 besiegten die Verbündeten im Sardinischen Krieg bei der Schlacht von Solferino Österreich-Ungarn, wodurch Venetien an Sardinien-Piemont fiel. 1861 wurde Viktor Emanuel zum König von Italien ausgerufen.
Die 1855/56 mit dem Beistand von Sardinien-Piemont kämpfenden Türken ahnten damals nicht, dass ihr Verbündeter 1911 Krieg gegen sie um Tripolitanien und Cyrenaica führen und damit die Balkankriege von 1912/1913 auslösen würde.

Nach der Niederlage im Krim-Krieg besaß Russland noch immer einsatzfähige Seestreitkräfte und Marine-Stützpunkte in der Ostsee, im Nordmeer und im Pazifik. 1861 – im gleichen Jahr, als Viktor Emanuel den italienischen Thron bestieg – begann der Bürgerkrieg zwischen den Nord- und Südstaaten der USA, der bis 1865 dauerte. Für Großbritannien eine scheinbar günstige Gelegenheit, sich für den Verlust seiner Kolonien im amerikanischen Befreiungskrieg und den Krieg von 1811/1812 (um Kanada) an den Nordstaaten schadlos zu halten. Seine Pläne, die Seeblockade der Südstaaten-Häfen zu brechen, sickerten aber nach Petersburg durch, was den Zaren dazu veranlasste, als Revanche für die Krim-Demütigung zwei russische Flottenverbände nach Nordamerika zu entsenden, deren Anwesenheit den militär- politischen Spielraum der Administration von Präsident Abraham Lincoln vergrößerte.
Das freundliche Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Russland führte schließlich dahin, dass Russland 1867 seine Besitzungen in Alaska an die USA verkaufte, was zu deren Konsolidierung und Stärkung beitragen sollte.

1862 – mitten in einer politischen Dauerkrise – wurde Otto von Bismarck zum Ministerpräsidenten Preußens ernannt. Als Gesandter im Deutschen Bundestag hatte er sich bereits 1855 einen Namen gemacht, als er durch geschicktes Taktieren das österreichische Bestreben durchkreuzte, die Bundestruppen auf der Seite der Türkei, Großbritanniens und Frankreichs gegen Russland im Krim-Krieg zu mobilisieren.
Ohne parlamentarisch abgesegneten Staatshaushalt regierend, führte er Preußen 1864 in den Krieg gegen Dänemark (gemeinsam mit der Donau-Monarchie) und 1866 gegen Österreich-Ungarn. Nach dem Sieg bei Königgrätz („getrennt marschieren, gemeinsam schlagen“) 1866 schien die kleindeutsche Reichseinigung greifbar. Der Jubel über den Sieg brachte ihm die nachträgliche Genehmigung aller bis dato parlamentarisch umstrittenen militärischen Haushaltposten ein.
1870/1871 folgte der Waffengang gegen das Frankreich Kaiser Napoleons III: (Emser Depesche!).

Der schnelle militärische Erfolg der deutschen Armeen bei Sedan und die Gefangennahme des Kaisers im September 1870 ließen in London die Alarmglocken schrillen. Eine weltpolitische Katastrophe für das British Empire! Nicht etwa, weil das kleindeutsche Reich in der Mitte Europas zu einem bedeutenden Machtfaktor aufgestiegen wäre, sondern weil die zweite Garantiemacht für die politische Regelung des Krim-Krieges von 1856 eine eklatante Niederlage erlitten hatte und als politischer Verbündeter gegen Russland auszufallen drohte.

Russland hatte die vorangegangenen Jahre genutzt, um die letzten Widerstands-Nester der Kaukasus-Völker zu beseitigen. Es drang auch in Mittelasien weiter südwärts vor. Seit der ersten Expedition gegen das Khanat Kokand (ökonomischer Schwerpunkt im Ferghana-Tal) von 1853, was offenbar der Auslöser für die britische Teilnahme am Krim-Krieg war, wurden bis 1868 die Khanate Kokand, Buchara, Samarkand russische Protektorate, ebenso 1873 das Khanat Chiwa (Choresm).
Das russische Vordringen nach Süden, auch wieder zunehmender Einfluss auf dem Balkan, ließen Großbritannien um die Ergebnisse des Krim-Krieges und seine indischen Besitzungen fürchten.
Auf der Pontus-Konferenz von 1871 wurden die maritimen Beschränkungen Russlands im Schwarzen Meer wieder aufgehoben. (Diese besagten ursprünglich, dass Russland dort nur so viele Schiffe haben dürfe wie die Türkei.) – Eine Folge der Niederlage Frankreichs im Krieg gegen Deutschland.

1876 gipfelten die seit 1800 in Bulgarien erwachenden Bestrebungen nach nationaler Wiedergeburt im April-Aufstand gegen die osmanische Herrschaft. Die mit großer Grausamkeit erfolgende Niederschlagung des Aufstandes durch überlegene türkische Streitkräfte rief große Empörung in Europa hervor. Doch einzig Russland fühlte sich berufen, den Aufständischen beizustehen, indem es erneut die „nationale Karte“ spielte, um die Schmach des Krim-Krieges zu tilgen. Der russische-türkische Krieg von 1877/1878 endete nach langwierigen Kämpfen um Plewen und den Schipkapass, als die russischen Truppen schließlich durch Rumelien bis nach Edirne (Adrianopel) vordrangen im Frieden von Santo Stefano und am Verhandlungstisch in Berlin.

Der Berliner Kongress vom 13. Juni 1878 wird hehr als eine Versammlung der damaligen Großmächte Deutschland, Österreich-Ungarn, Frankreich, Großbritannien, Italien, Russland und Türkei bezeichnet, die durch Österreich-Ungarn initiiert wurde und auf Einladung der deutschen Reichsregierung unter dem Vorsitz Otto von Bismarcks zusammentrat, um das Ergebnis des Friedens von San Stefano mit den Interessen der europäischen Großmächte, insbesondere Österreich-Ungarns und Großbritanniens, in Einklang zu bringen.
Kurz gesagt, ging Russland das Gros seiner friedensvertraglichen Erwerbungen wieder verlustig, weil Bismarck diesmal auf Ausgleich mit Österreich-Ungarns und Großbritanniens Interessen setzte. Diese vermeintliche Parteinahme des Moderators wurde später zum Ausgangspunkt deutschfeindlicher Stimmungen in Russland.

Bei der Suche nach Verbündeten oder politischen Werkzeugen gegen Russland geriet das Japanische Kaiserreich in den Fokus Großbritanniens. Die Meiji-Restauration hatte ab 1867 das Shogunat beseitigt und die Macht des Tenno wiederhergestellt. Politische und wirtschaftliche Reformen trugen zur Modernisierung des Staates bei und ermöglichten Kapitalakkumulation und Industrialisierung. Lag es nicht nahe, der neuen Macht im Fernen Osten beim Aufbau seines militärisch-industriellen Potentials hilfreich zur Seite zu stehen?
Dieses Kalkül ging auf, als in den 1890er Jahren beginnend die Interessen Russlands und Japans in Korea und der Mandschurei kollidierten, was später zum russisch-japanischen Krieg von 1904/1905 führte und Russland in eine schwere militärische und politische Krise stürzte.

Der 100. Jahrestag der Großen Französischen Revolution vom 14.07.1789 (Sturm auf die Bastille) war Ausgangspunkt für vielfältige Überlegungen von Revolutionären und ihren Hintermännern über die revolutionäre Neugestaltung der Welt. Vom 14.07. bis 20.07.1889 fand der Internationale Arbeiterkongress in Paris statt, der zeitgemäß berechtigte Forderungen u. a. nach politischer Bildung der Arbeiter und Organisation von Arbeiterparteien, nach ökonomischen und sozialen Verbesserungen, Arbeitsschutz und Frauenrechten erhob. Aber auch nach Entmilitarisierung.
Die Idee ging um, dass sich das revolutionäre Zentrum von Frankreich nach Deutschland verlagere, später sogar weiter nach Osten in das Russische Reich, wovon die Terroranschläge der Narodowolzen zu zeugen schienen (1881 Ermordung Zar Alexander II.).
Ganz im Sinne Großbritanniens sahen sie das Russische Reich als eine Art Völkergefängnis an, das es auf revolutionären Wege zu zerschlagen galt. Insofern liegt der Gedanke nicht fern, dass Vertreter der britischen Administration auch mit der Vorstellung von einer Zone sozialer Experimente im Osten Europas liebäugelten, die den russischen Machtkonkurrenten auf Dauer ausschalten sollte.

Der Zusammenstoß Russlands mit dem organisierten japanischen Nationalismus und Militarismus endete 1905 in einem Fiasko, das die russische Expansion in Asien nicht nur stoppte. Die Einflusssphären in Korea und der Mandschurei gingen an Japan verloren. Die revolutionären Ereignisse von 1905 bis 1907, bei denen erste Sowjets gegründet wurden, drohten das politische und soziale Gefüge des Zarenreiches umzustürzen. Obendrein schienen sie die Theorie von der Verlagerung des revolutionären Zentrums nach Osten zu bestätigen.

Kaiser Wilhelm II. bot in dieser kritischen Zeit seinem verstörten Großneffen auf dem Zarenthron, Nikolaus II., seitens des Deutschen Reiches Hilfe und gedeihliche Zusammenarbeit an, um die Wunden von Krieg und Revolution zu heilen. Weil der Zar dem Angebot zuneigte, setzten die Parteigänger des französischen Einflusses alle Hebel in Bewegung, um die wirtschaftliche und politische Annäherung Russlands an Deutschland zu verhindern. Gegensätzliche Interessen zu Österreich-Ungarn auf dem Balkan wurden aufgebauscht, um Russland in die Allianz mit Frankreich und Großbritannien zu ziehen und einen kriegerischen Auslöse-Mechanismus auf dem Balkan zu erschaffen.

In den Balkan-Kriegen der Jahre 1912 und 1913 ging der Einfluss Russlands auf Bulgarien verloren. Nur Serbien, das am Verhandlungstisch um seine albanischen Eroberungen geprellt wurde, blieb dem russischen Einfluss weiter verbunden, da Russland sich als Schutzmacht Serbiens erklärte.
Die ideale Konstellation, um in Anbetracht der politischen Gegensätze nach Belieben einen großen Krieg auszulösen, wie es dann mit der Ermordung des österreichischen Thronfolgers 1914 geschah.

Tatsächlich nahmen die russischen Bolschewiki um Lenin die Vorstellung vom zaristischen Völkergefängnis auf, indem sie das Recht auf Lostrennung aller unterdrückten Nationen von Russland vertraten. Dies auch, um möglichst wenig Widerstand gegen ihre Machtergreifung in den politischen Zentren Russlands zu verursachen. Aber im Gegenzug vertraten sie auch das Konzept des proletarischen Internationalismus, also der Klassensolidarität, was sie zum Export der Revolution antrieb. Beispiele für diese „doppelbödige Politik“ waren die Lostrennungen Finnlands, der Ukraine und Polens (hier zunächst mit deutscher – später französischer Unterstützung), wo in den Jahren 1918 (Finnland, Ukraine) und 1920 (Polen) auch Sowjetregierungen in Konkurrenz zu bürgerlichen Regierungen gebildet wurden.

Die von Trotzki vertretene Politik der „permanenten Revolution“ lief darauf hinaus, den Aufbau des Sozialismus in der Sowjetunion zugunsten der Entfachung der proletarischen Weltrevolution zurück zu stellen, was ein „gefundene Fressen“ für die Machtpolitiker des britischen Imperiums war, die danach strebten, sich im antikommunistischen Kampf alle anderen Mächte unterzuordnen.
Lenin und Trotzki waren sich damals einig, dass der sozialistische Aufbau in Russland nur durch den Sieg der Revolution in Deutschland möglich sei, das Sowjet-Russland dann mit seinen wissenschaftlich-technischen und organisatorischen Potenzen umfassend unterstützen werde.

Doch als Stalin seine Theorie vom Aufbau des Sozialismus in einem Land in Auseinandersetzung mit Trotzki entwickelte und durchsetzte, durchkreuzte er die perfiden Pläne Albions. Im Gegenteil. Noch zu Lenins Lebzeiten erfolgte der Zusammenschluss der Sowjetländer zur Sowjetunion – von der Ukraine bis zur Fernöstlichen Republik (Hauptstadt Tschita), von Armenien bis Sowjetisch-Turkestan, dem der von Stalin verfochtene sozialistische Aufbau folgte.

Die Neue Ökonomische Politik der Sowjetregierung zielte zunächst auf staats- und privat- kapitalistische Entwicklungen. Sie eröffnete ausländischen Unternehmen und Kreditgebern Investitionsmöglichkeiten in der Sowjetunion. Sie etablierte aber auch neue Schuldverhältnisse.
Spätestens als 1932 sich der Wirtschaftskrise des Westens eine Finanzkrise hinzugesellte, sah London die Zeit gekommen, diese Schulden einzutreiben und damit den sich abzeichnenden sozialistischen Aufbau der Volkswirtschaft – insbesondere der Schwerindustrie – zu torpedieren.
Als Gegenwert wurden nicht Lieferungen und Leistungen in Rohstoffen, Geld oder gar Gold akzeptiert, sondern nur Getreide!
Die Sowjetregierung kam dieser Forderung nach, was schließlich zur Zwangsbewirtschaftung und Requirierung von Getreidevorräten und Saatgut, zu Krise und Aufruhr in der Landwirtschaft und letztendlich zur Politik der „Zwangskollektivierung“ führte.

Russland und die Sowjetunion haben in nationalen Fragen und durch Krieg einen hohen Preis bezahlt. Die Urheber für viele dieser Krisen und Katastrophen sitzen auf den Britischen Inseln, auch wenn einheimische Handlanger, Dummköpfe und Verräter, ihnen dabei behilflich waren.
Karmische Schuld ist bezahlt. Die historischen Lehren sind gezogen, und eine ethisch gesinnte Politik führt das Land.
Somit spricht Vieles dafür, dass Russland auf völkerrechtlicher Grundlage an Attraktion für einen neuen Staatenbund gewinnen wird.

Dieser Artikel von unserem HPB war eigentlich zum Jahrestag der Oktoberrevolution gedacht. Durch ungünstige Umstände (u.a. kaputter PC) konnte ich ihn leider nicht termingerecht einstellen. – Russophilus

72 Gedanken zu „HPB – Russisches Karma und moderner bürgerlicher Nationalismus“

  1. @ Warum fehlt das mehr als entscheidende Datum 1812?

    Polen stand an Napoleons Seite beim Angriff auf Russland, das erklärt dann die Entstehung eines „Kongress“-Polen unter russischer Herrschaft auf dem Wiener Kongress; denn Russland hatte mit seiner Strategie, Moskau anzuzünden, etwas, wozu wohl kein anderes Land je imstande wäre, den Sieg über Napoleon und seine 800 000 Mann starke „europäische“ Armee errungen.

    1. @ The Reds

      Danke für den Hinweis. „Um das Bild rund zu machen“, haben wir ja zum Glück die Kommentarfunktion, wo jeder beitragen kann.

      Das Schicksal Polens mit seinen drei Teilungen und den daraus resultierenden Folgen, wäre sicher eine gesonderte Betrachtung wert.
      Nach der zweiten Teilung von 1793 regten sich ja dort die politischen Geister, um weiteres Ungemach zu verhindern. Das gipfelte dann in einer neuen Verfassung für die bisherige Adelsrepublik, dem damals modernsten Verfassungswerk Europas. Es kam aber zu spät, um die bäuerlichen und städtischen Volksmassen zu mobilisieren, bzw. die drei Nachbarstaaten beeilten sich, der absehbaren Staatskonsolidierung mit der dritten polnischen Teilung 1795 zuvor zu kommen. Reine Machtpolitik (und ethisch nur schwer verdaulich).

      Für Napoleon war es dann ein Leichtes, sich als Beschützer und Rächer des Polentums zu gerieren, wie das damals jeder erfolgreiche Kolonial-Eroberer praktizierte. Und obendrein konnte er sich der lebendigen Kräfte Polens bei seinen imperialen Plänen bedienen.
      Polnische Truppen standen noch in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 an Napoleons Seite. Poniatowski als ihr Kommandeur starb in dieser Schlacht.

  2. Ich bin begeistert über diese Arbeit! Darin steckte für mich viel einiges an Wiederholungsstoff, aber noch mehr Neues. Danke!

  3. Vielen Dank für den geschichtlich sehr aufschlussreichen Artikel. Sehr schön anschaulich für mich daran ist die „sichtbare“, geplante Kette an Ereignissen/Kriege, die zum heutigen geopolitischen Stand der Dinge führten. Insbesondere auch für Deutschland und Russland. Die Teilung und Zerstörung der europäischen Völker oder (vielleicht kann man auch sagen) des europäischen Brudervolkes ((Ausgangspunkt ab den Asen?)) ansich, war ja schon immer deren Ziel….

  4. Ich habe hier eine kleine Richtigstellung zur Theorie des Aufbaus des Sozialismus in einem Land. Diese Theorie wurde von Lenin bereits 1915 entwickelt und dann von Stalin umgesetzt.
    Hier ein Auszug aus Lenins Werken mit einem Kommentar von Stalin aus dem Jahr 1925:
    “ „Die Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung ist ein unabdingbares Gesetz des Kapitalismus. Hieraus folgt, daß der Sieg des Sozialismus ursprünglich in wenigen kapitalistischen Ländern oder sogar in einem einzeln genommenen Lande möglich ist. Das siegreiche Proletariat dieses Landes würde sich nach Enteignung der Kapitalisten und nach Organisierung der sozialistischen Produktion im eigenen Lande (von mir hervorgehoben. J. St.) der übrigen, kapitalistischen Welt entgegenstellen und würde die unterdrückten Klassen der anderen Länder auf seine Seite ziehen, in ihnen den Aufstand gegen die Kapitalisten entfachen und im Notfall sogar mit Waffengewalt gegen die Ausbeuterklassen und ihre Staaten vorgehen.“ (Lenin, Ausgew. Werke, Bd. 5, S. 134 / 135.)

    Dazu Stalin:

    Was bedeuten die von uns hervorgehobenen Worte Lenins: „nach Organisierung der sozialistischen Produktion im eigenen Lande“? Das bedeutet, daß das Proletariat des siegreichen Landes die sozialistische Produktion im eigenen Lande nach der Machtergreifung organisieren kann und muß. Und was bedeutet „die Organisierung der sozialistischen Produktion“? Das bedeutet, die sozialistische Gesellschaft errichten. Es erübrigt sich nachzuweisen, daß diese klare und bestimmte These Lenins keines weiteren Kommentars bedarf. Andernfalls wäre es nicht verständlich, warum Lenin im Oktober 1917 zur Machtergreifung durch das Proletariat aufrief. “

    Es ist offensichtlich das Stalin immer im Geistes Lenins gewirkt hat.

    Zu
    „Lenin und Trotzki waren sich damals einig, dass der sozialistische Aufbau in Russland nur durch den Sieg der Revolution in Deutschland möglich sei, das Sowjet-Russland dann mit seinen wissenschaftlich-technischen und organisatorischen Potenzen umfassend unterstützen werde.“

    Lenin und Trotzki waren sich nicht einig, wie oben schon dargestellt. Trotzki war 1915 noch ein Menschewiki und ist erst spät auf den Revolutionszug aufgesprungen, um diese dann zu bekämpfen.( Ein Sozialdemokrat eben, sie wollen keine Veränderung sondern nur etwas Kosmetik)
    Er war ein Geger der Revolution und bewies das bei der Verweigerung der Unterschrift unter den Friedensvertrag in Brest-Litowsk und zwar ausdrücklich gegen die Weisung von Lenin. (Ich denke er war eine Art Gorbatschow, ständig mit revolutionären Floskeln unterwegs und das Gegenteil davon machen)
    Hier liefert HBP selbst den Beweis:
    „Die von Trotzki vertretene Politik der „permanenten Revolution“ lief darauf hinaus, den Aufbau des Sozialismus in der Sowjetunion zugunsten der Entfachung der proletarischen Weltrevolution zurück zu stellen,…..“
    Also nichts mit Sozialismus aufbauen……dann hätten die Sowjetunion auch keine Schwerindustrie aufgebaut, kein Kusnezbecken und auch nie die Faschisten besiegen können. Und das alles in eine revolutionäre Floskel verkleidet.

    „Die Neue Ökonomische Politik der Sowjetregierung zielte zunächst auf staats- und privat- kapitalistische Entwicklungen. Sie eröffnete ausländischen Unternehmen und Kreditgebern Investitionsmöglichkeiten in der Sowjetunion.“

    Die Neue Ökonomische Politik, NÖP, von Lenin entwickelt und von Stalin verwirklicht zielte keinesfalls auf die Entwicklung von privat-kapitalistischen Betrieben.
    Sie wendete sich gegen die sogenannten extremen Linken, von Lenin und Stalin als linke Abweichung bezeichnet, die erst eine völlige Zerstörung des Bestehenden forderten um dann bei „Null“ neu anzufangen. Das wäre der Untergang der ohnehin schwachen sowjetischen Wirtschaft gewesen. Das Ziel der NÖP war daher, die privaten Betriebe vorerst bestehen zu lassen, die neuen staatlichen Betriebe zu entwickeln und zu fördern und dann erst die privaten Betriebe schrittweise zu übernehmen. Das kann man sehr gut in Stalins Werken (auch online) Band 10 bis 13 nachlesen. So um 1926 bis 1932.

    “ NÖP – Sie eröffnete ausländischen Unternehmen und Kreditgebern Investitionsmöglichkeiten in der Sowjetunion. Sie etablierte aber auch neue Schuldverhältnisse.“

    Die Sowjetunion hat in den Jahren bis 1935 keine Kredite von ausländischen „Investoren“ (Heuschrecken) erhalten, da sich diese vereinigt hatten um die Sowjetunion zu bekämpfen. Die sogenannten Schulden waren Kriegsschulden des zaristischen Reiches (siehe auch Stalins Werke)

    Als einziges Zahlungsmittel hatte die Sowjetunion jedoch wie geschrieben nur Getreide, vorangig Weizen.

    „Als Gegenwert wurden nicht Lieferungen und Leistungen in Rohstoffen, Geld oder gar Gold akzeptiert, sondern nur Getreide!
    Die Sowjetregierung kam dieser Forderung nach, was schließlich zur Zwangsbewirtschaftung und Requirierung von Getreidevorräten und Saatgut, zu Krise und Aufruhr in der Landwirtschaft und letztendlich zur Politik der „Zwangskollektivierung“ führte…“

    Das ist nun wirklich abenteuerlich. Die Getreidepruduktion stieg in der Sowjetunion seit 1927 bis 1937 kontinuierlich. (kann man sogar bei Wiki googeln) und der Aufruhr war so groß, das die Menschen 1941 keine Lust hatten ihr Land zu verteidigen, oder?

    1. @ tommmm

      Danke für die vielen Hinweise und Ergänzungen.

      Was die Problematik der sowjetischen Landwirtschaft zwischen 1927 bis 1933 betraf, las ich meines Wissens die ersten Artikel 1988 im „Sputnik“.

      Hier mal noch ein Auszug von Carroll Quigley (Tragödie und Hoffnung – Seite 302):

      „Die Umstellung auf das neue System begann 1927 bis 1929 langsam und wurde dann um 1930 heftig und vollständig durchgesetzt. Innerhalb von sechs Wochen (Februar bis März 1930) stieg die Zahl der Kolchosen von 59.400 mit 4.4 Millionen Familien auf 110.200 Betriebe mit 14,3 Millionen Familien. Bauern, die Widerstand leisteten, wurden mit Gewalt gezwungen. Ihr Eigentum wurde beschlagnahmt, sie wurden geschlagen oder in abgelegene Gebiete ins Exil geschickt, viele kamen dabei um. Dieser Prozess, der als „die Liquidierung der Kulaken“ bekannt ist (da die reicheren Bauern sich am heftigsten wehrten) betraf fünf Millionen Kulaken-Familien. Statt ihre Tiere der Kolchose abzutreten, schlachteten viele Bauern sie lieber. Dadurch ging die Anzahl der Rinder von 30,7 Millionen im Jahr 1928 auf 19,6 Millionen im Jahr 1933 zurück, während in den gleichen fünf Jahren die Zahl der Schafe und Ziegen von 146,7 Millionen auf 50,2 Millionen , die der Schweine von 26 auf 12,1 Millionen und die der Pferde von 33,5 auf 16,6 Millionen abnahm. Darüber hinaus wurde die Pflanzsaison 1930 völlig versäumt, und die landwirtschaftlichen Tätigkeiten der späteren Jahre wurden weiter vernachlässigt, so dass die Nahrungsmittelproduktion drastisch sank. Da die Regierung auf den benötigten Nahrungsmitteln bestand, um die Stadtbevölkerung zu versorgen, blieben in den ländlichen Regionen Nahrungsmittel nur in unzureichender Menge zurück, und mindestens drei Millionen Bauern starben zwischen 1931 und 1933 an Hunger. Zwölf Jahre später, im Jahre 1945, erzählte Stalin Winston Churchill, dass bei der Reorganisation der Landwirtschaft zwölf Millionen Bauer den Tod gefunden hätten.“

      1. @HPB

        ich habe hier auf die Schnelle nur mal im Band 13, Stalinwerke geguckt:

        http://www.stalinwerke.de/band13/b13-057.html

        Also der Rechenschaftsbericht 1934 über die zurückliegenden Jahre.
        Auch wenn die Zahlen von deinem Professor nicht stimmen, ich glaube er hat Pferde mit Rindern verwechselt, sind sie doch in der Tendenz bis 1933 richtig.
        Man kann auch gut sehen, das 1933 zum ersten Mal die Weizenproduktion der Vorkriegszeit überschritten wurde.
        Die Ursachen sind in den Texteilen gut erläutert.

        Interessant finde ich, dass Stalin sich auch hier wieder auf Lenin bezieht (was er eigentlich ständig macht, es ist schon komisch, auch für mich war in meiner Kindheit immer Lenin der Gute und Stalin der Böse) aber eigentlich führt Stalin durch, was Lenin geplant hatte:
        „Lenin sagte:

        „Mit der Kleinwirtschaft kann man aus der Not nicht herauskommen.“ (Siehe Bd. XXIV, S. 540[55].)

        Lenin sagte:

        „Wenn wir in althergebrachter Weise in kleinen Wirtschaften hocken bleiben, und sei es auch als freie Bürger auf freier Scholle, so droht uns dennoch der unvermeidliche Untergang.“ (Siehe Bd. XX, S.417[56].)

        Lenin sagte:

        „Nur durch gemeinsame, artelmäßige, genossenschaftliche Arbeit kann man aus der Sackgasse, in die uns der imperialistische Krieg getrieben hat, einen Ausweg finden.“ (Siehe Bd. XXIV, S. 537[57].)

        Lenin sagte:

        „Es ist notwendig, zur gemeinsamen Bodenbestellung in großen Musterwirtschaften überzugehen“, denn „sonst kann man aus der Zerrüttung, aus der geradezu verzweifelten Lage nicht herauskommen, in der sich Rußland befindet.“ (Siehe Bd. XX, S. 418[58].)

        Davon ausgehend, gelangte Lenin zu der folgenden grundlegenden Schlussfolgerung:

        „Nur in dem Falle, dass es gelingt, den Bauern die Vorzüge der gesellschaftlichen, kollektiven, gemeinschaftlichen, artelmäßigen Bodenbestellung in der Praxis vor Augen zu führen, nur wenn es gelingt, dem Bauern mittels der gemeinschaftlichen, der Artelwirtschaft zu helfen, nur dann wird die Arbeiterklasse, die die Staatsmacht in der Hand hat, den Bauern wirklich den Beweis erbringen, dass sie im Rechte ist, und die Millionenmassen der Bauern fest und wirklich auf ihre Seite ziehen.“ (Siehe Bd. XXIV, S. 579[59].)

        Von diesen Thesen Lenins ist die Partei bei der Durchführung des Programms der Kollektivierung der Landwirtschaft, des Programms des Fünfjahrplans auf dem Gebiet der Landwirtschaft ausgegangen.“

        Zum Beginn der Kollektivierung, die nur für Kulaken Zwang war, irgendwo im Band 11, erläuerte Stalin das Problem sinngemäß wie folgt:
        Wir hatte vor dem Krieg ca. 8 Millionen bäuerliche Wirtschaften, jetzt haben wir 20 Millionen. Wir mußten mit den Bauern ein Bündnis eingehen (rußland war ja ein Agrarstaat) also die Bodenreform. Dadurch sinkt natürlich die Produktivität, Traktoren und andere Technik sind auf kleinen Parzellen nicht einsetzbar. Die Menge des Warengetreides (Also für den Welthandel übriges Getreide) sinkt zusätzlich, weil der Bauer jetzt 3 x am Tag ißt, zu Zarenzeiten nur einmal, wenn es gut lief. Aber der Bauer hat das inzwischen vergessen.
        Wir können aber erst zu Kollektivwirtschaften übergehen, wenn wir die Traktoren auch haben, also müssen wir zuerst die Schwerindustrie entwickeln, was du auch gut an den Tabellen über die Entwicklung der Industrie sehen kannst. Interessant finde ich auch, dass Stalin stehts die Schwächen anspricht und Lösungen vorschlägt, nicht ganz so war es in der späten DDR-Zeit, wo offiziell immer alles super war.

        Als ich diese Stalinwerke zum ersten mal gelesen habe, mußte ich unwillkührlich an das Spiel „Siedler“ denken, du hast ein riesiges Land, aber du brauchst eine Idee (Lenin) und jemanden der es durchzieht, ohne sich zu korumpieren (Stalin)

        1. @ tommmm

          Danke für die Ergänzungen und Auszüge.

          Um beim letzten Punkt anzuknüpfen: Ich heiratete vor etlichen Jahrzehnten als Städter in eine bäuerliche Familie ein. Bis dahin kannte ich die sozialistische Landwirtschaft der DDR nur aus der Literatur und den Agitprop-Erzählungen meiner Eltern um die Kollektivierung von 1960.
          Bis dahin war mein Weltbild völlig klar. – Das persönliche Schicksal meiner Schwiegereltern – wenn auch teilweise selbstverursacht – bot allerdings dann keinen Grund für die ausschließlich rosarote Sicht mehr.

          Betrachtet man die Situation der sowjetischen Landwirtschaft von 1927/1928, dann gab es damals zweifellos das politische Bestreben, die Bauern geduldig von den Vorteilen kollektiver oder gar industrieller Formen der Zusammenarbeit zu überzeugen. Auch mit sozialistischen Musterwirtschaften (Sowchos).

          Das ökonomische Hauptproblem bestand aber darin, dass es der Industrie (oder den Saatgut-Betrieben) nicht gelang, preisgünstige und qualitativ hochwertige Arbeitsmittel/Technik zur Steigerung der Arbeitsproduktivität in der Landwirtschaft nach Bedarf zu produzieren (Anmerkung: Die Katze und ihr Schwanz).
          Deshalb klafften die Preise für Industrie- und Agrar-Produkte weit auseinander.
          Mit anderen Worten: Die produktiven, sachverständigen Bauern auf eigener Scholle fühlten sich ungerecht behandelt, ja ausgebeutet, weil sie für teures Geld nur wenig brauchbare Geräte erhielten.

          Was machten diese Leute also im Hinblick auf die effiziente Bewirtschaftung ihres Eigentums? Sie lieferten nur das unbedingt Nötige an den Staat zu den niedrigen Aufkaufpreisen. Soweit möglich verkauften sie auf den örtlichen Märkten zu höheren Preisen, um ihre Viehbestände aufzustocken oder Landarbeiter anzuwerben.
          Ansonsten gingen alle Überschüsse in die Erweiterung der eigenen Wirtschaft: Mehr Futter für den erweiterten Viehbestand, mehr Anbaufläche, mehr Ertrag für mehr Futtermittel etc.. Das war folglich nichts anderes als eine spezifische Form der ursprünglichen Kapital-Akkumulation in der sowjetischen Landwirtschaft, die natürlich die Sowjetmacht zu untergraben drohte.

          Das ursprüngliche Verständnis von Lenin und Stalin in der Frage der Kollektivierung der Landwirtschaft ist durchaus nicht negativ zu sehen. Aber leider standen weder die Zeit noch die materiellen Ressourcen zur Verfügung, um die Entwicklung mit Überzeugungskraft, Geduld und Ausdauer voranzubringen, oder geeignete ökonomische Hebel zu erproben, die die Bauern überwiegend positiv anzuspornen vermocht hätten.
          Stattdessen dann Zuspitzung des Konflikts und gewaltsame Lösung.

          Aus dem, was ich so ab 1987/88 dazu lesen konnte, entnahm ich, dass sich bis zur damaligen Zeit die sowjetische Landwirtschaft von diesem Verlust an agronomischen und agro-ökonomischen Sachverstand nie wieder vollständig erholt hatte.
          Es gab zwar auch damals (1988) einzelne, exzellente Kolchos-Vorsitzende, aber die wurden von ihren massenhaften „Versager-Kollegen“ häufig in Verruf gebracht, bedroht, als Diebe und sonstwas hingestellt.
          Im „Meer der Mittelmäßigkeit“ war es nicht leicht, unangefochten eine herausragende Stellung inne zu haben.

          1. @tommm und @HPB:

            Was Lenin oder auch Stalin grundsätzlich mißachtet hatten war die Natur der Menschen:
            Sie sind einfach nicht so uneigennützig, daß sie für Fremde (= z. B. unbekannte Stadtbewohner, Menschen außerhalb ihres sozialen Bezugsrahmens) so schwer und intensiv arbeiten wie für ihre eigenen Interessen, ihr eigenes Überleben und ihre eigenen Nachkommen/Verwandten.

            Wo Früchte nicht für den eigenen Nutzen angebaut, Tiere nicht für den eigenen Nutzen gehalten werden, sinkt das Verantwortungsbewußtsein, was entsprechende Folgen hat (Miß- und Minderernten, ungepflegte, krankheitsanfällige Tierbestände).

            Wenn „Alle“ verantwortlich sind, ist „niemand“ verantwortlich.

            Zwangsverordnete Uneigennützigkeit funktioniert genauso wenig wie zwangsverordnete Aufgabe des Selbsterhaltungstriebs (was quasi die letzte Stufe der „Erziehung zum Neuen Menschen“ darstellt).
            Was gegen die menschliche Natur ist, ist zum Scheitern verurteilt und destruktiv.
            Das sehen wir in ersten Ansätzen grade in Bezug auf die (ebenfalls zwangsverordnete) „Willkommenskultur“, die nicht zu einer „besseren Gesellschaft“ sondern letztendlich zu Mord, Totschlag und vielen Opfern (unter allen zwangs- bzw. verlockungsweise involvierten Gruppen) führen wird.

            So „gut gemeint“ solche Experimente sein können (Lenin und Stalin traue ich so eine Motivation eher zu als z. B. Frau Merkel) so übel enden sie in der Regel: Die menschliche Natur läßt sich weder dauerhaft umerziehen noch unterdrücken.

            1. @ Blue Angel

              „Was Lenin oder auch Stalin grundsätzlich mißachtet hatten war die Natur der Menschen:
              Sie sind einfach nicht so uneigennützig, daß sie für Fremde (= z. B. unbekannte Stadtbewohner, Menschen außerhalb ihres sozialen Bezugsrahmens) so schwer und intensiv arbeiten wie für ihre eigenen Interessen, ihr eigenes Überleben und ihre eigenen Nachkommen/Verwandten.“

              Aber gerade durch dieses Denken schließt du doch jeglichen Fortschritt aus. Der Mensch ist so, oder so, und dass ist von Natur gegeben…usw.
              Das wäre ein Aufgeben.

              Der Mensch ist doch kein Tier mehr!
              Wir können denken und wir müssen die Probleme lösen, das geht nicht mit ewigen Wachstum, also muss sich Gedanken um eine funktionierende Gesellschaft machen. Und dazu muss auch die Systeme analysieren die schon mal da waren.
              (Damit meine ich nicht nur den „Grünen Pfeil“) 🙂

              1. @tommm:
                „Aber gerade durch dieses Denken schließt du doch jeglichen Fortschritt aus. Der Mensch ist so, oder so, und dass ist von Natur gegeben…usw.
                Das wäre ein Aufgeben.“

                Die Menschen entwickeln sich ständig weiter, sonst würde es uns nicht mehr geben. Es funktioniert aber weder mit Zwang noch mit „Nudging“.

                „…wir müssen die Probleme lösen, das geht nicht mit ewigen Wachstum, also muss sich Gedanken um eine funktionierende Gesellschaft machen.“

                – Da sind wir einer Meinung.

                1. Wer definiert, was eine „funktionierende Gesellschaft“ ist?

                  Sind es AM Erika und ihre Claqueure, die behaupten, uns ginge es „noch niemals so gut, wie irgendwelchen Lebewesen in diesem, unsem Universum“?

                  Sind es BLÖD, Locus und Alpen-Prawda, die das Wohl eines Gemeinwesens artikulieren als „Richtlinien-Kompetenz“, wonach sich der „gemeine Pöbel“ zur richten hat?

                  Und stimmt es überhaupt, dass „die Menschen“ sich „immer weiter entwickeln“ und falls ja: in welche Richtung?

                  Sind das nicht alles hohle Phrasen, die erst 1000 Jahre später falsifiziert werden können und dann immer noch von der Tagesform und der gerade überreichten Handvoll Schekel des „Analytikers“ abhängen?

                  Wer maßt es sich an, über Gedeih und Verderben ganzer Völker zu bestimmen oder in der Nachschau darüber zu befinden, ob diese einen Irrweg beschritten haben oder den „richtigen“ Weg?

  5. Schöne Zusammenfassung! Das war mir neu dass der Zar die Nordstaaten so stark unterstützt hat.
    In Bismarcks Familie mütterlicherseits wurde übrigens noch wendisch gesprochen. Leider ist das wendische (polabische) heute nur noch schwer zu rekonstruieren. Das zeigt allerdings dass die britischen Ängste vor einer pan-slawischen Föderation „berechtigt“ waren (und sind).

  6. Liebe Dorfbewohner!

    Ihr habt sicher bemerkt, dass ich hier weder die Oktoberrevolution noch die Geschichte der Sowjetunion skizziert habe. In dieser Richtung gibt es zweifellos Ergänzungs- oder Richtigstellungsbedarf en masse. Also bitte keine Zurückhaltung!

    Gestern wurde in der „Linken Zeitung“ die Rede von Leo Trotzki in Kopenhagen von 1932 zur Oktoberrevolution veröffentlicht. Trotzki umriss darin sehr prägnant die objektiven und subjektiven Bedingungen der revolutionären Situation in Russland, wobei er sowohl Lenins Erbe hoch hielt als auch seine eigene Theorie der „permanenten Revolution“ (von 1905 und später aktualisiert) erläuterte.

    Lesenswert für Interessenten! https://linkezeitung.de/2017/11/07/kopenhagener-rede-von-leo-trotzki-zur-verteidigung-der-oktoberrevolution/

    Dass Trotzkis Überlegungen durchaus relevant waren, zeigt sich daran, wie leicht 1989 bis 1991 die UdSSR zur Beute des Westens werden konnte.

    Hier noch ein Auszug, wie die Revolutionäre die nationale Problematik sahen:

    „Die zweite revolutionäre Reserve des Proletariats bildeten die unterdrückten Nationen, übrigens auch vorwiegend bäuerlicher Zusammensetzung. Eng verbunden mit der geschichtlichen Rückständigkeit des Landes ist der extensive Charakter der Entwicklung des Staates, der wie ein Fettfleck vom Moskauer Zentrum bis zur Peripherie auseinanderfloß. Im Osten unterwarf er sich die noch mehr zurückgebliebenen Völkerschaften, um auf sie gestützt die entwickelteren Nationalitäten im Westen zu ersticken. Zu den 70 Millionen Großrussen, die die Hauptmasse der Bevölkerung bildeten, kamen allmählich an 90 Millionen „Andersstämmige“ hinzu.

    So entstand das Imperium, in dessen Zusammensetzung die herrschende Nation nur 43% der Bevölkerung bildete, während die übrigen 57% auf Nationalitäten verschiedener Kultur und Entrechtung entfielen. Der nationale Druck war in Rußland unvergleichlich roher als in den benachbarten Staaten, und zwar nicht nur der jenseits der westlichen, sondern auch jenseits der östlichen Grenze. Dies verlieh dem nationalen Problem eine ungeheure Explosivkraft.

    Die russisch liberale Bourgeoisie wollte in der nationalen wie auch in der Agrarfrage nicht über gewisse Milderungen des Regimes der Unterdrückung und Vergewaltigung hinausgehen. Die „demokratische“ Regierungen Miljukows[15] und Kerenskis, die die Interessen der großrussischen Bourgeoisie und Bürokratie widerspiegelten, beeilten sich geradezu, den unzufriedenen Nationen im Laufe der 8 Monate ihrer Existenz einzugeben: Ihr werdet nur das erreichen, was ihr gewaltsam entreißt.

    Die Unvermeidlichkeit der Entwicklung der zentrifugalen nationalen Bewegung hatte Lenin sehr bald in Betracht gezogen. Die bolschewistische Partei kämpfte Jahre hindurch hartnäckig um das Selbstbestimmungsrecht der Nationen, das heißt um das Recht auf volle staatliche Lostrennung. Nur durch diese mutige Stellung in der nationalen Frage konnte das russische Proletariat allmählich das Vertrauen der unterdrückten Völkerschaften gewinnen. Die nationale Freiheitsbewegung wie auch die Agrarbewegung wendete sich zwangsläufig gegen die offizielle Demokratie, stärkte das Proletariat und ergoß sich in das Bett der Oktoberumwälzung.“

  7. Die Sowjets haben einen Riesen Anteil das Russland nicht noch mehr Bewohner hat. 30-50 Millionen grösstenteils Russen starben während der Sowjetherrschaft, 20-25 Millionen auch wegen Nazideutschland.

    Wäre das nicht passiert hätte Russland auch um einiges mehr an Einwohnern, sicher um die 300 Millionen, so ein Russland wäre um einiges stärker. Auch mit niedriger Geburtenrate ausgelöst auch durch Verräter wie Jelzin führt man einen Hybridkrieg. Damit meine ich das die Globalisten auch so Krieg führen können.

    Natürlich ist die pure Menschenmasse allein kein Kriterium für Macht. Aber wenn man vereinigt und technologisch fortschrittlich dasteht wie China mit ihren 1.3 Milliarden Einwohner steht man einiges stärker da. Ein Indien ist 1.2 Milliarden Einwohner stark, aber fortschrittlich sind sie noch nicht daher sind sie höchstens Regionalmacht. Oder Nigeria mit glaub fast 200 Millionen Einwohnern ist keine starke Macht. Das sind Beispiele das man trotz grosser Einwohnerzahl auch nicht eine Supermacht sein kann. Ein Russland mit etwa 300 Millionen Einwohnern das unter Einiges Russland vereinigt ist wäre um einiges stärker als es jetzt schon ist. Es ist schon jetzt stark, aber nicht so stark wie so ein Szenario.

    Ich sehe daher wenige positive Eigenschaften der Sowjets. Vielleicht noch die Industrialisierung aber das wäre unter einem Industriell russisch geprägten Kapitalismus (wie heute) besser geworden ohne Massenmorde durch Kollektivierung. Alle Ostblockstaaten waren froh das sie überhaupt das System los werden konnten. Ich kenne viele Russen in meiner Umgebung bei der Arbeit, Nachbarschaft, Kindheitskollegen Ältere und Jüngere und die haben keine gute Meinung von den Sowjets auch wenn manche diese Zeit erlebt haben. Niemand würde das heutige System des Kapitalismus unter Putin das frei ist mit dem Sowjetsystem das nicht frei ist austauschen. Kapitalismus ist sicher nicht fehlerfrei, aber es hat sich als das deutlich bessere System erwiesen das sieht man auch an China die damit hunderte von Millionen von Menschen aus der Armut geholt hat.

    1. @ SS Lazio

      Dass Bevölkerungsreichtum eine Quelle für Macht und Einfluss eines Staates ist, daran gibt es keinen Zweifel. Und jeder Staat sollte Bedingungen schaffen, dass die junge Generation über die älteren hinaus wachsen kann.

      Bei Russland und der Sowjetunion dürfen wir in der Frage der Bevölkerungsverluste nicht den „falschen Stichwortgebern“ auf den Leim gehen.
      Leider kann ich hier nicht mit detailliertem Zahlenmaterial aufwarten. Fakt ist aber, dass es durch die Kampfhandlungen und Mängel im WK I und im Bürgerkrieg erhebliche Verluste gab. Dazu dann auch noch durch „Emigration“.
      Obendrein gab es gleich nach dem Bürgerkrieg eine Hungersnot im Wolga-Gebiet (Buch dazu: „Schwarzer Zwieback“)

      Danach begann ein rascher Bevölkerungszuwachs, der trotz politischer Repressalien bis 1941 anhielt. Dann folgte ein gewaltiger Verlust im zweiten Weltkrieg, der in verschiedenen Faktoren zu suchen ist. Neben den Toten und Verwundeten an der Front und im Lazarett starben viele Sowjetsoldaten in Gefangenschaft – vor allem in den ersten beiden Kriegsjahren –
      an Unterernährung und mangelhafter Hygiene, weil sie als „Untermenschen“ angesehen wurden. (Erst später kam die Idee der Wlassow-Armee als Hilfstruppe der Wehrmacht auf.)

      Als 1943 Erich von Manstein seine Truppen auf die Dnepr-Linie zurückführte, zogen mehr als 400.000 Einheimische mit den Wehrmachtstruppen über die Fluss-Übergänge, weil sie sich Stalins Zugriff entziehen wollten. Was auch immer ihre Motive waren.
      In Deutschland – auch auf dem Hof meiner Schwiegermutter (damals ein junges Mädchen) – arbeiteten Leute aus der Ukraine und anderen sowjetischen Gebieten als „Zwangsarbeiter“. Nach dem Sieg der Anti-Hitler-Koalition fürchteten sich viele dieser Leute vor der Repatriierung. (Und tatsächlich hörte meine Schwiegermutter von ihrer Freundin Lida nie wieder etwas.)
      Flucht und Repressalien brachten zum Kriegsende erneut Menschenverluste.

      Dann aber wieder kräftiger Bevölkerungszuwachs – vielleicht am geringsten bei den „Großrussen“.
      Zuletzt die Katastrophe von 1991 mit dem Zerfall der Sowjetunion. ein gewaltiger Aderlass – genau so, wie sich die Anglo-Zionisten das immer gewünscht hatten!

      Erst etwa seit 2010 ist die Wende zum Besseren in Russland sichtbar. Und es ist einfach erstaunlich, welche Macht das geschwächte Russland dennoch entfaltet. Wie verkommen und herunter gewirtschaftet müssen also die Antagonisten Russlands sein?!!

      1. „In Deutschland – auch auf dem Hof meiner Schwiegermutter (damals ein junges Mädchen) – arbeiteten Leute aus der Ukraine und anderen sowjetischen Gebieten als „Zwangsarbeiter“. Nach dem Sieg der Anti-Hitler-Koalition fürchteten sich viele dieser Leute vor der Repatriierung. “

        Nicht umsonst denn diese ehemaligen Zwangsarbeiter (ohne Anführungsstriche denn die Meisten wurden tatsächlich zwangsrekrutiert) wurden entweder gleich bei der Ankunft bei der Roten Armee getötet oder in Gulags gesteckt. Ähnlich bei den ehem. Rotarmisten in deutscher Gefangenschaft.

    2. Der typische Kapitalistisch-Propagandistische Schwachsinn.
      Hurra Kapitalismus pur.
      Das es die Interessen bedingte Einflussnahme des Kapitalismus auf die Sovijetunion war der die Katastrophen im Land verursacht hat kommen Sie nicht drauf?
      Wie kommen Sie eigentl. auf 30-50 Mio. tote während deutschland nur 25 Mio zu verantworten habe?

      Wo sind bei Ihnen die Hundert Millionen Tote des Hurra Kapitalismus in der ges. Welt, welche durch den Soros-Rothschild-Arschkriechenden -Mainstream- Journalismus „vergessen“ werden?
      Schönes Märchen welches Sie sich da zusammenzimmern.

      1. @Luzifer:
        Als Ex-Linker, der seit der Jugend etwas an Lebenserfahrung hinzugewonnen hat, kann ich der Idee einer Gesellschaft ohne Privateigentum nichts mehr abgewinnen.
        Das heißt aber nicht, daß alle, die sich von kommunistischen oder sozialistischen Ideen abgewandt haben (oder ihnen noch nie nahestanden) Anhänger eines ungehemmten, zerstörerischen Kasino-Kapitalismus sind…

        Letztendlich scheint Kapitalismus die praktikabelste und der menschlichen Natur angemessenste, bisher bekannte Wirtschaftsform zu sein. Die allerdings strikten Regeln unterworfen werden muß, damit sie konstruktiv sein kann. Solche Regeln existieren derzeit nicht. Vielleicht wäre ein gemeinsamer Einsatz (von Rechten und Linken) für eine Rückkehr zur sozialen Marktwirtschaft für´s Erste ein möglicher Kompromiss?

        1. Ergänzung:
          Die Haltung von Präsident Putin gegenüber dem Stalinismus ist m. E. die richtige: Er versöhnt die positiven Anteile der russischen Kultur der Zarenzeit mit denen des Stalinismus, ohne eins von beiden zu verteufeln.
          Vielleicht könnten wir uns ein Beispiel daran nehmen und uns ebenfalls der Zukunft zuwenden statt Kämpfe der Vergangenheit wieder und wieder neu aufzuführen?

          1. Bullshit.
            Als „Linker“ sollten Sie dann doch wissen dass im Kommunismus das PRIVATEIGENTUM AN PRODUKTIONSMITTEL ABGESCHAFFT WURDE NICHT DAS PRIVATEIGENTUM SCHLECHTHIN.

            Dies Dummzeug wird von jeden Popagandatroll munter weiter vor sich hin geschwätzt, ohne dass auch nur ein Funke Warheit daran ist, und das wurde hier auch schon ewig diskutiert.

            Ich Frage auch SIE nochmal:

            Wo sind bei Ihnen die Hundert Millionen Tote des Hurra Kapitalismus in der ges. Welt, welche durch den Soros-Rothschild-Arschkriechenden -Mainstream- Journalismus „vergessen“ werden?
            Schönes Märchen welches Sie sich da zusammenzimmern.
            KÖNNT oder wollt ihrs nicht begreifen???

            1. @Luzifer

              Sie haben es begriffen. Aber sie wollen nicht, dass es alle begreifen.

              Ich stelle hier mal Artikel 7 – 10 der sowjetischen Verfassung von 1936. Erläuterungen dazu wie immer in Stalins Werken, wenn man das lesen will. Da gibt es übrigens auch ganz interessante Passagen zum Zusammenleben der verschiedenen Völker in der Sowjetunion, was ja auch eine Intension des Artikels von HPB war.

              Artikel 7. Die gesellschaftlichen Betriebe in den Kollektivwirtschaften und den genossenschaftlichen Organisationen mit ihrem lebenden und toten Inventar, die von den Kollektivwirtschaften und den genossenschaftlichen Organisationen erzeugte Produktion wie auch ihre öffentlichen Bauten bilden das gesellschaftliche, sozialistische Eigentum der Kollektivwirtschaften und der genossenschaftlichen Organisationen.

              Jeder Kollektivbauernhof hat außer dem Grundeinkommen aus der gesellschaftlichen, kollektiven Wirtschaft in persönlicher Nutzung ein kleineres Stück Hofland und als persönliches Eigentum eine Nebenwirtschaft auf dem Hofland, ein Wohnhaus, Nutzvieh, Geflügel und landwirtschaftliches Kleininventar – gemäß dem Statut des landwirtschaftlichen GlossarArtels.

              Artikel 8. Der Boden, den die Kollektivwirtschaften innehaben, wird ihnen zu unentgeltlicher und unbefristeter Nutzung, das heißt für ewig, urkundlich zuerkannt.

              Artikel 9. Neben dem sozialistischen Wirtschaftssystem, das die in der UdSSR herrschende Wirtschaftsform darstellt, ist die auf persönlicher Arbeit beruhende und eine Ausbeutung fremder Arbeit ausschließende kleine Privatwirtschaft von GlossarEinzelbauern und GlossarGewerbetreibenden gesetzlich zugelassen.

              Artikel 10. Das persönliche Eigentumsrecht der Staatsbürger an ihren Arbeitseinkünften und Ersparnissen, am Wohnhaus und an der häuslichen Nebenwirtschaft, an den Hauswirtschafts- und Haushaltungsgegenständen, an den Gegenständen des persönlichen Bedarfs und Komforts, ebenso wie das Erbrecht an dem persönlichen Eigentum der Staatsbürger werden durch das Gesetz geschützt.

              http://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_ru&dokument=0021_ver&object=translation&l=de

              1. @ tommmm

                Danke, dass Sie diese Texte hier eingestellt haben.

                Man erkennt daran sehr genau, dass mit der neuen sowjetischen Verfassung die Gegensätze und Widersprüche in der Landwirtschaft aus der früheren Zeit einschließlich aller gewaltsamen Folgen auf Dauer ausgemerzt werden sollten.
                Man wollte nie wieder solchen Klassenkampf auf dem Lande erleben.

                Treten wir noch einmal einen Schritt, um zu verstehen, wie es dazu kam.
                Nach dem Dekret über die Nationalisierung des Bodens von 1917 hatten die Bauern 1918 das Land unter sich einigermaßen gerecht ausgelost und verteilt. Jeder konnte loslegen, wie es ihm die Umstände geboten.
                Dann kam der Bürgerkrieg dazwischen, und mancher Bauer ging zu den Roten oder auch zu den Weißen. Als der Krieg vorbei war, starteten sie neu.

                Wer sich gut auf Agronomie und Wirtschaft verstand und glücklich gelost hatte, kam gut zurecht. Anderen war „das Glück“ nicht so hold, sie gaben wieder auf und verdingten sich bei dem Nachbarn, wo es besser lief. Diese Art von neuen Ausbeutungsverhältnissen bildete die Basis für die Entstehung des „Kulakentums“ und der „Dorfarmut“ als soziale Gegensätze, die schon angesprochene spezifische Form der ursprünglichen Akkumulation im sowjetischen Dorf.

                Mancher Kommunist und auch mancher fortschrittlich gesonnene ehemaliger Rotarmist aus der Bauernschaft folgte dem Ruf der KPdSU, Genossenschaften als Vorbild gemeinschaftlicher bäuerlicher Arbeit zu gründen. Also legten sie los, um Avantgarde zu sein, während die anderen mit Argusaugen die fortschrittlichen Werke beobachteten und häufig missbilligten.
                Nicht immer erfüllt jedes Beispiel die darauf gesetzten Erwartungen – vor allem, wenn es an moderner Landtechnik fehlt.
                Statt des schnellen Laufes zu einer sozialistischen Landwirtschaft ging es nur schleppend voran, während auf der anderen Seite die Kulaken ihre Ausbeute ebenfalls vergrößerten, aber nicht gewillt waren, ihre Produkte dem Staat in ausreichender Menge zu den billigen Aufkaufpreisen abzuliefern.

                Weil sich dieser Widerspruch im Fehlen von Nahrungsmitteln für die Stadtbevölkerung manifestierte, glaubte man nun, administrativen Druck auf die Kulaken ausüben zu müssen. Und als das nichts half, wurde die Dorfarmut mobilisiert, um den Druck zu erhöhen.
                Im Verständnis der Kommunisten war der Kulakenreichtum eine Frucht fremder Hände Arbeit, nämlich der Lohnarbeit durch die Angehörigen der Dorfarmut. War es folglich also nur gerecht, die Kulaken von diesem erbeuteten Reichtum aus fremder Arbeit zu enteignen und ihn den Kolchosen zu übertragen?

                So kam es schließlich zu den folgenschweren Ereignissen der Zwangskollektivierung (Dorf und Gulag), die später niemand nochmals erleben wollte. Und einer unter den neuen Verhältnissen brauchbaren Verfassungsregelung für die bäuerlichen Eigentumsverhältnisse.

            2. @Luzifer:
              Mehr Privateigentum als eine Datsche oder ein, zwei Kühe und ein kleines Haus bedeutet doch nicht gleich global entfesselten Finanzkapitalismus. Es gibt doch nicht nur 0 (bzw. 1) Prozent oder 100 Prozent.

              Daß grundlegende Infrastruktur, Land, das über selbstgenutzte Flächen hinausgeht, das Gesundheitssystem, Wasser- und Kraftwerke in Staatsbesitz bleiben (bzw. zurückgeführt werden) müssen, bestreite ich nicht.
              Auch nicht, daß Großkonzerne strenger Kontrolle und stärkerer Besteuerung durch Staatsvertreter unterworfen werden sollten, Lobbyismus weitgehend ausgeschaltet werden und der GG-Grundsätze „Eigentum verpflichtet“ sowie „Gemeinwohl vor Eigennutz“ wieder beachtet werden müssen.

              Mir geht es um den Grad an Privateigentum und der war in den bisherigen, kommunistischen oder sozialistischen Versuchen m. E. zu niedrig angesetzt.
              Im aktuellen Kapitalismus ist er zu hoch angesetzt.

              Es geht um eine neue Austarierung. Vielleicht auf der Basis „soziale Marktwirtschaft“. Gegenüber der aktuellen Situation hatte die m. E. große Vorteile.

              1. Woher wollen Sie wissen, ob aktuell der Privatanteil an Land zu hoch sei?
                Arbeiten Sie als Farmer?
                Ich tue es. In Mexico.
                Hier gibt es jede Menge Genossenschaftsland und Genossenschaften. Gockeln Sie mal „Ejido“.
                Keine, nicht eine funktioniert. Sie haben Traktoren und Maschinen. Die meisten KAPUTT. Warum? Weil sie keinem gehören, wenn etwas kaputt geht, ein anderer wird es schon richten. Wer kann, versucht seinen Landanteil zu verkaufen, obwohl das eigentlich nicht gestattet ist.
                Genau so stelle ich mir die jüdisch-bolschewistische Kolchose vor. Und die famosen LPGs waren ja auch eine einzige Erfolgsstory.
                Wenn das Volk zukünftig nicht den Kitt aus dem Fenster konsumieren will, sollte man mal in die Vergangenheit blicken. Es gab da mal eine Zeit, da war der Nährstand hoch angesehen. Aber die Zeit ist ja sowas von “ igitt“, das darf man heute nicht mehr anführen. Alles Autobahn.
                @ LH
                Sehr guter Artikel, wie so oft von Dir bei der anderen Zeitung.
                VG

          2. Nochwas: weil einige besonders schlaue „altlinke“ (oder evtl. doch Linken-Verräter, schickelgruber dkpler, oder gar nato- trolle???)
            sich 50 jahre oder mehr im Arsch des bequemen todes Kapitalismus so gerne suhlen, gesuhlt haben, wird auch gerne die 2te Seite des ach so „menschlichen Kapitalismus“ vergessen.
            Es war ja auch sooo schön bequem nicht?
            Wunderbares „Argument“ nebenher: ach seht mal, die amis haben es zwar nur mit dreckigsten Methoden geschaft, die Sovjetskleinzukriegen in den 1990ern aber man kann ja über die >Millionen Tote mal ein wenig hinwegsehen und des den pösen kommunisten anlasten, stimmt zwar einen Scheißdreck, macht aber nix kommt ehh keiner drauf?

            Vollkommene Mainstream Zioscheisse ist das!

        2. Lieber Blue Angel,

          „Letztendlich scheint Kapitalismus die praktikabelste und der menschlichen Natur angemessenste, bisher bekannte Wirtschaftsform zu sein. “

          Das ist aber ein schlimmer Glaubenssatz, den Sie da haben. Wenn Sie recherchieren, werden Sie sicherlich noch andere Modelle des Zusammenlebens finden. Spiegeln Sie unsere „stein-gewordene“ satanisten zivilisation einmal.

      2. Es gibt noch immer VIELE, die das zionistische RothschildluftgeldBETRUGSSYSTEM mit Kapitalismus oder mit Marktwirtschaft verwechseln !

        1. Ja, und es gibt viele, die nicht verstanden haben, dass das Kapitalistische System, in welcher Ausprägung auch immer, GENAU die Funktionen beeinhaltet welches ein gewisses zionisten Pack benötigt um wieder an die Macht zu kommen, weil die genau mit den versteckten Mechanismen des Kapitalismus am besten zu IHREM wohl spielen können.

          Es ist GENAU DER Unterschied zum Kommunismus, dass im Kapitalismus das Wissen um die Mechanismen NUR mit GELD, Einfluss Kontakten, zu erhalten sind.
          DAS IST DER ZENTRALE KAPITALISTISCHE MECHANISMUS ÜBERHAUPT.
          DAS AUSSCHLIESSEN DER BEVÖLKERUNG VOM KOMPLIZIERTEN GESETZGEBUNGS/REGELUNGS-VERFAHREN UND DIE UNTERWERFUNG ALLER AUFKLÄRENDEN MEDIEN UND DER (BESONDERS PERVERS) JUSTIZ.
          ES (DAS WISSEN DARUM) IST ALLES NUR MIT GELD/KONTAKTEN ZU ERHALTEN.

          Hinter den Kulissen im Kapitalismus WIRD ohnehin JEDES Gesetz gebrochen was man vorher noch eben
          voller Inbrunst moralinsauer der Bevölkerung mit MAHNENDEM Finger erhoben erklärt hat.

          Ist alles nach den Wünschen eingestielt gehen die diffamierungen im Kapitalismus los
          (das treten nach unten):
          selbst schuld wer ohne arbeit… vom Tellerwäscher zum Millionär….. wer nur will der kann….
          blablabla.

          Und die dümmsten Idioten beteiligen sich daran mit voller Vehemenz, selbst noch kurz bevor sie selber GESCHLACHTET WERDEN.

          Es geht nicht darum dass es stärkere oder schwächere Menschen gibt auf der Welt.
          Es geht beim kapitalismus darum die schwächeren grundsätzlich, auf Grund von Interessen,
          auszumerzen.
          Zu eliminieren.
          Und das ist KEINE Folge von Zinseszins mit exponentieller Wirkung.
          Der Rothschild -Zinseszins beschleunigt das nur.
          Es ist eine CHARAKTERLICHE EIGENSCHAFT DER KAPITALISTEN.
          Wenn kein Zinseszins- Massaker, dann erfinden die eben eine andere Methode.
          Die Zinseszins Methode ist nur die perverseste und gründlichste Art der Vernichtung.
          Nicht umsonst gibt es in der Natur KEINE Exponentielle Funktionen.

          Noch Fragen?

          1. @Luzifer:

            „Noch Fragen?“

            Ja: Nach Modellen, die den Bedürfnissen der Menschen nach größtmöglicher Eigenverantwortung einerseits und größtmöglicher Sicherheit andererseits entsprechen könnten.

            Und noch eine: Wie stehen sie zu den Begriffen „Bürger“ und „Mittelstand“?

            1. Wir stehen JETZT und heute vor der vollkommen unregierbaren Welt auf Grund von verschleierten Interessen der Elite und einiger weniger im (noch existierenden) Mittelstand , welche sich haben dafür einspannen lassen.
              Hier und heute (nach Jahrhunderten der Rothschildkapitalisten-Pläne) stehen wir vor einem Weltumspannenden Krieg, WEIL die Welt so dermassen auf Grund Schulden und hyperschlauen Strategien unregierbar geworden IST.

              Glauben Sie allen Ernstes, ein kleines nato-Arschloch oder Mittelständischer Unternehmer oder Bürgerlicher Zahnarzt oder Rechts-Anwalt, oder was auch immer überlebt diesen Aufmarsch an Idiotie der „eliten“?
              Der wird benutzt und weggeworfen wie die unteren Sklaven auch.
              Ja, gegen Russland werden die Scheitern, ABER was passiert dann???
              Das Schlachtfest geht dann weiter- im Inland!
              Der Mittelstand rennt ohnehin nur den Würsten hinterher welcher ihm durch die „eliten“ hingehalten wurde, es war doch viel bequemer so.
              Was ich von Bürgertum oder Mittelstand halte ist vollkommen egal.
              Die werden ganz einfach genau so hinweggefegt.
              Gehen unter im Flüchtlingsstrom, können dann ja vorm Fluchtkarren nochmal die Hand heben, hier,
              ich war mal Härr Doktor soundso.
              Ganz wie im WKII.

              Die „eliten“ machen druck im inland mit dem Finanzamt, was macht das Volk im „Mittelstand“?
              bringen ihre Gelder brav ins Schweizer Gefängnis.
              Schon immer wunderbar einsehbar vom Zionisten pack, offiziell natürelmang „Bankgeheimnis“ hähä.
              Die Drahtschlinge um die Eier der Mittelstandsleute ist schon gelegt.
              Ähh vom Zio-System, nicht von den Kommunisten.
              Dumm genug.
              Noch nichtmal ein Ausbruchsversuch unternehmen die freiwillig aus dem Gefängnis.
              Schön eingefädelt sag ich da nur.

              Aber der Kommunismus ist ja soooooo bös, huiii!

        2. @jfk:
          „Es gibt noch immer VIELE, die das zionistische RothschildluftgeldBETRUGSSYSTEM mit Kapitalismus oder mit Marktwirtschaft verwechseln !“

          Sieht so aus, ja. Dabei gibt es in diesem System gar keinen „Markt“ mehr. Die global operierenden Konzerne hebeln ihn über ihre Lobbyisten aus, errichten Monopole und haben in vielen Bereichen und Staaten längst ein Primat ihrer Gewinnmaximierung über die Politik errichtet.

          1. Mausfeld hat es mal auf den Punkt gebracht;
            Im Feudalismuss wurde das Recht gebrochen und anschließend die dafür passenden Gesetze erlassen.
            Inzwischen haben sie gelernt,dass es einfacher ist erst die Gesetze zu erlassen.Ergo: Alles nach Recht und Gesetz

  8. @SS Lazio:
    „…Aber wenn man vereinigt und technologisch fortschrittlich dasteht wie China mit ihren 1.3 Milliarden Einwohner steht man einiges stärker da….“

    „Technologisch fortschrittlich“ ja, aber in Bezug auf „vereinigt“ habe ich da große Zweifel:
    Junge Chinesen (zumindest die mir bekannten und die bestätigen auf entsprechende Fragen immer wieder, daß sie keine „untypischen“ sind) unterscheiden sich heutzutage kaum oder gar nicht von jungen Europäern oder Amerikanern: Sie hören überwiegend dieselbe Musik, gucken sich dieselben Filme an, tragen die gleichen, modischen Klamotten, haben dieselbe kommunikationstechnische „Ausrüstung“ (wenn nicht eine bessere), etc pp.

    Ein weiterer Punkt betrifft (leider) das gemeinsame Desinteresse an global- und innenpolitischen Themen: Dafür sind die meisten jungen Chinesen genauso zu abgelenkt von Pseudo-Wichtigkeiten aus der Hollywood- und Popwelt wie die meisten jungen Amerikaner, Kanadier, Europäer, etc…

    Von daher wüßte ich nicht, inwiefern eine noch größere Menge von i-pad-Junkies einen globalpolitischen Vorteil darstellen könnte.

    1. Mit vereinigt meine ich das es eine starke Regierung gibt. Keine wie im Deutschen Rumpfstaat oder wie in Italien die oft kaum wirklich populär ist. Die KP Chinas hat keine wirklichen Herausforderer. Was die jungen Chinesen anbelangt kann es sein das sie richtig liegen.

      1. @SS Lazio:
        “ Mit vereinigt meine ich das es eine starke Regierung gibt. “
        – Danke für die Erklärung! Jetzt hab ich´s verstanden und stimme zu.

  9. Ich habe vor längerer Zeit gelesen, dass die Zeit unter dem Zaren nicht so schlimm gewesen sein soll, wie es später in der sowjetischen Geschichtsschreibung dargestellt wurde, auch um die Revolution und Machtergreifung zu legitimieren (klassische Siegergeschichte) .

    So soll das Zarenreich weitestgehend schuldenfrei gewesen sein und über ein unabhängiges Geld- und Währungssystem verfügt haben, was der „westlichen“ Hochfinanz ein Dorn im Auge war (die dann auch die Revolution(en) finanziert hat). Bauern sollen recht gut gelebt haben und zinsfreie Kredite für Landkäufe erhalten haben. Weiß jemand etwas darüber oder ist das revisionistische Propaganda? Wie rückständig war das Zarenreich wirklich oder wie sehr hat man sich um Modernisierungen bemüht?

    Das passt jetzt jedenfalls nicht mit dem zusammen, was oben steht. Kann jemand hier dazu Näheres ausführen? Dass das zaristische Russland eine nicht zimperliche imperialistische Macht war, ist klar. Welche Großmacht damals war das nicht?

    Wenn Lenin geradezu bedauert, dass der Bauer nun 3 mal am Tag frisst statt nur einmal, dann klingt das mehr als zynisch. Wenn es denn überhaupt so war. Wenn man weiß, wer die Bolschewiken waren, (was heutzutage sogar Putin öffentlich ausspricht), dann wirkt diese Aussage wenig glaubhaft. Vor allem auch im Hinblick auf die krassen Bevölkerungs“verluste“ durch die Kollektivierung.

    Letztlich hat sich die übliche vaterlandslose Truppe ein Land erobert, die alten Eliten (Adel) platt gemacht, die bestehenden Eigentumsverhältnisse aufgelöst (Kollektivierung) und sich selbst als neue Oberschicht etabliert. Die Befreiung des Proletariats und soziale Gerechtigkeit waren immer nur die Karotten, um die unzufriedenen Massen aufzuwiegeln und für die eigene Machtergreifung einzuspannen, verwirklicht wurde die Idealvorstellung letztlich nie.

    Und in Frankreich soll es ab 1789 ähnlich abgelaufen sein, auch wenn damals die kommunistische Idee noch nicht so ausgearbeitet war, aber „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ kann man als Vorstufe auffassen.

    Danke HPB für den interessanten Beitrag, die politischen Zusammenhänge des 19. Jhdt sind mir nicht so geläufig, vor allem in Bezug auf Russland.

    1. Monhoff
      Nun, das war der Plan der Bänker-Guilde / des Finanzkapitals: Vernichtung der Adelshäuser durch Pseudo-Revulotionen. Frankreich, Kaisrreich, Zaren etc. Es gab irgendwann um die 1900 ein Bankenkongress, der das anscheinend genauso unverholen dann öffentlich formulierte… dann wurde die Fed, BIZ gegründet. Alles andere ist nun Geschichte und Realität. Die Gschäftswerdung der Welt.

    2. und Weil „das zaristische Russland eine nicht zimperliche imperialistische Macht war“
      waren die „demokratischen westwerte- mächte“ england und die amis, allesamt nur um „ihre“ (komisch!) Besitztümer in Indien und China „besorgt“ (so wie frau ferkel heute über Russland „besorgt“ ist) ???
      Oder wie sollen wir das verstehen?
      Auch die Revolution war ja „gekauft“ vom westen der dann nix weiter zu tun hatte als aufzurüsten und seine „gekauften Revolutions-jünger in Russland“ mit Atomwaffen einzukreisen??!
      Irgendwie hatte aber der westen seiner „gekauften Revolution“ nicht so richtig getraut und hat dann ab den 1990er versucht den richtigen Vernichtungszug zu starten?

      Was hier in der Diskussion auch vergessen wurde ist das Frankreich nach Waterloo Bonapartes ein Ferngesteuertes Anhängsel der angelsachsen war.
      Administration und Eliten waren ferngesteuert.

      1. „Administration und Eliten waren ferngesteuert“

        Zumindest brüsten sich die Freimaurer damit, die Strippenzieher der franz. Revolution zu sein:
        http://www.wfg-gk.de/verschwoerung48f.html

        Und wenn man genau hinschaut, sieht man selbst in Ami-Land an jedem öffentlichen Gebäude deren Insignien bis hin zu den Geldscheinen.

        Wie sich unsere selbsternannten „Auserwählten“ die Welt vorstellen, kann man gut in Astana bestaunen:
        http://chodak.wixsite.com/die-warnung/astana—hauptstadt-von-der-ein-welt-religion

        Aber auch das iranische Parlament strotzt nur so vor Symbolik:
        http://217.218.67.233/photo/20151013/3d9872eb-b498-4cb0-81aa-ba2cf4c60487.jpg

        Mich dünkt, es ist höchste Zeit, dass die Menschheit eine Phase der Entseuchung durchmachen muss.

      2. @Luzifer
        „und Weil „das zaristische Russland eine nicht zimperliche imperialistische Macht war“
        waren die „demokratischen westwerte- mächte“ england und die amis, allesamt nur um „ihre“ (komisch!) Besitztümer in Indien und China „besorgt“ (so wie frau ferkel heute über Russland „besorgt“ ist) ???“

        Nein so sollte man das nicht verstehen. Überhaupt nicht.

        Wie ich weiter oben schrieb, habe ich vor längerem Texte gelesen, die revisionistisch geprägt waren, und das Zarenreich als deutlich menschenfreundlicher zeichneten, als die offizielle Geschichte – oder sagen wir mal, die von mir noch in der DDR und Wendezeit indoktrinierten Version – in der die Revolution und Sowjetunion als deutliche zivilisatorische Verbesserung dargestellt wurde.

        [ Als kleine Anekdote dazu: Wir hatten im Geschichtsraum in der Schule einen Spruch über der Tafel: „Das Rad der Geschichte dreht sich unaufhaltsam weiter: Urgesellschaft- Sklavereigesellschaft – Feudalismus – Kapitalismus – Sozialismus – Kommunismus“.
        Dass ich diesen Spruch nach 1990 nicht mehr so ernst nehmen konnte, möge man mir nachsehen 😉 ]

        Ich bin mir, wie ich schrieb auch nicht sicher (über die revisionistische Version) und fragte hier um Meinungen, bisher kam aber nix.

        Dass die westlichen, imperialistischen Staaten menschenverachtende Schweinesysteme waren bzw sind, darüber muss man mit mir nicht streiten. (Wobei ich das dt. Kaisereich hier deutlich milder einstufe)
        Nach dem Lesen von HPBs Beitrag erkannte ich jedoch, was in Details neu für mich war, dass der Zar auch kräftig in der Gegend herumerobert hat und letztlich das selbe RISIKO-Spiel mitgemacht hat, wie die westlichen Großmächte. Ich werfe ihm das nicht mal vor, als Großmacht im geopolitischen Konkurrenzkampf des 19. Jhdt hätte er kaum eine andere Wahl gehabt. Trotzdem klang auch an etlichen Textstellen durch, dass dort mit erheblicher Brutalität und Unterdrückung vorgegangen wurde. Und das passt eben nicht zu dem Bild welches in diesen revisionistischen Texten gemalt wurde (die ich nicht mehr finde, wie gesagt es ist lang her, evtl war es auch ein YT-Video). Darum bat ich auch um andere Einschätzungen.

        Dennoch bleibe ich bei der Auffassung (die hier nach meinem Gefühl manche nicht teilen), dass die bolschewistische Revolution und Entstehung der Sowjetunion für den „Durchschnittsrussen“ keine große Verbesserung darstellte. Hierbei meine ich die Mitbestimmungs-, Eigentums- und Machtverhältnisse, nicht etwa technologische Entwicklungen. Diese wurden von den Bolschis vielleicht beschleunigt, aber nicht aus Philantropie gegenüber dem Proletariat sondern zum eigenen Machterhalt und -ausbau. Und der Zar hätte auf diese sicher auch nicht verzichtet, vielleicht aber länger gebraucht.

        Es ist sicher richtig, dass sich die technologische/industrielle Entwicklung in der SU sich beschleunigte. Ob das die zweistellig-Millionen an toten Russen wert war, wage ich schwer zu bezweifeln. Im „besten Fall“ hat man ein zaristisches, Menschen verachtendes Schweinesystem durch ein bolschewistisches, Menschen verachtendes Schweinesystem ersetzt. Mit anderen Profiteuren natürlich. Allerdings läge in punkto Menschenverachtung nach meinen (zugegeben lückenhaften) Geschichtskenntnissen letzteres um Größenordnungen vorn.

        1. Ja, dass die „Revolution“ nicht SOFORT die ausschlaggebenden Verbesserungen brachten ist schon klar.

          Aber betrachten wir doch mal das Bild der Konkurrenz, des wertewestens: wir sehen hier ein seit Jahrhunderten betriebenes Spiel der Finanzfaschistischen Kolonisierung.
          Sehen Sie die Lebenserwartung in Russland nach der jelzin-Ära.
          Ohne die Sovjetunion wäre die ges. westwelt längst MIT im goldman sachs Faschismus und sozial in der 3ten Welt angekommen.
          Verhindert hat das die technologische Entwicklung der S.U.!

        2. Wer Russisch kann, ist klar im Vorteil.

          Denn ihm erschließt sich durch Lektüre und Gespräche mit gebildeten, interessierten Russen (hauptsächlich in Rußland, denn Originale, Patrioten und charaktervolle Leute bleiben in der Regel zuhause, während Geldmenschen und Materialisten scharenweise in den reichen Westen ziehen; das gilt nicht nur für Russen, sondern auch für allen Landsmannschaften: die interessanten, lebendigen Typen sitzen in den Heimatländern, während wir hier meist die langweiligen Materialisten haben. Aber dies nur nebenbei) und da kann man feststellen, daß die Zarenzeit in den Augen des gesitteten, informierten Durchschnittsrussen längst allen Propagandatinnef verloren hat.

          Man weiß inzwischen in Rußland sehr gut, wem man nicht nur die Farbrevolutionen von 1905 und 1917 zu verdanken hat, sondern auch die ganze selbsthasserische Greuelpropaganda davor und danach – es sind alles dieselben Zirkel.

          Ein gutes Beispiel für Propaganda und Wirklichkeit ist der erwähnte russische „Imperialismus“.

          Wenn man sich die ethnische Zusammensetzung der Einwohnerschaft Sibiriens vergegenwärtigt, von der Zarenzeit bis heute, sieht man den Unterschied zum angelsächsischen Imperialismus. In Sibirien leben nach wie vor all die kleinen und weniger kleinen Völker und Völkerschaften, die die Russen auf ihrem langsamen Weg an den Pazifik angetroffen haben, manche können immer noch nach alter Sitte leben, manche sind seßhaft geworden, viele Völker haben eine Schriftkultur erhalten, eine Infrastruktur, Autonomie usw. mit einem Wort, sie sind völlig gleichberechtigte Bürger Rußlands (zB. gehört der amtierende Verteidigungsminister Rußlands einem sibirischen Volk an ). Bei Engländern, Amerikanern und Franzosen undenkbar: im Normalfall sind die angestammten Einwohner unterworfener Gebiete Untermenschen und zuweilen (eine spezifische angelsächsische Spezialität im Umgang mit dem Nächsten) werden sie so gut es geht ausgerottet.

          Und so sieht die usa heute aus; diejenigen Gegenden, in denen sich noch ein paar Ureinwohner haben halten können, sind bezeichnenderweise jene Landstriche, die die yankees den Spaniern oder Franzosen weggenommen haben. Im angelsächischen Kerngebiet haben sie alle bis zuletzt ausgerottet. Und daß Irland immer noch von Iren bewohnt wird, liegt nur an den mangelhaften technischen Möglichkeiten in Mittelalter und Neuzeit, eine ganze Population gezielt auszurotten (als mit dem 19. Jhdt. solche Möglichkeiten greifbar waren, war es zu spät; eine sentimentale Weltöffentlichkeit, Humanismus eigener Schwarmgeister und der argwöhnische katholische Teil Europas machten „effektive“ Maßnahmen unmöglich; die große Hungersnot war ein letzter, halbherziger Versuch der Engländer, die irische Frage endzulösen).

          Ein weitere Besonderheit des russischen „Imperialismus“ ist der Widerstand gegen Menschjägerei.
          Als Putin irgendwann einmal zu Frage nach dem Kampf in Tschetschenien sichtlich bewegt sagte, er habe es als Präsident nicht dulden können, daß es in der russichen Föderation wieder Orte gibt, an denen Menschenhandel betrieben wird, habe ich aufgehorcht. Denn da sprach er eine Urerfahrung der Russen an, ein historisches Trauma (sozusagen), das westliche Völker nun einmal nicht kennen, die Völker des Ostens und Südostens dagegen schon (Frage dazu: was meinen Sie, aus welchem Grund das Wort „Sklave“ für das lat. servus in einigen europäische Sprachen üblich geworden ist?).

          Wenn die Russen also jahrhundertelang mit allen möglichen Turk- und Tatarenvölkern im ständigen Krieg lagen, dann deshalb, weil man diese islamischen Horden an menschenjägerischen Überfällen auf das eigene Volk hindern wollte. Mit so etwas haben sich die oberbösen Zaren nämlich auch herumschlagen müssen – von den Zeiten des hl. Vladimirs bis zu Nikolaus II.

          Wie eingangs gesagt, gebildete Russen sind sich all dieser soeben skizzierten Zusammenhänge bewußt und überlassen das Gekodder auf Heimat und Tradition den verblödeten, uninformierten und gekauften unter ihnen (im glücklichen Rußland sind diese Gestalten in der Minderheit; bei uns … na, lassen wir das).

          1. Nachtrag: Bitte um Nachsicht für die Eingangssentenz meines ellenlangen Beitrags, er ist keinesfalls so hochnäsig gemeint, wie er wahrscheinlich rüberkommt.

            Dummerweise habe ich den Kommentar bereits abgeschickt, als mir das einfiel.

            Also bitte, bitte: nichts für ungut! Ich halte hier niemanden für dümmer als mich noch bin ich der Meinung, ich sei das Allerschlaueste, das Dorf und Welt jemals geschehen haben.

            1. Danke, Polemarchos!

              Hatte gleichfalls überlegt, auf auf einen leicht unstrukturierten Beitrag hier zu antworten und dann gedacht: Abwarten, vielleicht übernimmt das jemand, der dies kenntnisreicher vermag – und siehe da, hat funktioniert!

              Ich finde es manchmal immer noch verblüffend, das bestimmte Mitbürger, die ansonsten durchaus über eine gewisse Allgemeinbildung zu verfügen scheinen, beim Thema Russland so tiefe schwarze Löcher offenbaren (in diesem Dorf erfreulicherweise die große Ausnahme!). Keine Ahnung haben ist nun erst einmal absolut normal und jedem von uns eigen. Doch wenn es um Russland geht, kommt oft ein weiteres Phänomen hinzu: Unkenntnis wird mit Halb- und Viertelwissen verrührt, dazu eine Prise Vorurteil und schwupps, schon ist die druckreife Meinung fertig!

              Stammt nicht bereits von F. Dostojewski der nette Spruch, die Deutschen hätte in der Regel mehr Ahnung von den Ringen des Saturns (war wohl gerade was Neues entdeckt worden) als vom Leben in Russland?!
              Seitdem der gute Mann im lieblichen Baden-Baden die Spieltische unsicher machte, hat möglicherweise das allgemeine Interesse an der Zusammensetzung der Saturn-Ringe leicht abgenommen – wieweit sich das Verständnis über das größte Land Europas verbesserte, kann ich nicht beurteilen…

    3. „Wenn Lenin geradezu bedauert, dass der Bauer nun 3 mal am Tag frisst statt nur einmal, dann klingt das mehr als zynisch. “

      Zynisch ist, das sie Stalin (Es war nicht Lenin) ein derartiges Bedauern unterschieben, um dann die üblichen Verleumdungen zu betreiben.

      Ich könnte mir jetzt die Mühe machen die Stelle rauszusuchen, wo Stalin um 1927 begründet, warum es notwendig ist zu einer Großfelderwirtschaft überzugehen. Damit eben nicht nur die Bauern sondern auch die Arbeiter in den Städten dauerhaft 3 mal am Tag essen können.

      Auch die Vokabel „frisst“ stammt ja nicht aus dem Original, zeigt aber Ihre persönliche Einstellung zu Menschen.

      1. @tommm
        Bitte erläutern Sie mir, welche üblichen Verleumdungen ich bediene. Ich war mir dessen nicht bewusst.

        Richtig, der Satz war von Stalin, mein Fehler. Lenin schrieb auch noch (in ihrem Beitrag weiter oben, wenn ich das richtig lese), dass er die Bauern überzeugen wollte zur Großfelderwirtschaft überzugehen. Ich habe auch kein Problem mit Großfelderwirtschaft oder hoher Produktivität, sondern mit der Art und Weise, wie diese eingeführt wurde.

        Stalin schrieb nun
        „Wir hatte vor dem Krieg ca. 8 Millionen bäuerliche Wirtschaften, jetzt haben wir 20 Millionen. Wir mußten mit den Bauern ein Bündnis eingehen (rußland war ja ein Agrarstaat) also die Bodenreform. Dadurch sinkt natürlich die Produktivität, Traktoren und andere Technik sind auf kleinen Parzellen nicht einsetzbar. Die Menge des Warengetreides (Also für den Welthandel übriges Getreide) sinkt zusätzlich, weil der Bauer jetzt 3 x am Tag ißt, zu Zarenzeiten nur einmal, wenn es gut lief. Aber der Bauer hat das inzwischen vergessen.“

        Für mich klingt das so, als ob der Bauer nicht dreimal am Tag essen darf. Oder misinterpretier ich das? Und im Hinblick auf die Folgen der Kollektivierung (x Mio verhungerte Russen) ist das doch mehr als zynisch oder nicht?

        Und ja das „frißt“ entstammt meiner saloppen Auslegung/Unterstellung. Wie Sie aus dem einem Wort meine ganze menschenverachtende Weltanschauung herauslesen, ist natürlich schon eine beachtliche Leistung, obgleich diese Schlußfolgerung ziemlich im Widerspruch zu dem steht, was ich hier sonst so geschrieben habe, vor allem in Bezug auf das abartige Wegtöten russischer Bauern und anderer Oppositioneller durch Herrn Dschugaschwili und Kollegen. Aber egal.

  10. Das Vergnügen, wie ein Adler über große Strecken der Zeitgeschichte fliegen zu können, um aus den Höhen Wirkungen und wechselseitig bedingte Ablaufprozesse zu erkennen, ist ein großes Erlebnis!
    Dafür mein ganzer Dank an Meister HPB! Sie erfüllen meine Neugier mit kräftiger Nahrung. Auch möchte ich die sachkundigen Ergänzungen von z.B. tommmm nicht missen!
    Das sind geistige Proteine in einer Güte und Konzentration, wie man sie nur in besonders ausgewählten Reformhäusern erstehen kann. Ich freue mich schon auf die zu erwartenden weiteren Kommentarbeiträge einiger Vertrauter.

  11. Frankreich stand nach Waterloo und der Verbannung Napoleons vollkommen unter agelsächsischer knute und ist bis Heute/ war in seinen Politischen und militärischen Wirken alles andere als selbstständig.
    sarkozy und macron sind beste Beispiele.
    Prußen hatte die Zug der angelsachsen nicht erkannt und damit haben Russland und Deutschland bis heute den zielgerichtenen Aufbau von frankreich als Agent/Schläger der engländer auf dem Kontinent bis heute gegen sich..
    Auch wenn de Gaulle es zeitweilig ABGEMILDERT hat.
    Aber nicht abgeschafft hat.

    Framkreich agiert seit 1815 strategisch für die engländer.

  12. Weil mein historischer Streifzug geopolitisch ausgerichtet ist, will ich die von Großbritannien ausgehenden Angriffe auf Russland und die Sowjetunion bis 1945 hier noch einmal zusammenfassen:

    Spätestens nach dem ersten russischen Feldzug 1853 gegen das Khanat Kokand nahm Großbritannien Russland wegen seines Vordringens nach Mittelasien als Gefahr und Gegner wahr. Um die russische Expansion zu stoppen oder zurückzuwerfen, unternahm oder initiierte GB mehrere Kriege, wobei es immer bestrebt war, im Hintergrund zu bleiben und andere für sich kämpfen zu lassen.

    1853 bis 1865 bediente es sich im Krimkrieg des Osmanischen Reiches und darüber hinaus Frankreichs und Sardinien-Piemonts.
    1904 bis 1905 war im russisch-japanischen Krieg Japan das „militärische Werkzeug“ Großbritanniens.
    1914 bis 1918 stand (ungewollt) das deutsche und K+K-Kriegspotential im Dienste Großbritanniens.

    Lange bevor die Resultate des WK I dem Publikum sichtbar wurden, hatte Pilsudski „prophezeit“, worin die Ergebnisse des Krieges bestehen würden: Nämlich, dass zunächst die Militärmacht des russischen Reiches von den „Mittelmächten“ zerschlagen würde und dass diese wiederum danach von den Westmächten besiegt würden, wonach die Stunde der Wiedergeburt für ein neues Polen schlagen würde.
    Statt „prophezeit“ ist das so verstehen, dass Pilsudski Kenntnis über die Kriegsziele, strategischen Kräfteverhältnisse und Planungen der Entente-Mächte verfügte.

    Aber auch die Sowjetmacht blieb nicht von militärischen Angriffen der Briten verschont.
    1918 landeten britische Truppen in Archangelsk und gaben dort den Weißen Rückhalt. Sie invadierten von Persien aus nach Aserbeidschan, um die Ölfelder von Baku unter Kontrolle zu nehmen und ließen die Sowjetregierung von Baku erschießen (1918). Mit dem Sieg der Roten Armee im Bürgerkrieg mussten sie sich zurückziehen, zumal die eigenen Bürger keine Lust auf Krieg mehr hatten.

    Bis Mitte der dreißiger Jahre versuchte GB, die Konsolidierung der Sowjetmacht in Turkestan zu sabotieren. Sie bediente sich dabei der Ismaeliten unter Führung des Aga Khans, der in Indien residierte. Die Sekte der Ismaeliten hatte in Tadschikistan und Kirgisien relativ bedeutenden Einfluss und operierte dort auch mit militärischen Formationen grenzübergreifend bis in die Kaschgarei (Sowjetisch: „Basmatschen-Banden“ genannt). Siehe dazu das Buch „Menschenjagd im Pamir“.

    1940 – als der finnische Winterkrieg im Februar dem Ende zu ging – drangen GB und Frankreich bei Schweden und Norwegen auf Erlaubnis zum Truppendurchmarsch und bedrängten Finnland, den aussichtslosen Krieg gegen die Sowjetunion unbedingt fortzusetzen.
    Hitler, der sich damals dem Krieg gegen die Sowjetunion verweigerte, blockierte mit Ultimaten an die skandinavischen Länder das westliche Bestreben und erleichterte dadurch den Friedensschluss zwischen der Sowjetunion und Finnland im März 1940.
    Dennoch hielten die westlichen „Herren der Welt“ an ihren Aggressions-Plänen gegen die Sowjetunion fest, indem sie Militäroperationen im Norden gegen Murmansk und Süden gegen Baku vorbereiteten. Der Angriff der Weygand-Armee in Syrien Richtung Baku war auf den 01. Juli 1940 datiert, wurde dann aber hinfällig durch militärische Niederlage Frankreichs gegen die deutsche Wehrmacht.

    Mit der Planung und Durchführung von „Barbarossa“gegen die Sowjetunion übernahm Hitler dann doch die ihm von den herrschenden Kreise Londons zugedachte Rolle, die Sowjetunion zu zerschlagen (mit allen schlimmen Folgen für beide Staaten und darüber hinaus).

  13. @HPB
    Das letztere, aber nicht nur das, sehr kenntnisreich und detailliert zusammengefasst. Sehr gut.
    Es ist eine Ironie der Geschichte, das die wahren Hintergründe insbesondere auch die deutsche Geschichte betreffend, immer erst ca. 100 Jahre später öffentlich oder genannt werden. Und noch immer schlummern in den Archiven viele geschichtspolitische Hintergründe.
    Wird wohl in Zukunft bzw. jetzt schon nicht mehr solange dauern, da die Informationen wesentlich schneller fließen und vieles nicht mehr unter der Decke gehalten werden kann. Vielleicht auch ein bisschen Hoffnung von mir dabei.
    Leider ist festzustellen, das auch jetzt noch die deutsche Politik unfasslich dekadent, besserwisserisch und ganz einfach ideologisch verblendet und borniert sich verhält.
    Die letzten 12 Jahre sind diesbezüglich ein einzig Greul.
    Und wieder lernt der deutsche Michel nichts daraus und wählt die gleichen Versager.

  14. Geopolitisch verdient auch das Verhältnis von Russland und China gesondertes Augenmerk.
    Im Moment besteht zwischen beiden Staaten seit 2001 ein auf 20 Jahre vereinbarter Freundschaftsvertrag, mit dem auch alle vormals offenen Fragen des Grenzverlaufes etc. einvernehmlich geregelt wurden. Solange Putin und Xi die verantwortlichen Staatenlenker bleiben, wird daran nicht gerüttelt werden.
    Im Gegenteil – ich erwarte 2021 eine Vertragsverlängerung oder -erneuerung. Je länger befristet, um so besser.
    Dabei spielt eine Rolle, dass Russland die chinesische Position bezüglich Taiwans voll unterstützt.

    Doch sollte eines Tages die Taiwan-Frage (mit der Heimkehr zum Mutterland) gelöst sein und sollten die Anglo-Zionisten noch immer ihre „Fäden“ spinnen, dann sind Gegensätze oder Klüfte mit Russland nicht gänzlich auszuschließen.

    Hier ein Blick auf den historischen „Untergrund“:
    Die russische Eroberung Sibiriens begann 1594 durch die in Perm ansässigen Stroganows mit Hilfe des Kosaken-Atamans Jermak, indem das Khanat Sibir am Tobol zerstört wurde. Bereits 1647 erreichten die ersten Kosaken die pazifische Küste und errichteten dort ein Wehrsiedlung, aus der die Stadt Ochotsk hervor ging. Wichtige Siedlungsgründungen waren: Tomsk 1604, Tschita 1653, Irkutsk 1661.

    Fast zeitgleich wurde 1614 in der heutigen Mandschurei die Mandschu-Dynastie gegründet. Die Mandschu waren Abkömmlinge der Jurdshen, die im 12. Jahrhundert Nordchina der Sung-Dynastie entrissen und bis 1206 (Eroberung durch Dshingis Khan) beherrscht hatten.
    Nach der zweiten mandschurischen Invasion 1637 in Korea (Film: „Krieg der Pfeile“) verwandelten sie das Land in einen Vasallenstaat und konnten 1644 auch China in Besitz nehmen. Nur Tibet und die Gebiete der Oiratenstämme im Westen mussten noch warten.

    Etwa ab 1645 gingen kosakische Streifscharen auch in der Äußeren Mandschurei auf Entdeckung und Inbesitznahme, was auf entschiedenen mandschurischen Widerstand stieß. Ein wechselvoller Kleinkrieg, bei dem die Kosaken erhebliche Verluste erlitten endet 1689 mit dem Vertrag von Nertschinsk.
    Dieser Vertrag legte den Grenzverlauf entlang des Argun bis zum Zusammenfluss mit der Schilka, auf dem Stanowoi-Gebirge und entlang der Uda bis zum Pazifik fest.
    Das heißt, die gesamte Äußere Mandschurei verblieb dem Quing-Reich der Mandschu (etwa 2 Millionen Quadrat-Kilometer).

    Nach der Niederlage im Krimkrieg 1856 suchte Russland nach Kompensation für seine Verluste und glaubte, sie in der Mandschurei zu finden.
    1858 begann Russland vertragsbrüchig damit, Gebiete südlich des bisherigen Grenzverlaufs in Besitz zu nehmen. Die Mandschu waren bestrebt, die russische Landnahme durch einen neuen Vertrag zu begrenzen. Aber auch dieser Vertrag wurde gebrochen und 1860 durch die „Konvention von Peking“ ersetzt, mit der die Quing-Dynastie gezwungen wurde, alle Gebiete der Äußeren Mandschurei nördlich des Amur und östlich des Ussuri (Primorje) an Russland abzutreten. (Aus meiner Sicht – ein Raubvertrag)
    Wichtige Stadtgründungen waren dann Wladiwostok – 1860 (vormals Siedlung Haishen-wie) und Ussurisk – 1866.

    Weiter westlich ruht noch das Thema „Tannu-Tuwa“. Dieses Gebiet gehörte bis 1911 unbestritten zum Quing-Reich als Teil der Äußeren Mongolei. Nach der chinesischen Revolution geriet staatlich alles aus den Fugen, und eine russische Sezessionsbewegung kam dort in Gang. Nach dem Ende des Bürgerkrieges integrierte Sowjetrussland Tannu-Tuwa mit in die RSFSR. Aber erst 1928 kam ein Vertrag mit der Mongolischen Volksrepublik zustand, mit dem diese das Land an die Sowjetunion abtrat.

    Falls eines Tages jemand in China die „nationalistische Karte“ spielen wollte, so wie Mao das 1968/69 versuchte, dann läge dort evtl. „Munition“ für historische Ansprüche bereit. Russland täte gut daran, entsprechend gewappnet weiter auf ein freundschaftliches Verhältnis mit China hinzuarbeiten und immer wieder zu verdeutlichen, dass für beide Seiten in gedeihlicher Zusammenarbeit mehr herauskommt als im Wiederaufleben alter Streitereien.

    1. @HPB

      Ich weiß nicht ob das gleiche wie ich meine mit Mao 1968. Ich habe da mal ein sehr schönes Buch gelesen von Harry Thürk „Erinnerungen eines amerikanischen Geheimagenten“ da ging es um eines Grenzkonflikt China und der Sowjetunion auf einer Amurinsel. Es gab Tote auf beiden Seiten (Und das bei „befreundeten“ Staaten) Dort wird die Ursache in etwas wie folgt dargestellt: China suchte damals internationale Anerkennung, und die Amis versprachen diese unter bestimmten Bedingungen, also der Wiederaufnahme der alten Streitereien.

      Und dann kann ich auch noch ein Buch von Tolstoi empfehlen über Iwan den Schrecklichen, der die Tataren hinter dem Ural schlug und das russische Reich Richtung Sibirien festigte.

      Auch von mir noch mal ein Danke für die umfangreichen Recherchen. Ich habe mir gerade ein Buch über die Khanate um 1600 bestellt.

      1. @ tommmm

        Was die Ereignisse von 1968/69 betrifft, sehen Sie das Gleiche wie ich.

        Zu den Ursachen gehörte damals auch die Misere nach der „Großen Proletarischen Kulturrevolution“ von 1966/67, die Staat und Partei ins Verderben stürzte. Als einzige Machtstützen verblieben Mao die „Rot-Gardler“ (Hongweibing und Zaofan) und die Volksbefreiungsarmee.

        Mit dem Grenzkonflikt sollte die gesellschaftliche Rolle der Armee gestärkt werden, bevor Mao die Rot-Gardler „in die Wüste schicken“ und die KP China ab 1969 mit seinen Gefolgsleuten wieder neu aufbauen konnte.

      2. @ tommmm

        Das „brüderliche Verhältnis zwischen der Sowjetunion und der Volksrepublik China“ wäre eine ganze Artikelserie wert.
        Hätte es damals einen Anführer der sozialistischen Weltbewegung vom Format Wladimir Putins gegeben, dann hätte es bis Ende 1950 auch eine vereinigte Volksrepublik China (einschließlich Taiwan) und eine vereinigte Koreanische Volksrepublik gegeben.
        Woran es fehlte, war die strategische Elastizität in der Verfolgung gemeinsamer Ziele.

        Nur so viel zur Einstimmung:
        Als die Volksrepublik China proklamiert wurde, saß im Kreml ein misstrauischer Stalin. Sein Argwohn speiste sich aus der Person Mao zedongs. Auf diesen Führer wollte und konnte er nicht vertrauen; eher schon auf die werktätigen Massen Chinas.
        Warum das? Mao-zedong hatte mitten auf dem Langen Marsch der Volksbefreiungsarmee (1936?) bei einer politischen Konferenz der KP China, wo die meisten Führer fehlten, die Parteiführung übernommen.
        Da die KP Chinas aber Mitglied der Kommunistischen Internationale und folglich nur eine von deren Sektionen war, blieb sie eigentlich auch an die Komintern-Beschlüsse gebunden.
        Darauf gab Mao allerdings gar nichts. Erst als die Komintern-Führung ihm Wang Ming und noch einige andere Leute schickte, verengte sich sein Spielraum. Über Jahre bemühte er sich, die Gruppe um Wang Ming und Bo Gu auszuschalten, die seine führende Rolle infrage stellte.
        Letztlich war dann Mao froh, als sich 1943 die Komintern selbst auflöste und er alle politischen Beschränkungen von dieser Seite los wurde. Das alles wusste Stalin über den eigensinnigen Mao.

        Schaut man sich an, wieso die Sowjetunion 1950 den UN-Sicherheitsrat boykottierte (und damit den Korea-Krieg als UN-Aktion sanktionieren ließ), dann ist das vielleicht ein Erklärungsaspekt. Offiziell bekundete die SU dadurch ihre Solidarität mit der Volksrepublik, weil die Freunde Tschiang-keischecks ihr den Sitz im UN-Sicherheitsrat nicht übergeben wollten.

        Für den „Westen“ war am 01. Oktober 1949 noch lange nicht klar, welchen Bestand die Volksrepublik haben würde. Ob überhaupt oder wie lange. Deshalb setzte er lieber auf seinen alten Freund von der Kuomintang.
        Die Volksrepublik kontrollierte damals die nördlichen Gebiete von der Mandschurei bis zur Dsungarei, ebenso die küstennahen Gebiete bis zur Grenze Vietnams. Das Schicksal Tibets war noch nicht entschieden.
        Doch im Westen Chinas, um die Großstadt Tschungking bis zur Grenze von Burma, standen noch kampfstarke Kuomintang-Verbände. Zudem kontrollierte die Kuomintang die Inseln Hainan und Taiwan. Darauf bauten die westlichen „Freunde“.

        Mao seinerseits entwickelte eine dreistufige Militärstrategie, um die feindlichen Truppen zu besiegen und die Kontrolle über das gesamte Staatsgebiet zu erringen. Als erstes wollte er dem Gegner in längeren, verlustreichen Kämpfen das militärische Rückgrat bei Tschungking brechen, danach die Insel Hainan einnehmen und zuletzt auch noch Taiwan, spätestens im Herbst 1950.

        Als politischen Aufseher schickte Mao den ihm nahe stehenden Deng-xiaoping an die Front von Tschungking. Deng kannte die Stadt und hatte dort etliche Freunde, die mit der Lage vertraut waren. Aus ihren Ratschlägen entnahm er, dass ausgedehnte Kämpfe um Tschungking oder gar ein Sturm der Stadt verderblich für Einwohner und Wirtschaft wären. So entschloss er sich, wider Maos Instruktionen zu handeln und setzte auf Waffenstillstand und friedliche Übergabe.
        Nach einigen Wochen militärischer „Scharmützel“ und Verhandlungen fiel Tschungking, viel schneller als geplant und ohne große Zerstörungen, an die Volksrepublik.
        Die US-Amerikaner nutzten jedoch die Verschnaufpause, um Elite-Einheiten der Kuomintang von dort nach Taiwan auszufliegen und für den „Rest“ Unterschlupf in Burma zu finden. Das war genau das, was Mao hatte verhindern wollen!

        Im Frühjahr 1950 schloss sich dann die erfolgreiche Invasion der Insel Hainan an, ohne dass die Amis zuckten. Im Gegenteil – genau wie die Sowjetarmee zogen sich auch die US-amerikanischen Truppen von der koreanischen Halbinsel zurück.
        Während die Vorbereitungen zur Invasion Taiwans anliefen und schon viele koreanische Soldaten der Volksbefreiungsarmee demobilisiert wurden (Sie reihten sich inzwischen bei der koreanischen Volksarmee ein.), begann der Korea-Krieg und brachte alle weiteren Pläne Maos bzgl. Taiwans zum Platzen.

        Was Stalin dazu bewogen haben mag, Kim il-sung, den koreanischen KP-Chef, in diesem Moment zum Angriff zu raten oder zu drängen, lässt viele Deutungen zu. Aber -siehe oben!

        1. Aus meiner Starikowlektüre habe ich mir behalten, daß Mao in guter alter angelsächsischer Tradition von den bewußten Seefahrernationen mit den schier unerschöpflichen Geldbeuteln unterstützt und in die Spur geschickt wurde, um gegen Stalin eine Front im Osten aufzumachen, nachdem das Projekt „Die-ferngesteuerten-Deutschen-machen-den-Dreckskerl-für-uns-platt“ im Mai 45 endgültig gescheitert war.

          Stalin hatte allen Grund mißtrauisch zu sein, denn er wußte von Anfang an, mit was für alliierten/Mächten der freienwelt/freundenderinternationalenfreiheit usw. er es zu tun hatte.

          Im Grunde ist es erstaunlich, daß Stalin sich gegen soviel Haß und Vernichtungswillen (immerhin haben „sie“ ja deswegen den 2. WK in die Gänge gebracht und betrieben; schließlich hat er „ihnen“ ja ihre schöne permanente Weltrevolution kaputtgemacht) so lange behaupten konnte.

          PS. Auch von mir den besten Dank für den Aufwand und die Sorgfalt, die Sie auf Ihren Artikel und Ihre Beträge im Forum aufwenden, verehrter HPB.

          1. @ Polemarchos

            Für die „Starikow-These“ spricht tatsächlich einiges.

            Als Agnes Smedley 1941 (oder etwas später) nach China ins kommunistisch beherrschte „Sonder-Gebiet“ reiste, um Mao zu interviewen und biografisch zu porträtieren, war ihr ein anderer Amerikaner bereits zuvor gekommen und befand sich monatelang im Schlepptau Maos und dessen vierter Frau.

            Smedley blieb nicht weiter übrig, als sich mit Tschu Teh, dem damaligen Oberbefehlshaber der Volksbefreiungsarmee, zu begnügen, woraus dann die Tschu-Biografie „Der große Weg“ entstand.

            Es spricht also einiges dafür, dass Mao schon zu dieser Zeit nach Kontakten zu westlichen Regierungen suchte, um sich als der bessere Sachwalter westlicher Interessen in China anzubieten und zumindest finanzielle und politische Unterstützung von dort zu erlangen.

  15. Vielen Dank HPB
    für die kompakte und gute zu lesende Zusammenfassung
    und an die Kommentatoren mit ihrer Sicht, weil die Geschichte damit lebendig und wieder aktuell wird.
    Das Lesen ist interessant und wird immer interessanter für mich.

  16. Hoch interessant und spannend. Vielen Dank. Muß das alles in Ruhe noch einmal lesen, um es zu verdauen. Gehirnnahrung der besten Art.
    Dank auch an alle Kommentatoren. Sie machen das Ganze erst lebendig. Besser als jeder Roman.

  17. Bei all dem hin und her stellt sich die Frage, wieviel Tote ist ein ISMUS Wert?

    Ehrlich gesagt, scheint keiner aus der Vergangenheit lernen zu wollen. Ist aber durchaus Menschlich. Trotzdem, Schade nicht wahr?

  18. Hallo Russophilus!

    Ich glaube das letzte „dies und das“ ist überfüllt.
    Kommentare gehen nicht mehr auf und selbst kann man auch keine mehr schreiben.
    Bei allen anderen artikeln läuft alles wie gehabt.

    Eventuell ein „Dies und Das – Krummdolche, wahre Größe und hässliche Tatsachen“ 2.0 aufmachen ?

  19. Frage an Russophilus…..

    Warum erscheinen bei mir, die Kommentare von „Dies und Das – Krummdolche, wahre Größe und hässliche Tatsachen“, beim Aufruf nicht mehr alle und das Kommentarfeld, da am Schluss, erscheint überhaupt nicht mehr……

    ….mache ich was falsch, auch nach mehrmaligen Tastendrücken F5, bauen sich die Kommentare nicht alle auf….

    Gruß Yorck Fränzelsmühle

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