Ischtschenko zu China und amis

Übersetzung eines Artikels von Rostislaw Ischtschenko (Quelle).

Für Russland ist nur der Konflikt zwischen den USA und China vorteilhaft, der zur Lösung herangereift ist

Flottenadmiral Harry Harris, der die Pazifikflotte der USA befehligt, hat am Mittwoch erklärt, dass Amerika bereit ist, China im Südchinesischen Meer entgegenzutreten, wenn es weiter seine „ungesetzlichen Ansprüche“ durchsetzen will.
Die Erklärung eines so hochrangigen Militärs ist an und für sich schon kein Scherz. Zur Pazifikflotte: die größte und mächtigste Gruppierung der Armee der USA, die drei operative Flotten einschließt (3., 5. und 7.) und zu der 5 Divisionen atomare Raketen-U-Boote (38 Einheiten) und 2 Expeditionskörper der Marineinfanterie gehören (insgesamt über 100000 Menschen).

Diese Erklärung wird noch bedeutsamer, wenn man berücksichtigt, dass die Erklärung sofort nach der unzweideutigen Beleidigung, die tatsächlich vom gewählten Präsidenten der USA, Donald Trump, ertönte.
Trump hatte sich telefonisch mit dem Präsidenten Taiwans (das China für sein Territorium hält) besprochen und als Antwort auf die Empörung Pekings erklärt, dass er nicht versteht, warum die USA an der Politik „des einen Chinas“ festhalten sollen, wenn es ihnen nicht gelingt, sich mit China zu anderen Fragen zu vereinbaren.
„Andere Fragen“ sind zum Beispiel eine Verlegung von Industrieunternehmen der amerikanischen Gesellschaften aus China auf das amerikanische Territorium, sowie die Forderung, den chinesischen Renminbi Yuan in Bezug auf den Dollar zu stabilisieren.
Trump versucht nicht einfach, sein Vorwahlversprechen zu erfüllen und das amerikanische Kapital zu zwingen, im Land zu investieren. Die Realisierung seiner Pläne in der chinesischen Richtung ist nicht nur die Schaffung von tausenden Arbeitsplätzen in den USA, die allerdings China verlieren wird, sondern Trump versucht auch alles, Amerika den Status „der Werkstatt der Welt“ zurückzugeben.

Deshalb wird die Forderung nach Rückführung der amerikanischen Industrie auf die heimatliche Erde von der Forderung nach der Stabilisierung des Yuans gegenüber dem Dollar begleitet. Dann muss man „nur noch“ die erzeugte Produktion verkaufen – und für die nationalen Hersteller/ Exporteure schafft der schwache Dollar dafür sehr günstige Bedingungen.

Fast ein Ultimatum

Die Gesamtheit der Erklärungen des gewählten Präsidenten der USA (und des Oberbefehlshabers der Pazifikflotte) klingt wie ein an China gestelltes Ultimatum. Entweder Peking gibt den USA die Industrie und die Märkte „freiwillig“ zurück, oder das aktuelle Niveau der militärischen Konfrontation (das ohnehin schon hoch ist) wird von Amerika bis an die Grenze geführt werden.
Es sind auch die Punkte umrissen, um die herum die Opposition geplant wird. Die USA werden die Liquidation der von China aufgebauten Militärstützpunkte im Südchinesischen Meer (auf den Spratly-Inseln) fordern. Washington wird auch die Unterstützung der Taiwanpolitiker verstärken, die für die Unabhängigkeit der Insel auftreten und wird die militär-technische Hilfe für Taiwan intensivieren. Auf die gleiche Weise werden die USA alle Länder der Region unterstützen, mit denen Peking im territorialen Streit liegt. Das sind Vietnam, die Philippinen, Malaysia und erneut Taiwan.
Zusammenfassend: Trump hat sich China genau so zugewendet, wie es Clinton mit Russland gemacht hätte – sie haben bei einem Präsidenten, der sich für die Erringung seiner politischen Ziele einsetzt, die diplomatischen Verhandlungen durch militärische Erpressung ersetzt, und die Situation damit bis zu jenem feinen Rand hingeführt, hinter dem sich der Beginn von Kriegsoperationen spontan – ausgelöst von einer beliebigen Zufälligkeit – entwickeln kann.

Wer ist mit wem mehr befreundet

Dabei ist China der Verbündete (wenn auch nur inoffiziell) Russlands. Peking hat die Position Moskaus zu Syrien im Weltsicherheitsrat der UNO vor wenigen Tagen unterstützt. In den letzten Jahren werden immer umfangreichere gemeinsame Übungen der Landstreitkräfte und der Kriegsflotten Russlands und der Volksrepublik China durchgeführt.

Die Hauptsache besteht für Russland darin, dass sich ohne China die Konzeption des Großen Eurasiens, die der internationalen Politik Moskaus im letzten Jahrzehnt zugrunde gelegt war, ins Nichts auflöst. Außerdem wird diese Konzeption auch zerstört, falls China die industrielle Macht und die Möglichkeiten des internationalen Handels entzogen werden.

Wenn als Hauptlieferant der industriellen Waren nach Europa die USA den Platz Chinas einnehmen, so werden auch die Handelswege Russlands einen Umweg machen und es wird ökonomisch (und das ist natürlich auch militärisch-politisch) eine Neuausrichtung der EU auf Amerika erfolgen.
Sogar die Projekte der Transatlantischen Handels-und Anlagepartnerschaft und die Transpazifische Handelspartnerschaft, die heute noch von Trump desavouiert werden, könnten sich dann wieder als aktuell erweisen.

Im Allgemeinen kann Trump alles das, was die Globalisten im direkten Zusammenstoß mit Russland verloren haben, mit Hilfe dieses Manövers wiedergewinnen, nämlich den Hauptschlag von Russland (das sie nicht vernichten konnten) einfach zu verlegen, und zwar auf China, dessen militärische Macht sie sich wesentlich schwächer – als die russische – vorstellen.

Wenn China das Ultimatum Trumps ablehnt (und die Wahrscheinlichkeit liegt bei nahezu 100 %), wird er mit russischer Unterstützung rechnen. Dafür ist Trump offenbar dann auch zu ernsthaften Zugeständnissen gegenüber Moskau bezüglich Syriens und Europas bereit. Warum es heute nicht überlassen, wenn man im Begriff ist, es morgen – nach dem Sieg über China – wiederzugewinnen?

Ein Dreieck schaffen

Sich mit Washington im Westen zu vereinbaren, und gleichzeitig seinen Opponenten im Osten zu unterstützen wird nicht einfach sein. Die Amerikaner werden sich – entsprechend ihrer diplomatischen Tradition – bemühen, alle Probleme in einem Paket zu koordinieren und die Vereinbarungen zu Syrien, zur Ukraine und zur EU von der neutralen Position Russlands in der Opposition der USA mit China abhängig zu machen.

Solche Lösungen sind für Russland immer unannehmbar, denn wenn die USA siegen werden, so wird Moskau alle in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten erworbenen Positionen verlieren. Wenn Peking allein und aus eigener Kraft gegen die USA gewinnen werden, dann wird es sich heftig steigern, aber wird deswegen immer noch kein Freund Russlands. Im Gegenteil, China wird auf eigene Rechnung versuchen, die Verluste aus der Opposition mit den USA zu kompensieren.

Die einzige Russland zuträgliche Variante der Östlichen Strategie ist die Organisation von dreiseitigen (Moskau-Peking-Washington) Verhandlungen. Es ist schon klar, dass die Partner nicht vor Begeisterung klatschen werden, wenn Russland versucht, sich in ihren Streit mit einer schlecht verborgenen vermittelnden Mission hineinzuzwängen.

Jedoch kann Moskau auf vollkommen amerikanische Weise in diesem Fall handeln. Da die militärische Gefahr im Pazifischen Ozean auch den Grenzen Russlands droht, kann es natürlich mit dem Vorschlag, die Region zu entmilitarisieren, auftreten. Da man eine solch komplizierte Frage nicht sofort entscheiden darf, beschränken sich die Meinungsäußerungen auf die Entfaltung der Kräfte der Flotten mit ganz klar erkennbarer Verteidigungskonfiguration.

Die Hauptkräfte der Pazifikflotte der Russischen Föderation befinden sich an den verwandten Küsten. Außerhalb von Wladiwostok, der Kurilen und Kamtschatkas hat Russland keine Basen. Für die wirksame Verteidigung der Küste Chinas muss man die Wasserfläche der küstennahen Meere kontrollieren, wofür dann Basen gebaut werden.
Also kann man sich über den Verzicht auf den Bau neuer und das Einfrieren nicht zu Ende gebauter Basen vereinbaren (wenn es zum Ende der Verhandlungen welche gibt). Die USA müssen, als vertrauensbildende Maßnahme, die operativen Flotten zu den verwandten Küsten zurückberufen. Die führenden Basen auf Hawaii und Alaska dienen zur ausreichenden Garantie der Sicherheit des Festlandes Amerikas.

Die Zeit arbeitet für Russland

Es ist klar, dass die Erringung einer Vereinbarung zu diesen oder ähnlichen Bedingungen tatsächlich unwirklich ist. Aber das Abkommen ist für uns prinzipiell auch nicht wichtig. Es geht eigentlich um einfach unendliche Verhandlungen zur Sache.

Die Situation in Syrien und in der Ukraine entwickelt sich – in der EU folgerichtig auch – so, dass die Zeit für Russland arbeitet. Bei solcher Dynamik und der Richtung der Entwicklung der Ereignisse besteht die Frage nicht darin, ob sie in die Vormundschaft Moskaus übergehen werden. Es entsteht eher die Frage wie viel vom Ganzen übergehen wird. Je länger die USA im Osten beschäftigt sind, desto mehr Zeit und Möglichkeiten hat Russland, das für sich günstigste Format des Übergangs zu entwickeln.

Am meisten muss sich Trump beeilen, der seinen Wählern schon 2019 ein Zwischenergebnis vorlegen will. China muss so schnell wie möglich sich seine Handlungsfreiheit sichern. Die regionale Krise bindet alle seine Ressourcen und lässt es nicht zu, eine aktive Politik in anderen Richtungen durchzuführen.

Für Russland ermöglicht die Konzentration der Verhandlungen im Osten, sich im Westen Handlungsfreiheit zu verschaffen und danach alle befreiten Ressourcen in der östlichen Richtung zu konzentrieren.
Außerdem wird die Tatsache des Einverständnisses der USA mit der Diskussion über die Kürzung der Anwesenheit von Militär in der Region die Positionen Moskaus im territorialen Streit mit Tokio stärken. Japan muss berücksichtigen, dass sich die Frage über den Abzug der amerikanischen Basen von ihrem Territorium, die sie jetzt versucht, auch für den Handel um die Südkurilen zu verwenden, ohne ihre Teilnahme – in direkten Verhandlungen Russlands mit den USA – entschieden werden kann.

Nach ihrem Wesen braucht heute Russland in Fernost eigentümlicherweise genauso einen lokalen „Minsker Prozess“ – Verhandlungen um der Verhandlungen wegen – das Spiel auf Zeit ist heute hier entscheidend wichtig. Ganz einfach deshalb, weil beliebige heftige Handlungen die Positionen verschlimmern und die Zeitverzögerung den Raum für mögliche Lösungen dehnen.

Zahlen, die zusätzlich dem Text beigefügt sind:

p.s. Die US-Kriegsmarine will ihre Flotte bis auf 355 Schiffe vergrößern, berichtet das Militärportal „Defense News“. Das wird die größte Erweiterung der Flotte seit den 1980er Jahren.
Zurzeit sind bei der US-Marine 308 Schiffe im Einsatz. Bald sollen ein weiterer Flugzeugträger, 16 große Schiffe, 18 Mehrzweck-U-Boote, vier Landungsfahrzeuge, drei Expeditionsplattformen und fünf Unterstützungsschiffe geliefert werden. Unter Verweis auf namentlich nicht bekannte Militärs schreibt das Portal, dass auch die Zahl der taktischen Jagdflugzeuge steigen soll, darunter Boeing F/A-18 E und F Super Hornets. Anderen Quellen zufolge soll die Zahl der Seeleute auf 350.000 Personen steigen. Zurzeit sind es 234.000 Menschen. Die Militärs hoffen dem Portal zufolge darauf, dass die neue US-Administration unter Leitung des designierten Präsidenten Donald Trump die Haushaltseinschränkungen in diesem Bereich abschwächt.

p.p.s. Nicht dass China Angst vor den Raketenabwehr – oder Marine-Plänen der USA habe: „In Wirklichkeit können die USA den Raketenschild nur in Südkorea und Japan stationieren, während das Wachstumstempo der chinesischen Kriegsflotte dermaßen groß ist, dass Peking binnen zehn Jahren alle anliegenden Meere mit seinen Geschwadern spicken kann.“
vz.ru/Sputnik

187 Gedanken zu „Ischtschenko zu China und amis“

  1. Wegen Japan musste Hitler den USA den Krieg erklären, ein schlechtes Geschäft. Russland sollte sich ja nicht mittels Bündnis an China binden, neutral bleiben, fertig.

    1. Wegen Japan mußte Hitler GAR nichts. Es war in seinem geostrategischen Interesse das die USA nicht alleine gegen Japan Krieg führt denn dann wäre der Krieg im Pazifik sehr viel schneller beendet gewesen. Danach wäre das gesamte Macht der USA gegen das deutsche Reich zum Einsatz gekommen.

      Und Japan war damals in der selben Lage wie China heute. Es benötigte Rohstoffe und Absatzmärkte. In allen Belangen wurde es allerdings von der USA diskriminiert. Ohne Krieg wäre das japanische Kaiserreich noch 1941 zusammengebrochen, dafür hätten die US-Sanktionen gesorgt.

    2. Hitlers Wehrmacht wurde bis 41 von der Wallstreet und CoL finanziert. Warscheinlich ging ihm dann auf, welchen Zweck er für die amis und engländer erfüllte –> Zerstörung Russlands.

      Russland KANN nicht neutral bleiben gegenüber China OHNE INTENSIVE /genaueste Absprachen mit usa.

      Wohin will denn Russland seine Erzeugnisse exportieren wenn der westliche „Qualitäts“- Kapitalismus zur Hölle fährt??
      Nach Timbuktu?
      Nur China ist industrialisiert und entwickelt genug UND hat den Bedarf.
      Es böte sich für Russland noch an einige andere Asiatische Länder (man beachte die Einwohnerzahlen!) mit ins Boot zu holen.

      Ausbau der Navy mit mehr Schiffen bedeutet eines: weitere Aggressionen seitens der amis,und sonst NIX.

      China sollte mMn dringend (Russophilus schrieb es schon) über
      a.) elektronische Aufklärung/Ortung von Schiffen/ Ubooten /Flieger
      b.) Raketentechnik (taktische)
      c.) Kommunikation
      nachdenken/verbessern

  2. @Thomas Roth, vielen Dank!

    ~~~~~~~~

    Zu Trump:

    Ich vermute, da haben sich paar Globalisten-Eliten in die Haare gekriegt (Pyramidenspitze bla bla bal usw usf ).

    Die einen Eliten waren für Hillary (samt der Medien-Eliten).

    Die anderen Eliten haben Donald aufgebaut.

    Mit Eliten sind hier die Global(-Finanz-Heuschrecken) gemeint; Stalin nannte sie laut Wiki „wurzellose Cosmopoliten“, die halt dorthin gehen, wo es am meisten zu holen gibt (auch auf den Mars, wenns rentiert). 😉

    Fazit:
    Trump ist auch für die eine der Seiten der Global-Heu-Schrecken unterwegs, ob nun bewusst oder nicht. *Bewusst* hat er gegen den Iran gewettert und auch gegen China!!!

    So bleibt Trump ein Freund von Ländern, die Imperialismus, versteckten/indirekten Kolonialismus, und ein kleines Land am Mittelmeer fördern wollen.

    Lieber Vorsicht bei Trump!!! (ich sage nicht, dass Trump ein schlechter Mensch ist. Kinder reagieren sehr positiv auf ihn, und auch sein jüngster Sohn wirkt nicht gerade unterdrückt oder so, wie im TV zu sehen war).

  3. Nun ja, wer mit den Amis Geschäfte macht, wird über den Tisch gezogen und Russland sollte eins bedenken: Die Amis haben sich noch nie an Verträge gehalten geschweige denn eingehalten ! Ob sich das ändert, bezweifle ich sehr stark !

  4. Erst mal Danke für den neuen Artikel, den ich sehr interessant finde, wenn auch aus „seltsamen“ Gründen.

    Ich werde Ischtschenko hier stark widersprechen, aber das wird respektvoll geschehen und ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, wie wertvoll sein Text dennoch sein kann. Zum Thema selbst sagt er uns mMn recht wenig Brauchbares; aber zu Ischtschenko, zur Denke durchaus beträchtlicher Teile der Intelligentsia und zu einer Meta-Ebene der Betrachtung, die vieles erklären und oft hilfreich sein kann, sagt er uns viel.

    Ich steige gleich beim Knackpunkt ein: Im fernen Osten fragt man mitunter nach dem dojo, in dem jemand geprägt wurde; hier bei uns fragt man mitunter nach den Eltern und nach der Uni, die einen geprägt hat. Das hat gute Gründe.
    Ischtschenko zeigt sich hier deutlich in seiner Prägung; innerhalb dieser sieht und zeichnet er Situationen mit großer Expertise und mitunter brillant. Aber sie sieht einen entscheidenden Punkt nicht, sie verharrt in einem Bild von washington, das lange richtig war, nun aber nicht mehr zutrifft. Er sieht die Fraktionierung nicht und so reicht sich (mMn) eine falsche Einschätzung an die andere, obwohl Ischtschenko wie gewohnt mit großer Expertise und hellwachem Geist betrachtet.

    Es beginnt gleich am Anfang. Was der ami Flottenadmiral sagt, ist belanglos für uns, da wir nicht wissen, ob er noch zur alten Regierung zu rechnen ist, oder ob er bereits für die Trump-Ära – die nach wie vor nicht amtlich und sicher ist – spricht. Man darf aber angesichts seiner Position (im Sinne von Rang und Funktion) wohl annehmen, dass er ein Mann der noch-Regierung ist. Das aber heisst, dass seine Worte herzlich wenig bedeuten. Ischtschenkos Analyse ist also eine, die vor 3 oder 5 Jahren ziemlich punktgenau richtig gewesen wäre, als washington ungeachtet ganz normaler innerer Verwerfungen in einem normalen Ausmaß genau eine Bedeutung hatte.

    Wo Ischtschenko mich enttäuscht sind seine rein Militär-bezogenen Aussagen. Er nennt Zahlen, die dringend qualifiziert werden müssen. Vieles von dem erwähnten Material ist völlig unbrauchbar und/oder veraltet. Der neue Flugzeugträger z.B. musste gerade erst neulich zur Notreparatur geschleppt werden.

    Schlimmer noch und ein tatsächliches und gewaltiges Problem für Trump ist das warum, aus dem sich auch ergibt, dass die usppa noch etliche Jahre überhaupt nicht kriegsfähig sein werden (über Überfälle auf halbtote kleine Länder hinaus). Nahezu sämtliche modernen (was „seit ca. 25 Jahren“ bedeutet) Waffenprogramme der amis sind in peinlichen Malheuren und militärischer Unbrauchbarkeit gemündet; Billionen verschwanden in einem gewaltigen Sumpf, ohne dass dieser mehr als Kleinkram oder mal eine ausnahmsweise nicht unbrauchbare Modernisierung ausgespuckt hätte.

    Zum Vergleich: China und insbesondere Russland haben in den vergangenen Jahren erhebliche Teile ihrer Streitkräfte mit leistungsfähigen, modernen Systemen und Waffen ausgebaut und/oder verstärkt.
    Die amis haben pervers teure f-22 und f-35 der 5. Generation, die aber unzuverlässig sind, nur unter idealen Umständen fliegen können, usw. Russland dagegen hat „nur“ 4++ Gen. Jets, die allerdings bewährt, einsatzfähig, kampfstark und nach allem, was wir wissen, in realen Szenarien überlegen sind. Und zugleich hat es seinen MIK gesundet, gestärkt, eingespielt und ausgebaut. Die Chinesen stehen etwas schlechter da; aber auch sie kopieren nicht nur, sondern haben stetig den Eigenanteil auch im Sinne der Fertigkeiten, Kenntnisse und Forschung ausgebaut.
    Und für beide, Russland wie China gilt, dass es dort im Vergleich zur usppa für das gleiche Geld ein Mehrfaches an Waffen, Kampfkraft, Lebensdauer, usw gibt.

    Ein weiterer Punkt sind Ischtschenkos Ausführungen zur Wirtschaft. Auch diese würden vor etlichen Jahren Sinn gemacht haben, heute aber nicht mehr. Trump *kann* z.B. gar nicht einfach die Industrie zurückholen. Zum einen ist Arbeitskraft in den usppa ganz erheblich teurer als in China und zum anderen und langwieriger hässlich haben die amis die Infrastuktur nicht mehr. Die ist in kläglichem Zustand; daran ändert auch der Umstand nichts, dass die amis in Sachen IT Vernetzung im vorderen Feld liegen. Eine Industrie braucht ordentliche Straßen und Brücken, eine zuverlässige und leistungsfähige Energieversorgung, ein ordentliches Bildungssystem, usw.

    Und es gibt noch einen sehr hässlichen Punkt, der ganz unerwähnt blieb: Die usppa sind extrem verschuldet und die Chinesen gehören zu den größten Gläubigern.

    Im übrigen sollte man nicht den klassischen Fehler der amis machen, jeden Furz gewaltig aufzublasen. Was ist denn wirklich und real geschehen?
    Trump hat offiziell getan – und zwar in geringfügiger, gut verdaulicher und locker als pure Höflichkeit erklärbarer Weise – was die amis schon seit Jahrzehnten ganz unverhohlen und nur formal „inoffiziell“ tun.
    Trump hat ein Glückwunschtelefonat angenommen und geführt – die obama Regierung dagegen hat Waffen für Milliarden nach taiwan geliefert.
    Kurz, die ganze Kiste ist heisse Luft mit viel ami Geschnatter drumherum. Man darf sicher sein, dass Waffen für Milliarden die Chinesen mehr verärgern als ein höfliches Telefonat.

    Wir haben also a) eine usppa die gar keinen Krieg gegen China führen *kann* und b) einen nicht vorhandenen Grund für Spannungen.

    Übrigens haben die Chinesen bereits geantwortet; der Keks ist im wesentlichen bereits gegessen und verdaut. Sie haben den amis eine (nicht geheime) Unterwasserdrohne abgenommen und ein paar Tage später zurückgegeben. Kurz: Das war Pipifax von Trump und die Chinesen haben mit Pipifax reagiert.

    *Natürlich* lächelt Trump zufrieden und scheinbar bestätigend dazu. Immerhin hat er doch im Wahlkampf China als den Feind ausgesucht und verbal attackiert, den politiker im Wahlkampf gerne nutzen.

    Allerdings hat Trump auch einen *persönlichen und langjährigen Freund* Xi’s zum Botschafter in Peking gemacht. Kriegsabsichten sehen anders aus.

    Ich bleibe bei dem, was ich schon früher sagte. Trump will und braucht keinen Krieg. Der Mann möchte sein Land a) von dem Abgrund weg holen, an dem es steht und b) sein Land wieder in Ordnung bringen.
    Dass man dabei zweifellos auch im Hinterkopf hat, eines Tages wieder Herrschaftsgelüste verfolgen zu können, ist hässlich aber normal; immerhin reden wir von den usppa, der primitivsten und unmenschlichsten Jauchegrube weit und breit. Dass Trump dabei auch mit bankstern und großkonzernen und erzkapitalistisch agieren wird, ist ebenso wenig überraschend; immerhin *ist* er selbst ein Erzkapitalist und zudem ist der Raubkapitalismus in den Genen der usppa.

    Allerdings ist die Gruppe hinter Trump, die ich die „patrioten“ nannte, klug genug, um zu wissen, was machbar ist und was nicht – und sie wissen, dass sie mit dem Rücken zur Wand und mit mehr als einem Messer am Hals antreten. Wir erleben das ja gerade sehr deutlich.

    Womit wir beim letzten Punkt wären, der all die Kriegsüberlegungen, sei es nun mit China oder mit Russland als äusserst unrealistisch bis absurd erkennbar macht.

    Der Terror, die äusserst angespannte Situation in den usppa, die wir derzeit erleben, ist was man unter „maximale Randale der liberalen schwuchteln“ zusammenfassen könnte. Was passieren würde, wenn Trump entweder am Montag betrügerisch ausgetrickst oder gar in den kommenden Wochen ermordet wird, würde das sein, was extrem verärgerte und im Schnitt gut bewaffnete konservative amis anstellen, wenn sie keinen anderen Ausweg mehr sehen. Angesichts der aktuellen Situation in den usppa könnte der Staat das nahezu sicher auch mit Gewalt nicht mehr niederschlagen, da etliche Bundesstaaten den konservativen Aufstand unterstützen würden mit ihrer Polizei und ihrem Militär. Kurz, das Risiko eines Bürgerkriegs in zumindest einigen – durchaus entscheidenden und vitalen – Teilen wäre enorm.

    Zugleich allerdings gilt auch, dass Trump nicht einfach in Ruhe regieren können wird. Die ziocons haben sehr erhebliche Machtpositionen und verfügen z.B. über weite Teile der Geheimdienste, insbesondere der cia.

    Unterm Strich läuft das darauf hinaus, dass die usppa egal unter welchem Präsidenten einen Krieg gar nicht führen *können*. Jedweder Krieg hieße einfach nur, zusätzliche Probleme zu haben, zusätzliche Angriffsfläche für *beide* den äusseren wie auch die inneren Gegner zu bieten und seine Kräfte aufteilen zu müssen und an keinem der Problemherde genügend Kräfte zu haben. Ein Gegner der Größenordnung China, ob nun mit oder ohne Russland an der Seite, wäre ein absoluter Alptraum für die amis.

    Gleich welcher Präsident wird alles an Truppen, Resourcen und Kräften im eigenen Land brauchen und um wenigstens die bequemeren Vasallen noch eine Weile zu halten.
    Es mag noch Plänkeleien geben und sicher noch etliches an Nachwehen, z.B. in ukrostan, aber der große Krieg wird ausbleiben.

    Um ihn führen zu können, muss das ami Volk erst befriedet und die Infrastruktur – inkl. des MIK – erst mal halbwegs restauriert werden. Wenn das geschehen ist, wird es für die usppa nicht mehr nötig oder attraktiv (oder möglich) sein, wie bisher zu marodieren.

    1. @ Russophilus

      Ganz meine Meinung. Schon die ersten Sätze (Flottenadmiral)zeigten, dass der Artikel in die falsche Richtung gehen könnte (was er auch tat).

      Was den Bürgerkrieg in den usa anbelangt: Vergessen wir nicht; die Trump-Wähler HABEN die Waffen. Das wäre vermutlich ein ziemlich „kurzer Prozess“. Daher würde mMn die Variante – Trump zu liquidieren – für die ziocons ins Leere laufen. Und das wissen die. Ich vermute stark, dass man den ziocons dasselbe angedroht hat, was bereits die Chinesen taten. Man würde die Liste abarbeiten …