Friedensfahrt RF 2017 (1. Teil)

Von Johanniskraut

Liebe Dorfbewohner, hier mein detaillierter Reisebericht.
Das Treffen in Berlin und die Abfahrt war phänomenal! Das Rahmenprogramm auf der Bühne war klasse und unterhielt uns prima, während wir alle Autos beklebten und Pässe (mit Visa) und russische Telefonkarten in Empfang nahmen.

Ich vor meinem Wagen

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und die Autoreihe (Video 2) zeigt die Autos aufgereiht kurz vor dem Start. Dann wurden wir gegen 16 Uhr mit Polizeieskorte aus der Stadt begleitet. Die haben für uns den kompletten Verkehr gestoppt, so dass wir in einem Rutsch durchfahren konnten. Grüne Welle, sozusagen, hihi. Wahnsinn, was für ein Erlebnis! Mit grüner Welle einmal durch ganz Berlin an den Stadtrand zur Autobahnauffahrt. Und die Leute an den Straßen haben alle gewunken! Das Druschba-Freudschaft-Thema bewegt doch viel mehr Menschen, als wir glauben! Was für eine Demonstration!
https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20170723316712976-freundschaftsfahrt-russland-deutschland/ Da gibt es noch mehr Links…

Dann ging es am ersten Tag nach Stettin in Polen. Dort haben einige der Camper

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sich für die Nachtruhe auf nem riesigen Parkplatz von ner Shoppingmall eingefunden, so auch ich.
Am nächsten Tag Frühmorgens weiter zur Grenze nach Kaliningrad. Unterwegs hat unsere Kleingruppe an einer Raststätte Pinkelpause gemacht und ich habe ein paar Störche gefilmt, die auf der benachbarten Wiese wohl ihr Frühstück suchten (Video 17). An der Grenze Polen/Kaliningrad wurden einige unserer Gruppe total gefilzt und andere nicht (ich nicht, lag vielleicht an meinem Aufkleber der Anna-Karenina 😉

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Außerdem waren wir an einem Nebengrenzübergang und nicht an dem Hauptgrenzübergang an dem alle anderen rüber sind. Wir wurden von den russischen Grenzbeamten übel hängen gelassen und mussten 4 Std. auf unsere Papiere warten. So sind wir erst viel später nach Kaliningrad rein gekommen und die Nachtwölfe, die uns vom Haupt-Grenzübergang nach Kaliningrad eskortieren sollten, waren längst mit all den anderen weg. So gab es für uns kein schönes Essen und kein Konzert, da wir erst gegen 24 Uhr in der Stadt Kaliningrad ankamen. Wir haben uns dann auf nen Campingplatz in Kaliningrad abgepackt und haben uns am nächsten Tag erst mal um russische Telefonkarten gekümmert. Denn die, die wir in Berlin von der Orga bekommen haben, haben dummerweise nicht funktioniert. So ist das gesamte Kaliningrader Programm an uns vorbei gelaufen.

Dann sind wir über die Kaliningrader Nehrung weiter gefahren. Zwischendurch haben wir noch mal gehalten, um an der Küste was zu essen (Video 3). Dort auf der Nehrung ist die Grenze zu Litauen. Wir rüber, ging relativ schnell – nur bei mir haben die Litauischen Zollbüttel meine Anna-Karenina bemäkelt – viel mehr, das was sie über dem Kopf schwingt: „Sowjetsymbole sind in Litauen verboten. Los, Aufkleber abmachen!“ Das wollte ich natürlich nicht und habe mich dann mit den Litauischen Zollbütteln darauf geeinigt, das ich was drüber klebe

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Nach der Grenze mussten wir uns erst mal sammeln und sind dabei einem zutraulichem Fuchs begegnet, dem ich einige Stücke Salami zugeworfen habe (Video 4). Von der Grenze, weiter auf der Nehrung, zu nem Campingplatz (Video 5)

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und noch mal in der Ostsee gebadet

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vorm Schlafen gehen.

Am nächsten Tag den Rest der Nehrung gefahren und haben vor der Fähre noch angehalten um zu baden (Video 6 und Video 7). Beim parken dort, hat sich auch der alte blaue VW Bulli neben mich gestellt

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Er war nicht Teil der Gruppe und eher zufällig dort. Dann mit der Fähre übergesetzt (Video 8) und weiter nach Riga.
Am nächsten Morgen fand die Besprechung im Hotel Toss statt. Das konnte ich aber nicht finden, da es völlig versteckt und ohne jegliche Schilder in nem Hinterhof residierte. Ein Anruf von Orga-Rainer hat mich dann da hingeführt. Die Besprechung war längst zu Ende und so habe ich den Rest des Orgateams das noch vor Ort weilte in die Stadt zur dortigen Botschaft gefahren, wo sie dann in Ihren Wagen umgestiegen sind. Dann sind wir mit beiden Autos zur russischen Grenze und weiter nach Pskow. Dort habe ich mich vor ein Hotel geparkt

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indem auch viele der Reisebustruppe untergekommen waren. So war eine Dusche drin am nächsten morgen ;-). In Pskow haben die auch einen Kreml, wie ich zu meiner Überraschung feststellen musste. Kreml heißt einfach nur Festung oder Burg und fast jede größere Stadt hat einen.

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Was da so schön beleuchtet am Ufer steht, heißt übersetzt: „Hier beginnt Russland“ Und so ist Pskow auch die erste russische Stadt nach der Lettischen Grenze. Der Leninplatz in Pskow

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Wir haben uns am Abend mit dem Hauptteil der Gruppe in einem Restaurant am Fuße des Kremls getroffen

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Wo wir unsere Anreise nach Utrgosch, einem kleinen Dorf am nächsten Tag besprochen haben. So wurde uns mitgeteilt, dass man in Utrgosch mit uns um 15 Uhr rechnet, die Straße dahin aber super schlecht ist, so dass man zeitig aufbrechen muss. Also planten wir 13 Uhr Abfahrt ein und gingen dann schlafen. Dann am nächsten morgen ging gegen 12 Uhr noch ne Nachricht vom Orgateam durch den Telegram Chat mit dem wir unsere Kommunikation aufrecht zu erhalten suchten, dass wir bitte alle um 12.30 Uhr ins Stadtzentrum kommen sollen, da auf dem Leninplatz eine Tanzveranstaltung für uns vorbereitet würde. Das war eine der vielen klassischen Fehlplanungen der Orga, die bei der Besprechung am Abend vorher im Restaurant nicht bedacht hatte, dass wir um spätestens 13 Uhr nach Utrgosch abreiten müssen. *Kopf schüttel* So sind viele der organisierten Events ins Wasser gefallen, weil die Leute wo ganz anders waren und nicht so schnell dort hinkommen konnten. Alles ziemlich chaotisch. Der Reisebus mit dem ja viele fuhren, war auch fast immer zu spät für die Events. Ich jedenfalls habe an der Veranstaltung im Stadtzentrum nicht teilgenommen, was dazu führte, dass ich in Utrgosch pünktlich war.

So habe ich in Utrgosch etwas vom Kaffee und Kuchen abbekommen, das für uns hergerichtet war, bevor wir am Mahnmal Blumen niederlegen konnten

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Die Veranstaltung dauerte zwei Stunden und nachdem verschiedene (wichtige) Leute geredet hatten (wurde alles übersetzt) konnten wir unsere Fahrzeuge auf das Schulgelände fahren. Doch bevor wir unsere Autos umparkten filmte ich noch die klappernden Störche (>Video 9(Bild 18 groß)

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(Video 10)

Das kleine weiße Marineboot, was gegenüber an der Peter Paul Festung angelegt hat, hat übrigens Putin an Bord genommen, und fuhr mit ihm an den Schiffen vorbei, die auf Reede lagen, so dass er sie begrüßen konnte. Habt ihr hoffentlich auf Sputnik gesehen.
Die Menschenmenge an der Pier und alle Brücken sind hochgeklappt damit die Boote durchfahren können

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Ich fand einen Platz an der Pier und filmte die vorbei flanierenden Schiffe (Video 11, Video 12 und Video 13). Nach der Marineschiffshow kamen noch die Marineflieger mit Getöse über uns hinweg

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Bis dann zum Schluss sechs Flieger die Nationalflagge an den Himmel sprühten (Video 14)

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und alle Schiffe, die vor Reede lagen, Salut geschossen haben.

Ich stieß dann zur Hauptgruppe, wo die Orgaleitung ne Bootsfahrt ankündigte. Die bestand dann aber aus nem winzigen Kutter auf dem max 5 Pers. zusätzlich Platz hatten (peinlich). Da daneben auch die klassischen Touridampfer ablegten, entschied sich ein großer Teil der Gruppe da mit zu fahren. Also ging es weiter mit ner Bootsfahrt

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Wo ich auch die Aurora zu sehen bekam, das Schlachtschiff, das 1917 den Startschuss für die Oktoberrevolution gegeben hatte, und heute ein Museumsschiff ist

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Der halbrunde Birzhevaya Park mit seinen zahlreichen Museen im Hintergrund und seinen beiden Columna Rostrata – Säulen, die Rammspornen von altertümlichen Schiffen gleichen und für besondere Nautische Verdienste verliehen werden

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Der Winterpalast

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Und nun kommen zahlreiche Paläste, historische Gebäude und irgendwelche Kirchen

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St. Petersburg ist vollgestopft damit. An den vor Reede liegenden Schiffen (und U-Booten) sind wir auch vorbei gefahren

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Das war sehr schön – St. Petersburg vom Wasser aus ist ne tolle Sache. Anschließend bin ich zu Fuß zurück in die Innenstadt und auf den Palastplatz vor dem Winterpalast, wo die Militärfahrzeuge ausgestellt waren

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Der Winterpalast mit Bühne davor

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und auf der gegenüberliegende Seite irgend ne Art Triumpfbogen

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In der Mitte des Platzes steht ne riesen Säule mit nem Engel obendrauf der ne Schlange zertritt. Die Säule steht übrigens nur durch Eigengewicht (600 Tonnen). Sie ist nicht am Boden verankert.
Dann ging es weiter durch die Stadt und ich traf auf die Kasaner Kathedrale – sehr imposant, auch gerade von Innen 😉

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Gegenüber liegt das Singergebäude im Jugendstil erbaut. Heute werden da keine Nähmaschinen mehr gebaut und verkauft, sondern da ist ne Buchhandlung drin

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Nicht weit davon entfernt ist die unglaubliche Blutskirche, malerisch gelegen zwischen dem Griboyedov Kanal und dem Mikhaylovsky Park

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Einen Kinderspielplatz gibt’s auch im Mikhaylovsky Park

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Dann bin ich weiter gelatscht zur Birzhevaya Park und den Säulen

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Dort bin ich dann auf den Bus eines Radiosenders gestoßen, der einen DJ beherbergte und eine Soundanlage war auf den Platz gerichtet. Es lief feinster Elektro und so blieb ich promt stehen und begann zu tanzen. Das ging ne ganze Weile so, bis das Abschlußfeuerwerk begann (Video 15). Danach – es war inzwischen dunkel – bin ich zur Wasserseite des Parks gegangen und habe ein mal rund um gefilmt (Video 16). Ganz rechts im Video seht ihr den Winterpalast, dann zahlreiche andere Paläste, dann die Brücke und dann die Peter Paul Festung. Zum Abschluß dieses Tages noch zwei Bilder des Museums vor dem der DJ-Bus geparkt war – vom Park aus fotographiert

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49 Gedanken zu „Friedensfahrt RF 2017 (1. Teil)“

  1. Hallo Russophilus,

    Vielen Dank für die tolle Aufbereitung meines Reiseberichts! Das hast Du wunderbar organisiert, das man die Fotos groß machen kann und die Videos ansehen kann! Danke!

    Ein paar kleine Fehlerchen haste eingebaut, aber, ich denke, bei der Menge an Daten passiert das schon mal. Hier sind sie (kannste ja noch ändern):

    – In Utrgosch, da hast Du einen Großteil Text vergessen einzubauen. Nach „Doch bevor wir unsere Autos umparkten filmte ich noch die klappernden Störche“ kommen noch 2 Absätze – einer wie es in Utrgosch weiter geht und einer wie ich in St. Petersburg ankomme.
    Das Video nach „Doch bevor wir unsere Autos umparkten filmte ich noch die klappernden Störche“ ist auch verkehrt. Da muss Video 9 hin und Video 7 raus.

    – Video 10 muss zu den Schiffen auf Reede (Bild 18+19+22 und Video 10)

    – Bei Bild 46+47+48+49+50+71 hast Du Bild 71 vergessen.

    Aber sonst ist alles bestens! 😉

    1. Gern geschehen. Das mit dem „kleinen“ Bild und dem großen war alleine schon deshalb nötig, damit die Seite nicht endlos für den Aufbau braucht und nicht massiv Bandbreite frisst, die für manche im Dorf knapp ist und/oder dürr.

      Zu den Fehlern:
      – Den fehlenden Text betreffend habe ich ausführlich nachgesehen. Das ist genau das, was Sie mir zugesendet haben. Hätte mich auch gewundert, weil ich den Text bewusst nicht in Brocken (wo sowas vorkommen kann) sondern in einem großen Schwung rüber kopiert habe.
      – Das Video 10 ist doch bei den Schiffen. Aber vermutlich meinten Sie die Plazierung; hab’s nun geändert und das Video *nach* den Bildern plaziert.
      – Bild 71 habe ich vermurkst/vergessen. Ist nun drin.

      Übrigens bin ich (vermutlich altmodisch und starrsinnig) nach wie vor nicht „Du“.

  2. So, liebe Dorfbewohner, hier ist er also nun, der Reisebericht, Teil 1.

    Und ihr stimmt mir sicher zu, dass ich nicht zu groß angekündigt habe. Das ist ein wirklich prächtiger Reisebereicht und auch die vielen Bilder aus Russland sind ein Augenschmaus.

    Beeindruckt hat mich, um nur 1 Beispiel zu nennen, die kleine Gedenkfeier. Und sie schien wirklich klein zu sein (war ja auch keine große Stadt). Aber seht euch die Russen an! Man spürt es deutlich, dass das nicht irgendein bedeutungsloser oder gar politisch verordneter Ritus ist, sondern aus den Menschen selbst kommt, dass die wirklich gedenken und mir scheint, sie freuen sich auch, wenn die Nachfahren der Täter von damals kommen und man einander wohl gesonnen ist und besonders, wenn diese Nachfahren sich die Mühe machen, auch nicht einfach zu vergessen sondern zur Gedenkfeier zu kommen.

    Und was St. Petersburg angeht, da fällt mir ausser paris und rom nichts in europa ein, was da auch nur in die Nähe kommt.

    Zu den Schiffen und Waffen sage ich nichts weiter, sonst komme ich nur ins Schwärmen und langweile euch *g

    Euch viel Freude und Johanniskraut ein herzliches, großes Dankeschön – für beides, fürs Dabeisein als „Volksbotschafter“ und für den üppigen Bericht und den Augenschmaus.

  3. Die bilder sind spitze. leider haben sie die nachtwölfe und Putin nicht knipsen können.
    Toller bericht.
    (Ähm , ich dachte immer sie sind eine frau. )

    @Russophilus

    „Und was St. Petersburg angeht, da fällt mir ausser paris und rom nichts in europa ein, was da auch nur in die Nähe kommt.“

    Wien hätten sie noch erwähnen können. Vielleicht waren sie noch nicht dort, oder aber Wien ist nicht ihr geschmack.

    1. Wie gesagt die Nachtwölfe kommen noch.

      Und die Barkasse mit Putin war zu weit weg, so dass ich auch mit 10fach optischer Zoom kein gescheites Bild hinbekam. Aber die Hurra-Rufe der von Putin begrüßten Schiffe/Soldaten drang zu uns rüber…

  4. Auch von mir ein herzliches Dankeschön an Johanniskraut für diesen beeindruckenden Reisebericht und an Russophilus für die Aufbereitung.
    Was für gigantische Bauwerke! Ich bin tief beeindruckt und ein bisschen neidisch, nicht dabei gewesen zu sein.
    Danke!

  5. Vielen Dank an Johanniskraut!

    Die Bilder sind atemberaubend. Die Fahrt schein ein voller Erfolg gewesen zu sein.

    Generell strahlt auf mich alles, was aus Russland kommt, eine angenehme Ruhe aus (warum auch immer). So schalte ich bei Stress auf den/die russ. Sender um; ganz gleich, was sie spielen, es beruhigt …

    1. Das kann ich gut verstehen.
      Die Russen sind auch sehr in sich ruhend (verglichen mit uns). Die haben noch die natürliche Zufriedenheit und Selbstverständlichkeit mit der sie in der Welt stehen. Und das strahlen sie aus. Das habe ich auch bei den Ossis beobachtet, die nach der Wende in meine West-Stadt kamen und die ich kennenlernte. Eine entspannte Selbsverständlichkeit mit der sie in der Welt stehen – Wahsinn! Das geht uns Wessis total ab!

      Auch ist das Hecheln nach immer besseren Kosumgütern längst nicht so verbereitet wie bei uns, da sie nicht von morgens bis abends mit Werbung beballert werden. In Moskau hat man sich bewusst dafür entschieden, viele Werbetafeln draußen und in der Metro wieder ab zu bauen.

  6. Lieber Johanniskraut, danke für den umwerfenden Bericht.
    Ich war zum zweiten Mal dabei und möchte, wenn erlaubt, noch den einen oder anderen persönlichen Eindruck von mir ergänzen.
    Ja, die Pracht der von St. Petersburg erschlägt einem förmlich. Es wird sehr deutlich, wie sehr die westliche Gehirnwäsche in der Wahrnemung verankert ist. Beim ersten Mal habe ich mich immerwieder dabei ertappt, wie ich meist vergeblich, nach trostlosen heruntergekommenen Gebäuden und riesigen Schlaglöchern Ausschau hielt. Es ist auch die unglaubliche Weite, über die sich diese Pracht verteilt. Auch zwanzig oder mehr Kilometer vom Zentrum entfernt, in Vorstädten kommst du um irgendeine Ecke und stehst plötzlich wieder vor einem riesigen picobello renovierten klassischen Bauwerk, einer funkelnden Kirche oder einer bunten Moschee. Im Vergleich kann das weisse Haus höchsten als Stall für des Zaren Lieblingspferd durchgehen. Ich habe erstmals sowas wie Einfühlungsvermögen in den irrwitzigen Hass der Amis entwickeln können, es war vorstellbar, wie die Vertreter des tiefen Staates und die Chicagoboys zehn jahrelang händereibend durch diese Pracht schlichen, „Alles unser, Alles unser..“ vor sich hinmurmelnd. Und dann setzt man ihnen einen kleinen Kerl vor die Nase und der sagt einfach „Nijet!“.
    Noch was zu der Militärparade. Ich war in einem Pulk von hunderten jubelnder Menschen am Fusse einer der Brücken gefangen, die hochgezogen wurden, bevor ich sie überqueren
    konnte. Zuerst war ich in typisch westlicher Manier mit pseudointelektueller Distanzgewinnung beschäftigt. „Was soll der Scheiß, wie kann man nur wegen einer saublöden Militärparade so ein Theater machen etc.“ Die Menschen um mich herum jubelten sich die Seele aus dem Leib , viele mit Tränen in den Augen, manche weinten richtig und da fiel es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen, dass man sein Militär tatsächlich lieben kann, wenn man die Sicherheit und das absolute Vertrauen hat, dass deren Aufgabe der Schutz des Landes ist und dass es sich eben gerade nicht um pervertierte Schlächter handelt, die im Auftrag von Geldsäcken morden, um deren Beutel noch weiter zu füllen. Und da braucht es auch keinen klebrigen und verlogenen vaterländischen Patriotismus, es reicht sich zu freuen und den Jungs alles Liebe und Gute zu wünschen. Und da brauchen Putin, Schoigu und der Marinechef nicht großkotzig auf der Brücke eines Dickschiffs zu stehen, sondern es reicht, von einem kleinen Schifflein aus, alle zu begrüßen.

    1. @Dietrich
      Ein sehr berührende Kommentar. Erinnert mich an einen meiner letzten Besuche.
      Dieses Land und seine Menschen sind einmalig. Auch die gezeigten Bilder bestätigen dies.
      Johanniskraut und Russophilus sei dank für diese Aufarbeitung.

  7. Danke Johanniskraut für diese schönen Bilder und Videos. Für mich ist Russland noch Terra incognita. Ich lerne seit letztem September russisch, und werde mit Sicherheit in naher Zukunft selbst das Land besuchen. Diese Appetiteröffner machen Lust auf mehr…

  8. Danke Johanniskraut.

    Die Bilder erinnern mich an meine Reise nach Leningrad 1968.
    Wir hatten damals ein volles Reiseprogramm, in dem die Sehenswürdigkeiten der Stadt natürlich die Hauptrolle spielten: Peter und Paul-Festung, Peter und Paul-Kathedrale, Smolny, Winterpalais, Panzerkreuzer „Aurora“, Hochzeits-Palast gehörten dazu. Auch das Ehrenmal für die Blockade-Opfer von 1941 bis 1944.

    Außerdem fuhren wir auch hinaus nach Zarskoje Sjelo / Puschkin und besichtigten die wieder hergestellten Paläste und Gärten Katharina II. Wenn man sich vorstellt, wie diese Baulichkeiten nach Ende der Kämpfe von 1944 aussahen!

    Auch die Festung Kronstadt war ein lohnendes Ziel.

    Sogar „Schalasch“ besuchten wir. Die Schilf-Hütte auf nahem finnischen Boden, wo sich Lenin von Ende Juni 1917 (nachdem ein Haftbefehl der provisorischen Regierung gegen ihn erging) bis September versteckte.
    Die finnische Grenze verlief damals bis zum Friedensschluss zum Winterkrieg im März 1940 unweit der Stadtgrenze Leningrads. Die Hütte befand sich keine 30 Kilometer von Leningrad entfernt.

    Anmerkung: Nach der großen Juni-Demonstration 1917 in Petrograd unter Führung der Bolschewiki und mit der Losung „Alle Macht den Sowjets“ wurde die Partei von der provisorischen Regierung so gut wie verboten und verfolgt. Deshalb auch der Haftbefehl.
    Erst der mit französischen Krediten erkaufte, misslungene Angriffsversuch der russischen Armee auf die deutschen Truppen im Juli 1917 und die nachfolgende politische Krise samt „Kornilow-Putsch“ und dessen Vereitelung im August 1917 schufen die Voraussetzungen, dass die Bolschewiki ab September 2017 wieder auf die politische Bühne zurückkehren konnten.

    Obendrein traf ich dort sogar meinen politischen Mentor, der mich jungen Kerl am freien Tag zu einer internationalen Pelz- und Leder-Auktion, die gerade in Leningrad stattfand, mitnahm und mir das Prozedere erklärte.

    Eine interessante Reise, eine schöne Stadt und viele warmherzige Menschen. Ein tolles Erlebnis, bevor ich meinen Dienst bei der Nationalen Volksarmee antrat.

    1. Korrektur:

      Ich meinte natürlich statt „September 2017“ den September 1917!! Verzeihung bitte. –
      Aber das hundertjährige Jubiläum naht sich jetzt. – Mal sehen.

    2. Wenn Sie wieder mal nach Kronstadt kommen – besuchen Sie die im Mai 2013 wiedereröffnete „Morskoi Sabor“, das ist die Kronstädter Kathedrale. Zu ihrer Zeit war das glaube ich noch ein heruntergekomener Konzertsaal. Man kann sie mit vollem Recht die Hagia Sophia von St. Petersburg nennen. Heute wieder einer der grössten St. Peterburger Sehenwürdigkeiten. Da ist die Isaaksi-Kathedrale und insbesondere die Kasaner Kathedrale, diese dunkle Loch, geradezu, Entschuldigung, ein Dreck dagegen. Am Wochenende wird sie von den russischen Binnentouristen geradezu überrannt. Bei den Ausländern noch fast unbekannt.

      1. Wir sind zwar auf dem Rückweg vom Peterhof über Kronstadt gefahren und haben auch angehalten und was gegessen, aber die Kronstädter Kathedrale heben wir leider nicht besichtigt. Schade.

    3. Das Ehrenmal für die Blockade-Opfer von 1941 bis 1944 – ja, das hätte ich auch gerne besucht! Aber obwohl wir ein äußerst umpfangreiches Programm in St. Petersburg hatten, stand das leider nicht auf der Liste, von Dingen, die wir besuchen oder die wir unternehmen sollten. Und so ist es an uns kollektiv vorbei gegangen. Ich wußte gar nicht das es eins gibt – aber klar gibt es eins! So wie die Russen mit dem Krieg und ihren Denkmälern umgehen – klar gibt es ein Ehrenmal für die Blockade-Opfer von 1941 bis 1944!

  9. Friedensfahrt war für mich immer verbunden mit Warschau und Prag und Berlin – Radrennen, für die Völkerverständigung.
    Das Radrennen gibt es nicht mehr. Sehr wohl aber den sinnstiftenden Begriff.
    Was @Johanniskraut und Freunde da durchgezogen haben, ist beispielgebend und genau die Ebene und wichtiges Korrektiv für unsere im Laufe der Zeit verbogene Wahrnehmung von Russland und seinen Menschen.

    Ein einfaches „Danke“ dürfte für @Johanniskraut nicht ausreichen. Deshalb habe gerade meinen Kindern und Enkeln diesen tollen Reisebericht vorgestellt, zumal mir verschieden Orte noch gut erinnerlich sind.
    Und ich habe NICHTS von diesem Blog hier erzählt. Wohlwollend grinsend konnte ich jedoch auch registrieren, wie interessiert nicht nur der Bericht von @Johanniskraut aufgenommen wurde, sondern auch andere Beiträge.

    Mein Jüngster 😉 (42) hat demnächst seinen 10. Hochzeitstag. Ich habe ihm nahegelegt mit seiner Frau für ein paar Tage nach Petersburg oder nach Moskau zu reisen und sich dort umzuschauen und um endlich mal einen Eindruck und ein Gefühl für diese Menschen zu bekommen und nicht immer das wiederzukäuen, was ihnen von früh bis spät in den Medien zum Konsum vorgesetzt wird.

    Ich denke, wenn die über Jahre durch mediale Einflüsse künstlich aufgebaute Distanz, ja sogar Hass der Kinder- und Enkelgeneration zu uns naheliegenden Kulturen nicht überwunden wird, kriegen diese – nicht wir Alten, in ihrer Hilflosigkeit beim Begreifen von Freundschaft und im Umgang mit Freunden gigantische Probleme, solange sie sich auf einen Klick auf bei Facebook reduziert.

    1. Ich hoffe Ihr „Jüngster“ nimmt Ihren Vorschlag an – diese Reise ist ein unvergessliches Ereigniss! 🙂 es kommt noch mehr Reisebericht – vielleicht überzeugt das ja als Ganzes. 😉

  10. Hallo Johanniskraut,
    auch von mir ein großes DANKESCHÖN für diese beeindruckenden Bilder, Videos und schriftliche Einblicke in ein sicherlich sehr erlebnisvolle und unvergessliche Reise.
    Schade, dass Sie die Nachtwölfe nicht erleben konnten. Das wäre sicher einer der Höhepunkte der Reise gewesen.
    Ich wäre gerne mitgefahren…

  11. ….liebes Johanniskraut, erst mal sehr vielen Dank, für diesen authentischen Reisebericht, den Bildern und den Videos…… habe alle angeschaut……. beeindruckend !!!!

    …geht doch nichts darüber, aus erster Hand, solche Eindrücke zu erfahren !!!!

    ….wenn es Russophilus durchgehen lässt, möchte ich gerade zu St. Petersburg, etwas eigenes, eigentlich nicht, da von meiner Frau, beitragen…. ???

    ….meine Frau, war in der Ersten Septemberwoche, letzten Jahres 2016, mit einer Reisegruppe aus Bayern (dem Bayrischen Pilgerbüro), eine Woche in St. Petersburg……. sie war total beeindruckt und hat 249 Photos mitgebracht, habe gerade auf meinem Lapetobe nachgeschaut…… (habe alle Daten, auf allen Computern, Sticks und Sicherungen usw…)

    (….ich musste daheim bleiben, mich um die Katzen, den Garten und um das Haus und sonstiges kümmern ????)

    …wir haben uns lange unterhalten, über ihre Eindrücke…… ich erzählte auch, was die Bewohner von Leningrad damals, während der fast 3 jährigen Belagerung durch die Wehrmacht durchmachen mussten…… 500 000 Einwohner, sind gestorben durch Beschuss und die meisten verhungert……

    …ihr war das gar nicht so bewusst… na ja, im „Westen“, hat die Umerziehung bei der Masse gewirkt, musse aber meine Frau ausnehmen.. (…die vsa haben die bäh-er-däh-Deutschen mit Kaugummi und Cola befreit, die Russen haben die Frauen vergewaltigt usw….)….

    ….wenn man an die damals angeordnete Verbrechen, durch den Oberbefehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler denkt, auch Stalingrad und den ganzen verbrecherischen Krieg…..

    ….und heute, werden bäh-er-däh-Söldner, im Auftrage Märkels und von der Layen im Baltikum stationiert……. die sind nur Handlanger, der Auftraggeber, sitzt in der City von London……

    ….möchte man, wie Blücher sagte, anno 1813, bei der Vökerschlacht bei Leipzig, „….raus mit dem Säbel und drauf auf das Ami-Gesindel-Pak..“
    Sogar der Preussische General, Ludwig Yorck von Wartenburg, war damals Napoleon nicht so willfährig gegenüber, wie die Märkel und von der Layen gegenüber Soros und Konsorten..

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Yorck_von_Wartenburg

    …er beschloss eigenhändig, einen Waffenstillstand, mit dem Russischen General Hans Karl von Diebitsch-Sabalkanski……

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Karl_von_Diebitsch-Sabalkanski

    ….das Preussische Korps, wurde von Napoleon als Flankendeckung eingesetzt, weil Napoleon dachte, wenn er Moskau erobert hat, ist Russland besiegt…….

    …unter Führung von Yorck von Wartenburg, verhielt sich das Preussische Korps, aber sehr devensiv, man könnte von Befehlsverweigerung sprechen, es sind keine Kampfhandlungen bekannt…..

    ….der Nächste, der Adolf, verhinderter Landschaftsmaler aus Brauna, versuchte es auch…… Beider Ende ist bekannt…….

    ….warum, beschreibe ich es in einem Reisebericht von Johanniskraut….. ????

    …..und jetzt reiten das Märkel und die von der Layen, im Auftrage der Dollar-Drucker, gen Osten……

    ….es ist eine Beleidigung, des menschlichen Verstandes, dass nach den Verbrechen des WK II, die Söldner von Soros, getarnt als Bundeswehr, ins Baltikum sich überhaupt zeigen……!!!!

    …..wenn das so weitergeht, melde ich mich wieder, bei meiner alten NVA-Einheit zum Einsatz……. wenn auch im Donbass…… schiesen, kann ich noch, auch treffsicher…..

    Gruß Yorck, Fränzelsmühle

    1. Napoleons Russlandfeldzug: Ich dachte, das preußische Korps habe gemeinsam mit französischen Truppen monatelang Riga (damals zu Russland gehörig) belagert. Ganz ohne Befehlsverwerweigerung. Erst als die Reste der Grande Armee auf dem Rückmarsch waren, schloss Macdonald – dann befehlsverweigernd – einen Waffenstillstand mit der russischen Armee.

    2. „….es ist eine Beleidigung, des menschlichen Verstandes, dass nach den Verbrechen des WK II, die Söldner von Soros, getarnt als Bundeswehr, ins Baltikum sich überhaupt zeigen……!!!!

      …..wenn das so weitergeht, melde ich mich wieder, bei meiner alten NVA-Einheit zum Einsatz……. wenn auch im Donbass…… schiesen, kann ich noch, auch treffsicher…..“

      Da kann ich nur aus vollstem Herzen zustimmen!!!

      Übrigens – Haben Sie Ihr Pseudonym nach General Ludwig Yorck von Wartenburg ausgesucht?

  12. Dankschön Johanniskraut.
    Habe mir das schon des öfteren auf der karte angesehen. Ehrlich…Respekt !!
    Tolle Bilder, schöne Videos. Man merkt, daß Sie mit ganzem Herzen dabei waren. Meine Tochter war auch sehr angetan, denn ich wollte ihr gern eine Reise mit mir nach Russland mit dem Auto schmackhaft machen. Jetzt denkt sie schon ganz anders darüber.
    Ist wohl tatsächlich ansteckend, wenn auch andere leute diesen guten Eindruck vermitteln.

    1. Lieber gradischnik

      Danke für das Lob!

      Schauen sie auch die anderen beiden Teile mit Ihrer Tochter, dann will sie bestimmt auch nach Russland. Man muss sich ein wenig mit dem Visum quälen (wegen der EU, die keine Visaerleichterungen will), aber es lohnt sich unbedingt 🙂

  13. @ die ganze Dorfgemeinschaft!

    Vielen Dank für die Wünsche, die Anteilnahme (hier mal im positiven Sinne ;-)) und Eure persönlichen Geschichten, die ich (und wahrscheinlich jeder andere auch) mit Spannung gelesen habe!!!

    Ja, beim runden Tisch in Moskau, sprach man sehr anerkennend von „Volksdiplomatie“, die wir ausgezogen sind, zu verbreiten…

    Die Russen sind, was diese Symbolhandlungen anbelangt (z.B. Blumen niederlegen), sehr ernst. Sie wissen einfach aus Erfahrung, dass daraus eine Riesenmenge positive Energie entsteht, die ins Großeganze einfließt – wenn man wirklich trauert, wenn man ergriffen ist, wenn man persönlichen Schicksalen lauscht, die dabei offenbart werden…
    Ja, das ist so!

    Und zu den Nachtwölfen, hihi – keine Angst, die kommen noch! 😉

    1. A propos Nachtwölfe: Es wäre ja ein stiller Traum von mir, wenn die eines Tages die Verbrecher-kanzlerette geleiten – z.B. nach Nowo Semlja.

      Aber noch mal ernst: Das mit den „Volksbotschaftern“ habe ich nicht nur irgendwie gerührt gesagt, sondern durchaus auch rational. Die „offiziellen“ „Botschafter“ deutschlands waren und sind ja in anti-russische Hetze und sogar Morde und Umstürze verwickelt – und sprechen garantiert nicht für uns.

      Ergo müssen wir, das Volk, unsere eigenen Botschafter schicken, die den Russen ganz unmittelbar und praktisch zeigen, wie wir wirklich zu Russland stehen.

      Das habt ihr gut gemacht und uns gut vertreten. Danke nochmal.

      1. Ich finde auch dass wir, das Volk weitere Botschafter schicken sollten die unsere Verbundenheit und unseren Respekt den Russen erweisen. Viele Russen wissen ja bereits, dass die deutschen Offiziellen nicht unbedingt das deutsche Volk repräsentieren. Allerdings sind viele immer wieder vorerst erstaunt und später erfreut, wenn man sich als Deutscher eindeutig zur RF und deren Politik bekennt. So haben es jedenfalls meine Frau und ich dieses Jahr in Russland erlebt. Wir hatten uns unter anderem in Moskau mit einer Brieffreundin aus Nischni Nowgorod zum ersten Mal persönlich getroffen und uns für nächstes Jahr wieder verabredet, Pläne geschmiedet. Schon seit einigen Jahren suchten wir nach einer Möglichkeit, wie wir mal schnell und unkompliziert in die RF kommen um das Land und die Leute zu entdecken.

        Für uns als ältere Generation (Russisch ist lange her, Englisch kaum ausreichend) stellte ich es mir sehr schwer vor, eine individuell geplante Reise nach und durch Russland zu unternehmen. Es ist auch nicht ganz einfach sich durch die Behörden und Vorschriften zu kämpfen, das Visa zu besorgen. Ich hatte auch schon mehrere Jahre nach Leuten gesucht, die sich einfach mal zusammen tun würden um so einen Besuch der RF zu organisieren. In der Gemeinschaft ließe sich sicher einiges besser organisieren und regeln. Leider ist dies aber auch ein Ausdruck unserer heutigen Zeit und Situation. Die Masse ist auf schnellen Konsum aus, will so wenig Arbeit, Probleme und Aufwand wie nur irgend möglich haben um sich nach der Reise wieder einem neuen Event zuzuwenden, das Vergangene in die Liste der „Trophäen“ ablegen. So hatten wir dann für den Anfang eine Studienreise nach Moskau, Nowgorod und St. Petersburg gebucht. Die war zwar überteuert und teilweise mit ganz speziellem Publikum, hat uns aber dann gewissermaßen die Tür geöffnet um nächstes Jahr die ursprünglich geplante individuelle Reise, dieses Mal mit dem Zug von Berlin nach Moskau zu wagen und dann weiter durch Russland zu reisen. Wir haben vor, dann mit Hilfe unserer Freundin in Russland ganz privat, ohne Reisegruppen-Schnick-Schnack Land und Leute kennenzulernen. Darauf freuen wir uns und unsere russische Bekannte ist auch ganz begeistert von diesem Vorhaben.

        Ein schöner Bericht von Johanniskraut. Danke dafür auch an Russophilus fürs Einstellen und Bearbeiten.
        Übrigens, unsere wichtigsten Reiseeindrücke:
        Wir haben sehr deutlich eine Aufbruchsstimmung gespürt. Es wird gebaut und gewerkelt, nicht überall gleich stark, aber in Teilen ganz schön heftig.
        Generell hat uns der Bildungsstand, das Interesse an Kunst und Kultur (wir meinen hier wirkliche Kultur und kein regenbogenfarbenes Gepummel) in einer überaus breiten Masse der Bevölkerung sehr erstaunt. Der Staat, die Verwaltungen und die Gesellschaft müssen sehr offensichtlich ein breites Spektrum an Kultur und Bildungsangeboten vorhalten, was auch durch die Bevölkerung absolut angenommen wird. Der Russe gibt seinen letzten Rubel für Theaterkarten, kennt die klassischen Komponisten, besucht deren Grabstätten und legt Blumen nieder (ohne staatliche Aufforderung) kommt freiwillig und bedürfnisorientiert zu den Feiertagen an die Gedenkstätten der Geschichte um die Helden zu ehren, ohne dass eine Bratwurst- oder Pommesbude locken muss.
        Erschreckend war der Bildungsunterschied und der Unterschied an rein menschlichen Verhaltensweisen wie höflicher und respektvoller Kommunikation, der Fähigkeit sich mit Sachargumenten wie auch eigen Ideen in eine Diskussion einzubringen, immer gepaart mit der typisch russischen Höflichkeit und dieser respektvollen zurückhaltenden Art. Wir konnten das sehr genau beobachten weil wir in der Reisegruppe mehrere Lehrerinnen hatten. Als Gegenstück waren die meisten russischen Reiseführer auch Lehrerinnen. Ich dacht da nur manchmal: „Verdammte Schei…, was wir hier in Deutschland nur auf unsere Kinder in den Schulen loslassen. Da muss man sich ja nicht wundern, was da die Schulen und Universitäten verlässt.“

        Fazit, den Russen geht es gut, zunehmend besser und sie werden mit jedem Jahr stärker. Nicht nur militärisch oder materiell, nein eher bedeutend ist die zunehmend stärker werdende Ethik, Moral, Kultur und die geistige und philosophische Stärke der Bevölkerung dieses Landes. Wir sollten uns in Westeuropa mal echt Gedanken machen. Ich hatte noch nie so deutlich wie in Russland unseren eigenen Verfall gespürt …

        1. Lieber @gesep !Zu der Idee, individuell nach Russland zu reisen, kann ich nur gratulieren. Leider muß ich gleich einen Wehrmutstropfen einflechten: Reise mit dem Zug über Belorussland ist für Nichtstaatsbürger der Russischen Föderation zu Zeit nicht möglich. Grund: Zwischen Belorussland und Russland gibt es kein Grenze mehr, also auch keine Grenzkontrollpunkt, an dem man offiziell nach Russland einreisen könnte. Deshalb wurde man sich, auch wenn ein russisches Visum vorhanden ist, illegal auf dem Territorium der RF aufhalten. Das ist der Stand heute, vielleicht ändert sich das bis nächstes Jahr.
          Überlandreisen nach Russland funktionieren momentan nur über das Baltikum oder die Ukraine.
          Ansonsten, ich bin gerade von meiner x-ten individuellen Reise nach Russland zurück, empfehle ich die Aeroflot von Berlin zu nehmen. Mit ein wenig Flexibilität sind Flugpreise hin und zurück von 250-260 Euro zu erzielen. Und die Grenzabfertigung in Scheremetevo ist ein Spaß. Dieses mal bin ich um 2:25 gelandet und stand um 2:45 auf der Straße.
          Ich war in Kaluga, in Wjasma, in Schukov und in einigen Dörfern. Gut, ich spreche ein gutes Russisch und habe überall Freunde. Wenn man es weniger gut kann, sollte das der Reisefreude trotzdem keinen Abbruch tun. An vielen Schulen ist der Deutschunterricht immer noch Standard. Und wenn man eine Schülerin der älteren Klassenstufen bittet, organisiert die bestimmt auch die Deutschlehrerin als Dolmetscherin. Einfach fragen und keine Angst heben. Viel Spass!

        2. @gesep
          Sehr treffend bemerkt. Ihre letzten Worte kann ich nur unterstützen.
          Danke dafür……

          ——————————
          Wunschgemäß ausgebessert. Tzä, ihr smartphone Tipper immer *g – Russophilus

        3. Ja, gesep.
          Ich kann mir auch sehr gut unsere neunmal klugen Lehrer vorstellen, wie sie das vor ihren Augen liegende ignorieren und weiter die westdeutsche Propaganda runter leihern – Brrr, da schüttelts auch mich!

          1. Ja, sie leiern das herunter, was man ihnen beim Studium und in Weiterbildungen beigebracht hat, was sie tagtäglich bei den Medien aufschnappen. Genau wie das jeder andere in der Matrix lebende Bundesbürger tut. Aber noch schlimmer finde ich den Allgemeinbildungsstand und die rein menschliche Fähigkeit eine wechslseitig bereichernde und inspirierende Kommunikation zu führen. Das setzt Wissen und Interesse voraus. Bei diesen Lehrern war beides nicht vorhanden. Sicher wird es auch Ausnahmen geben. Ich will hier niemanden über einen Kamm scheeren. Ich hatte dort halt nur ein Paradebeispiel dieser zwei Bildungssysteme direkt zum Vergleich. Dass die Russen dabei hervorragend abschnitten, ist ja wohl klar. -grins-

  14. Auch von mir ein Dankeschön für den ausführlichen Bericht und die Bilder. Man sieht ganz deutlich, dass das Militär mit der Gesellschaft engstens verbunden ist im Gegenteil bei uns ! Woww und diese Bauten ! Architektonische Meisterleistungen !
    und diese Sauberkeit ! Respekt !

  15. Danke für den wunderbaren Bericht und die herrlichen Bilder – meine Freundin stammt aus Petersburg, durch sie habe ich die Liebe zu Russland und seinen Menschen entdeckt.
    Sie sind unsere Brüder und Schwestern und lieben dieselben Dinge wie wir. Ein Kulturvolk, das Frieden will.
    Nochmals Danke an Johanniskraut und an Russophilus. Werde den Bericht in der Familie und im Freundeskreis zeigen.
    Bin ganz begeistert.

  16. @ Johanniskraut

    Schöne Bilder, gute Arbeit !!!

    PS. Apropos Kreml.
    Ja tatsächlich, in jeder russischen Altstadt gab es (bzw. gibt es) einen Kreml.
    Der Kreml war einfach in jeder Stadt der Rus der Sitz (als Festung) des Fürsten und seiner Bojaren (Verwaltung).
    Den Rest der Stadt, außerhalb der Kremlmauern, wo das einfache Volk lebte, nannte man Possad.

  17. Sehr geehrter Johanniskraut, Danke das sie uns, die Leider nicht Mitfahren konnten, teil haben lassen, an dieser Volksbotschafter Fahrt. Das organisatorisch, nicht immer alles perfekt ist, ist sicherlich dem Umstand geschuldet, das es erst die zweite Fahrt ist und die Organisatoren, alles Ehrenamtlich machen. Auch ihnen , muss unser Dank gelten. Mit ihrem Reisebericht im Tornister, sind wir nun in der Lage, in unser Umgebung, die Propaganda, des Wahrheits-Ministerium zu Entlarven, den Menschen, ein Stück der Realität zu Vermitteln.
    Nochmal Herzlichen Dank.

    1. 🙂 Nur zu! Verbreiten Sie es, so weit es geht! Da mag Facebook auch eine Gelegenheit sein…auch wenn ich selber keinen Eintrag habe und Facebook ablehne, aber wer einen hat, sollte den nutzen…

  18. Lieber Johanneskraut,

    herzlichen Dank für Ihren detailreichen und mit schönen Fotos und Videos gespickten Reisebericht. Ich bin schon auf den 2. Teil gespannt.

    Beste Grüße

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