Andrej Fursow: Die Welt von morgen (2)

Teil 2 eines Interviews, veröffenlicht am 22. Oktober 2016 in der Literatur-Zeitschrift « Наш современник» [AdÜ.: „Unser Zeitgenosse“], №10, übersetzt von Artur, (Quelle)

— (5.) Sie haben nicht nur einmal in ihren Vorlesungen eine Theorie der Systeme erwähnt. Es existiert aber keine allgemein gültige Systemtheorie, von denen gibt es Dutzende. (5.1) Welche von diesen meinen Sie?
— Eine Systemtheorie ist eine universelle Sache, sie hat Gliederungen, z.B. die Theorie der lebenden (d.h. anti-entropierenden) Systeme, wohin auch die Gesellschaft gehört.

— (5.2) Gibt es zurzeit in dieser Systemtheorie einen Bereich, welcher die Gesellschaft beschreibt?
— Es gibt unterschiedliche Theorien sozialer Systeme, z.B. die Formationstheorie von Marx, übrigens bei weitem nicht die schlechteste. Die Theorien von Alexander Bogdanow, oder von Vilfredo Pareto.

Das Biblische Projekt ist beendet. Als nächstes kommt – die totale Debilisierung

— (6.) Was ist die Rolle abrahamitischer Religionen im Leben der Gesellschaft?
(6.1) Was ist Ihre Einstellung zur Arbeit L. N. Tolstois „Warum befinden sich die christlichen Völker und im Besonderen die russischen jetzt in einem ärmlichen Zustand?“
— Tolstoi fixierte die offensichtlichen Sachen – die Abweichung dessen, über was, gemäß den Evangelien, Jesus lehrte, von dem, was zum Biblischen Projekt wurde, an dessen Quellen Paulus steht; im Letzteren ist in Wahrheit viel von Saulus geblieben. Wirklich, dort wo bei Jesus die Liebe ist, ist bei Paulus und der Kirche – die Angst; Jesus legte sich mit der Staatsmacht an, Paulus und die Kirche riefen zum Unterordnen unter diese auf. In Paulus’ Schema ist viel vom Alten Testament enthalten – diesem „Fenster der Verwundbarkeit“ des Christentums. Nicht zufällig wurden im Russland des 19. Jh. das Alte und das Neue Testament nicht in einem Band abgedruckt. Was den Unterschied zwischen einem Traum, dem revolutionären Durchbruch, einerseits, und der Organisation, diesem utilitaristischen Drang, andererseits angeht, so widmete Dostojewski diesem „Der Großinquisitor.“ Jesus wäre unwahrscheinlich auf Inquisition, Jesuiten und Dogmen über die Unfehlbarkeit des Papstes gekommen.

— (6.2) Sind Sie mit der These einverstanden, dass nach Christus das Christentum von Pharisäern umgeschrieben wurde?
— Nach Christus wurde das Christentum nicht umgeschrieben, sondern gebildet; der Prozess der Bildung dauerte 150-200 Jahre (3.-4. Jh. unserer Ära), als der Korpus der Literatur gebildet und – nach dem Modell des römischen Imperiums – Hierarchien und der territoriale Aufbau errichtet wurde. Es wurde das Biblische Projekt entwickelt, adäquat gegenüber der neuen Epoche. Wenn davor in der Mittelmeer-Zone die soziale Kontrolle einen äußeren Charakter hatte, die wichtigsten Formen waren eine „Kultur der Scham“ und eine externe Steuerung durch Kraft (das „ägyptische Modell“; in seiner vollen Formentfaltung als römisches Imperium und römisches Recht zu sehen), so erforderten veränderte Umstände feinere und tiefere, verinnerlichte Formen der nicht nur noch sozialen, sondern auch sozio-psychologischen Kontrolle – von innen heraus. Von hier aus der Name – „Kultur des Gewissens“. Das heißt, die Welt und der Mensch am Anfang des ersten Jahrtausends vor unserer Ära bis zum ersten Jahrtausend unserer Ära haben sich dermaßen verkompliziert, dass die Nötigung allein nicht mehr ausreichte. Das Biblische Projekt ist eben diese Kombination aus innerlicher und äußerer Unterordnung mit dem Primat des Ersteren, wobei ein Teil der Funktion der inneren Unterordnung von der christlichen Kirche übernommen wurde, weshalb viele soziale Bewegungen die Form von Ketzerei annahmen.

Zum Ende des 15. Jahrhunderts kompromittierte sich die katholische Kirche dermaßen, und Ketzer erschütterten ihren Zustand so stark, dass sie von Seiten des Protestantismus herausgefordert wurde. Während dieser ein Schlag gegen den Katholizismus war und sich ihm gegenüber zur Wehr setzte (mit Eskalationen bis zu den religiösen Kriegen vom 16. Jh. bis zur ersten Hälfte des 17. Jhs., dessen teilnehmenden Persönlichkeiten unseren Iwan, den Schrecklichen, wie ein Beispiel des Humanismus und Frömmigkeit erscheinen lassen), so schwächte nicht nur der Protestantismus paradoxerweise, sondern stärkte sogar zeit- und teilweise das Biblische Projekt. Erstens schuf er eine modernere, grausamere und gleichzeitig einfachere Form des Biblischen Projektes (im Sinne der Orientierung an Geld, an Erfolg, auf selektive Auserwähltheit – der Protestantismus stellt die maximal „hebräesierte“ Version des Christentums dar); zweitens wurde er zum Ventil des Austritts Unzufriedener aus der Pax Catholica, dabei auf die Letztgenannte stabilisierend wirkend. Aber nicht für lange. Die Zeit arbeitete gegen beide Versionen des Christentums, welche sich von der Orthodoxie (der Rechtgläubigkeit) abgespaltet hatten. Eine neue Epoche trat an, in welcher für die strukturelle und reflektierte Steuerung institutionell die Formung von rationalem Wissen – die Wissenschaft – benötigt wurde. Und es ist kein Zufall, dass in Frankreich beim Entwickeln solches Wissens (z.B. im Angesicht Descartes) die Jesuiten eine führende Rolle spielten.

Im 18. – Anfang 19. Jh. überlebte das Biblische Projekt, welches inzwischen aus allen Nähten zu platzen drohte, eine weitere Mutation: der christliche Glaube wurde zur Seite geworfen, und es tauchte am Anfang eine Proto-Ideologie in Form des Projektes der britischen Freimaurer-Logen auf, in erster Linie realisiert auf französischer Erde; daraufhin folgte die Aufklärung, und darauf die Ideologie in drei ihrer Grundformen: Konservatismus, Liberalismus und der Marxismus. Das waren schon unreligiöse, d.h. terminale Formen des Biblischen Projektes, gleichzeitig als Mittel zum Kampf auftretend, als auch als Form der sozialen Kontrolle über eine plötzlich verkomplizierte gesellschaftliche Umgebung. Genauso wie irgendwann christliche Geistliche den Paganismus beiseiteschoben oder vernichteten (auf dem Territorium der Rus – den vedischen), so stürzten sich im 18.-20. Jh. die Freimaurer, die Ideologien des Liberalismus, Marxismus, die Nazisten, auf die christliche Kirche. In diesem Fall scheint es mir angemessen, sich an die Phrase des Heiligen Augustinus zu erinnern, der sagte: „keine Strafe ohne Schuld“, oder: mit dem Gericht, mit dem ihr richtet… [AdÜ.: … werdet ihr gerichtet werden – Matthäus 7:2].

Generell muss man sagen, dass die anfänglichen Schwierigkeiten des Christentums, dabei die Komplexität der europäischen Zivilisation in der Epoche der späten Antike widerspiegelnd (mit Elementen der antiken, jüdischen und germanischen Traditionen), sowohl Stärke als auch Schwäche ist. Eine schwierige Komposition kann in ihre Einzelteile auseinandergenommen werden. Der Islam ist eins – ihn kann man nur in Teile hacken; das Christentum hingegen ist anfällig für unerwartete Mutationen. N. A. Berdjajew bemerkte übrigens, dass das Christentum zu Katholizismus führe, der Katholizismus zu Protestantismus, und der Protestantismus zu Atheismus (ich würde hier noch Freimaurerei hinzufügen). Dies ist eine Linie. Katholizismus führt zu der Ausgeburt einer neopriestertümlichen Hierarchie. Und ist der Papst nach der Annahme des Dogmas der päpstlichen Unfehlbarkeit etwa kein Oberpriester eines im Grunde neopaganischen Kultes? Und die nicht einfache Beziehung zwischen Christentum und dem Judentum, welcher vom römischen Erstgeistlichen zum „älteren Bruder“ ausgerufen wurde. Und ist dieser „ältere Bruder“ nicht eher der Große Bruder [AdÜ.: Anspielung auf Orwells „1984“]? Jemand wird sagen: Woher kommt das Heidentum? Das Christentum ist eine monotheistische Religion. Allerdings ist, erstens, „Heidentum“ ein negativer Begriff, welcher von Vertretern der abrahamitischen Religionen auf alles nicht-abrahamitische angewandt wird. Zweitens wird von den Juden und Muslimen die „unbedingte Treue“ der Christen gegenüber dem Monotheismus in Frage gestellt – die Dreifaltigkeit und die Ikonen kommen einem in den Sinn. Es ist also nicht alles so klar mit dem Christentum; und das, was zu seiner Expansion beitrug, kann sich noch als ernstes Problem erweisen. Es scheint übrigens, das im Vatikan dies gut verstanden wurde.

Zurzeit ist das Biblische Projekt kurz vor der Ziellinie, genauso wie das Phänomen der Ideologie; die Weltspitzen suchen dringend nach Ersatz. Und schon heute kann man einiges erraten. Einerseits zersetzen die „Herren des Weltspiels“ böswillig Bildung und Wissenschaft, beides in geheime Strukturen verlegend, dabei danach strebend, die Bevölkerung in ewige Jugendliche zu verwandeln, deren Kultur durch Komfort und ein Gefühl der tiefen physischen Befriedigung ersetzt wird.
Dafür zeige ich nur zwei Beispiele – das amerikanische Kino und Fernsehen. Zu seiner Zeit schrieb der Journalist D. Robinson in der Zeitung „Times“ folgendes: „Das Jahr 1985 wird als die dunkelste Periode des amerikanischen Kinos eingehen. Eben in diesem Jahr hat Hollywood nach fast siebzigjähriger Herrschaft in der Kinoindustrie jegliche Ansprüche verworfen, dem gesunden Intellekt des erwachsenen Menschen zu dienen.“ Und hier ist, was die Moderatorin der recht primitiven Gesundheitssendung „Gesund leben“ („Жить здорово“) E. Malyschewa erlebte. In der Sendung „Auf die Nacht blickend“ („На ночь глядя“, vom 11.02.2016), begierig über ihre journalistische Ausbildung mit anderen Osteuropäern in den USA Mitte der 1990er erzählend, sagte sie, wie ihnen beigebracht wurde, sich in ihren Fernsehprogrammen zu orientieren: „Sie müssen Fernsehen auf einer Darstellungsstufe für elfjährige, unterbemittelte Jugendliche machen.“ Ihre Sendung betrachtend, scheint sie dies tatsächlich zu tun. Was für ein Kontrast im Vergleich zu Sendungen über Gesundheitsfragen aus der sowjetischen Zeit, welche, zum Beispiel, von der klugen, intelligenten, bei weitem nicht selbstzufriedenen und erzogenen E. Beljantschikowa gemacht wurden!

Die Umwandlung von erwachsenen Menschen in unterentwickelte Jugendliche, dabei diese nicht mit Intellekt, sondern mit hormonal-instinktiven Programmen lebend, einfach gesagt, die Debilisierung (dafür sorgen alle möglichen Talk-Shows), verfolgt ein einfaches Ziel: eine absolut unselbstständige Persönlichkeit zu erziehen, welche einfach an das globale Kommunikationsnetz als völlig steuerbare „Zelle“ angeschlossen werden kann. Einen kreativen, minimal intellektuellen Menschen kann man nicht in eine „Zelle“ des elektronischen Gehirns, kontrolliert durch Neopriester und Technomagier, verwandeln.

Andererseits werden immer mehr Mittel in die Forschung von NBICS aufgewendet – nano-bio-info-kogno-sozio. Es geht dabei anscheinend um die Installation distanzieller Kontrolle durch die auf schwimmenden Städten oder in unerreichbaren, landbasierten Enklaven lebenden Elite über die Psychosphäre der Bevölkerungsmasse. Etwas sagt mir: Heute werden in Form und hinter der Maske von Fernbildung, die Bildung dabei maximal primitivisierend, den wortwörtlich persönlichen Anfang ausschließend (Lehrerfigur) und das Bildungsobjekt debilisierend, in Wahrheit die Methoden und Formen der distanziellen Psychokontrolle der „Oberen“ über die „Niederen“ herausgearbeitet. Allerdings denke ich, dass dieses Schema durchfallen wird – vor allem in Russland.
Der Kampf gegen die Regressoren benötigt eine wichtige Sache: Man darf sie auf keinen Fall personifizieren, es sind keine Persönlichkeiten, sondern Funktionen, Bioroboter der Matrix, äußerlich zivilisierte und manchmal anmutige „Orks“ [AdÜ.: anthropomorphe Monster aus “Der Herr der Ringe“]. Aber ein Ork ist ein Ork, das heißt, ohne jeden eigenen Willen und getrieben durch einen fremden, bösartigen Willen.

— (6.3) Ist das Christentum nicht eine Religion, welche von Sklavenhaltern für Sklaven geschaffen wurde?
— Schlussendlich, wenn man vereinfacht, geradebiegt und nach seiner sozialen Funktion bewertet, dann ja, – Jesus, das ist klar, ist etwas anderes. Aber selbst Marx – ist das eine und Marxismus – etwas anderes, nicht umsonst sagte Marx, dass er kein Marxist ist. Interessant, was hätte Jesus über die Schöpfer des Christentum-Systems gesagt, nicht zu sprechen über dessen heutigen Zustand. Ich denke, er hätte sich an sein „nicht Frieden, sondern das Schwert…“ [AdÜ.: Matthäus 10, 34] erinnert. Übrigens kann man die „Sklavenhalter“ und „Sklaven“ umbenennen in die „Grundherren“ und „Bauern“, in die „Bourgeoisie“ und „Proletarier“. Die christliche Kirche existierte in drei sozialen Systemen – der antiken-sklavenhalterischen, der feudalen und der kapitalistischen (und sogar im systemischen Antikapitalismus – der UdSSR – ist sie erhalten geblieben, wenn auch in Wahrheit in einer durch die Tschekisten modifizierten Form).

— (6.4) Sind Sie mit der These einverstanden, dass das Predigen fremder (von anderen Völkern stammender) Religionen eine geistliche Versklavung darstellt?
— Natürlich, ich stimme zu. Das ist eine geistige Diversion, wenn ein fremdes Implantat sich interiorisiert und ein System (Ethnos oder Staat) zur Selbstrealisierungsfläche von Fremden wird. Geborgte Götter – das ist wie ein Kredit mit extrem hoher Verzinsung, nur bezahlt man seine Schulden nicht mit Geld, sondern mit einem verzerrten geschichtlichen Schicksal.

— (6.5) In Vorlesungen sagen Sie: „Die Periode der Horde war die begünstigendste für die Russisch-Orthodoxe Kirche.“ Hat nicht die Annahme des Islams durch die Mongolische Horde im 14. Jh. zu einem gegenseitigen Vernichtungskampf geführt?
— Nein, hat sie nicht. Orthodoxe Geistliche haben in Kirchen für den bassurmanischen [AdÜ.: den „fremdländisch muslimischen“] Zaren gebetet, der sie akzeptierte. Sobald die Horde aufhörte zu existieren, nahmen sich die russischen Herrscher sofort der Kirche an. Die ersten Schritte in diese Richtung machte Iwan III.; Iwan IV. („der Schreckliche“) und Alexei I. setzten diese fort, der erste brutal, der zweite sanft in der Form, doch hart im Inhalt. Und Peter I. („der Große“) führte die Form zur Übereinstimmung mit dem Inhalt: das Patriarchat wurde abgeschafft, stattdessen wurde die Synode etabliert, defacto – das Ministerium für kirchliche Angelegenheiten. Somit sind die Taten der Bolschewiken bezüglich der Kirche, abgesehenen von den Exzessen Lenins und Trotzkis, sowie des Halbtrotzkisten Chruschtschow, vollkommen im Rahmen und innerhalb der Traditionen der russischen Staatsmacht. In Russland war seit den Zeiten des verleumdeten Iwan des Schrecklichen die Kirche immer an der Macht beteiligt, der Souverän war jedoch wichtiger als die kirchlichen Hierarchen, welche, falls nötig, schnell auf ihre Plätze verwiesen wurden. Deshalb unterstützte auch die Kirche 1917 die Febralisten [AdÜ.: Februar-Revolutionäre], dabei die Befreiung von einer oberen, weltlichen Macht anstrebend. Durchaus kurzsichtig: bald erklärten die Bolschewiken ihnen das. Übrigens, zur selben Zeit, nur viel brutaler (latinoamerikanisches Temperament), erklärten mexikanische Revolutionäre katholischen Geistlichen ihre historische Fehlsichtigkeit. Schrecklich nur, dass in beiden Fällen – dem russischen und mexikanischen – viele unschuldige, einfache Geistliche zu leiden hatten.

— (6.6) Eignet sich das orthodoxe Christentum für uns als staatliche Ideologie?
— Das orthodoxe Christentum eignet sich nicht als Staatsideologie aus mehreren Gründen. Erstens, die Religion und die Ideologie – das sind prinzipiell unterschiedliche Organisationsformen von Ideen; die Ideologie ist im Grunde genommen das Ablehnen von Religion; die Übereinstimmung von Funktionen in diesem Fall ist unwichtig. Zweitens, so sagte W. G. Belinski, ist der russische Mann nicht religiös, sondern abergläubisch. Übrigens lag bis zur Mitte des 17. Jhs., vor den Reformen durch Alexei I. und Patriarch Nikon, ein starker Abdruck der vedischen Religion auf der russischen Orthodoxie. Bis zu diesem Umschwung gab es nicht die Formel „Ich bin ein Sklave Gottes“, stattdessen sagte man „Knabe Gottes“, also ein Abkömmling Gottes. Das ist eine typische Formel der vedischen Religion der Slawen, in welcher die Götter die Vorfahren der Menschen sind. Drittens, in Russland wurde unter der Orthodoxie, sowie unter der Monarchie, 1917 eine Linie gezogen – vixerunt (zu Ende gelebt). Interessant, dass sobald nach dem Februar-Staatsstreich es den Soldaten erlaubt wurde, die Gebete nicht zu besuchen, um die 80% damit aufhörten – so viel zum „gotttragenden Volk“. Überhaupt ist unsere Vorstellung vom russischen Menschen durch einige Schriftsteller geformt, welche den russischen Mann praktisch nicht kannten. Das sind vor allem Lew Tolstoi und Fjodor Dostojewski, deren Fantasien (in einem Fall helle, „tägliche“, im anderen – kranke, „nächtliche“) wir als Realität anerkennen. Lesen sollte man bei diesem Thema eher vor allem N. Leskow, teilweise G. Uspenski und A. Tschechow, auch in geringerem Maße – I. Bunin. Aber das alles nur am Rande. Viertens, Russland ist ein polyreligiöses Land, ich spreche erst gar nicht davon, dass wir eine Menge Atheisten haben (ich bin z.B. Atheist). Die Tatsache, dass ehemalige kommunistische Vorsitzende mit einer Kerze in der Kirche stehen, ist nur ein Ersatz für ihr Parteibuch. Früher das Parteibuch, heute stattdessen eine kleine Ikone und Kerze. Wie sagte Protopop Awwakum, „noch gestern der Sohn eines Ketzers, und heute ein Kirchenvater.“ Fünftens, die Zeit der Religionen geht auf der ganzen Welt vorbei; die gegenwärtige Explosion des Islamismus ist eine politische Erscheinung, ein Kampf der Nachhut.

„Die Defizität der Ökonomie ist eine Charaktereigenschaft des Sozialismus“

— (7.1) Wieso war im sozialistischen Lager die Unzufriedenheit mit dem Leben und der Regierung eine allgegenwärtige Erscheinung?
— Es gibt mehrere Gründe. Erstens, die Leute schätzten nicht, was sie hatten. Sie sahen Fotografien oder Aufnahmen in westlichen Kinofilmen – gefüllte Theken, 100 Sorten Wurst und Käse, modische Kleidung; sie verglichen das Einkommen. Dabei „vergaßen“ sie, wie viel im Westen zur Zahlung von Steuern abgegeben wird (bis zu 50% des Lohns), sie „vergaßen“ die zahlungspflichtige Medizin und Bildung, die Kreditsklaverei, der extrem kurze Urlaub. Bei sich „vergaßen“ sie, die Ausgaben zu ihrem Lohn hinzuzufügen, welche das System zur Gewährleistung kostenloser Medizin, Bildung und vielem mehr tragen. Als sie dies nach dem Zerfall zu spüren bekamen, war es zu spät. Wie es im Koran geschrieben steht: „Lass sie genießen, später erfahren sie es!“ Heute ist klar: für Russland und Osteuropa waren Jahrzehnte des Sozialismus die besten sowohl im Sinne von Wohlstand, und im Sinne der „historischen Subjektivität der Zeit“ [AdÜ.: „исторической субъектности временем “; Sinn erschließt sich mir hier nicht].

Zweitens, der Sozialismus ist deutlich anfälliger für Gesellschaftskritik. Er postuliert die soziale Gerechtigkeit und Gleichheit, und genau diese wurden gestört im Zuge der Entwicklung des Sozialismus und der Verwandlung der Nomenklatur in eine Quasi-Klasse, welche ihre materiellen Bedürfnisse vor allem im Westen befriedigte. Es war ein offensichtlicher Widerspruch zur Realität und den proklamierten Idealen. Der Kapitalismus hingegen (und die postsowjetische Realität in der Russischen Föderation, Tschechien, Bulgarien usw.), erklärt auf seine Art und Weise, vor allem, nachdem man nach dem Zerfall des Sozialismus vor niemandem mehr Angst haben und sich vor niemandem genieren muss: Ja, wir haben eine Ausbeutergesellschaft, einen Markt, Konkurrenz – der Stärkere überlebt – das ist Freiheit. Viele Vorwürfe, welche an den Sozialismus gerichtet werden können, können nicht dem Kapitalismus vorgeworfen werden. Was kann man jemandem sagen, welcher postuliert: „Ja, ich bin so ein Stück Dreck. Das ist normal.“ Was kann man hier sagen? Mit anderen Worten, der bedeutende Teil der Unzufriedenheit in sozialistischen Ländern – das ist die Unzufriedenheit mit den Verletzungen der Prinzipien des Sozialismus und die dümmliche Überzeugung, dass man dies mit der Injektion von Kapitalismus schon richten kann.

Habt ihr es gerichtet? Ist es besser geworden? Um Gogol zu paraphrasieren: „Und nun, Jüngchen, haben dir deine Pindoßen [AdÜ.: „Pindoß“ – früher Ethnophaulismus für „Griechen“, heute „Amerikaner“] geholfen? Ist deine Heimat zum zweiten Pindostan geworden?“

Drittens, fast alle Bewohner des Pax Socialistica waren von der UdSSR, von den Russen genervt – die Starken nerven immer. Sie nerven alle, aus unterschiedlichen Gründen: die Polen – weil wir über sie siegten und weil sie, egal wie sie sich brüsten, keine große Kultur geschaffen haben, und so wie sie ein Hinterhof des Westens waren, auch blieben (und weiterhin bleiben); Russland hingegen hat eine große Kultur geschaffen, und ein Imperium. Viele sind genervt, weil sie sich Hitler unterworfen haben, die Russen aber taten nicht nur dies nicht, sie brachen auch dem Dritten Reich das Rückgrat. Wir haben den Großen Sieg errungen – wer in Europa kann das von sich behaupten? Russen sind das einzige slawische Volk des imperialen Typs, welches ein erfolgreiches Imperium schuf (die Serben sind auch ein imperiales Volk, aber historisch gesehen hatten sie es aus objektiven Gründen schwer, Erfolg zu erringen). Dies stellt die Russen fast allen anderen Slawen gegenüber, sowie auch allen nicht-imperialen Völkern, welche sich im russischen Orbit aufhalten, aber nie historische Dankbarkeit gegenüber der Tatsache entwickelten, dass Russen sie immer vor dem Westen beschützt haben [AdÜ.: Ich möchte betonen: Auf Kosten der eigenen Leben.], vor allem vor den Deutschen, vor den teutonischen Wolfsrudeln. Deswegen hatte K. Leontjew in seiner Skepsis bezüglich der „slawischen Brüderschaft“ Recht. Die „imperiale Brüderschaft“ ist da stabiler. Man muss sich daran erinnern, wenn Mitte des 21. Jahrhunderts Europa unter dem Ansturm von Millionen von Arabern und Negern anfangen wird, zu knirschen und die Leute Richtung Russland stürzen werden, um Schutz zu ersuchen. Wir werden uns „an alles erinnern müssen“ – ohne Schadenfreude, ohne Emotionen, nur mit nüchterner Berechnung. Es reicht, die Undankbaren retten zu wollen, welche am zweiten Tag nach der nächsten Rettung in unser Rücken spucken und anfangen, Richtung Westen „zu schielen“. Wenn ich höre, wie die Polen rufen: „Wir sind der Westen“, möchte ich ihnen sagen: „Sagt das den Deutschen!“

49 Gedanken zu „Andrej Fursow: Die Welt von morgen (2)“

  1. Welch Zufall. Hatten wir doch gerade heute einen Kommentar des Fürsprechers der Jugend (als systemrelevante Gruppe).

    Ich selbst habe das genervt kurz und bündig beantwortet (bzw. geohrfeigt) und nun las ich die Ausführungen Fursows dazu.

    Eine kurze Anmerkung noch an den fleissigen Übersetzer Artur: Richtig gut haben Sie das gemacht, Artur. Ich hatte nicht mehr an Kleinigkeiten auszubessern als bei meinen eigenen selbstgeschriebenen Texten (eher weniger). Ich sage das mal so deutlich, weil Sie ja unlängst noch etwas unsicher wirkten.

    Abschließend danke ich Artur, dem Übersetzter, noch einmal für diesen prachtvollen und herausragenden Text und merke zur einzigen Stelle von Unsicherheit ergänzend an (hier; ich wollte nicht im Text selbst herum fummeln), dass die Wahrnehmung der Welt stets naturgemäß eine subjektive ist und dass das Heute auch als ein Sonderfall in der der „Serie“ der historischen Betrachtungen gesehen werden kann.

    1. Ich danke Ihnen und allen Lesern sehr für ihr Lob und ihre Ermutigungen (inkl. der positiven Kommentare aus dem ersten Teil). Es freut mich ungemein, dass der Text so gut bei der Leserschaft ankommt und meine Wenigkeit einen Beitrag zu unserem Dorfleben leisten konnte.

      Ich muss zugeben, dass ich etwas angespannt war bezüglich der Frage, wie dieser durchaus exotische, freidenkerische und interdisziplinäre Artikel aufgenommen werden würde. Es ist letztendlich Gewohnheitssache, wie man auf Vergleiche mit „Der Herr der Ringe“, Kritik an allen Aspekten der westlichen Norm und religiöse Zitate, das alles, in einem seriösen Text reagiert; im deutschen Mainstream-Netz ist man solche freigeistigen Beiträge (leider) nicht gewohnt (wie Russophilus in seinem ersten Kommentar zum Fursow-Text richtig beschreibt).

      Dementsprechend nun vollen, frohen Mutes an die nächste Übersetzungsarbeit!

        1. Dito!

          wissen Sie Russophilus mit „bzw. geohrfeigt“ imponieren sie mir nicht. Ich hab ihr Geschwurbel, sie nennen es, geohrfeigt, auf meinen berechtigten Fingerzeig, im Bezug auf die Jugend, drüben gar nicht gelesen Interessiert mich auch nicht.

          Sie tun mir wirklich Leid mit ihrer verqueren Weltanschauung und diejenigen welche ihre Meinung als Gottgegeben anhimmeln ebenso.

          Keine ihrer Darstellungen entspricht derrealen Wahrheit. Hier gilt man muss es nur glauben.

          Über die Jugend meckern, aber gerne deren erwirtschaftetes Geld über Hartz IV oder Rente einsacken. Das scheint hier das Motto zu sein.

          Aber sie können noch so lange meckern, der Jugend gehört die Zukunft und das scheint so einigen Alten hier, mächtig auf den Wecker zu gehen.

          Man muss es nur glauben wollen gilt auch für den Interessanten übersetzten Artikel.

          Zur info, ich habe heute mit zwei Russen über das hier, Meinung über Russland, diskutiert. Nur ein klein wenig. Es ergibt sich ein gänzlich anderes Bild als das was hier transportiert wird. Nun denn billige Propaganda mehr ist es nicht, Russophilus, was sie und ihre anhänger hier verkünden. Keinen Funken besser als das was sie verurteilen.

          Und jetzt können Sie sperren ohrfeigen usw.
          Es ist wirkungslos und das wissen sie.

          ——————————————-
          Unterlassen Sie persönliche Angriffe sowie Angriffe auf dieses blog. – Russophilus

          1. So, so, Sie haben mit zwei Russen geredet. Nun, ich könnte auch allerlei erzählen, z.B. dass ich mit drei Ausserirdischen sowie einem sudanesischen Major geredet habe. Das Problem mit „Argumenten“ wie „Ich habe mit xyz geredet und die sehen das ganz anders als Sie“, dass man zumindest ein bisschen Glaubwürdigkeit besitzen muss. Ihre angeblichen Russen können Sie also stecken lassen.

            Niedlich auch Ihr Versuch, mich als bösen Despoten darzustellen, der natürlich sperrt, löscht, Missliebiges unterdrückt, usw. Allerdings auch lächerlich, da Sie doch bereits – wie oft? drei mal? vier mal? – wieder hier ankamen auf der dummen seite bei dem bösen Despoten …

            Und *natürlich* haben Sie in Ihrem „Beitrag“ kein einziges Argument. Nur Anklagen, Unterstellungen, wilde Behauptungen, schlichte Lügen, usw.

            Versuchen Sie doch zur Abwechslung mal, nicht nur zu plappern über Realität, sondern sie auch mal zu sehen. Das ist hier und Sie betreffend ganz einfach: Die Realität ist, dass Sie immer wieder hin ankommen, nachdem Sie entweder wieder mal rausgeflogen sind oder sich selbst großmäulig verabschiedet haben. Die Realität ist, dass Sie doch freiwillig – oder dafür bezahlt – hier sind. Die Realität ist auch, dass ich weder Ihren „Beitrag“ gelöscht noch Sie rausgeworfen habe.

            Sie sind wie so ein Idiot, der vorm Polizeirevier gegen Dienst- und Privatfahrzeuge tritt und pisst und laut krakeelt, was für eine miese despotische Polizei wir doch haben … aber nicht mal festgenommen wird. Ein *** also, der sich selbst ad absurdum führt.

            Und künftig bringen Sie gefälligst wenigstens Argumente, wenn Sie schon Ihre Propaganda hier ablassen.

          2. Politicus, wie kommt es, dass Ihre Kommentare nur aus Polemik bestehen? Sie kritisieren haltlos und weisen die hier dargebrachten Informationen ab, können aber nie wirklich mit dem Finger auf das zeigen, was Sie stört.

            „Keine ihrer Darstellungen entspricht der realen Wahrheit.“

            Dann erleuchten Sie uns bitte. Tragen Sie selbst einen Artikel bei, der Ihrer Meinung nach die Realität richtig beschreibt. Geben Sie uns etwas zum Auseinandersetzen. Meckern kann schließlich jeder.

            „Zur info, ich habe heute mit zwei Russen über das hier, Meinung über Russland, diskutiert. […] Es ergibt sich ein gänzlich anderes Bild als das was hier transportiert wird.“

            Und welches? Wollen Sie uns mit Halbgarem sitzen lassen? Als Russlandkenner und -reisender bin ich schon unglaublich gespannt, was sie zu berichten haben.

            „Nun denn billige Propaganda mehr ist es nicht, Russophilus, was sie und ihre anhänger hier verkünden.“

            Und nichtsdestotrotz lesen und kommentieren Sie die „Propaganda“ immer wieder. Statt aber zur Aufklärung der Gemeinschaft beizutragen, maulen und beleidigen Sie lieber nur. Etwas enttäuschend von Ihrer Seite, muss ich sagen.

          3. Politicus,
            es ist oft aus Zeitgründen nicht mehr nachzuvollziehen, was Sie in den Kommentarsträngen so von sich geben.
            Aber es zeigte mir deutlich auf, da ich mir die Mühe machte, in welcher Art und Weise der „Geohrfeigte“ seine (unsägliche) Thesen aufstellt.
            Sie gehen an ein unbedarftes Publikum und es findet sich entweder niemand, der Interesse hat, da mitzudiskutieren, weil es einem zu blöde wird und man ignoriert es einfach …..und es bleibt dann leider stehen und dieser Satz, übrigens von Analitik, zeigt dann Wirkung:
            „Wenn die Menschen erst glauben, dass es keine Wahrheit gibt, hören sie auf danach zu suchen und man kann ihnen ungehindert ins Gehirn scheißen.“

            Das ist der Punkt und ich bin so froh, daß der Dorfpolizist immer wieder unermüdlich „aufmerksam macht“, wo es dringend geboten ist.
            Was Ihr Engagement für die Jugend betraf, war das so hohl und nachdem einige kluge Kommentatoren Ihnen auf die Sprünge hielfen, „wie es der Politicus vielleicht wirklich gemeint haben könnte“, lehnten Sie sich genüsslich zurück und hinterließen den Eindruck, daß lediglich Russophilus nichts verstanden hätte.

            Man Politicus, was sind Sie nur für ein mieser Typ.
            Hier ein interessanter Link auf auf interessante „Früchtchen“. Im Kommentarstrang auch ein Kommentar von Russophilus, für den man ihn wirklich lieben und danken muß für seine Arbeit hier.
            http://analitik.de/2016/10/30/agentenarbeit-in-den-kommentaren-an-einem-beispiel/

            1. Meine Herren, Ihr Problem ist doch, das sie in einer Welt leben bzw. leben wollen die in der Realität nicht flächendeckend Existiert.

              Wenn ich schreibe „ich habe mit zwei Russen gesprochen“ dann ist das so. Wenn die zwei Russen, die in der BRD leben, mir ein anderes Russland Bild zeigen als das von ihnen gezeigte, dann ist das so.

              Und wenn ich schreibe das die Unwahrheit, oder sagen wir besser Halbwahrheiten, hier kommuniziert werden, dann ist das meine Erkenntnis aus Gesprächen heraus.

              Wenn ich hier schreibe, dass der überwiegende teil der ehemaligen DDR Bürger die DDR nicht wieder zurückhaben möchten, dann sollten sie das zur kenntnis nehmen. Auch wenn ihnen dies nicht passt.

              Grüße vom miesen Typen, der eben Erkenntnisse nicht vom bequemen Ohrensessel aus und Foren lesen gewinnt, sondern von der täglichen Arbeit mit Menschen. Und ein kleiner Seitenhieb sei mir noch gegönnt. Während sie hier reden, reden und reden, helfe ich den Menschen hier im Osten mehr als sie es jemals vermögen können.

              Ein kleiner Tipp. Analysen die hier so hochgejubelt werden sind zwar interessant aber bringen für die Zukunft nichts. Raten sie einmal warum das so ist.

              1. Achso so ist das. Sie sind gegangen (ehe Sie gegangen werden), weil es hier zu laberig, unseriös und, wer weiss, womöglich sowieso eine Honigfalle der diktatura ist (deren Sichten Sie rein zufällig vertreten) … aber um mal abzukotzen, kommen Sie dann doch gerne wieder.

                Erstaunlich, dass Sie so vehement gegen die Analysen hier wettern und angehen, wenn diese doch so verkehrt und ohnehin bedeutungslos sind.

                Es war ein Fehler, Sie seinerzeit, als Sie darum bettelten und angeblich aus dem Inneren des Systems verichten wollten, wieder reinzulassen. Und wie Sie Anständigkeit danken, haben wir ja alle erlebt … Gehen Sie.

  2. Danke an Artur, das er uns Ermöglicht, an den Gedanken, von Andrej Fursow teil zu haben. Welch ein Umfassender Denker.
    Seine Warnung vor den Undankbaren, wird wohl in ganz Russland begriffen und viele, der Menschen, die aus dem Westen, dann nach Russland fliehen wollen, werden wohl, ihre ENT täuschung Erleben, denn Russland, wird nicht jeden Aufnehmen, sie werden sich die Kandidaten, genau Ansehen, um sich nicht Täuschen zu lassen, wie es den Großherzigen Russen, immer wieder-fahren ist.

  3. Vielen Dank an Artur für die Übersetzung dieser Perle des Humanismus.Einfach brilliant und zum Niederknien.Mal geschwindt das“ Kreuz mit der Kirche und deren Auslegung des Christentums“ mit L.N.Tolstoi und Dostojewskis“Der Großinquisitor“ wunderbar dargelegt.Ich denke es gibt nicht viele Menschen mit so einer geistigen Brillianz.Nun ja ,Wieder halt die Russen,wie so oft.Von mir aus gerne mehr Fursow!!
    Grüsse an alle

  4. Gewaltig….Toll das Artur diese Arbeit auf sich nimmt um uns das nahezu bringen.
    Fursow ist schon ein Denker dessen Format erst mal gesucht werden muss.
    Mit fällt spontan in unseren Breitengraden keiner ein.
    Diese Auslegungen betreffs Christentums und den Entwicklungen und Querverbindungen zu russischen Geschichtsprozessen…schon interessant…
    Also nochmals vielen Dank!!

  5. Auch meinen Dank an Artur, sehr gutes Händchen bei der Wahl des Themas/ Autors, danke für die Mühe des Übersetzens.

    Nur kurz herausgepickt….
    „Sind Sie mit der These einverstanden, dass das Predigen fremder (von anderen Völkern stammender) Religionen eine geistliche Versklavung darstellt?
    — Natürlich, ich stimme zu. Das ist eine geistige Diversion, wenn ein fremdes Implantat sich interiorisiert und ein System (Ethnos oder Staat) zur Selbstrealisierungsfläche von Fremden wird. Geborgte Götter – das ist wie ein Kredit mit extrem hoher Verzinsung, nur bezahlt man seine Schulden nicht mit Geld, sondern mit einem verzerrten geschichtlichen Schicksal.“

    Braucht man nix dazu zu sagen!

    Auch der letzte Abschnitt…..genau so wird es kommen und wem es irgendwie möglich ist …JETZT…. gen Osten/Russische Einflußzone zu gehen, der sollte es tun…..
    Ich selbst fühle mich noch fit genug dort meinen Lebensunterhalt zu verdienen, allein es mangelt an substantiellen Dingen, keine Rente welche ausreichen könnte, keine Reichtümer.
    Also werde ich u. U. mit dem Gros der Deutschen flüchten müssen und an der Grenze wohl der einzige sein welcher vollstes Verständnis für das unweigerliche отказ hat….

    1. Lassen Sie sich vom deutschen Rentensystem oder anderen Versicherungen nicht davon abhalten, Ihr Glück in Russland zu suchen. Von den Erstgenannten wird mit der derzeitigen Nullzinspolitik und der zusätzlichen „Flüchtlingsbelastung“ in 10 Jahren eh nichts mehr übrig zum Auszahlen sein…

      Und Reichtum hat man in Russland für ein menschenwürdiges, naturnahes und sozial aktives Leben noch nie gebraucht.

      1. Ja,sehr oft habe ich auch den Wunsch meine Zelte hier in Deutschland abzubrechen.Ich habe auch angefangen die russische Sprache zu lernen.Ich würde auch nicht mit leeren Händen kommen, sondern mit einer Ausbildung die Weltweit gefragt ist und mit Maschinen und Werkzeugen für eine Fertigung und Schaffung von weiteren Arbeitsplätzen.Aber ich bin immer noch am Hadern mit mir.Es ist hier schon schwer zu ertragen,wie von der „elite“meine Heimat und das Leben der Deutschen mit jedem Tag mehr zerstört wird.Und man muss dazu noch lächeln und winken,sonst holt einen die PC-Gesinnungsmafia ab.Wie ist es, dieses Drama an meinem Land und Kultur der Deutschen aus der sicheren Ferne zu erleben.Ich denke ich bleibe noch für den Kampf der sehr bald kommen wird.Danach so Gott will ,kann Mann/Frau immer noch die richtige Entscheidung treffen.
        Grüsse an alle

        1. Ich denke mir gerne, dass das ursprüngliche, unverfälschte Deutschtum aus dem 18./19. Jh. von den emigrierten Russlanddeutschen bewahrt wird.

          Mein Wunschtraum: Eine deutsche „Hugenotten“-Teilrepublik unter der Jurisdiktion der Russischen Föderation, integriert in die russische Vielvölkergesellschaft. Platz gebe es theoretisch mehr als genug; es muss auch nichts Großes und Aufwändiges sein. Die deutsche Kultur wäre ein weiteres geschätztes Mosaikteilchen einer wahren Ethnievielfalt, vereint unter der russischen Sprache. Der von den Zios/Anglosachsen so gefürchteten Zusammenarbeit zwischen Russen und Deutschen stände nichts mehr im Wege.

          1. @Artur
            Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für Ihre unschätzbare Arbeit und der hier so wohltuenden Aufmunterung an meinen Vor-Poster.

            Ihre klaren Worte und nüchternen Botschaften haben eine sehr starke Wirkung. Ich werde mich darum bemühen, das Erforderliche mir anzueignen, um mit meiner Familie – einschließlich zweier wertvoller Töchter und deren vielsprachiger Fähigkeiten – eine willkommene Ergänzung in der russischen Gesellschaft sein zu können.
            Die von Ihnen bravurös übersetzten Texte von Fursow sind ein Monument geistigen Denkvermögens. Ich schätze mich gesegnet, sie dank Ihrer Fähigkeit in meiner Denk- und Muttersprache erfassen zu können.

          2. @ Arthur
            Vielen Dank für die Übersetung von Prof. Fusow…
            Es ist für mich faszinierend von einer solchen Persönlichkeit Dinge bzgl. der Religion ( speziell dem Christentum ) zu hören, welche ich mir selbst ( in einfacherer Form ) schon in dieser Art gedacht habe….
            —Sklavenhalter / Sklaven
            — Unterdrückung mittels Religion
            …usw.
            Ein Vergleich mit einem “ westlichen “ -Denker- und Prof. Fursow kann mangels “ Masse“ gar nicht stattfinden…… ( mir fällt jedenfalls KEINER ein.. )!
            Noch einen Satz, sehr geehrter Arthur zu Ihrer Aussage : „……ich denke mir gerne, dass das ursprüngliche, unverfälschte Deutschtum aus dem 18./19. Jh. von den emigrierten Russlanddeutschen bewahrt wird….“
            Da bin ich der Meinung , daß dieses Deutschtum ( im Sinne von Patriotismus..NICHT Nationlismus!! ..durchaus auch noch bei „Deutschen“ nicht nur bei „Russendeutschen“ vorhanden ist. Die “ Umerziehung“ hat zwar schon starke Auswirkungen ( speziell bei der jungen Generation), aber der Prozess ist NOCH umkehrbar….

          3. Das ist eine SuperIdee! Ich wäre sofort dabei!Dann könnten wir dem Russischen Volk durch unsere Arbeit und Taten etwas von unserer Dankbarkeit das es uns und Europa vom National-Sozialismus befreit hat zurückgeben.Auch für die Diktatura wäre es ein gewaltiger Schlag .Wenn z.B.1000 gut ausgebildeter!!Deutscher,Russland-Deutscher nach Russland gehen würden wie unter Katharina der Großen.Denn uns würde alsbald die deutsche Industrie nachfolgen.Unser Gedeihen und wirken würde sicher Weltweit beachtet und honoriert werden. Grüsse an alle!! Und wer etwas kann und sich so einen Schritt zutraut kann sich das ja mal durch den Kopf gehen lassen.

        2. Sehr geehrte/r Raegawuermle, da sind sie nicht allein, auch ich bin mit Fundierter Ausbildung, einer Werkstatt, mit Lager und Technologien, die noch nie Umgesetzt wurden. Wir Leben aber hier in einer Materiellen Welt und auch für ein Projekt in Russland, wird auf dieser Welt, frei verfügbares Kapital benötigt, alle meine Anstrengungen, scheitern immer am FREI verfügbaren Kapital, gerade auch, im Bezug auf Russland. Selbst als Valentin Falin, damals sein Bolschoi Theater, von der Konserve, so Erleben konnte, das er zu Tränen gerührt war, konnte er mir nur den Kauf der Hervorragen Schallplatten, von Melodie Vermitteln. Hätte ich damals freies Kapital gehabt, hätte ich alle Unterstützung, zum Aufbau einer Firma, von ihm gehabt.

          1. @ Felix
            Das mit dem freien Kapital und der Wertegesellschaft ist halt so ein Ding, welches schon unseren Eltern mit der Bratpfann eingebläut wurde.Hier ein Gschichtl dazu.
            Ich hatte damals 2000-2003 sehr viel In Spanien zu tun.Durch meine Arbeit kam ich mit sehr „reichen“(Monetär) Menschen zusammen.Auch die Politpromilenz und deren Lakaien gehörten dazu.Da Sie mit meiner Arbeit wohl zufrieden waren,fragte mich ein Politster mit guten Kontakten nach Brüssel ob ich Lust hätte einer Region bestehend aus mehreren Dörfern in den Picos de Europa etwas in deren Entwicklung weiterzuhelfen.Landschaftlich war es dort ein Traum.Es ging um die Infrastruktur,junge Menschen und Handwerker,Bauern,einen Tante Emma Laden zur Deckung des Bedarfs und Last but not least eine Dorfschule für die Kinder.Die in Brüssel haben damals mit Geld so umsich geworfen,wie wenn es kein Morgen geben würde.Gescheitert ist das ganze an zwei Lehrern und keiner wollte sich an die Kasse im Emma Laden setzen.Was ich damit sagen möchte ,Ich hätte die Schweine und Schafe gehütet,egal den man hätte zum Entstehen eines“ Wir und frei „beigetragen.Das“ Wir“ scheiterte an 3 Menschen die lieber in einer“ Wertegesellschaft“ gefangen bleiben wollten.Denkt immer daran das letzte Hemd hat keine Taschen.
            Grüsse an alle

    2. zu dem 2. Abschnitt in Deinem Kommentar:
      Nein Grumel. Dies ist der Deutsche Saker und wir sind Deutsche.
      Es ist feige schon Heute ans Flüchten zu Denken und in Richtung russische Einflußsphäre zu schielen. Wo doch auch im Text steht „in der Mitte des 21. Jahrhunderts“. Wir müssen Anfangen unsere Identität, uns selbst, wieder zu finden. Das wird uns Kraft geben Standhaft zu bleiben und zu Kämpfen. Wie es die Russen nach Perstroika, Jeltzin etc. auch tun mußten. Wie sie es getan haben.

      ( . . . . . wie Einfach es ist im schönen Büro morgens zu sitzen, Kommentare abzugeben, hier im noch-Frieden, und von
      „wir werden wieder Kämpfen“ zu schreiben)

  6. Ja, dieses Interview mit Andrej Fursow wird lange nachwirken.
    Das Dunkelalter! – Ich hoffe sehr, dass es in der Zukunft überhaupt noch jemanden geben wird, der von diesem epischen Kampf zugunsten des Lichts wird berichten können.
    Ich komme mir seltsam klein vor.
    Mut macht jedoch, dass ich nicht allein bin.
    In diesem Sinne – „Hanta Yo“.
    Meinen speziellen Dank an Artur für diese Übersetzung und Danke allen anderen, die diesen Blog so informativ gestalten.

    1. @ Joachim Fisch.
      Wie kommen Sie auf Hanta Yo? Wundervoll, ich kenne keinen, der dieses wundervolle Buch von Ruth Beebe Hill kennt. Sie müssen es kennen. In diesem Sinne Hanta Yo – Öffne den Weg, clear the way.

      1. @Stubido.
        Ja, ich habe es um 1990 gelesen. Sehr beeindruckend wie Ahbleza, bevor er gewählt wurde, buchstäblich das letzte Hemd weggab. Im krassen Gegensatz zu unseren „Führungspersönlichkeiten“ heutzutage.

      1. Danke Thommy. Auch Dir Glück auf Deinem Weg und den Segen der Erde. – Wir werden es brauchen können.
        PS: Wusste gar nicht, dass es hier so viele Indianer gibt 😉

  7. Meinen besten Dank an Artur und Kompliment für dieses sehr gut lesbare Ergebnis Übersetzungsarbeit an einem schwierigen Original!

    Die Stellen:
    „Die Umwandlung von erwachsenen Menschen in unterentwickelte Jugendliche, dabei diese nicht mit Intellekt, sondern mit hormonal-instinktiven Programmen lebend, einfach gesagt, die Debilisierung (dafür sorgen alle möglichen Talk-Shows), verfolgt ein einfaches Ziel: eine absolut unselbstständige Persönlichkeit zu erziehen, welche einfach an das globale Kommunikationsnetz als völlig steuerbare „Zelle“ angeschlossen werden kann. Einen kreativen, minimal intellektuellen Menschen kann man nicht in eine „Zelle“ des elektronischen Gehirns, kontrolliert durch Neopriester und Technomagier, verwandeln.“

    und:

    „Etwas sagt mir: Heute werden in Form und hinter der Maske von Fernbildung, die Bildung dabei maximal primitivisierend, den wortwörtlich persönlichen Anfang ausschließend (Lehrerfigur) und das Bildungsobjekt debilisierend, in Wahrheit die Methoden und Formen der distanziellen Psychokontrolle der „Oberen“ über die „Niederen“ herausgearbeitet.“

    passen hervorragend zum GEZ-System, welches die Opfer auch noch zur Finanzierung der Debilisierung zwingt. Perfekt!

    Vor allem ist mit gesundem Menschenverstand betrachtet diese Finanzierung ja keinesfalls rechtens.
    Hiermit fand nach dem zunächst allgemeinen, nicht direkt persönlich treffenden Banken-Raub nach 2008 der zweite, diesmal direkte Übergriff auf das Volk statt – unter Rechtsbruch, den bereits erreichten Debilisierungsgrad ausnutzend: die meisten machen schulterzuckend mit.

    Der dritte Angriff mittels Rechtsbruch direkt auf die Debilisierten war das Öffnen der Grenzen 2015 durch die „regierung“.

    Zum Recht hat Fursow noch nicht so viel gesagt – zum Rechtsbruch beim Grenzöffnen (sehe ich auch als Auswanderungsgrund) hier ein empfehlenswerter Artikel: https://fassadenkratzer.wordpress.com/2017/01/25/fortgesetzter-verfassungs-und-gesetzesbruch-der-regierenden/#more-2961

    Jetzt muss ich alles erst noch ein paar Mal lesen und nachdenken.

    Mir scheint aber, wir haben bald weder Volk noch Recht mehr- und die meisten merken es nicht.

  8. Schon wieder hervorragender Kommentar mit Tiefgang, wie ich es liebe.

    Vielen Dank an Artur, und Anerkennung für die geleistete Arbeit mit der Absicht, uns die Lektüre eines großartigen Denkers nahe zu bringen.

    Dieser Hr. Fursow blickt offenbar tief hinein in die finsteren Abgründe derer, die unsere Systeme peu à peu vernichten wollen, um ihrer krankhaften Sucht nach Macht dienlich zu sein.
    Ja, mit Machtgier haben wir es zu tun, und die Entitäten an den Schalthebeln sollten wir nicht zu den „Menschen“ zählen, sie haben sich vom wahrhaft Menschlichen abgemeldet und können sich, wenn die Paybacktime kommt, als seelenlose Wesenheiten NICHT auf Menschenrechte berufen! Sind wohl wesensverwandt mit den „kortschoi“ (= fremdländisches Gesindel, lt. Veden). Auch der russische Intellektuelle Arkady Petrov hat in seinen Büchern einiges in der Richtung festgestellt, dass hier jede Menge seelenloser Typen herumspaziert im Auftrag dunkler Mächte…

    Aus persönlicher Sicht noch bemerkenswert:
    Noch vor wenigen Jahrzehnten war es hier zu Lande üblich, auf alles Russische verächtlich herabzusehen und andererseits ängstlich in Richtung Russland (na ja, damals halt noch UdSSR, wurde mit RU eigentlich gleichgesetzt von einfachen Gemütern) zu blicken, als möglicher Auslöser eines neuen Groß- oder Weltkriegs, und sich glücklich zu schätzen, ziemlich weit weg von der russischen Grenze zu wohnen (ich geb zu, ich war von dieser Idee von der „Achse des Bösen“ mit RU an der Spitze auch einmal wie viele andere „normal sozialisierte“ befallen) –
    und hier und insbesondere die letzten paar Jahre wird deutlich, wie sich die Dinge gewandelt haben:

    WIR haben die reale Kacke am Dampfen, WIR haben ein absolut krankes, korruptes, bürokratisiertes, unmenschliches, degeneriertes und geradezu suizidales Megasystem am Laufen oder besser gesagt am Verrecken und wollen gleichzeitig noch mit kriegerischem Popanz gen Russland verhaltensauffällig werden…
    So kaputt, dass ich mich gedanklich schon öfter mit „Flucht“-Gedanken beschäftigt habe: Vielleicht wäre es irgendwo im Ural doch besser zu wohnen…
    Jedenfalls, wenn Auswandern alternativlos wird, käme nur Russland in Frage.
    Und wie es in den bisherigen Kommentaren manchmal heraustönt, wäre ich nicht der einzige…
    vielleicht findet sich ja mal eine Reisegruppe mit halbwegs gemeinsamer Vision und der Bereitschaft, die oberflächlichen Vorzüge und Scheinsicherheiten auf der „EU-Titanic“ für etwas anderes aufzugeben, was die Seele aufleben lässt.

    Träumerei? Ja, ist schon etwas spät – dann wünsche ich dem ganzen Dorf noch eine gute Nacht.

  9. Ein Leckerli von besonderer Güte,so genüsslich das meine Seele zum Jubeln veranlasset.
    Danke für die Mühe Herr Artur.

  10. In Einem möchte ich dem Text widersprechen, laut den Veden sind die Slawen und die Arier Brudervölker und die Arier(Germanen) sind das Wächtervolk im Westen, es sollte schon bei der Wahrheit bleiben, selbst, wenn die historischen Traditionen der Völker unter sich zu Verwerfungen und Feindschaft geführt hatten. Schon seit Jahrhunderten lassen wir uns gegenseitig aufhetzen und bekämpfen, was wiederum mit der Macht der satanischen Tradition(kath. Kirche) zu tun hatte. Wenn Jemand mal viel Zeit hat, so lese Er/Sie doch mal das Dritte Testament, vieles erschließt sich dann von ganz alleine, die Macht des Bösen über die Gedanken und die Völker, die Spaltung, im Glauben an die Heiligkeit aller Seelen.
    Wenn die Menschen nicht begreifen, dass wir endlich mit diesen sich gegenseitigen Auf- und Abwertungen Schluss machen müssen und den Gegenüber, ob gefühlter Feind oder Freund den selben Respekt als Seele(ob verwirrt oder nicht) aufbringen müssen, werden wir wohl nie begreifen was wirklich heilig ist und die Liebe wird stets dabei verlieren.
    Hass, Intoleranz und Religion sind die Feinde der Menschen und nur wahrer Glaube an die Heiligkeit und Unsterblichkeit unserer Seelen befreit uns von der Angst und der damit verbundenen Macht des Bösen- in uns selbst.

    1. @Torsten: Handelt es sich bei den „Germanen“ nicht um ein Kunstprodukt der neueren deutschen (und westlichen) Geschichtsschreibung? Der maßgebliche literarische Hinweis auf die „Germanen“ stammt von den angeblich römischen Geschichtsschreibern (Tacitus etc). Diese Texte allerdings wurden alle aus dem a-rabischen rückübersetzt.

      Die Deutschen lassen sich bestenfalls auf die 5 deutschen Stämme zurück verfolgen: Sachsen (heutige Engländer und West-Niedersachsen), Bayern, Franken, Schwaben und Thüringer. Richtig „germanisch“ – sind eigentlich nur die Schwaben (Sueben, Schweden). Die anderen Gruppen lassen sich dem keltischen bzw. dem slawischen Raum zuordnen. Das Gros der Bewohner Mittel- und Ostdeutschlands ist da aber noch gar nicht dabei! Das sind reine Slawen. Die heutigen „Sachsen“ sind historisch und genetisch gesehen keine. Dafür ist die Deutschtümelei dort gerade im 19. Jahrhundert sehr verbreitet gewesen, d.h. es wurde mit Begeisterung eine neue Identität angenommen („Integration“).

      Wir Deutschen sind also ein Vielvölkerstaat mit slawischen, keltischen und „germanischen“ (eigentlich nord-afrikanischen: Vandalen etc. – diese stellten wohl die Fürsten wie Heinrich den Löwen) Wurzeln. Damit die Deutschen sich aber ihre Identität zurecht schreiben konnten, mussten sie das europaweit tun. Deshalb stellten die Romanows deutsche Geschichtsschreiber ein, und es wurden Chroniken, Ortsnahmen und Wappen angepasst um die „russische Geschichte“ ganz an die sog. Scaliger-Chronologie anzupassen (beziehe mich auf die Autoren Fomenko/Nosowski, die allerdings auch in Russland umstritten sind). Es sollte anscheinend vor allem vertuscht werden dass ganz Eurasien einmal ein Reich war. Da braucht man sich nicht wundern warum Glasgow heisst wie heisst, oder das irische Sligo (Sligow!) – das sind offensichtlich slawische Toponyme, oder warum die Schotten fast dieselbe Flagge haben wie die russische Marine; oder warum die (K)Han-se („des Khans“) mit (K)Hanse-Koggen (russisch: Kowtschek) fuhr, welche Ljubitz (Lübeck von russisch Ljubow = Liebe) und Rostock (russisch = Keim) ansteuerten und in Priwall (russisch = Rast) Pause machten. Die „Ziocons“ kamen erst nach dem Verfall dieses Reiches ins Spiel, im wesentlichen dadurch dass sie die englische Krone bekamen. Die Machtergreifung ist anscheinend bei – Kindermund tut Wahrheit kund – Charles Dickens „A child’s history of England“, Kapitel 30 beschrieben: „… All kinds of shows and images were set up; GOG and MAGOG were hoisted to the top of Temple Bar, and (which was more to the purpose) the Corporation dutifully presented the young Queen with the sum of a thousand marks in gold … “
      Übersetzung: „Alle möglichen Götzen wurden errichtet; Gog und Magog wurden auf dem Temple Bar aufgehängt, und (das war der Zweck des Ganzen) die Firma (AdÜ: gemeint ist wohl die City of London) schenkte der jungen Königin 1000 Mark in Gold“.

      Aus strenger Sicht muss man Fursow allerdings beipflichten: Auf eine Weise sind die deutschen Slawen vom Glauben abgefallen und man mag sie nicht mehr „die Ruhmreichen“ (Slawa = Ruhm) bzw. „die Wortreichen“ (Slowo = Wort) nennen, letzteres vor allem weil sie „stumm“ wurden (Nemtsi = russisch: die Stummen), d.h. ihre Sprache verloren (nix gegen die deutsche Sprache, aber es ist doch bezeichnend dass es in D so viele Dialekte gibt und sich wenige mit der Sprache recht anfreunden – und in Russland gibt es nur russisch – quasi keine Dialekte).

      Die „teutonischen Wolfsrudel“ welche Fursow anspricht sind die gefallen Slawen die wahlweise zurück nach Hause wollen, wahlweise die gesunden und gläubigen Slawen „bekehren“, also in ihren Abgrund mit hineinziehen wollen. Mein Großonkel mütterlicherseits meldete sich so 19 jährig freiwillig an die Ostfront wo er, geboren am 12.12.1922 auf altem wendischen Gebiet, im Jahre 1942 bei 44 Grad Ost, 44 Grad Nord, fiel. Zahlenmystik kommt immer dann ins Spiel, wenn der Prozess deterministisch ist, also (mit Fursow) entropiert, wie eine Zerfallsreihe in der Physik. Das Lebendige und das Heilige negentropieren und folgen keinen Zahlenreihen. An den Zahlen kann man so leicht den Aufbau und die Heilung vom Zerfall unterscheiden.

      Das was wir übrigens heute in der Ukraine sehen, das ist uns schon viel früher passiert (und „wir“ haben es ja maßgeblich in die „Ukraine“ getragen – und das ist es was Merkel u. Steinmeier da nach wie vor wollen, die Früchte dieser Kriege ernten, den Ab-fall und Ver-fall zu Ende bringen).

      1. Werter @ Радостин Zumindest ist der erste Satz Ihrer Antwort auf @ Thorsten noch eine Frage:

        „Handelt es sich bei den „Germanen“ nicht um ein Kunstprodukt der neueren deutschen (und westlichen) Geschichtsschreibung?“

        Die klare Antwort ist ein simples Nein. All Ihre Namens- und Zahlenspielchen sind vergebliche Liebesmüh. Liebe – um die ging es im Wesentlichen im Beitrag von @ Thorsten:

        „Wenn die Menschen nicht begreifen, dass wir endlich mit diesen sich gegenseitigen Auf- und Abwertungen Schluss machen müssen und den Gegenüber, ob gefühlter Feind oder Freund den selben Respekt als Seele(ob verwirrt oder nicht) aufbringen müssen, werden wir wohl nie begreifen was wirklich heilig ist und die Liebe wird stets dabei verlieren.“

        Sie haben genau das Gegenteil von dem gemacht, was die Essenz des obigen Satzes notwendig fordert. Zuhören [in diesem Fall mit Respekt lesen, was der andere schreibt, und mit dem Willen, etwas daraus zu lernen] ist eine der höchsten Künste.

        1. @Ekstroem: Kritik bezüglich des Lesens/Kommentierens der Beiträge anderer ist angenommen. Dennoch denke ich dass man die Dinge beim Namen nennen soll („teutonische Wolfsrudel“), und es auch geboten ist – zumindest zu versuche – aufzuzeigen wie sie ihren Lauf nahmen. Und da hier oft die Ukraine das Thema ist, habe ich mir eben erlaubt eine Analogie dazu zu bringen (uns). Und da hier auch öfters gefragt wurde, wie eigentlich historische Erkenntnisse gewonnen werden können, habe ich mir erlaubt zu versuchen zu zeigen dass es geht wenn man einfach nur genug Datenpunkte verbindet. Natürlich tue ich dies als fehlbares Ego – geschenkt.
          Liebe bedeutet m.E. nicht ein kritik- und streitloses Nirvana anzustreben, sondern Informationen die man für relevant erachtet zu teilen mit Menschen denen man zutraut dass sie diese verdauen können (und „etwas daraus zu machen“, was genau, ist natürlich offen). Das ist doch der Sinn der freien Rede und die Stärke dieses Dorfes. Verlorene Liebesmüh ist dies auch nicht, denn seien Sie gewiß, jede Aufwendung hat ihre Wirkung, auch wenn sie sich nicht gleich (bewußt) erschließen lässt.

  11. @ Thorsten
    Lesen Sie bitte die Santia-Veden nochmal aufmerksam durch und Sie werden diese auch besser verstehen.Es gibt im Internet und vorallem auf You-tube ziemlichen ….Blödsinn.Also ist das mit etwas Vorkenntnis-Wissen auch leichter zu erkennen.So z.B.Arier = Germanen /Wächter des Westens das hätten wohl einige gerne,dem ist aber nicht so.Sonst müssten alle Deutschen/Nachfahren der Germanen blaue Augen und blondes Haar haben.Auch hat Fursow in dem Interview den Russischen Mann als eher“ Abergläubig“ als Gläubig bezeichnet.Wenn Sie die Brüder Karasimow von Dostojewski gelesen haben, werden Sie Fursow und seinen subtilen Humor bestimmt zu schätzen wissen.
    Grüsse an alle

    1. danke für den Kommentar, aber es geht halt gerade nicht um Blonde Haare und blaue Augen, das halte ich für rassistisch, sondern um die innere Einstellung zu den Dingen, da finde ich die Russen schon sehr weit in der Bewustseins-Entwicklung, wir“ Deutschen“ waren da auch schon mal weiter, in alten Zeiten da gab es keinen Herrscher oder König, sondern die Menschen wählten Vertreter die die Gemeinschaft zu wichtigen Fragen in der Versammlung präsentierten und die damit entstandene Gemeinschaft war homogen und entschlossen im Handeln.
      Heute sind wir durch Abgabe unserer Identität an korrupte Politik von Verantwortung für unser Leben und Handeln von der Gemeinschaft isoliert und diese Pseudogesellschaft fördert den Individualismus in negativer Form- ohne Verantwortungsbewusstsein und voller Ohnmacht-, den Menschen wird beigebracht Angst vor Tod, Schmerz und Fehlern zu haben, somit die Handlungsoptionen von der Möglichkeit der Gesellschaft abhängig zu machen.
      Diese Feigheit ist allgegenwärtig und behindert die meisten Menschen daran die Erfahrung zu machen, was Leben wirklich bedeutet, denn der Tod ist der Sinn des Lebens- damit Evolution voranschreitet.
      Ich weiß genau wovon ich spreche, ich war schon zwei mal klinisch tod und heute habe ich keine Angst mehr, habe schon mehrfach bei Null angefangen, da ich aus ethischen Prinzipien den „geraden, einfachen und leichten“ Weg verlassen musste und bin heute so glücklich wie nie zuvor, da ich jederzeit abtreten kann ohne die Angst etwas schlechtes getan zu haben.
      Selbst meine Frau( Italienerin) akzeptiert meine Einstellung und liebt mich dafür ein Mann zu sein.
      Versuche dies an mein Kind weiter zu geben, deshalb bekam meine Tochter auch Ärger in der Schule, da muss wohl jeder durch, wer die Wahrheit sagt ;-).
      Wir sind gerade weg aus Deutschland und fangen wieder neu an, wichtig ist nur, dass mein Kind frei groß werden kann- ohne Manipulation, Lügen und Heuchelei.
      Früher dachten die Menschen, lieber in Freiheit sterben als als Sklave zu leben, heute kämpfen Sie darum, wer der Obersklave sein darf, um etwas besser zu leben- das ekelt mich an.
      Habe alles versucht von Vernunft bis Politik und am Ende bleibt nur die Tatsache, dass jeder Weg, welcher dem Herzen widerspricht der Falsche ist.
      Vielleicht irre ich, vielleicht interpretiere ich etwas falsch, es sind jedoch meine Fehler und ich werde vor Gott dafür gerade stehen und hoffe auf Vergebung, denn ich habe aus Liebe zu de Menschen meine Entscheidungen getroffen und werde dies auch weiter tun!
      liebe Grüße Torsten

  12. @Piscopo

    Bei Facebook gibt es eine Gruppe „Auswandern nach Russland“, darüber berichtete RT. Die Gründerin hat Kontakt nach Russland und versucht, dort eine Art Enklave für die auswanderungswilligen Deutschen zu bekommen. Meines Wissens nach gibt es in Russland bereits ein oder zwei „deutschdominierte“ Landkreise. Jedenfalls sind es bereits Tausende, die nach Russland auswandern wollen.

    Es Organisatoren von Reisen, welche die Stätten wedrussischer Kultur besuchen und Gemeinschaften, die daran orientiert leben. Auch ein Besuch der Schule von Schetinin sowie der Dolmen, den Megalithbauten, steht auf dem Programm.

    Tourdaten 23.4. bis 6.5, 6.5. bis 19.5 und 19.09 bis 2.10
    dorotheamariabaumert@gmail.com
    01575 2490757

    Jetzt zum Text. Danke für die Mühe, Artur. Wie würdet ihr diese Stelle verstehen?

    — (6.4) Sind Sie mit der These einverstanden, dass das Predigen fremder (von anderen Völkern stammender) Religionen eine geistliche Versklavung darstellt?

    — Natürlich, ich stimme zu. Das ist eine geistige Diversion, wenn ein fremdes Implantat sich interiorisiert und ein System (Ethnos oder Staat) zur Selbstrealisierungsfläche von Fremden wird. Geborgte Götter – das ist wie ein Kredit mit extrem hoher Verzinsung, nur bezahlt man seine Schulden nicht mit Geld, sondern mit einem verzerrten geschichtlichen Schicksal.

    Sind jene, die jetzt den Buddhismus als Religion oder Philosophie gewählt haben, geistige Sklaven geworden? Was wäre in unserem Fall ein nichtfremder Gott? Ab wann beginnt das Fremdsein? Wurde ich christlich erzogen und wechsele ich zum Islam, wäre das ein fremer Gott bezogen auf meine Lebensspanne.

    Doch Fursow argumentiert in größeren Zusammenhängen. Also könnte er auch einen dem Volk fremden Gott gemeint haben. Ist der Gott der Bibel ein uns fremder Gott? Denn bis zum Auftauchen der Missionare und der Taufe mit Feuer und Schwert, gab es hier andere Götter. Und so kann man in der Geschichte immer weiter zurückgehen. Wo hört das Fremdsein auf?

    1. @Uwe: Das Fremdsein hört auf wo der Glaube nicht durch ständige Wiederholung, Frömmlerei und Rituale dominiert wird, sondern Grundlage einer schöpferischen und spontanen Lebensweise wird. Fremdsein hört auf wenn Sie einfach wissen was zu tun ist, und nicht erst jemanden fragen müssen.

      Aufgrund unserer „biochemischen Grundlagen“, die ererbt sind, haben wir das Zeug zur Freiheit (und zum Glauben). Wir sind aber durch die jahr-hunderte Lange Sklaverei erschöpft und klammern uns daher „gerne“ an Fremdes. Mit List und Lust ist es aber möglich die eigene Unabhängigkeit und Energie so weit zu steigern, dass Glaube und Einheit mit dem Ganzen wieder erweckt werden.

      Zur Inspiration, aus einem russischen Liedtext (aus dem Album „Zum Tag der Luftlandetruppen (VDV)“ – Orginaltitel Все мы дети Великой России;
      „Wir sind alle Kinder des Großen Russlands:

      Wir sind alle Kinder Russlands,
      an uns ist es Russland zu bewahren und zu lieben,
      denn in ihm liegen unsere heiligen Wurzeln,
      und das große russische Wort.

      Es werden neue Generationen leben,
      und solange in uns das Blut pulsiert,
      werden wir uns in Russland mit Macht vereinen,
      mit uns sind Glaube, Hoffnung, Liebe.

      Mit unseren Händen heilen wir Russland,
      wie es das Lebendige Wasser tut,
      und Russland, in der neuen Zeit,
      schenkt allen eine goldene Morgenröte.

      Wir sind wie Funken des Welt-Alls,
      auf die Große Erde gekommen,
      und das Feuer dieses heiligen Lebens,
      schenken wir unserer Erde.“

      Gruss,
      Radostin.

  13. Vorab vielen Dank an @ Arthur für die Übersetzung.

    Ehrlich gesagt, habe ich den zweiten Teil erst heute um 09.30 gelesen (der erste Teil war mir zu „theoretisch“; irgendwie nicht nach meinem Geschmack). Ich war entsetzt, denn all meine letzten Kommentare habe ich geschrieben ohne(!) og. Artikel gelesen zu haben; auch meinen letzten Kommentar um ca. 08:00! Ich habe nicht nur Gedanken, sondern sogar spez. Wörter wiedergefunden (Saulus – Paulus etc.). Wie auch immer.

    Nun zu Furusows Bemerkung: „Serben – imperiales Volk“. Ich verfolge seit längerem einen gewissen Prof. Deretic, der von einer „alternativen serb. Geschichte“ (sein Fachgebiet: die antike serb. Geschichte) spricht. Die antike Geschichte soll 2.000 v. Chr. begonnen haben. Die Serben sollen also nicht seit dem 7. Jhdt. n. Chr. sondern viel länger auf dem Balkan leben. Er behauptet, dass sie eine Hochkultur formten und die erste Schrift („Srbica“) hatten, aus welcher sich später die römische, griechische und jüdische Schrift formte. Der höchste Gott soll „Serbon“ gewesen sein. Die serb. Geschichte wurde nach dem „Berliner Kongress“ (1878) angeblich ausgewechselt unter dem Druck des Vatikans und Österr- Ungarns. Unter den heutigen serb. Geschichtskundigen ist Deretic mehr als umstritten, da sie (zitiere Deretic) „nichts anerekenne würden (ihre Privilegien schützend), was nicht ein Produkt der Wiener Schule ist“ … usw. usf.

    Eine ähnliche These haben mehrere Wissenschaftler vertreten; die bekannteste: Olga Velukovic-Pijanovic.

    Ein ami-Wissenschaftler russ. Ursprungs (ein gewisser Anatolji Kljossov) behauptet sogar, dass aufgrund der Genanalyse behauptet werden kann, dass alle slaw. Völker von den Serben abstammen sollen.

    Wie auch immer. Ich will nicht langweilen. Ich weiß ja selbst nicht, was ich von vielen der Thesen halten soll …

    1. @ sloga
      Vielleicht schauen Sie mal in diese Ecke:
      https://www.youtube.com/watch?v=89wNlzUqG94

      WEDEN – CHRONIK der ASEN
      „Wie der Titel schon sagt, geht es um die Asen und die Quelle dieser Chronik sind die Slawisch-Arischen Weden (russ. Славяно-Арийские Веды).“

      In der Textbeschreibung sind noch weitere Links. Ich glaube irgendwo in den Video gings auch um die „Serben“. Die Theorien sind schon interessant in dem Video und aufgrund der ganzen geschichtlichen Verschwurbelungen…., finde ich zumindest einige Teilaspekte hier interessant.

  14. @Radostin, ihrer Sicht auf die Fremdheit in der Religion kann ich aus ganzem Herzen zustimmen. Der Liedtext gefällt mir ausnehmend gut. Ich habe auf Youtube danach gesucht, allerdings Versionen gefunden, die nicht so prickeln in der Darbietung waren.

    @sloga,

    ich habe immer meine Probleme mit den großen Heldensagen aus längst vergangener Zeit. Da denke ich unwillkürlich an die Ukrainer, deren Sprache von der Venus kommt, die das Schwarze Meer erschufen oder an die Türken, welche Amerika entdeckten. Aber vielleicht haben die von ihnen zitierten Wissenschaftler ja recht. Immerhin stehen in der Region auch Pyramiden oder wenigstens eine.

    1. Essener Terrorwarnung, Einkaufszentrum für einen Tag geschlossen

      An diesem Tag sollte die türkische Familienministerin in Essen ihren Auftritt haben. Da ist man mal geneigt eine Terrorwarnun g loszulassen und den Auftritt der Ministerin aus Sicherheitsgründen abzusagen. So kann man die Bevölkerung bzw., die, die schon lange hier leben, in Angst und Schrecken versetzen und die Ministerin ist man gleich auch los.

  15. Ich mag die Analysen von A. Fursow, allerdings greift er mir in folgendem Abschnitt viel zu kurz:

    „Wieso war im sozialistischen Lager die Unzufriedenheit mit dem Leben und der Regierung eine allgegenwärtige Erscheinung?“

    Zumindest aus deutscher Sicht, denn der Lebensstandard der Westdeutschen war insgesamt weit höher und das bei weniger Arbeitsleistung (vergleiche Hausfrauenehe mit typisch ostdeutschem Doppelverdienerhaushalt).

    Die Unzufriedenheit allein mit ökonomischen Gründen zu beschreiben, greift außerdem zu kurz.

    Die DDR zerstörte die Umwelt z.B. mindestens im selben Umfang, wie der „Kapitalismus“, man durfte es nur nicht sagen. Ich erinnere an die bunt-braunen, stinkenden und schäumenden Kloaken, Flüsse genannt, die unsere Heimat durchzogen, an die entlaubten Wälder, etwa auf dem Fichtelberg usw. Im großen Russland mag sich das aber anders darstellen, als in einem dicht besiedelten Industriestaat.

    Ein anderes Momentum sind die regen 10-20% der Gesellschaft, die mitgestalten, mitbestimmen und verbessern wollen. Das aber (dem kreativen Geist vollkommen zuwider) nur als ideologisierte linientreue Apparatschik hätten tun können.

    Es gibt aus diesem Dilemma übrigens keinen Ausweg. Sozialismus nach Art des Ostblocks funktioniert nur als Diktatur und eine solche führt immer zu Widerstand. Jede Öffnung führt hingegen zu einer Durchlöcherung der sozialistischen Ideologie.

    Der Grund ist ganz einfach: Menschen sind nicht gleich, also kann es auch nie eine absolute Gerechtigkeit geben, schon gar keine soziale. An einem viel zu hoch gesteckten, unrealistischen Ziel, muss aber letztlich jede Ideologie scheitern. Egal ob es „Westfernsehen“ und Feindagenten gibt oder nicht, die haben das höchstens beschleunigt…

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