Andrej Fursow: Die Welt von morgen (3)

3. und letzter Teil 2 eines Interviews, veröffenlicht am 22. Oktober 2016 in der Literatur-Zeitschrift « Наш современник» [AdÜ.: „Unser Zeitgenosse“], №10, übersetzt von Artur, (Quelle)

— (7.2) War das [AdÜ.: die Unzufriedenheit] eine Folge der schlechten Ökonomie?
— Die Wirtschaft ist ein Element des Systems; das System (die innerökonomische Verteilung der Produktionsfaktoren, das Klasseninteresse) bestimmt das Element, und nicht umgekehrt. Zudem war die Wirtschaft der UdSSR und des sozialistischen Lagers im Ganzen nicht schlecht oder schwach. Lassen Sie uns auf die Zahlen schauen.

Vor 1985, d.h. vor der Perestroika, war die UdSSR auf dem weltweit zweiten und in Europa auf dem ersten Platz der Produktion von Industrieprodukten. Im Jahr 1975 entsprach das spezifische Gewicht der UdSSR bei der globalen Industrieproduktion 20% (zum Vergleich: 1999 die USA – 20,4%, die Europäische Union – 19,8%); das sowjetische BIP entprach 10% des weltweiten. Im selben 1975 betrug das Staatseinkommen der UdSSR 60-65% des Staatseinkommens der USA. Die israelische Aufklärung gab noch größere Zahlen an; gemäß den Berechnungen israelischer Analytiker entsprach der Lebensstandard der UdSSR, inklusive zahlungspflichtiger und kostenloser Dienste, und sogenannter unschätzbarer, humanitärer Faktoren (Kriminalitätsrate, soziale Absicherung), 70-75% des amerikanischen und besaß die Tendenz zur Annäherung an diesen.

Von 1970 bis 1975 wuchs der Anteil der Wirtschaftszweige, welche größtenteils die Effektivität der Volkswirtschaft anzeigen (Maschinenbau, Elektroenergetik, Chemie- und petrochemische Industrie), von 31% auf 36%; danach begann ein Abstieg, doch das erreichte Niveau von 1975 war hoch. Im angegebenen Zeitrahmen vergrößerte sich die Produktionsabfertigung im Maschinenbau um den Faktor 1,8, bei der Rechentechnik um den Faktor 4 (am Beginn der 1960er-1970er Jahre wurden viele äußerst wichtige Entwicklungen in dieser Sphäre eingestellt; nicht alle, aber der Abstand zu den USA bei der Computertechnik wuchs stetig); die Produktion von Geräten, Automatisierungsmittel und ihre Ersatzteile – um den Faktor 1,9. 1975 beinhaltete der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RWG), bei einem Bevölkerungsanteil von 9,4% des globalen, mehr als 30% der weltweiten Industrieproduktion und mehr als 25% des weltweiten Einkommens; die UdSSR produzierte 60% der Industrieprodukte des RWG.
Von 1951 bis 1975 vergrößerte sich der Anteil der sozialistischen Länder in der globalen Industrieproduktion um den Faktor 1,5 (von 20% auf 30%), als der Anteil der kapitalistischen Länder schrumpfte von 80% auf 50% (und der der USA – von 50% auf 22-25%).

Dem sollten die Erfolge der sowjetischen Landwirtschaft von 1985-1990 und vor allem 1991 hinzugefügt werden: das Wachstum betrug 9,8%, im Vergleich zu 5,8% des vorherigen Fünfjahresabschnitts. Die UdSSR stellte die niedrigsten Preise auf Lebensmittel in Europa. Der Verbrauch von Nahrungsmitteln pro Seele in der Bevölkerung erreichte 1990-1991 das Maximum in unserer Geschichte des 20 Jhs.: Brot – 119 kg, Fleisch – 75 kg, Fisch – 20 kg, Milch und Milchprodukte – 386 Liter, Eier – 97 Stück. Die Jahre 1990 und 1991 weisen einen außergewöhnlich hohen Ernteertrag und Zuwachs der Kopfzahl von Nutztieren auf. Die Regale in den Einkaufsläden waren dabei leer – das Defizit wurde bewusst geschaffen, um die Stadtbevölkerung gegen den Sozialismus aufzuwiegeln und Unruhen zu provozieren. Bei den Kolchosen wurde bewusst deren Produktion nicht eingekauft, stattdessen wurden Landwirtschaftsprodukte von kanadischen Farmern importiert – 5-6 mal so teuer. Auf diese Weise wurden auch die Kolchosen zugrunde gerichtet. All dies wurde auch getan, um die Bevölkerung durch drohende Hungerkrisen einzuschüchtern, um einen Zuwachs von Preisen zu legitimieren. Das zuletzt genannte, dabei nichts anderes als die Expropriation von Geld der Bevölkerung, sollte das Volk jeglicher finanziellen Möglichkeiten berauben, an der Privatisierung teilzunehmen, welche für die eigenen Leute geplant wurde. Die Einschüchterung der Bevölkerung durch die Regierung und die offiziellen Medien im Herbst 1991 war, so gesehen, die wichtigste Vorbereitungsaktion der Privatisierung.

In Wahrheit gab es keine drohenden Hungerkrise, das war eine Lüge, im Laufe [der Jahre] entlarvt durch Spezialisten, die Richtigkeit ihrer Entdeckung später bestätigt durch das sowjetische Zentrale Statistische Direktorat. J. T. Gaidar bestand darauf, dass der halbjährliche Bedarf des Landes an Brot angeblich 25 Millionen Tonnen beträgt, aber am Ende des Jahres 1991 im Land nur 10 Millionen Tonnen zur Verfügung stehen würden bei einem monatlichen Verbrauch von 5 Millionen Tonnen. Daraus wurde abgeleitet: in zwei Monaten – Hunger und die Gefahr eines Bürgerkrieges. Eben dadurch hält sich der verlogene, liberale Mythos über „Gaidar – dem Retter des Landes“. Die Realität war eine ganz andere. Gaidar zählte beim Verbrauch absichtlich Brot- mit der Getreidemenge zusammen, d.h. der monatliche Verbrauch betrug in Wahrheit 2 Millionen Tonnen; dabei müssen noch 2 Millionen Tonnen verfügbares Getreide aus der Staatsreserve und 3,5 Millionen Tonnen Import-Getreide einbezogen werden, welche im Dezember 1991 – Januar 1992 eintreffen sollten. Das Getreide hätte bis zur nächsten Ernte im Juli – Anfang August 1992 locker ausgereicht. Aber die größte Lüge Gaidars war nicht die des monatlichen 5-Millionen-Tonnen-Verbrauchs an Brot durch das Land, sondern dass die 25 Millionen Tonnen den halbjährlichen Verbrauch darstellen und nicht richtigerweise den alljährlichen, was der statistische Bericht für 1992 auch bestätigte. Im Herbst 1991 gelang es der Jelzin-Gruppe jedoch, ihre Lügen in alle Medien durchzudrücken.

— (7.3) Ist ein System möglich, welches dem sozialistischen ähnelt, aber eine gute Ökonomie besitzt?
— Ich habe bereits gesagt, dass die sozialistische Wirtschaft nicht schwach war; im Gegenteil, sie war erfolgreich, vor allem im Vergleich zu der kapitalistischen, so paradox sich das auch anhört. Man stellt sich bei uns leider die Wirtschaftsrealität der USA in den Jahren 1970-1980 nur schlecht vor. Wir haben jetzt keinen Sozialismus – haben wir eine gute Wirtschaft? Im Großteil der kapitalistischen Welt ist die Wirtschaft schlecht und das Leben hart. Das haben sogar solche Apologeten des Westernismus-Kapitalismus zugegeben, wie G. Jawlinski und J. Gaidar. Sie beschrieben „den erbärmlichen Zustand“ und die „stagnierende Armut“ in der Mehrheit der kapitalistischen Länder. Zugegeben, ihr Erfolgsrezept war komisch: die Aufgabe eines Teils der Souveränität auf dem Weg zur euroatlantischen Integration, sonst droht Peripheralität und Armut. Schwer zu sagen, was hier vorherrscht – offensichtliche Lüge oder unüberwindbare Dummheit. Denn genau die Abgabe der Souveränität an den Westen, welche zum Diktat durch das transnationale Kapital führt, ist doch der Grund für die Armut und die Peripheralität des Großteils der kapitalistischen Länder. Die Welt des Kapitals ist eine Welt der Armut, übrigens einer wachsenden: 2009 besaß 1% der Weltbevölkerung 44% des globalen Reichtums; 2014 – 48%; 2016 – 50%. Im Jahr 2015 lebten unter der Armutsgrenze (mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag) auf der Welt 830 Millionen Menschen (14% der Weltbevölkerung); weitere 40% leben mit 2 Dollar pro Tag. „Eine gute Wirtschaft“ existiert in dem Teil der kapitalistischen Welt, welcher die Schwachen (Kolonien, Halbkolonien) ausraubt und Dollarpapier druckt. Ja, man wundert sich ein weiteres mal, was für Menschen mit was für einem intellektuellem Niveau durch die Perestroika und Postperestroika nach oben gespült wurden. Übrigens, möglich, dass genau solche für die Realisation eines halbkolonialen Schemas auserwählt wurden.

— (7.4) Sind Defizite und Warteschlangen unmittelbare Begleiter des Sozialismus?
— Leider ist die Defizität der Ökonomie eine Charaktereigenschaft des Sozialismus in der Form, in welcher dieser real in der Geschichte existierte. Sie hat mehrere wirtschaftliche und politische Gründe. Diese sind, erstens, die Notwendigkeit einer beschleunigten Entwicklung des militärisch-industriellen Komplexes und die Stützung der militärisch-strategischen Parität mit dem Westen bei geringerem BIP, als beim kollektiven Westen. Dabei muss man im Kopf behalten, dass im Soz-Lager der Großteil der militärischen Belastung auf den Schultern der UdSSR lag, während in der NATO die Ausgaben gleichmäßiger verteilt wurden. Zum Beispiel betrugen 1975 die militärischen Ausgaben des Warschauer Paktes 110,3 Milliarden Dollar, davon trug die UdSSR 99,8 Milliarden bei; NATO – 184,9 Milliarden Dollar, davon trug die USA – 101,2 Milliarden bei. Dementsprechend im Jahr 1980: 119,5 und 107,3 Milliarden, und 193,9 und 111,2 Milliarden. Selbstverständlich, dass Länder, wie die industriell entwickelte DDR und die Tschechoslowakei, mit weit geringeren Defiziten zu kämpfen hatten. Was Polen, Rumänien, Ungarn und Bulgarien angeht, so waren das ursprünglich sehr arme Länder. Jetzt gibt es in den genannten Ländern keine Defizite mehr, die Menschen leben aber viel schlechter.

In der UdSSR des Jahres 1990, am Vorabend des Systemzusammensturzes, als man uns versuchte zu überzeugen, wie schlecht es um alles steht, und uns mit einer nahenden Hungerkrise Angst machte, betrug der Verbrauch von Fleisch und Fleischprodukten 78 kg pro Seele in der Bevölkerung (Import – 13%); 15 Jahre später – 57 kg (Import – 35%). Somit sollte man nicht alles mit Defiziten als isolierte Indikatoren messen.

Zweitens besaß das Defizit, natürlich, wirtschaftliche Gründe, verbunden mit der Besonderheit des Sozialismus als System: das unflexible, administrative System; die fehlende Verbesserung sozialistischer Methoden der Planung. So beendete die Planwirtschaft 1972-1973 ihre Existenz in der UdSSR und wurde durch eine Kompromisswirtschaft ersetzt, welche mit kapitalistischen Methoden „behandelt“ wurde. Zu Ende behandelt.

Drittens, das Defizit, nur schlecht vereinbar mit dem ökonomischen Leben des Systems, wurde in der UdSSR 1989-1990 künstlich mittels der Realisierung eines Gesetzes für Staatsunternehmen geschaffen (angenommen am 30. Juni 1987; trat für alle Unternehmen am 1. Januar 1989 in Kraft). Gemäß diesem für die Wirtschaft der UdSSR tödlichen Gesetz bekam eine große Menge an Unternehmen das Recht auf unmittelbaren Austritt auf die globalen Märkte, d.h. das Monopol des Inlandhandels wurde defacto liquidiert. Die Waren dieser Firmen wurden auf dem Weltmarkt für US-Dollar realisiert; danach wurden innerhalb des Landes die Dollar zu Rubel umgetauscht, womit eine gigantische Rubel-Masse entstand, die durch keine Waren gedeckt war. In der UdSSR wurde seit den Zeiten der Kreditreformen 1930-1932 das Gleichgewicht zwischen Waren- und Geldmenge, zwischen Waren- und Fiatgeld, strengstens eingehalten. Das Wirken des Gesetzes für Staatsunternehmen zerstörte schon 1989 dieses System, und die Bevölkerung begann, alles von den Regalen zu greifen, was in den Läden übrig war. 1990-1991 riefen die genannten, eifrigen „Demokraten“ offen zur Schaffung eines Defizits auf, um die Massen gegen das System, gegen den Sozialismus aufzubringen, wobei die „Marktwirtschaft“, also der Kapitalismus, als Mittel zur Rettung ausgegeben wurde.

Überhaupt muss man sagen, dass wir bis heute mit Mythen leben – über uns selbst, über die Sowjetunion, über das vorrevolutionäre Russland, über unsere historischen Persönlichkeiten. Nach 1991 wurde plötzlich begonnen, auf unser Schild komplette Versager hochzuhieven, aus ihnen Figuren historischen Maßstabs zu machen – Alexander II., welcher das Fundament für die Revolution 1905 und 1917 legte, P. A. Stolypin, Nikolai II.. All das wird auf die heutige Wirklichkeit projeziert und bewirkt, basierend auf schlechtem historischen Wissen, viele negative, praktische Resultate. Ein Beispiel: der geschaffene Stolypin-Klub (welcher, übrigens, mit der Erarbeitung des Wirtschaftsentwicklungsprogramms der Russischen Föderation beauftragt wurde). Ein Klub im Namen Stolypins. Die Gründer gehen anscheinend davon aus, das dieser ein erfolgreicher Staatsmann war, welcher Probleme bewältigte, welche vor dem Land standen. Und ja, da kommen einem die Worte Stolypins über ein „erhabenes Russland“ in den Sinn, und ähnliches. Wenn die „Stolypin-Klubler“ allerdings die Geschichte besser kennen würden, so würden sie wahrscheinlich anfangen zu zweifeln: so wie man seine Jacht benennt, so wird sie auch schwimmen. Eine Sache ist „Pobéda“ [AdÜ.: „Sieg“ auf Russisch], die andere – „…bedá“ [AdÜ.: „Unheil“ auf Russisch]. Anscheinend imponiert den Mitgliedern, dass Stolypin eine massive Privatisierung des Grundes (zudem eine erzwungene) durchführen und die kollektiven Haushalte zerstören wollte. Das entspricht vollkommen dem Geist der Jelziner, den Entwürfen Gaidars-Tschubais und ihrer transozeanischen Betreuer. Nur sind die Resultate der Stolypin’schen Reformen – ein Reinfall. Die Reform hat den Fall aller Indikatoren bezogen auf eine Seele der Bevölkerung nicht aufgehalten; im Gegenteil, sie hat sie beschleunigt, und die Verarmung der Bauern, des Kerns des Landes, nahm katastrophale Ausmaße an. Die erste landwirtschaftliche Konferenz in Kiew 1913 notierte: dem Großteil der Bauern gab die Reform nichts – sie ist durchgefallen. Die provisorische Regierung erklärte 1917 die Stolypin’sche Reform für fehlgeschlagen. Bezeichnend, dass 1920 im Laufe des Bürgerkriegs die Bauern sich 99% des Grundes in den Kollektivbesitz zurückholten – die Antwort der Bauern an Stolypin.

Stolypin ist ein typischer Reformer-Versager, seine Tätigkeit ist nicht Sieg, sondern Unheil, unter anderem auch für das System, dessen Interessen Stolypin verteidigte und dessen Existenz er versuchte zu verlängern.

Noch beklagenwerter waren die politischen Resultate der Reformen. Mit dem Versuch, die Obschtschina [AdÜ.: die russische, traditionelle, kollektivistische Dorfgemeinschaft] zu zerstören, verwandelte Stolypin die massivste Bevölkerungsschicht der naiven Monarchisten-Konservativen, welche die Bauern darstellten, in agrarische Revolutionäre. Und an das, was aus Russland geworden wäre, wenn Stolypin sich nicht als Unglücksreformator erwiesen hätte, möchte man gar nicht denken. In diesem Fall wäre die Revolution in Russland schon ungefähr 1912 oder 1913 erfolgt, da 20-30 Millionen ohne Land verbleibende Bauern in die Städte gespült worden wären, und in den Städten keinerlei Arbeit gefunden hätten. Hier hätte es so richtig geknallt, viel brutaler, als später dann 1917. Stolypin hat – gegen seinen Willen – die Revolution beschleunigt, aber er hätte sie noch viel mehr bechleunigen können.

Es entsteht der Gedanke: vielleicht wissen die „Stolypin-Klubler“ das alles und sympathisieren im Geheimen mit der Revolution? Besitzen vielleicht irgendwelche Ideen in diese Richtung? Höchstwahrscheinlich nicht. In diesem Fall aber schnell ein Geschichtsbuch in die Hand.

Das ist nur ein Beispiel dessen, zu welchen Kasus schlechtes Wissen eigener Geschichte führen kann; und solche Beispiele gibt es viele.

„Der Herrchen kann nicht neben dem Herren sitzen“

— (8) Geoklimatische Katastrophen
– (8.1) Sind das Zufälle oder eine Reaktion eines intelligenten Planeten (oder sogar Kosmos) auf ihre Zerstörung durch den Menschen?
— Geoklimatische Katastrophen geschahen auch vor dem Erscheinen des Menschen. Sogar heute noch ist der Maßstab der Tätigkeit des Menschen so gering, dass es an eine globale geoklimatische Katastrophe nicht heranreicht. Hören wir nicht auf gewissenlose Ökologen. Die Natur muss man allerdings beschützen, unter anderem auch vor dem Menschen. Was den Terminus „intelligent“ angeht, unwahrscheinlich, das dieser auf den Planeten anwendbar ist. Ich würde vorschlagen: es ist eine organisierte Ganzheit, orientiert auf eine Unterstützung des Gleichgewichts, also der Selbsterhaltung, und der Beseitigung beliebiger Elemente, welche das Ganze bedrohen. Von außen wirkt das wie intelligentes Handeln, aber es ist etwas anderes – nicht schlechter und nicht besser – etwas anderes.

— (8.2) Die Ernsthaftigkeit der Beziehung der westlichen Elite zu diesem Thema – ist das ein Anzeichen, dass sie mehr als wir wissen, wie die Natur funktioniert?
— Erstens wissen sie mehr, die westliche Elite ist älter als unsere. Zweitens, sie sind besser organisiert, sie sind in ihrer geschichtlichen Vergangenheit gut verwurzelt. Unsere „Eliten“ – vorpeterliche [AdÜ.: Peter I., „der Große“], peterburgische, sowjetische – existierten nur für eine verhältnismäßig kurze Zeitspanne, zu kurz, um eine richtige Elite zu werden. Zudem waren unsere staatlichen Gruppen niemals selbstständig, dabei nur ein funktionales Organ der Macht darstellend; Elitarität hingegen ist immer Subjektivität.

Das Erforschen der Möglichkeit einer geoklimatischen Katastrophe läuft im Westen hinter verschlossenen Türen die letzten 50-60 Jahre. Nach meinen Informationen entstand bei westlichen Forschern Mitte der 1980er Jahre die Überzeugung, dass in der westlichen Hemisphäre Ende der 1990er Jahre eine Katastrophe ansteht und dass die einzige stabile Zone das Territorium der UdSSR sein wird. Anfang der 1990er legte sich die Unruhe, die Fristen wurden verschoben, aber die eigentliche Bedrohung einer geoklimatischen Katastrophe ist nirgendwohin verschwunden.

— (8.3) Sind Sie der Meinung, dass es möglich ist, dass unser Planet selbst Entwicklungssackgassen auslöscht, so wie die Dinosaurier oder perspektivlose Zivilisationen („Hammer Luzifers“)?
— Durchaus möglich. Unser Planet ist ein ganzheitliches System.

— (9.) Sind Sie damit einverstanden, dass die moderne Gesellschaft einem krebskranken Organismus ähnelt, welcher zudem auch sein Schmerzempfinden eingebüßt hat?
— Ich bin einverstanden, aber Schmerzempfinden ist vorhanden, es äußert sich auf eine hässliche Art und Weise – in Spasmen, zum Beispiel. Dieser Schmerz verzerrt, sogar Unwesen und Soziopathen. Und was ihre Metapher angeht, so scheint mir, dass ein gigantisches Geschwulst existiert, an dessen Rand sich das befindet, was von der gesunden Gesellschaft geblieben ist. Hier erinnert man sich zwangläufig an „Ockhams Rassiermesser“.

— (9.1) Empfindet die Obrigkeit Unbehagen, wenn die Gemeinen in Schwierigkeiten geraten?
— Die Obrigkeit ist, so die Regel, überhaupt unempfindlich in Bezug zu der Allgemeinheit, besonders die Oberen, welche gestern noch aus dem Dreck kletterten, welche ihrer Natur nach – Antiaristokraten, Schund sind. Es reicht aus, sich an die kürzliche Geschichte zu erinnern, als eine weitere Gruppe „Müllhalden-Aristokraten“ forderte, ihre „Sternchen“ von den „Gewöhnlichen“ aus den Wohnvierteln Moskaus abzugrenzen. Die Menschen verstehen nicht, dass sie mit ihrem Sozialrassismus selbst Klassenhass entfachen, welcher dann bei ihnen selbst oder ihren Kindern zuschlägt. Sie sollten John Donne lesen: „Frage nicht, nach wem die Glocke läutet: sie läutet nach dir.“

— (9.2) Hat die Gemeinheit die Manövrierfähigkeit, um aus ihrem schweren Zustand zu entkommen?
— Der soziale Triumph der Gemeinheit ist eine Seltenheit in der Geschichte. Die UdSSR war im Laufe mehrerer Jahrzehnte ein Triumph des gemeinen Volkes, allerdings begann Mitte der 1950er Jahre der Volkssozialismus der Stalin-Epoche sich in einen „Nomenklatursozialismus“ der Tischvorsitzenden zu verwandeln, bei welchen schon Ende der 1960er der Wunsch aufkam, sich in das globale Kapitalismussystem zu integrieren; dass sie die Herren des globalen Sozialismussystems waren, inspirierte sie nicht.

Das weltweite Kap-System wurde bei vielen dieser Menschen genauso assoziiert, wie bei ihren Postperestroika-Nachfolgern, nämlich mit einem süßen und schönen Leben, nicht selten – in ihrer eher vulgären Form. Das erinnert mich sehr an die Träume des Banditen John Colorado aus dem Film „MacKeena’s Gold“, welcher behutsam eine verblichene Zeitung „Pariser Leben“ aufbewahrte, in welcher cancanierende Schönheiten, wohlhabende Nobishäuser und ihre Stammkundschaft abgebildet sind. Das „Pariser Leben“ ist eine Dominante seines Verhaltens.

Diejenigen, welche das alternative zum Kapitalismus Soz-System hergaben, sind beleidigt, dass ihnen keine Plätze im Zentrum des Kap-Systems reserviert wurden. Ihr Kranken, früher wart ihr die Herren eines Großen Systems; durch euer Einverständnis zum „Einschreiben in die Bourgeoisie“, also das Einbinden in ein anderes Großes System in der Qualität eines Elementes in diesem, habt ihr euch zu einer Position von Herrchen eines kleinen Systemchens, das Große in dieses verwandelnd, einverstanden erklärt. Das Ganze bestimmt das Element, und nicht anders herum. Der Herrchen kann nicht neben dem Herren sitzen, für welchen er bloß ein Kontorist ist. Es waren die Herren des Westens, die nicht auf Höhe mit den Herren des Großen Systems UdSSR waren, aber jetzt – excuzes nous (entschuldigt uns). Es geschah wie bei Timur Kibirow: „Wir selber haben den Vorraum zugespeit. / Und nun treibt man uns, man treibt uns aus“. Selbst mit dem dem Irrsinn verfallenden Breschnew hätte es niemand gewagt, so zu reden, wie mit dem späteren Gorbatschow oder Jelzin.

— (10.) Der moderne Kapitalismus ist eine Mühle zum Zermahlen von Ressourcen und ihrem Ablassen auf die Müllhalde. Viele dieser Ressourcen sind unersetzlich.
— Der heutige Kapitalismus ist gerade diese Müllhalde. Eins seiner Symbole ist eine Installation mit Fäkalien, abgerissenen Jeans und durchsichtiger Frauenunterwäsche.

„Rasende Finanzen sind ein Anzeichen einer tödlichen Erkrankung des Kapitalismus“

— (10.1) Ist eine krisenlose Planwirtschaft möglich, die sich an der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse orientiert?
— Unwahrscheinlich. Ungleichgewicht und Nichtlinearität sind eine immanente Eigenschaft der lebenden Natur; „ewige Ruhe wird das Herz wohl kaum erfreuen, ewige Ruhe ist für ergraute Pyramiden“. Und wenn wir über das kommende Jahrhundert sprechen, so wird es überhaupt ein globales Zeitalter der Aufruhr sein; Instabilität und Krisen sind seine Norm.

— (10.2) Ist eine ressourcenorientierte Ökonomie möglich, in der die Finanzen einen ihnen aufgetragenen, unterwürfigen Platz einnehmen?
— Natürlich, das ist möglich. Rasende Finanzen sind ein Anzeichen einer tödlichen Erkrankung des Kapitalismus, sein „Todeskuss“. Nicht in einem sozialen System, außer dem Kapitalismus, zudem in seiner späten, lethalen Phase, sahen wir solch eine allumfassende Macht – nicht von Geld, sondern etwas Sonderbarem, da Geld im Grunde abgestorben ist. Wenn du eine beliebige Anzahl von durch nichts gestützte Scheinchen drucken kannst, so heißt das, dass nicht eine von fünf Basisfunktionen des Geldes bei diesen Papierchen vorliegt. Es ist eher etwas wie eine Feuerstelle, aufgemalt auf einer Leinwand.

— (11) Jede beliebige Wissenschaft ist so viel wert, wie die auf ihr basierenden Vorhersagen. Welche Vorhersagen kann die Geschichtswissenschaft heute anbieten?
— Die Geschichtswissenschaft kann nichts anbieten. Anbieten können Menschen, bzw. Historiker, und diese, so ist die Regel, beschäftigen sich mit der Vergangenheit, beschreiben zudem häufig ihre winzigen Einzelstücke. Wissenschaftliche Geschichte – die Historiologie – muss erst noch geschaffen werden.

Die Prognose für die nahe Zukunft ist einfach: der Kapitalismus wird sterben, er wird es kaum bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts und ganz sicher nicht bis zum Anfang des 22. Jahrhunderts schaffen. Sterben wird er hässlich und blutig. Ein bedeutender Teil des Planeten wird sich barbarisieren. Weiße Menschen wird es auf ihr deutlich weniger geben, und sie werden um ihr Leben kämpfen müssen, um in der Geschichte zu verbleiben; aber – selbst schuld, das wir so eine Situation zugelassen haben. Schon jetzt muss man die Kinder, vor allem Jungen (aus ihnen erwachsen dann Männer), für ein Leben in Bedingungen wie zu Kriegszeiten erziehen: „Willst du Frieden – bereite dich auf Krieg vor.“ Und erziehen muss man sie nicht am Beispiel von Päderasten und Prostituierten, sondern an heroischen Beispielen. Beachten Sie: von den Bildschirmen ist der [AdÜ.: echte, lebensnahe] Heroismus verschwunden, in Schulräumen sind die Porträts von Entdeckern und Helden nicht mehr zu sehen.

Ideologie und Religion werden in der Vergangenheit verbleiben, ihren Platz wird, höchstwahrscheinlich, die Magie einnehmen, eng verbunden mit Hochtechnologien, vor allem kognitiven. Das Niveau der gesellschaftlichen Kultur wird im Ganzen fallen. Familienbibliotheken werden als Luxus angesehen werden, aber der willensstarke Intellekt und Wissen werden in der futuro-archaischen Welt recht hoch angesehen sein. Ein Ratschlag an Eltern: beschäftigen sie sich ernsthaft mit der Bildung ihrer Kinder, erlauben sie dem vereinheitlichten Schulsystem nicht, sie in kosmopolitische Debile zu verwandeln.

Wenn keine Katastrophe geschieht, so wird an der Wende 21.-22. Jahrhundert die Situation sich stabilisieren und ein neues soziales System entstehen, welches sich recht stark von dem unterscheiden wird, was der große Schriftsteller Iwan Jefremow in „Andromedanebel“ [AdÜ.: bzw. „Das Mädchen aus dem All“] und die frühen Strugatzki-Brüder im Buch „Die Rückkehr. Mittag, 22. Jahrhundert“ beschrieben haben. Wie genau das System sein wird, hängt davon ab, wer wie im 21. Jh. im Kampf um die Zukunft siegen wird. Schlussfolgerung: Man muss Gewinner großziehen. Übrigens kann eine geoklimatische Katastrophe [AdÜ.: z.B. Ausbruch des Yellowstone-Vulkans] oder, zum Beispiel, ein gigantischer Asteroid, wie vor 65-70 Tausend Jahren, als von der Menschheit lediglich wenige Tausend, wenn nicht Hundert, verblieben und sich durch den „Flaschenhals“ der Geschichte zwängten, alles verändern. Wir – sind ihre Nachkommen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass (wortwörtlich) die Enkel unserer Enkel eine Katastrophe dieser Art überleben werden müssen. Das heißt nicht, dass man ein Pessimist sein sollte, im Gegenteil. Wie der große Marxist des 20. Jhs., Antonio Gramsci, lehrte: „der Pessimismus der Vernunft, aber der Optimismus des Willens“. Oder wie der Held aus der Erzählung „Der letzte Zoll“ von J. Aldridge sagt: „Der Mensch kann alles, wenn er nur nicht seinen Nabel überreizt.“ Um etwas zu schaffen, braucht man Kraft; um nicht den Bauchnabel zu überreizen – Grips. Zusammen mit dem Verständnis für die Tendenz der Weltentwicklung, bildet das eine mächtige Triade, unabdinglich für den Großen Sieg.

Vorwärts, zum Großen Sieg!

60 Gedanken zu „Andrej Fursow: Die Welt von morgen (3)“

  1. Was für ein prachtvoller, gehaltvoller und üppiger Text. Nochmals Danke an Artur, der uns das durch fleissige und gute Arbeit zugänglich machte!

    In diesem Text alleine sind etwa 2/3 des Fundaments, das, natürlich eifrig studiert und um eigene Hausarbeiten ergänzt und ausgefüllt, nötig ist, um das von Geschwüren durchsetzte Heute zu verstehen, aber auch um ein gesünderes Morgen zu erschaffen.

    Eine im Vergleich zum Ganzen recht klein anmutende aber ausserordentlich wichtige Randanmerkung möchte ich noch hinzufügen: Die russische Akademie der Wissenschaften (wie auch die Academia im allgemeinen) muss dringlich einer Rosskur unterzogen werden, um sich von einem einst prachtvollen Gebäude, das nun aber von Rattenbauten durchsetzt ist, zu einem fruchtbaren Garten zu werden, in dem große Geister Nahrung und Orientierung finden können und in dem die durchaus nicht dürre russische Intelligentsia (ich meine nicht den ksenia sobtschak Schick Schnack „Vogue“ Unrat sondern die Fursows und durchaus auch der eine oder andere Dugin) sich der nächsten Generation vermitteln und diese anregen, ausbilden und auch impfen kann.

    Als Operationsbesteck empfehle ich eine gut ausgerüstete FSB Sondereinheit und einige wenige frühe Morgenstunden.

    1. Sehr geehrter Russophilus,ich gebe ein link bekannt,wo ein russischer journalist analysiert und vergleicht nato und russlands militärkräfte,mit der emphfelung an sloga für übersetzung(ich würde es gerne machen,aber es reicht nicht-möchte nicht die analyse ruinieren.
      rhttp://srbin.info/2017/03/13/ruski-novinar-nato-vojna-sila-ne-zasmejavajte-me-prevod-srbin-info/
      grüsse
      ps:ich weiss das es nichts zu tun hat mit aktuellem beitrag,und mein absicht ist auch nicht den irgendwie zu stören

    2. Je länger und genauer die Sache sich betrachten lässt, desto klarer wird das Defizit sichtbar, welches durch die unnatürliche Trennung zwischen Russland und Deutschland entstanden ist und vorsätzlich zunehmend vergrößert bzw. erhalten wird.

      Die Völkerfreundschaft zwischen Russland und Deutschland mag keine Vision sein, aber ein Axiom des Friedens und Wohlstandes für diese ganze Welt ist sie durchaus.

      Russland hat sich gefunden, ist groß, stark und bescheiden sehr selbstbewußt geworden. Was für eine große Leistung!

      Neidisch? Nein! Das hat dieses Volk sich durch Kriege und bösartige Ideologie erkämpfen müssen -und sie singen, und sie tanzen und sie haben Musik: Frau Sacharowa in bulgarischer Tracht vorneweg; herrlich.

      Das russische Volk also wird auch überleben, wenn das deutsche Volk bereits untergegangen ist. Aber kann das deutsche Volk ohne Russland…?

  2. Im Endeffekt sagt er nichts anderes wie :Weg von Fremdbestimmung,hin zu Selbstbestimmung im leben und arbeiten.
    Eine Änderung des Systems Kapitalismus innerhalb dessen Verwertungslogik ist unmöglich,Änderungen können nur von unten kommen und müssen das System als ganzes in Frage stellen.
    Die Diskreditierung des real existierenden Sozialismus hat uns in der gesellschaftlichen Entwicklung um Jahrzehnte zurückgeworfen,die Schaffung einer besseren Lebens-und Arbeitswelt zur Illusion werden lassen.
    Die Hirnficker haben gute arbeit geleistet und leisten die immer noch!
    Richtig Aufschlussreich war die Beschreibung der Ökonomischen Erfolge der SU,die Zahlen die er nennt,kannte ich so nicht.

    Für mich im Fazit: Sozialismus oder Barbarei
    Schaut Euch im näheren oder weiteren persönlichen Umfeld um und bildet Euch eine Meinung wo die Reise hingeht.
    Das unten angeführte Zitat zeigt die Richtung und zumindest die Jugend Russlands wird auf dieses Szenario verbereitet sein,wenn auch nicht alle.
    Zitat:
    Schon jetzt muss man die Kinder, vor allem Jungen (aus ihnen erwachsen dann Männer), für ein Leben in Bedingungen wie zu Kriegszeiten erziehen: „Willst du Frieden – bereite dich auf Krieg vor.“

    Dank an den Übersetzer,den Blogbetreiber der diese Artikel veröffentlichte.
    Ich werde sie mir Ausdrucken

  3. Wie der große Marxist des 20. Jhs., Antonio Gramsci, lehrte: „der Pessimismus der Vernunft, aber der Optimismus des Willens“.

    Das werde ich mal meiner Ex entgegenschleudern, wenn sie mir wieder erzählt, ich würde alles so negativ sehen. Jetzt ist sie stolz darauf, dass sie mit Freundin ein abgelegenes Grundstück kauft und dort auf Selbstversorger machen will. Wohnen will sie im Wohn- oder Bauwagen. Damit kommt sie ein paar Jahre zu spät. Wer bisher im Bauwagen lebte und einen nüchternen Blick auf die Entwicklung hat, verkauft ihn, um auszuwandern, wie ich letzte Nacht in entsprechenden Verkaufsanzeigen erfuhr.

    Und Söhne zu Helden erziehen? Ich bekam gerade vor 2 Tagen einen Anschiss, weil ich mit meinem Sohn über einen möglichen Krieg sprach. Also zählte er vorm Einschlafen seiner Mutter auf, wer von den Berliner Freunden alles flüchten muss, um den anfliegenden russischen Raketen zu entgehen. Vom naheliegenderen Musel-Gemetzel hatte ich ihm nichts erzählt. Jedenfalls bekam ich dann am nächsten Tag von seiner Mutter eine verbale Kopfnuss.

  4. Auch hier nochmals herzlichen Dank an Artur für diese Arbeit welche mir/uns diesen hervorragenden Denker nahegebracht hat.
    Wie ich finde gibt es wenige vergleichbare Menschen, schon garnicht im Westen, welche einen Intellekt wie Andrej Fursow besitzen. Oder kennt Ihr einen? Alles Systemlinge mit ihrem unerträglichen Geschwurbel und Gelalle welches sich von jetzt auf gleich ändern kann. Eigene Meinung oder Weltsicht? Fehlanzeige!
    Da ich mehr von diesem Mann hören wollte, fand ich noch folgende Übersetzung welche nicht weniger gehaltvoll ist.
    Wenn’s erlaubt ist ,hier der link
    https://derhonigmannsagt.wordpress.com/tag/prof-andrej-fursow/

    1. Ein äußerst gehaltvoller Artikel, der zusammen mit Arturs Übersetzung schon fast eine Einheit bildet. Da der Beitrag quasi schon 5 Jahre alt ist, kann man die Qualitäten Fursows in Analyse und Prognose gut beurteilen. Er hat den Angelsachsen und ihren Vasallen in den Ar…h geblickt und deren kriminelles, verbrecherisches Wesen klar beschrieben. Daraus ergibt sich auch deren Handlungsmuster gestern, heute und in der Zukunft. Und wenn ich rückblickend die Handlungen Rußlands sehe, man hat auf diese blendenden Analytiker gehört.

  5. Hier mal ein Bemerkenswerter Artikel von RIA:

    https://de.sputniknews.com/
    Man sollte sich den wirklich zu Gemüte führen und dem die westliche Hetzpropaganda über den Afghanistankrieg gegenüber stellen.
    Russland hat den in seiner Peripherie liegenden „Vasallen“ immmer mehr Aufmerksamkeit gewidmet als dem Kernland selbst.
    Zu Afghanistan heißt das,das eben nicht willkürlich zerstört wurde,sondern ganz bewußt Infrastrucktur geschaffen wurde.
    Schulen,Unis mit freiem,nicht vom Geldbeutel abhängenden Zugang für alle,auch Frauen.
    Ein Novum in Afghanistan und in Diversen westlich orientierten Muselemiraten auch Heute noch nicht möglich.
    Kindergärten,Produktionsstätten und diverse wirtschaftliche Hilfen die eben nicht über die Zinsschraube profitabel für die SU waren.
    Das gleiche gilt für die Staaten des RGW.

    Man sollte sich einfach vor Augen führen das 70 und mehr Jahre stramme Antikommunistische Hetze ein Bild von Russland geformt hat,das so gar nicht Realität war.
    Es war nicht die Bevölkerung der SU die den sozialistischen Weg verließ,es waren die Funktionäre der Parteinomenklatura die sich westlich,kapitalistisch Orientierten.Denen ging es um mehr Macht,mehr Reichtum und Anerkennung den westlichen Ausbeutereliten gegenüber.

    In China passiert ähnliches. 90% der 3000 Multimillönäre/Millardäre sind Söhne und Töchter hoher Parteifunktionäre.
    Im Gegensatz zur ehemaligen SU und denren Verbündeten Staaten wird allerdings darüber offen dikutiert und auch kritisch hinterfragt.
    Man muss sich nicht wundern das die Ideen und Vorstellungen von Mao dort und vor allem bei der armen Landbevölkerung nie wirklich verschwunden sind.
    Analoges gilt für die Stalinära der SU,die eben nicht von Rücktändigkeit und Gewalt gegen jeden und alles geprägt war.

    Und Bitte ,unterlasst einfach Dispute zu Mao,zu Stalin ohne Kenntnis und unter Nutzung westlicher Propaganda.
    Die betroffenen Russen und Chinesen sehen das nämlich ganz anders wie die Hirnzauberer!

    Und nein ich will die DDR in ihrer ursprünglichen Form nicht zurück,verteidige sie allerding gegen die Vereinnahmung durch Hirntote Kleinbürgerliche und Großbürgerliche Gestalten und deren Vorstellungen verhement.

  6. Schlag auf Schlag!
    Alexander Sachartschenko bezeichnete die Frontlinie zwischen der Ukraine und dem Donbass als Staatsgrenze incl.Grenzkontrollstationen und Registrierung physischer Personen.
    Russland kommentiert das bisher nicht,veröffentlicht das nur auf Sputnik.
    Was noch fehlt wäre eine Volksabstimmung dazu,die Proklamantion eines eigenständigen Staates und das warten wer diesen international anerkennen würde.
    Ich würde meinen das sich einige Südamerikanische Länder und Staaten um die Peripherie Russlands durchaus bereit wären den Donbass als eigentändigen Staat anzuerkennen.
    Welche folgen das für die Faschos der Ukraine ,das Militär der Ukraine hätte kann man sich an 5 Fingern abzählen.
    Eigentlich ist dies der logische Schritt nach Anerkennung der Papiere ,Pässe der Bewohner des Donbass,welche einen praktisch Visafreien Zugang zu Russland garantieren.
    Russland verleit damit dem Donbass damit defakto schon den Status eines eigenständigen Staates,das was nun folgt scheint auch vom Kreml gewollt und unterstützt zu sein.
    Die Medien hier zu Lande werden das wohl eher nicht kommentieren,bzw.wenn ja,in Wutgeheul ausbrechen.

  7. In einem anderen Blog wurde ich vor einem viertel Jahr auf diesen Blog hier hingewiesen, den ich seitdem mit Interesse und Sympathie verfolge. Den ersten Kommentar habe ich erst vor kurzem geschrieben.
    Da ich in D als Deutscher geboren bin, in der DDR, wo ich politisch inhaftiert war, habe ich eine andere Perspektive:

    Nach der Periode, die vom deutschen Idealismus geprägt war, gab es einen Bruch. Es ging in die falsche Richtung. Der deutsche Idealismus ist unvollendet … Hier liegt die deutsche Aufgabe.

    Ich schätze die russische Kultur, den Hang zur Mystik, die Heimatverbundenheit … D und Ru scheinen durch unsichtbare Bande verknüpft, die weit in die Geschichte zurückreichen. Das zur kurzen Einführung.

    Der Artikel von Andrej Fursow ist inhaltsreich und informativ. Fursow bezeichnet sich zwar als Atheisten, seine Perspektive ist aber durchaus auch eine spirituelle. Für mich ist – nicht nur in dem Artikel – einiges neu und fremd, insbesondere die Perspektive auf Stalin und die sowjetische Geschichte. Da gibt es einiges zu bedenken:

    Waren die Russen zufrieden unter dem Regime der Politbürokraten? Ich kann das nicht beurteilen. Es gibt russische Stimmen, die anderes sagen. Wie der bärtige Literatur Nobelpreisträger, der lange im Gulag einsaß.

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Deutschen in der DDR mit dem sozialistischen Regime nicht zufrieden waren. Viele richteten sich ein, das ja. Der Herbst 1989 war der Tag der Befreiung für die DDR Deutschen. Was danach kam, ist eine andere Geschichte. Freiheit muß täglich neu errungen werden.

    Meine Sozialismus Kritik [die nicht dem guten Zustand – laut Fursow – der SU vor dem Zusammenbruch widerspricht]:

    Da es im Wesentlichen kein Eigentum mehr gibt – es wird ja sozialisiert – entfällt ein Großteil Eigenverantwortung. Beispiel: In der DDR war das Wohneigentum verstaatlicht – die Häuser verfielen. Der Eigentümer eines Mietshauses wird, in der Regel, sein Haus in bestmöglichem Zustand halten.
    Eigentum – Eigenverantwortung – das Eigene. Essentiell.

    Die Privatsphäre, das Eigentum, der eigene Hof, waren den Germanen heilig. Das spiegelte sich noch in Preußen wieder.
    Von Eigentum über Eigenverantwortung ist es nicht weit zu Eigeninitiative. Die ist eine wichtige Triebkraft menschlicher – individuell und kollektiv – Entfaltung.
    Vor allem der Eigeninitiative wird im Sozialismus systembedingt kaum Raum gegeben. Das geht bis zu ihrer Unterdrückung. Alles ist geplant und durchorganisiert. Das kann durchaus zu Erfolgen führen [Sport!]. Fursow beschreibt das eindrücklich: Jeder hat Brot, Bildung – was wird da gebildet – ein Dach über dem Kopf, Gesundheitsfürsorge … Aber wie heißt es doch: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

    Der Kapitalismus ist offensichtlich auch nicht die Lösung. Weder Kapitalismus, noch Sozialismus. Es wird etwas vollkommen Neues gebraucht. Das gegenwärtige System ist weltweit total verrottet.

    Eines ist von größter Wichtigkeit: Die Rückbesinnung auf die geistigen Prinzipien des Lebens. Die gegenwärtige Misere ist vor allem ein Resultat der immer weiteren Entfernung – wieder individuell und kollektiv – von den spirituellen Gesetzen.

    1. Sehr geehrte/r Ekstroem. Unmittelbar nach der Wende, die Grenzbeamten, schauten sich den Pass, nur noch an und gaben ihn sofort zurück, bin ich mit einem Freund, nach Halle Neustadt gefahren, weil die Söhne, von einem Freund, dort ein Studio Geschäft aufbauen wollten und ich sie dabei Beraten sollte. Wir kamen in dem Neubaugebiet an, Ellenlange Häuserschluchten, beim Aussteigen aus dem Auto, bemerkte ich sofort, einen recht zügigen Wind, der durch die Schlucht gebildet wurde. Was mir aber sofort Auffiel, das das Haus als einziges , Frisch gestrichen und sehr Sauber, mit einem gepflegten Vorgarten, inmitten der-anderen sehr Runter-gekommenen Häuser stand . Später fragte ich den Gastgeben danach, ja sagte er, hier im Haus, Wohnen nur Offiziere, dann organisieren wir regelmäßig, ein Subbotnik, dann packen wir alle gemeinsam an und dann ist die Arbeit, im nu erledigt und die Farben und Materialien, könne JEDER, im Magazin der Häuserverwaltung bekommen, nur sie hätten keine Leute, um diese Arbeiten auszuführen. Dann sagte er noch, wenn wir die Arbeit gemeinsam gemacht haben, Erfreuen wir uns auch gemeinsam, an dem Ergebnis und Feiern das natürlich auch ZUSAMMMEN.
      Also wahren es wohl doch mehr, Probleme, mit dem Bewusstsein der Menschen. Das dieses Bewusstsein, sich nicht Entwickelte , war natürlich das “ Verdienst“, der Nomenklatura, die ihm groh, aus Opportunisten bestand und die nur wegen der Hierarchischen Machtstruktur, in die Positionen kommen konnten. Das selbe, ist für die UdSSR zu sagen.

      1. @ Felix Klinkenberg

        Ihr Beispiel zeigt deutlich, wie Recht Sie mit der Feststellung haben, dass das Bewusstsein der Leute eine gewaltige Rolle spielt (e).

        Und das lag nicht nur am Opportunismus der Nomenklatura, sondern an jedem DDR-Bürger selbst. Wer sich abends von ARD und ZDF berieseln ließ, bekam laufend wunderschöne Bilder und Vorstellungen geliefert, wie frei und reich „der Westen“ ist. Um so deutlicher und schmerzhafter standen dem „armen DDR-Bürger“ seine „Verluste“ im privaten Konsum vor Augen.

        Ich möchte fast behaupten, dass solche Betrachtungen um so schärfer wurden, je besser die Lebensverhältnisse in der DDR wurden. Je weiter z. B. das zentrale Wohnungsbauprogramm voran schritt, desto größer wurde die Wunschliste, was man sich noch alles leisten möchte – aber dummerweise gerade nicht konnte, weil …

        Jedesmal, wenn ich bei meinen Schwiegereltern zu Gast war, musste ich ARD oder ZDF über mich ergehen lassen und fühlte mich vom DDR-Fernsehen abgeschnitten. Genau von der Welt, in der ich lebte.

        Das ist auch ein Teil der Wirklichkeit. Die Leute guckten massenhaft Westfernsehen, ließen sich Otto Waalkes oder Didi Hallerforden nicht entgehen und machten daraus am nächsten Tag Pausengespräche. Geistig (teilweise) im Westen und körperlich im Osten.
        Solcherart Schizophrenie ist gesellschaftlich tödlich. Ähnlich wie das Implantat einer fremden Religion!

  8. Ein ganz hervorragender Beitrag, danke Artur , der in vielen Bereichen für historische Klarheit sorgt, danke Andrej Fursow.

    Hier wird z.B. deutlich, wer die Sowjetunion auf dem Gewissen hat, ganz bewusst, nicht aus Suffgründen, den USA ausgeliefert hat:
    Jelzin und seine Leute, sie wurden in den USA dafür „ausgebildet“, dieses fiese Spiel haben die USA in allen osteuropäischen Ländern betrieben, man braucht nur zu googeln unter x-beliebigen Namen wie Poroschenko, Tusk, Gribauskaite, Timoschenko usw, so auch unter diesen Namen:

    „1991, nach dem Augustputsch, ernannte Boris Jelzin Gaidar zum Wirtschaftsminister. Als solcher war er für die grundlegenden marktwirtschaftlichen Reformen zuständig. Zugleich war er Stellvertreter des Ministerpräsidenten.

    Am 7./8. Dezember 1991 war er als Berater Jelzins daran beteiligt, dass das Abkommen von Belowesch (benannt nach dem Verhandlungsort, einem Jagdhaus im weißrussischen Teil der Belowescher Heide) zustande kam.[1]
    Das zwischen Jelzin, dem Präsidenten der Ukraine, Leonid Krawtschuk, und dem Staatsoberhaupt von Weißrussland, Stanislau Schuschkewitsch, geschlossene Abkommen besiegelte das Ende der Sowjetunion.“

    Oder auch der hier, er hat von der UNO (dort auf „unerklärliche“ Weise „verschwundene“ $Millionen) eine Million Bestechungsgeld, z.B. für das Auftragswerk, „seine“ Autobiographie entgegengenommen:

    „Jakowlew trat nach dem Ende der Sowjetunion aus der Kommunistischen Partei aus.
    Der russische Präsident Boris Jelzin betraute Jakowlew mit der Leitung des staatlichen Fernsehsenders ORT, dessen Teilprivatisierung er einleitete.
    2003 erschien die deutsche Übersetzung der Autobiografie Jakowlews mit dem Titel „Die Abgründe meines Jahrhunderts“ (übersetzt von Friedrich Hitzer).
    Er leitete bis zu seinem Tode die vor einigen Jahren von ihm gegründete Stiftung für Internationale Demokratie.“

    Wie gesagt, man kann im Grunde alle bekannten Namen in Osteuropa seit 1991 bzw auch seit 1989 (Vaclav Havel) oder sogar 1981 (Lech Walesa) googeln – hie hat der tiefe US-Staat „Meisterarbeit“ in Rattenpolitik betrieben.

    1. Die Welt ist schlecht. Als Junger Pionier liebte ich das Buch „Timur und sein Trupp“. Eine Generation später …

      Havel war Perspektivagent von wem auch immer. Auch sein Gefängnisaufenthalt gehörte zum Spiel.

  9. @Ekstroem
    Dank für den Beitrag!
    Zitat:
    „Von Eigentum über Eigenverantwortung ist es nicht weit zu Eigeninitiative. Die ist eine wichtige Triebkraft menschlicher – individuell und kollektiv – Entfaltung.“

    Innerhalb Fremdbestimmter Struckturen sehe ich da keine Lösung.
    Verstaatlichung war auch nichts,da hast Du absolut recht.
    Marx selbst hat allerdings auch nie von Verstaatlichung gesprochen oder geschrieben,der lehnte Staat komplett ab und sprach von Vergesellschaftung.
    Im Grunde genommen war die DDR auch kapitalistisch organisiert,die hier herrschende Kapitalistenklasse wurde durch die Parteibonzen ersetzt.
    Es gab Lohnarbeit,Miete und den ganzen Krampf drum herum.
    Wie soll sich ein Mieter mit einer Sache indentifizieren die ihm gar nicht gehört?
    Er zahlt Miete für die Nutzung und gut (mal abgesehen davon das man auch keinen rausschmiss der keine Miete zahlte)

    Marx sprach von Vergesellschaftung,von selbstbestimmten leben und arbeiten.Das haben die Politbonzen leider überlesen und im eigenen Interesse auch nicht verwirklichen wollen.
    Trotz allem bin ich Überzeugt das wir nur genau dort eine Menschenwürdige Zukunft für alle schaffen können.
    Ich traue Russland und der Bevölkerung dort wesentlich mehr für die Entwicklung alternativer Gesellschaftssysteme zu wie den Zombies hier.
    Russen sind alle auch ein wenig Anarcho,man kann die nicht unendlich Gängeln und schon gar nicht funktioniert dort die Forderung nach einem höheren BIP unter Verschärfung der Ausbeutungsrate.
    Die zeigen Dir einen Vogel und verweigern solchem Quatsch komplett! Außer natürlich,Mutter Russland ruft oder es geht um wirklich wichtiges,mindestens eine Weltrettung!
    Dann,ja dann giebt es kein halten für die!

  10. Vielen Dank Artur für den übersetzten Artikel!

    Bei der Antwort zur Frage 7.3 blieb mir glatt die Spucke weg. Es ist wirklich unglaublich, mit welchen Methoden und Lügen 1990 / 1991 die Sowjetbürger davon überzeugt werden sollten, dass ihre Ökonomie nichts taugt.

    Ich erinnere mich noch an ein Interview mit einem sowjetischen Professor von Ende 1988 oder Anfang 1989,im damaligen „Sputnik“ der die künftige Funktionsweise des sowjetischen Außenhandel erläuterte. Zunächst mal sollte das bis dahin geltende Außenhandelsmonopol abgeschafft und die Außenhandelsbetriebe aufgelöst werden. Wer für den internationalen Markt produzierte, konnte eine Außenhandelslizenz erwerben und dann selbst über die Valuta-Einnahmen verfügen usw.

    Mir kam das ganze Vorhaben geradezu halsbrecherisch vor. Vor allem konnte ich mir nicht vorstellen, wie der DDR-Außenhandel unter solchen Umständen mit unserem größten Handelspartner, der SU, funktionieren sollte.
    Natürlich kann man so etwas trotzdem machen. Aber nicht von 0 auf 100. Wenn schon die Außenhandelsbetriebe als Zwischenhändler wegfallen sollen, dann muss man den Außenhandel dennoch kontingentieren, damit der einheimische Markt nicht austrocknet. Außerdem hätte ich ein ganz scharfes Auge auf die Bewirtschaftung der Valuta-Einnahmen geworfen. Nicht dass sich die Führungsriege heimlich oder offen schöne Sonderurlaube im Westen gönnt, während die einheimischen Kunden vergebens auf ihre bestellten Waren warten.

    1990 wurde uns ja auch allerorten eingeredet, dass in der DDR alles heruntergewirtschaftet und marode sei. 1989 im Frühjahr hörte ich einen Vortrag der Direktorin für Ökonomie des Kombinates Polygraph Werner Lamberz. Das war ein zentral geleitetes Kombinat des polygraphischen Maschinenbaus, das u.a. Offset-Druckmaschinen, Scheren (perfecta Bautzen) usw. herstellte. Produkte, die sich dank hoher Qualität auf dem Weltmarkt gut verkaufen ließen.
    1988 gehörte Polygraph zu den sieben zentral geleiteten Kombinaten, mit denen ein ökonomisches Experiment gemacht wurde. Bis dahin war es üblich, dass die materiellen und finanziellen Kennziffern des geltenden Jahresplanes am Jahresende erloschen bzw. nicht verbrauchte Anteile dem Staat zurück gegeben werden mussten. Mit Beginn des neuen Jahres – neue Kennziffern (neues Spiel – neues Glück?).
    Aber damals durfte erstmalig alles Überhängende mit ins neue Jahr genommen werden. Die Kombinate bekamen plötzlich einen Eindruck von der Kontinuität ihres Reproduktionsprozesses. Neue Möglichkeiten, neue Anforderungen. Eine neue sparsame „Denke“.

    Eigentlich war es an der Zeit, die positiven Aspekte der Experimental-Ergebnisse auf weitere Kombinate und Betriebe zu übertragen, ja sogar auf die gesamte Volkswirtschaft der DDR, – zumal auch die rechentechnische Basis immer besser wurde für Planung und Steuerung.

    Aber stattdessen wurde abgebrochen. „Alles marode!“ Haupthandelspartner im Chaos.

    1. Sehr geehrter HPB, ein kleines aber sehr aussagekräftiges Beispiel, über den “ Außenhandel “ der DDR, für die “ Verträge“ mit dem Westen, waren immer die selben Funktionäre zuständig, die man natürlich sehr leicht KAUFEN Konnte. Wie tranken das damals Göttliche Getränk Radeberger, das bekamen wir in Köln, beim Bruder, vom Importeur, der Budweiser und Pilsener Urquell Biere. Wenn wir das Leergut / Euroflasche, bei einem Getränkehandel abgaben, hätten wir für den Genuss, so gut wie nichts Bezahlt, wie soll so eine Volkswirtschaft funktionieren ?

  11. Wie sagte damals Margret Thatcher:“Es muß alles getan werden,damit die Udssr nicht am Westen vorbeiziehen kann.Und mit Hilfe,oder im Auftrag der Familien Rothschild & Rockefeller sowie den anderen üblichen Verdächtigen ,haben Sie es geschafft das russische Volk über die Klinge springen zu lassen.Dazu kam natürlich auch der Vorteil des Besitzes der russischen Notenbank,in deren blutigen Händen.Nach dem lesen dieses tollen Artikels von Fursow….Vielen Dank an Artur & Russophilus für das übersetzen und einstellen!!!
    Ich denke das russische Volk hat mit seinem Präsidenten Putin.sowie Lawrow,Shoigu und den ganzen fähigen Menschen dahinter soviel Glück gehabt.Das man fast schon an das Schicksal glauben möchte.Sollte das russische Volk jemals in den Genuss der Kompensation für ihr ganzes Leid kommen.Sollte man vielleicht an die Sippenhaftung dieser Zionisten-verbrecher denken, nur zur Vorbeugung für nachfolgende Generationen .
    Grüsse an alle

  12. Ekstroem schreibt:

    „Da es im Wesentlichen kein Eigentum mehr gibt – es wird ja sozialisiert – entfällt ein Großteil Eigenverantwortung. Beispiel: In der DDR war das Wohneigentum verstaatlicht – die Häuser verfielen. Der Eigentümer eines Mietshauses wird, in der Regel, sein Haus in bestmöglichem Zustand halten.
    Eigentum – Eigenverantwortung – das Eigene. Essentiell.“

    Ich weiß nicht, wie alt sie sind, Ekstroem, aber das von ihnen gewählte Beispiel ist so ziemlich das ungünstigste. Ihrer Argumentation folgend verfielen die Häuser, weil sie nicht im Privatbesitz waren. Warum waren sie nicht in Privatbesitz? Weil sie enteignet wurden? Gelegentlich. Aber meist wollten die Hausbesitzer diese loswerden. Ein Mietshaus zu besitzen war eine Strafe. Ein Jahr vor der Wende wollte mir jemand ein gut gelegenes 3-Familien-Haus schenken. Ich lehnte dankend ab.

    Einerseits war es kaum möglich, Baumaterial oder Handwerker zu bekommen. Andererseits waren die Mieten, die man verlangen konnte, festgelegt. Es war also kaum möglich, eventuelle Kosten durch die Mieteinnahmen wieder hereinzubekommen. Für meine damalige Wohnung zahlte ich 15 Alu-Taler pro Monat. Allein für einen neuen Ofen und Fenster musste der Vermieter 400 Ost-Mark hinblättern. Da kann man sich ausrechnen, wann er das Geld wieder drin hatte.

    Dieses Problem hatten auch die Wohnungsverwaltungen. Man lebte also von der Substanz, machte so wenig wie möglich.

    Wem gehören denn im Kapitalismus die Firmen. Auch nur wenigen Leuten. Die anderen sind Angestellte und gehen entsprechend damit um. In der DDR machten die Leute noch selbst die Haus- und Straßenreinigung. Also achteten sie darauf, dass niemand Müll irgendwohin warf. Als nach der Wende Hausmeisterdienste dafür zuständig waren, die bezahlt wurden, änderte sich das.

    Wer nicht auf den Kopf gefallen, mit Kreativität und handwerklichem Geschick gesegnet war, der konnte es auch im vermeintlichen Sozialismus zu Wohlstand bringen. Als in der Wendezeit Filmaufnahmen von Wandlitz gezeigt wurden, wo die Bonzen wohnten, sah ich keine Bilder vom Leben in Saus und Braus, sondern Buden, die aussahen wie von einem Sozialhilfe-Empfänger im Westen. Da kannte ich viele Handwerker, die wesentlich komfortabler lebten.

    Denn die Handwerker verlangten Spitzenpreise, teilweise sogar D-Mark, und bekamen sie auch. Mit einem Kumpel, der Maurer war, verdiente ich an Wochenenden doppelt so viel wie für meine normale Erwerbsarbeit. Unversteuert. Ein Bekannter von mir war Drechsler. Der arbeitete nur 3 Monate im Jahr. Ab einem gewissen Umsatz explodierten die Steuern für Privatunternehmer regelrecht. Also hätte sich mehr arbeiten nicht gelohnt. Er hatte ein Haus, zwei Westautos und Swimmingpool.

    Nur Wenigen scheint bekannt zu sein, dass es in der DDR eine florierende Schattenwirtschaft gab. Wer sich dafür interessiert, sehe sich diesen Film an, in dem ich mich wiederfinde. https://youtu.be/vrmsu3A2-gI Da wurde mittels Kreativität und Geschicklichkeit ein Vermögen verdient. Heute undenkbar, weil Finanz- und Ordnungsamt sofort auf der Matte stünden. Ein Kumpel hatte 3 Millionen Ostmark nur mit dem Bau von Spoilern für Trabbis und Wartburgs verdient.

    Ja, es klingt paradox. Aber aus meiner Erfahrung heraus behaupte ich, dass der private Unternehmer in der DDR mehr Möglichkeiten hatte. Was natürlich auch durch die Mangelwirtschaft bedingt war. Es war eine völlig absurde Situation, welche Kleinigkeiten man monatelang hinterherjagte, um sich wie Indiana Jones nach Erlangung des verlorenen Schatzes zu fühlen, wenn man eines Tages Erfolg hatte.

    Die niedrigen Mieten und geringe Lebensmittelpreise ermöglichten es jenen, die künstlerisch veranlagt waren oder gern träumten oder einfach keinen Bock auf Arbeit hatten, ein paar Tage lang mit Gelegenheitsjobs etwas zu verdienen und den Rest des Monats zu genießen.

    Tamas unterstellte vor einiger Zeit jenen, die etwas Positives über die DDR schreiben, sie seien Profiteure des Systems. Nun, ich hätte allen Grund, über das Land und sein System zu schimpfen. Ich hatte genügend unerfreuliche Stasi-Kontakte, die dazu führten, dass ich von der EOS (Gymnasium) flog, nicht studieren durfte und von Firmen, wo ich mich beworben hatte, die mich auch einstellen wollten, anschließend Absagen bekam, weil die Stasi sie entsprechend instruiert hatte. Aber durch den gelegentlichen Ärger, den ich in der DDR hatte, wird doch das jetzige System nicht besser.

    1. Zitat:
      „Ich hatte genügend unerfreuliche Stasi-Kontakte, die dazu führten, dass ich von der EOS (Gymnasium) flog, nicht studieren durfte und von Firmen, wo ich mich beworben hatte, die mich auch einstellen wollten, anschließend Absagen bekam, weil die Stasi sie entsprechend instruiert hatte.“

      Uwe: das ist im Westen genau so. Nur ohne „Stasibesuche“.
      Die besuchen Sie auf andere Art.
      Auch für die miesesten Jobs gibt(gab!) es im Westen „schwarze Listen“.

      Politisch (jetzt natürlich übergreifend) zu unbequem bedeutet: H4 -Leben zerstört.
      Und DAS ändert sich auch nicht nach Kalibr ins K-amt.
      Da müsste man schon halb D. Kalibern.
      Die deutschen LIEBEN sowas.

    2. Werter Uwe, meine Argumentation hat wenig mit meinem Alter zu tun. Man sagt zwar, dass mit dem Alter die Weisheit kommt, meistens kommt das Alter aber alleine. Wie dem auch sei, die Hälfte meines Lebens habe in Ost- die andere in Westdeutschland verbracht. Ich prägte für mich nach der Wende den Begriff „Wossi“.

      Wie ich es sehe, ist in Ihren Ausführungen ein grundsätzlicher Fehler verborgen:
      „Ihrer Argumentation folgend verfielen die Häuser, weil sie nicht im Privatbesitz waren. Warum waren sie nicht in Privatbesitz?“

      Die Antworten auf die Frage, haben nichts mit dem Faktum zu tun, der in Ihrem ersten Satz beschrieben wird: daß die Häuser verfielen, weil sie nicht in Privatbesitz waren.

      Entscheidend ist, DASS die Häuser in staatlichem Besitz und in staatlicher Verwaltung sind. WIE sie in staatlichen Besitz kamen, ist letztlich zweitrangig für die Tatsache ihres Verfalls.

    3. „. Aber aus meiner Erfahrung heraus behaupte ich, dass der private Unternehmer in der DDR mehr Möglichkeiten hatte. “

      Illegal, ja.

      Maximal noch in Marktnischen.

      Meist eine Mischung aus beiden.

    4. @Uwe: Ihre offenherzigenBerichte aus 1. Hand über das Leben in der DDR sind sehr interessant zu lesen. Das maßgebliche Erzeugnis eines Landes sind doch seine Menschen. Und in dieser Hinsicht steht die ddr erstklassig da (gewisse Ausnahmen in der Politik bestätigen die Regel). Alles andere sind Details.

  13. Und diejenigen die nicht beschissen haben oder auf Kosten anderer gelebt haben, ihre Arbeit oder ihren Dienst getan und sich für die Allgemeinheit eingesetzt haben, es gab genug davon …..der Kulturbund lässt grüßen, waren eben nicht in der Lage oder wollten nicht mit Lug und Drug durchs Leben gehen.
    Sie haben gelebt, geliebt, Kinder gezeugt und erzogen, im Gegensatz zu dem Genderwahnsinn von heute, können nur mit Abscheu erleben wie eine pervertierte politische Gruppe von Politikern das Land , das deutsche Volk und alles was in Jahrhunderten herangewachsen und erbracht wurde zum Teufel gejagt wird.
    Offensichtlich fühlen sich immer noch welche die mit der staatlichen Ordnung sich anlegten in der DDR als Helden.
    1989 wollte man eine bessere DDR und nicht diese Scheiß-BRD.
    Egal es ist vorbei und wer in M/L richtig aufgepasst hat oder echte Bauernschläue oder auch eine Top Ausbildung hat und hatte, kann in jeder GO seinen Unterhalt verdienen oder sogar reich werden nach Bonner Statistiken. Wer zu faul zum Arbeiten war wurden früher integriert mit entsprechenden Mitteln, die heute sehr wohl angebracht wären, sie werden jetzt von Amtes wegen versorgt.
    Mit sog. Flüchtlingsstatus oder auch nicht, musst nur eben dich dazuzählen und kannst jeden Behördenmenschen bescheissen, was gewollt ist, dann ja dann kann dir gar nichts mehr passieren.
    Die geistigen und hochgebildeten Bürger sowie die Millionäre wie letztens schön aufgelistet war, verlassen dieses kaputte Land und schauen nicht im Weh zurück.
    Oder sie haben soviel angesammelt, das sie unabhängig sind und den Rest des Lebens, sagen wir 20 bis 30 Jahre in Ruhe erleben können. Nicht vergessen das sie wehrhaft sein sollten…….

  14. Was seine historischen Analysen betrifft, ist Fursow immer lesenswert (auch mehrmals). Schwächer sind dagegen seine Ausführungen zum Thema Wirtschaft. Interessant ist dabei, dass, obwohl er sich bei der Bewertung der SU-Wirtschaft auf völlig ungeeignetes Zahlenmaterial stützt, seine Einschätzung des wirtschaftlichen Standes und Entwicklungspotentials der Sowjetunion dem Grundsatz nach trotzdem zutrifft. Die SU und das gesamte sozialistische Wirtschaftsgebet (SW) haben sich weder totgerüstet noch ist die Wirtschaft gleichsam implodiert. All dies, da liegt Fursow richtig, sind nichts als Märchen. Dies gilt für die SU ebenso wie für die DDR.
    Was man jedoch keinesfalls für bare Münze nehmen sollte, sind die Vergleichszahlen zur Wirtschaftskraft (Ost-West). Ein großes Manko der sozialistischen Zentralplanwirtschaft lag in der ungenügenden Berücksichtigung der Kosten-Nutzen-Relation. Die „Industrielle Warenproduktion“ (IWP) beispielsweise, auf die sich Fursow bezieht (nicht ganz korrekt als Industrieproduktion übersetzt), beispielsweise blendete den Kostenaspekt vollständig und auch häufig sogar den reellen Nutzen aus. Ein (leicht überspitztes) Beispiel: Ein Fahrradhersteller konnte seinen IWP-Plan vollständig erfüllen, indem er lediglich Speichen produzierte, ohne dass jemals ein komplettes Fahrrad die Fabrik verlassen hätte.
    Der Umstand, dass die Preise im sozialistischen Wirtschaftssystem keinen Wert der erzeugten Güter repräsentierten, sondern gleichsam ökonomische Hebel, zur Stimulierung des Verbrauchs darstellten, macht jeden Ost-West-Vergleich auf Basis konvertibler Währungen prinzipiell unsinnig.
    Richtig ist zum einen, dass die Zentralplanwirtschaft stets zu einer „Mangelwirtschaft“ führen musste. Angesichts des Versuchs, alle Ressourcen punktgenau einzusetzen, ohne eine Überproduktion in Kauf zu nehmen (Ressourcenverschwendung), musste jeder Planungsfehler wie auch jede Störung des Wirtschaftszyklus tendenziell zu Produktionsausfall und damit „Mangelversorgung“ führen, die sich innerhalb der Produktionskette natürlich potenzieren konnte.
    Zum anderen ist das Informationsproblem in der Zentralplanung prinzipiell nicht lösbar, da zu viel Information auf zentraler Ebene in zu kleinen Entscheidungsgremien zusammenläuft. Als Folge muss auf Basis von Informationsaggregaten geplant werden, die eben nur durchschnittlich genau die Realität widerspiegeln. Wer jetzt an IT-Entscheidungsunterstützungssysteme, Künstliche Intelligenz, Big Data u.ä. denkt, der landet in derselben Falle, wie einst die Kybernetiker in den 60ern. Computer lösen keine Probleme, die ihre Ingenieure/Programmierer nicht zu durchschauen und abzubilden in der Lage sind – außer natürlich in Hollywood, in Cebit-Messekatalogen und bei hippen Produktpräsentationen.
    Das Überraschende: Diese Probleme (bzw. Unmöglichkeiten) sind KEINE Exklusivmerkmale des Sozialismus, auch unter kapitalistischen Verhältnisse führt jeder Versuch, in ein Großunternehmen, eine Volkswirtschaft oder gar auf globaler Ebene rational planend einzugreifen in genau dieselbe Sackgasse. Einziger Unterschied beider Systeme liegt in der Bereitschaft zum nicht-nachhaltigen, räuberischen, zukunftsvergessenen Egoismus. Es tut mir Leid für all diejenigen, die sich gerne im Gefühl der Überlegenheit der Marktwirtschaft sonnen, die Marktwirtschaft ist nur der bessere Verschwender und Phantasiegelddrucker, solange scheinbar unbegrenzte Ressourcen vorhanden sind.
    Wenn tatsächlich etwas das SW wirtschaftlich zugrunde gerichtet hat, dann der Versuch, es dem Westen gleichzutun, ihn zu überholen, das Unvergleichbare vergleichbar zu machen und die Ambition der Funktionäre und Kombinatsleiter, dem „Lebensstil“ ihrer westlichen Pendants nachzueifern. Derartige Versuche mussten die Fundamente der Wirtschaft und Gesellschaft schädigen, letztendlich den Glauben an den eigenen Staat soweit beeinträchtigen, dass Partei- und Wirtschaftsleiter sich bereitfanden, sich selbst und ihr Land an den Meistbietenden zu verkaufen, und der Bevölkerung mit ihrem Beispiel jede Loyalität und Solidarität erst einmal gründlich austrieben.

    1. Ich stelle bei all diesen Betrachtungen zur Wirtschaft immer wieder fest, dass *keines* der beiden Hauptlager recht hat. Und noch etwas stelle ich fest: Sowie Fachleute mitreden, wird das Ganze sehr schnell völlig absurd.

      Dabei ist es ganz einfach: Die Wirtschaft ist nicht der Besitzer des Gutsanwesens, nicht einmal der Verwalter, sondern sie hat gefälligst ein Ackergaul zu sein.

      Die Aufgabenstellung ist ganz einfach. Es geht erstens darum, die nötigen Produkte herzustellen und zweitens darum, dafür zu sorgen, dass alle Arbeit und Einkommen haben.

      Das sowjetische System hatte allerlei Mängel; Fursow beschreibt das gut. Und das westliche? Dazu nur mal ein Hinweis, der so einiges sagt: Als wir 5 bis zehn Automodelle hatten, ging es uns gut und es gab Vollbeschäftigung. Heute haben wir hunderte Automodelle in Abertausenden Varianten – und hohe Arbeitslosigkeit und eine große Verarmung.

      Kurz, für die Wirtschaft muss gelten, was auch für die politiker gelten muss: Der Maßstab ist das Volk und dessen Wohl. Ausschließlich.

      Seltsam übrigens auch, dass es einerseits ein Straftatbestand ist, Leute mit der Absicht, daraus Gewinn zu ziehen, betrügerisch zu Handlungen zu veranlassen – während genau das zugleich eine der wesentlichen Grundlagen des hiesigen Kapitalismus ist.

      1. Habe ich schon so oft geschrieben. Wir, ich , ihr müsst das Geldsystem in Frage stellen. Ohne dem funktioniert es nicht. ES ist das GELDSYSTEM. Wir müssen neues Geld schaffen, ohne dem geht es nicht!!!

      2. Gute „Vorlage“ für mich, Russophilus!

        Im Prinzip kann ich Ihnen voll beipflichten. Nur eine kleine Anmerkung noch dazu, weil es immer vergessen wird.
        Auch der private Haushalt gehört mit zur „Wirtschaft“, denn dort werden viele Wirtschaftsgüter konsumiert und dienen somit der Reproduktion der Arbeitskraft.

        Wirtschaft umfasst folglich alles, was mit Produktion, Distribution und Konsumtion von Gütern zu tun hat und sollte selbstverständlich zuallererst auf die menschlichen Bedürfnisse ausgerichtet sein (und nicht primär auf die Kapitalverwertung).
        Wer es nicht glaubt, kann im „Duden“ den Begriff „Wirtschaft“nachschlagen und sich vergewissern.

        Eine Einschränkung noch: Armeen im Kriegszustand verbrauchen jede Menge militärische Ausrüstung, Munition etc. Das ist quasi auch eine spezielle Art von „Konsumtion“. Doch das würde ich jetzt mal aus der „Wirtschaft“ ausgliedern wollen, obwohl genau diese Verbrauchsform von Ressourcen unter kapitalistischen Verhältnissen von den Auguren als Konjunktur fördernd angesehen wird.

  15. Ich bitte euch zutiefst noch einmal das Geldsysrem zu überdenken. Wir sind seit 1000 von Jahren an etwa s angebunden, was gegen jegliche Menschheit, oder Mensch sein ist. Das ist das Geldsystem. Dieses Geldsystem steht kontrair zur Menschlichkeit. Begreift es, bitte.

    1. nein, wir müssen kein neues Geld erschaffen,sondern das Geld muss in verantwortungsvolle Hände gelegt werden.Das Münzrecht hat der Staat,die Banknoten sind Aufgabe der Zentralbanken.Und Geldscheine gibt es nur damit nicht jeder mit der Nähmaschine zum Bäcker rennt und seine Brötchen dort eintauscht.Das Geld,die Banknoten, muss in die Hände des Staates,dann braucht der Staat sich kein Geld gegen Zinsen leihen während wir alle anschließend den Zins bezahlen müssen.Und leistungsloses Geld muss abgeschafft werden,denn dieses Geld muss ein anderer erwirtschaften.

      1. Sehr geehrte/r wei, vor allem MUSS das Geld rosten, damit es UNMÖGLICH ist, Reichtümer zu Horten, um damit dann Truppen finanzieren zu können, um sich Machtpositionen anzueignen. Geld muss permanent im Umlauf sein, wenn es dem Umlauf entzogen wird, MUSS es schnell Wertlos werden.
        Beschäftigt euch mal mit den Arbeiten, von Silvio Gesell
        Eine von den Bestien, wie die heutigen Herren“menschen“ Dynastien und ihre Erfüllungsgehilfen, kann noch so Verkommen und Unmenschlich sein, alleine wird es nicht viel Anrichten können.

        1. Die „Besitztümer“ der Reichen sind vor allem Aktien/Wertpapiere,
          Derivate/ Staatsschuldpapiere (Merkel: wir retten die „Griechen“)
          Grund und Boden ect.
          „Rostendes“ Geld trifft die Gelder auf dem Sparbuch /unterm Kopfkissen, also die armen Schweine.
          (Wir ja exerziert durch Preistreibereien bei Lebensnotwendigem u.a. Gebühren jedweder Art und demgegenüber Preis-Verfall derjenigen Güter welche NICHT Lebensnotwendig sind.)
          Bevor überhaupt an „Währungsreformen“ irgendeiner Art rangegangen werden kann, muss die Frage geklärt werden, wie Sie die Milliardäre um ihr erschwindeltes und geklautes Vermögen wieder erleichtern wollen (8 einzelne Milliardäre „Besitzen“ genau so viel wie die ärmsten 3,5 MILLIARDEN Menschen.)
          Vorher ist die Einführung aller alternativen „Geldsysteme“ nur eines: eine weitere Verarsche der Besitzlosen.
          Die Besitzbestände EXISTIEREN doch schon.

          1. Sehr geehrter Luzifer, ist doch ganz Einfach, durch eine dieses-mal, Echte Währungsreform, so das Über Nacht, jegliches Vermögen WERTLOS ist und alle Menschen, fangen mit dem Umlaufgeld, auf absolut gleichen Niveau an. Der Boden ist keines Menschen Eigentum mehr. JEDER kann für seine Lebenszeit, ein Stück Boden bebauen. Dann gilt wieder SEIN und nicht SCHEIN .

            1. Wenn Sie über Nacht enteignen, bricht in dem Augenblick unweigerlich die Versorgung der Bevölkerung zusammen.
              Betrachten Sie sich die Eigentumsverhältnisse genau.
              Bedenken Sie die Abhängigkeiten. Vor allem International.
              Eine Währungs/Geldreform deckt bei WEITEM nicht, was Sie hier Vorschlagen.
              Wer soll sein Grundstück selbst bebauen/anbauen (können)?
              Niemand hätte das Wissen dazu.
              Landwirtschaft funktioniert heute AUSSCHLIESSLICH mit Hilfe der Internationalen Chemie- Industrie.
              Wie wollen Sie INTERNATIONAL enteignen??
              Wie wollen Sie weltweit (fast) alle Länder dazu bringen sich Ihnen anzuschliessen?
              Nogo. (Leider)

    2. @Stubido,
      es gibt da etliche Konzepte gegen dieses menschenverachtende Geldsystem.
      Beispiele:
      Plan B, zu finden bei der „Wissensmanufaktur“.
      Oder z.B. das Buch „Die humane Marktwirtschaft“ von den Autoren Haisenko und v. Brunn.
      Bei der Partei „Die deutsche Mitte“ findet man ebenfalls im Parteiprogramm Dinge zum Thema.
      Also: Es gibt fortschrittliche, menschenfreundliche Konzepte für ein Geldsystem (und die gab es eigentlich schon immer!)
      Wird schon noch!

  16. Nochmals: Danke an @ Artur für die Übersetzung.

    Ich finde es – ganz nebenbei – durchaus bemerkenswert, wie ein – sagen wir einmal – Übersetzer mit teilweise schwierigem Charakter mit Danksagungen regelrecht überhäuft wurde, während … Fehlt es an „Folklore“??

    Naja. Vielleicht bilde ich mir auch nur etwas ein …

    1. Ich nehme Artur als jemanden wahr, dem es um die Gemeinschaft geht und der, anfangs noch unsicher, versucht hat, Beiträge zu leisten. Als jemanden auch, der fürs Wir agiert und nicht fürs Scheinwerferlicht oder um sich als Alpharüde zu etablieren.

      Entsprechend herzlich habe ich Artur gedankt und wenn ich auch nicht die „Danke“ nachzähle und vergleiche, so habe ich doch den Eindruck, dass auch viele andere seine – übrigens qualitativ gute und anspruchsvolle – Arbeit sehr zu schätzen wissen und sich aufrichtig erfreut bedankt haben.

      Sollte die Anzahl der „Danke“ etwas geringer ausgefallen sein, so vermutlich, weil Artur nichts gefordert hat und für den Fall der Unzufriedenheit nicht mit Ausrastern zu rechnen war.

      Aber auch ohne, dass es gefordert wird, sage ich noch einmal „Danke, Artur!“, und zwar gerne und aus freien Stücken und wohl verdient. Gerade seine letzte große Arbeit, der Fursow Artikel, wird uns noch lange und oft als Referenz und Denknahrung dienen.

      1. „Denknahrung“ ist ein ganz wundervoller Begriff. Ist der originär von Russophilus?

        Geistesbrot oder Brot des Geistes. Egal; eine wunderbare Kombination vorhandener Worte zu einer neuen Idee.

        Friedrich Nietzsche hat die deutsche Sprache nicht neu erfunden. Er hat diesem wundervollen Instrument durch seine taktische Umgangsweise nur zu einer neuen Dynamik verholfen; mehr nicht.

        Und was hat es dem Herrn` Philosophen gebracht?: Er wird in Russland bis heute besser verstanden als in Deutschland.

        Wir lernen daraus: die Hochgeister stehen über den Kleingeistern.

        1. Das kann ich Ihnen nicht verbindlich sagen. Gut möglich, dass es ein Begriff von mir ist; möglich aber auch, dass andere ihn schon prägten und nutzten.
          Ich erinnere mich an neulich, an die „Erkenntnis-Rampe“, die meine Mimu zu einem breiten Grinsen und einem lachenden „Du und Deine Wortschöpfungen“.

          So pingelig ich einerseits bin, was Sprache und Bildung angeht, so pragmatisch und hemdsärmelig bin ich andererseits. Denken braucht Nahrung und so bot sich hier ganz fraglos der Begriff an. Sprache dient vor allem dem (vor allem sich gegenseitig) Verstehen und dem ordne ich alles unter.

          Wäre übrigens bei Gelegenheit ein Thema für sich, Sprache. Ganz kurz: Ich finde Sprache sehr wichtig und Eltern tun sehr gut daran, ihren Kindern so viel Sprachfähigkeit und Reichtum wie möglich mitzugeben. Zugleich kotzt mich elitäre Masturbation an, also z.B. der unnötige oder fehlplazierte Gebrauch von Fremdworten. Natürlich braucht ein Volk Elite (wirkliche, bitte, nicht Ego Masturbierer) aber ein Volk braucht auch ein solides, breit aufgestelltes Fundament – und es ist mAn eine der wesentlichen Aufgaben der Elite, an dieser breiten Basis mitzuwirken und die zu bereichern. Wie z.B. Fursow das hervorragend tut.

          1. Wer ist Furzow bitte?

            Zum anderen ist „Elite“ der immer ausgebildete Teil der Menschheit; also eigentlich nicht vorhanden; oder wie Otto Höfler dachte: kultische Gemeinschaft?

    2. Sloga, dies habe ich die Tage auch gedacht. Aber ich bin mir ganz sicher, daß viele hier diese übersetzung von Artur zu würdigen wissen.
      Es hat mich sehr nachdenklich gemacht und ich bin nicht nur einmal diesen Artikel durchgegangen. Die vielleicht gering erscheinende Resonanz der Lesenden hier bestätigt mir das.
      Ich kann da einfach keinen Kommentar drüber schreiben, es ist erschauernd, festzustellen, …..daß Grosse Veränderungen, die anstehen, von mir selbst als kleinem Licht zwar deutlich wahrgenommen werden,….aber ich stehe dem ohnmächtig und spürbar gefrustet gegenüber.
      Jedenfalls wird Artur sehr wahrgenommen und da ich großen Respekt vor dem „Alten Astrologen“ habe, so soll Artur doch wenigstens erfahren, daß er hier geadelt wurde:
      https://astrologieklassisch.wordpress.com/2017/03/15/der-kluegste-lebende-geisteswissenschaftler-entlarvt-was-die-mit-uns-vorhaben-volksmord-und-kulturzerstoerung/

      1. Übrigens mußte ich diesmal bei Fire-Fox eine Sicherheits-Ausnahme für die Webseite hinzufügen beim Abschicken des Kommentars. Das war das erste mal hier beim saker!

        1. Das hat nix zu heissen. Wer https verwendet, was hier (noch) wenig Sinn macht, was aber der aktuelle „Sicherheits“-Hype ist, den die Browser zelebrieren, der kriegt diese Ausnahme, weil wir ein selbst signiertes Zertifikat verwenden.

      2. Ja, das ist ein wichtiger Punkt. Auch ich glaube, dass Arturs Arbeit, Fursows Text, einfach kein Text ist, den man liest, kurz klatscht und weitergeht. Es ist ein Text, der einem noch Tage lang durch den Kopf geht und viele klatschen einfach nicht, ehe sie nicht das Gefühl haben, den Text wenigstens im Großen und Ganzen erfasst und durchdrungen zu haben.

        Mir scheint, man könnte sagen, dass der nicht angemessen ausgeprägte Beifall eben der Beifall ist, weil Artur es vermochte, einen Text aufzuspüren und so gut zu übersetzen, dass man ihn noch in sich trägt und noch nicht „fertig“ ist damit und also nicht klatscht.

        1. @Russophilus

          So ist es,

          ich gehe den Text punkteweise durch und er erweitert mehrere bisherige Sichtweisen und Annahmen. Es ist konzentrierter Denkstoff, etwa seine alternative Sicht auf die Zeit zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert, werde es noch kommentieren.

          Dafür an Alle, die dies ermöglichen hier, schon jetzt meinen herzlichen Dank, besonders für Artur!

  17. Und man mag sich dieses Gesamtbild der veröffentlichten Konterfeis nur einmal vor Augen führen:

    Da gibt es einerseits den russischen Präsidenten, der mit seinem gestählten Körper durch die Fluten flügt wie ein Schmetterling oder im Judoanzug seinen Meister steht. Und andererseits gibt es diese bleichen und weichfleischigen, parfümierten Visagen eines Lindsey Graham oder John McCain oder Chuck Schumer und anderer toller Helden aus den USA, welche den Rest der Welt mit Krieg bedrohen.

    Welcher Figur nun soll der Mensch mehr Aufmerksamkeit und Achtung schenken?!

    Oder andersherum, wie der Oberleutnant Hennecke Kardel, Ritterkreuzträger, dem jungen Igel damals sagte: machst du den Russen hart, wird er böse, der Amerikaner ist böse und der Engländer ein Verbrecher.

  18. „Ideologie und Religion werden in der Vergangenheit verbleiben, ihren Platz wird, höchstwahrscheinlich, die Magie einnehmen, eng verbunden mit Hochtechnologien, vor allem kognitiven. Das Niveau der gesellschaftlichen Kultur wird im Ganzen fallen.“

    Das deckt sich mit G. GÜNTHER und ist eine hammermäßige Prognose.

    1. “ eng verbunden mit Hochtechnologien, vor allem kognitiven. “

      Liegt hier ein übersetzungsfehler vor?
      Der ganze Absatz den „Waltomax“ zitiert, scheint mir entweder fehlerhaft übersetzt zu sein oder er ist Unfug.

      „Das Niveau der gesellschaftlichen Kultur wird im Ganzen fallen.“

      Jede gesellschaftliche Kultur hat sich nach ihrem Höhepunkt verabschiedet. Solche Prognosen sind für mich nichts außergewöhnlich umwerfendes. In etwa wie „es kommt Regen“ im April.

      ———————————–
      Und wieder erklären Sie Fursow für blöde oder aber Artur für einen schlechten Übersetzer – und das ganze auf welcher Basis? Mit welcher halbwegs handfesten Begründung? Das Ganze noch gefolgt von herablassender Besserwisserei.
      Auf Fursow möchten wir nicht verzichten. Dann doch lieber auf Sie. Das wars. Adieu. – Russophilus

  19. Zu Fursow
    „Das „Dunkelalter“ ist, im wahrsten Sinne des Wortes, eine Epoche der Düsternis und des Blutes, im Unterschied zum, von Persönlichkeiten der Renaissance und besonders der Aufklärung (Schwindlern vom Typ eines Voltaire) verleumdeten, Mittelalters, welches licht bis Anfang des 14. Jahrhunderts war. 14.-17. Jh. – ein neues Dunkelalter, welches übrigens eine genauso anziehende, wie trügerische Fassade hatte – die Renaissance.“
    Vorhergehend hat Fursow > F. die Regression unserer Epoche des Spätkapitalismus ab den 70-iger erwähnt. Ich versuche F. zu verstehen und untermale oder hinterfrage. 1970 markiert das Ende der kriegsbedingten nachholenden Restaurationsphase. Im Westen wird ein Programm der Ablenkung und des guten Kapitalismus aufgelegt. Riesige industrielle Bildungsmaschinen – z.B. Bochumer Ruhruni – sollen das Ende der Schwerindustrie ersetzen und die arbeitsbefreiten Massen gleich wieder in ein ewiges Arbeitsband einbeziehen. Die künstliche Bildung/ Verwaltung gebiert sich in Gegenseitigkeit. Alles einmal Einfache wird zu komplizierter, später wieder zu reformierender Verwaltung. Neuverwaltung und Vereinfachung derselben bedingen sich, schaffen sich selbst. Der westdeutsche Vorzeigestaat, unsichtbar durch Fortfall der Reparationszahlungen und im Handelsvorteil durch eine starke D-Mark, kauft vom Comecon, was er selbst zu diesen Bedingungen nicht herstellen kann und kapriziert sich zugleich mit militärnahen Branchen wie Maschinenbau, Elektronik und Autobranche in den Westmärkten. Dennoch war bereits damals ein sehr hohes Maß an strukturbedingter Arbeitslosigkeit und Arbeitseinsparung das Grundproblem. F. benennt 1970 als Wendepunkt, ich ergänze fragend, des Vollbeschäftigungsproblems? Die Entwöhnung von der tatsächlichen Arbeit wurde ab Mitte der 60-iger flankiert durch die Anwerbung von Gastarbeitern. Damit aber griff der arbeitsteilige Effizienzkapitalismus bereits regressiv auf ältere Wirtschaftsformen, hier Migrationssklaverei, zurück. F. ist daher zuzustimmen, wenn er von da ab den Niedergang nachzeichnet. Wo die kriegsaufgepeitschten Staaten nicht ihren eigenen Bedarf erzeugten, also außerhalb des MIK, war schon damals Dauerflaute angesagt, verstärkt durch die Energiekrisen, ab 1973.
    Nun zur Neubewertung der frühen Moderne durch F., also ab Ende der Hochgotik und der Städtegründungen im 14. Jahrhundert. Sagen wir mit Nikolaus von Oresme 1330 – 1382. Was war passiert, was geschah hier im Abendland? Die Kirche war immer noch stark, Ende des 13. Jhdt. und gewann noch weiter an Durchsetzungsmacht und zwar auf informeller Basis, beherrschte die gesamte Wissenschaft, das Schreiben und Verwalten und es wurde ein dunkles Zeitalter durch den kirchlich-dogmatisch begründeten Dogmatismus, der später von der Wissenschaft im 19. Jhdt. wiederaufgegriffen und fortgeführt wurde, mMn.
    Unterbrochen wurde dieser Frühabsolutismus nur von Inseln säkularer Selbstständigkeit, wie den Hansestädten und mediterranen Stadtstaaten. Diese begannen auch sofort ein blühendes Kulturleben zu entfalten, genannt Renaissance, aber mit dem madigen Unterpfand und faden Beigeschmack, dass die Kirche überall ihre Fühlfäden hatte, in alles hineinregierte, gute Autoren nur aus sicheren Verstecken schreiben konnten usw…Giordano Bruno hatte es erwischt, nicht wegen seines Rückgriffs auf den Heliozentrismus, den gab es seit Aristrach von Samos, aber wegen seines Konzeptes von Endlichkeit und Unendlichkeit, dem wichtigsten Antagonistenpaar der späteren Aufklärung. Deswegen musste Bruno öffentlich ins Feuer. Und am Ende dieser Dunkelzeit ließ sich, nach dem Münsteraner Religionsfriedensschluss, die Entmachtung des Vatikans nicht mehr aufhalten. Und F. hat vielleicht die Wirkung der USA heute mit der Wirkung des Vatikans damals, verglichen, kenne seine sonstigen Schriften leider noch nicht. Hemmung des Möglichen, durch die Zeit und Entwicklung geforderten, könnte die Gleichung dieser beiden Faktoren Papst & USA, lauten. Soweit zu Punkt 1 von F.

    Wird punktweise weitergeführt, wenn erwünscht. Fursow ist eine Goldgrube.

    ————————————–
    Gewünschte Ausbesserung vorgenommen – Russophilus

  20. Naturrecht, was könnte das sein?
    Es kann Sitte sein, kleinen Mädchen die Klitoris zu entfernen. Dem Recht auf körprliche Selbstbestimmung und Unversehrtheit steht das entgegen. Woher kommt das Recht?
    Eigentlich setzt Recht ein Axiom voraus. Wir empfinden etwas als „gerecht“, ohne dass wir das immer begründen können und neigen dazu, dies in einem Gesetz als Recht zu fassen. Eine „Setzung“ bleibt es aber scheinbar immer. Tatsächlich?
    Kant sah „in den bestirnten Himmel über ihm“ und wollte daraus ein kosmisches Gesetz ableiten, welches die Gerechtigkeit vom bloßen Empfinden lösen und auf eine objektive Ebene heben sollte. Eine darauf basierende allgemeine Sittlichkeit sollte also ihrerseits letztlich auf Naturgesetzen beruhen. Das „kosmische Gesetz“ führt auf der menschlichen Ebene automatisch zu Gerechtigkeit und überwindet die viel beklagte Kluft zum Recht, das keine Gerechtigkeit herstellen kann. Denn gerecht kann letztlich nur die objektive Natur sein.
    Es ist uns bisher nicht gelungen, unsere Moral und unser Handeln mit kosmischen Gesetzen in Übereinklang zu bringen. Wahrscheinlich haben wir danach bisher schlicht zu wenig oder gar nicht gefragt und den Kosmos lediglich als Resultierende des Spieles blinder Kräfte erachtet.
    Es gibt keine moralische Physik, die ein entsprechend ethisches Handlungsschema erzeugte. Das hat uns -ohne zweifel- Kernwaffen eingebracht.
    Die Willkür, die aus der Anwendung von Gesetzen in der Rechtsprechung erwächst und eben keine Gerechtigkeit herstellt, könnte aus dem Mangel an „kosmischen“ Maßstäben resultieren.
    Um diese abzuleiten, müssten wir dem Kosmos „Sinn“ unterstellen, also eine Entwicklung, die das Konstruktive und Aufbauende stärker gewichtet, als das Abbauende und Destruktive.
    Dazu hätten wir aber zu verstehen, ob und wie sich der „Entwicklungssinn“ aus all den polaren Wechselwirkungen ergibt und durchsetzt.
    Die daraus resultierenden „Gesetze des Lebendigen“ oder gar des Lebens wurden von unseren Vorfahren wenigstens in ihrer Existenz als selbstverständlich angesehen und vorausgesetzt.
    Ungerechtigkeit, Realitäts- und Lebensferne bei Gericht strömen aus dem Nihilismus, alles sei am Ende lediglich eine Frage der Konvention und der Auslegung.
    Wir haben also die Maßstäbe verloren. Allgemein ohne natürliches Maß und der Natur verträgliches Entwicklungsziel finden wir deswegen eben auch vor Gericht keine Gerechtigkeit.
    Denn Gerechtigkeit ist auf Ausgleich gerichtet und kann von niemandem geübt werden, der die auf eben diesem basierende Ordnung der Natur stört und zerstört.
    Nur eine natur-gerechte Gesellschaft kann auch im rechtlichen Sinne gerecht sein.
    Die Natur gewährt einem jeden Lebewesen die Entnahme der Existenzmittel die es zu seinem Leben unabdingbar braucht. Außerdem ist jedes Wesen frei geboren und ohne Schuld (und schon gar nicht mit Schulden. Außer das Wesen ist ein Deutscher).
    Nur der Mensch muss für seine Existenzmittel bezahlen und kommt sowohl mit Schuld als auch mit Schulden auf die Welt. Dieser Umstand ist der Ungerechtigkeit geschuldet, dass einige wenige Privilegien durchsetzen und den Ausgleich zugunsten der Mehrheit ständig unterdrücken und hintertreiben.
    Dieser faschistoide Staat ist also auf den Erhalt von Ungleichheit ausgerichtet und kann deshalb schon niemals gerecht sein.
    Was soll man da von Gerichten erwarten, wenn weder kosmische und natürliche Gesetze bedacht werden noch das NATURRECHT eingehalten, das über allen menschlichen Konventionen steht.
    Die Justiz ist damit im Ergebnis ein Instrument der Herrschaft und nicht des Ausgleiches, also des Gemeinwohles.
    Der einzelne steht also als natürliche Person in der Welt, entwickelt und erwachsen aus einer Natur, die ihren inneren Gesetzmäßigkeiten folgt. Diese sind älter als der Mensch, gleichwohl der so dreist ist, diese ständig zu missachten und mittels eigener Konstruktionen willkürlich zu ersetzen.
    Damit kann jeder vor dem Hintergrund eines allgemeinen Nihilismus, Materialismus und Relativismus ein Opfer der Willkür werden.
    Wenn ein jeder letztlich alles drehen kann, wie es ihm passt, weil alles realtiv ist, dann ist eben auf nichts mehr Verlass.
    Da es so etwas wie Wahrheit oder wenigstens eine höchst mögliche Adaptation an diese nicht mehr gibt, darf jeder behaupten, was er will.
    Die FAKE – Gesellschaft wütet, wie sie mag und der Arxxx ist inzwischen völlig offen.
    Auch im Falle des Rechtssystems und der Justiz muss festgestellt werden, dass es profunde Reformen im Kontext der herrschenden Ordnung nicht geben kann. Der einzelne wird in seinen natürlichen Rechten dauernd beschnitten und gemaßregelt, gerade von der Justiz. Befördert werden damit Abhängigkeit und Schuld!
    Die Justiz erzeugt im Auftrage der gesellschaftlichen Hierarchie zu einem nicht geringen Teil erst die Schuld, die sie feststellt und bestraft.
    Bauen Sie sich mal eine Hütte im Wald und sehen Sie, wie weit Sie damit kommen. Die Bullen erscheinen und lochen Sie ein, weil Sie ja Miete zahlen sollen und Steuern. Das ist das Schicksal des unfrei Geborenen, genannt auch SKLAVE.

    ZUSAMMENFASSUNG:

    Dem Naturrecht folgte die Wahrung und Verteilung aller primären Existenzmittel auf Gegenseitigkeit. Der natürlichen Ordnung folgte die dezentrale Organisation der Gesellschaft.
    Würde dies verwirklicht, herrschte automatisch mehr Ausgleich und damit Gerechtigkeit.

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