Vernichtungskrieg: “Kein Kommentar”

Zum Jahrestag des Überfalls Nazideutschlands auf die Sowjetunion heute noch einmal ein Text, den wir von German Foreign Policy übernommen haben. Er ruft kurz und klar ins Gedächtnis, um welche Art Kriegsführung es sich damals handelte. Vor diesem Hintergrund ist es eine besondere Schande, dass gerade jetzt wieder deutsche Panzer und Flugzeuge an der Grenze Russlands unterwegs sind. Wäre man sich hierzulande bewusst, welch ungeheures Verbrechen dieser Überfall war, die heutige Kriegspolitik hätte es deutlich schwerer. D.H.

Selbst 75 Jahre nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion will die Bundesregierung diesen nicht als Beginn eines rassistischen Vernichtungskrieges bezeichnen. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervor. Demnach handelt es sich beim Überfall auf die UdSSR am 22. Juni 1941 nach offizieller Lesart “um einen unprovozierten Angriffskrieg des ‘Dritten Reiches'” – andere “rechts- oder geschichtswissenschaftliche Auffassungen” werde man “nicht kommentieren”. Die Haltung Berlins ist umso skandalöser, als zahlreiche verbrecherische Befehle der NS-Führung überliefert sind, in denen unmissverständlich die “Ausrottung” der “jüdisch-bolschewistischen Intelligenz” in der UdSSR angeordnet wird. Gleichzeitig weigern sich die deutschen Regierungsparteien, die von der Naziwehrmacht internierten sowjetischen Kriegsgefangenen als Opfer des NS-Regimes anzuerkennen; über einen entsprechenden Antrag der Linksfraktion im Deutschen Bundestag wurde bis heute nicht entschieden. Mehr als drei Millionen gefangene Rotarmisten kamen im deutschen Gewahrsam ums Leben – sie starben an Hunger, vermeidbaren Krankheiten oder wurden gezielt ermordet. Insgesamt forderte der von Deutschland ausgehende Krieg auf sowjetischer Seite 27 Millionen Opfer, davon etwa 18 Millionen Zivilisten. Vernichtungskrieg: “Kein Kommentar” weiterlesen

Videos mit Beilage

Heute will ich mal wieder eine Reihe von unterschiedlichen Videos einstellen, mit etwas Text drumrum.

Zum Einstieg ein kurzes Video vom letzten Samstag bei den Protesten in Ramstein; ein Interview mit Klaus Hartmann, dem Vorsitzenden des Freidenker-Verbands:

Ehe ich dem noch den letzten Aufruf der Freidenker folgen lasse, noch ein weiteres kurzes Video, das auf Russia Insider mit englischen Untertiteln erschien, und das ich gleich gegriffen habe, um es einzudeutschen. Es ist wieder einmal ein kurzer Ausschnitt aus einer russischen Fernsehsendung, “Moment der Wahrheit”. Diese Sendung hatte schon mehrmals Berichte zur Ukraine gebracht, unter anderem zu Mariupol. In diesem Video geht es um einen bisher unbekannten Aspekt, der aber sehr sichtbar macht, wie aggressiv und brandgefährlich das Verhalten der NATO ist – es geht um US-Drohnen, die über der Krim abgefangen wurden. Und der Kommentator hat völlig recht – das Überfliegen mit Drohnen, denen nicht anzusehen ist, ob sie scharfe Waffen transportieren oder nicht, ist bereits eine kriegerische Handlung… und hier stellt sich natürlich die Frage, ob auch diese Drohnen aus Ramstein gesteuert werden. Videos mit Beilage weiterlesen

Zwischen zwei Fronten

Den Meisten ist vermutlich nicht bekannt, dass der erste Weltkrieg hätte verhindert werden können. In zwei der beteiligten Länder gab es eine starke Arbeiterbewegung, die vor dem Krieg über lange Zeit hin gegen Kriege Stellung bezogen hatte. Für Deutschland und Frankreich lässt sich das mit zwei Sätzen illustrieren – August Bebels Ausspruch „Diesem System keinen Mann und keinen Pfennig“ und die Aussage von Jaures, „Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen“.

In einem dieser Länder war diese Bewegung stark genug, dass sie die Kriegsmaschinerie tatsächlich hätte stoppen können. Die deutsche Sozialdemokratie hatte 1914 über zwei Millionen Mitglieder, die sich auf ein wesentlich größeres Deutsches Reich mit 65 Millionen Einwohnern verteilten. In der heutigen Bundesrepublik dürfte das also etwa einer Partei mit drei Millionen Mitgliedern entsprechen. Um diese SPD gruppierten sich Gesangs- und Sportvereine, Konsumgenossenschaften und Gewerkschaften. Die Fraktion der SPD war bereits 1912 die größte im Reichstag. Diese Partei besaß im gesamten Land 600 Tageszeitungen, die ihre Positionen unters Volk brachten. Bis Anfang August 1914 schrieben diese Zeitungen tagtäglich gegen die wachsende Kriegspropaganda an.

Mit Beginn des Krieges kippte die politische Haltung der SPD abrupt. Es hatte Jahre zuvor bereits Anzeichen dafür gegeben, die Ablehnung der Kolonialkriege war nicht einheitlich (in Namibia war der Völkermord an den Herero bereits geschehen), dennoch war die Zustimmung der SPD zu den Kriegskrediten am 4. August für viele eine Überraschung. Dieses Datum markiert den Moment, an dem sich die Arbeiterbewegung in zwei Stränge teilte – den, der die Bezeichnung sozialdemokratisch beibehielt und den Krieg unterstützte, und jenen, der sich weiter gegen den Krieg engagierte und sich später kommunistisch nannte. Diese Spaltung erfolgte in allen Ländern, in denen es eine Arbeiterbewegung gab.

Ein Teil der Erklärung für diesen verhängnisvollen Umschwung ist sicher Verrat. Den Führern der SPD-Fraktion wurde versprochen, sie dürften mitregieren, wenn sie während des Krieges stillhielten. Ein Teil ist sicher schlichte Angst, denn neben dem Angebot der Bestechung gab es auch die Drohung, die Führung der Partei zu Verrätern zu erklären und entsprechend zu behandeln. Aber es gab noch einen dritten Teil, den einer der Kriegsgegner, Julian Borchardt, in einer Broschüre 1915 niedergelegt hat. Zwischen zwei Fronten weiterlesen

Wer spricht noch für die Leipziger?

Alexej Danckwardt und Alexander Kalex

Diesen Text veröffentliche ich auf Bitte von Alexej Danckwardt, inzwischen fraktionslosem Leipziger Stadtrat, der auf dieser Seite schon öfter eine Rolle gespielt hat; er versucht, mit Freunden in Leipzig eine Bewegung zu starten, mit einem ersten Treffen Morgen, den 11.06., um 11 Uhr, unter freiem Himmel, an der Ecke Stuttgarter Allee/Ecke Lützner Straße.

Wer aus Leipzig ist, aber nicht in Ramstein, könnte da mal vorbeischauen. Falls nicht – sogar eine kleine Zeitschrift haben sie schon erstellt, namens Der Stachel Leipzig. D.H.

Die Wahlen zeigen es: Immer mehr Menschen misstrauen der Politik insgesamt oder wählen nur aus Protest. Das ist verständlich, denn seit Jahren wird Politik, ob kommunal, im Land oder im Bund, nur als Enttäuschung und den Problemen der „einfachen Leute“ fernes Geklüngel erlebt.

Wer hat uns verraten? Auch Grüne, Linke und Piraten…

Die „linke“ Regierung Schröder aus SPD und Grünen hat 1998 den ersten Krieg in der deutschen Nachkriegsgeschichte gegen Jugoslawien vom Zaun gebrochen. Dafür hat man die Grünen und die SPD mit Sicherheit nicht gewählt. Ein Verrat an den Interessen ihrer Wähler waren auch die Hartz-Gesetze. Menschen, die in Arbeitslosigkeit geraten sind, werden gedemütigt, Erspartes wird ihnen genommen. Selbst das wenige, was sie bekommen, kann gekürzt oder gestrichen werden. Den Reichen hat man zugleich und auch mehrfach danach die Steuern gekürzt. Den Armen nehmen, den Reichen geben – ob das noch „links“ ist?

Bis heute haben beide Parteien nichts daraus gelernt. Die SPD gibt den Steigbügelhalter für Merkel und die Grünen werden von Russland-hassenden Kriegstreibern dominiert, die Deutschland am Hindukusch und in der Ukraine „verteidigen“ wollen.

Die heutige Partei DIE LINKE hat ihre sozialistischen Wurzeln längst verraten. Sie wurde in den letzten 15 Jahren zunehmend von Kindern gutsituierter Bürgerlicher übernommen. Sie kennen die Nöte der Arbeiter, Angestellten und Arbeitssuchenden nicht persönlich. Deshalb kümmert sich DIE LINKE hauptsächlich um Belange kleiner Interessengruppen oder darum, was sich die Bourgeois-Kinder so als Hobby aussuchen (aktuell ist es eben das Thema Flüchtlinge, über das man alles andere vergessen hat). Man oder frau in Connewitz oder Plagwitz ist „links“ nicht aus antikapitalistischen Überzeugungen, sondern nur infolge zufälliger Millieu-Zugehörigkeit. Vielen geht es um Karriere, die in einer überalteten und mitgliederschwachen Partei leicht zu machen ist. Wer spricht noch für die Leipziger? weiterlesen

“Das wird sich alles sortieren” (III)

Foreign Minister Sergey Lavrov’s interview to Komsomoskaya Pravda, Moscow, May 31. 2016

Zum ersten Teil

Zum zweiten Teil

K.P.: Die türkischen Kurden haben Russland gedrängt, seine Haltung zum jetzigen Genozid an den Kurden öffentlich zu machen. Die Stadt Diyarbakir beispielsweise wurde völlig zerstört, wie viele andere Städte. In der Türkei findet ein Bürgerkrieg statt, dennoch hat Russland nicht interveniert.

Die syrischen Kurden wundern sich, warum Russland Waffen an [den irakischen Kurdenführer] Massoud Barsani liefert, aber nicht an die syrischen Kurden, die wirklich gegen ISIS kämpfen. Irakisch-Kurdistan ist das Spielfeld der USA, und Massoud Barsani ist ein pro-türkischer Politiker, der es türkischen Truppen erlaubt hat, nach irakisch-Kurdistan zu kommen.

Guerillas von der kurdischen Arbeiterpartei, die in den Kandil-Bergen kämpfen, haben ebenfalls um Unterstützung gebeten, zumindest mit diplomatischen Mitteln, wie es die Sowjetunion getan hat, wenn wir ihnen nicht militärisch helfen.

S.L.: Wir geben diese Art der Unterstützung. Es ist möglich, dass wir öfter davon reden sollten, obwohl die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, das Thema des Genozids an den Kurden in der Türkei regelmäßig auf ihren Konferenzen erwähnt.

Grundsätzlich sprechen wir oft über die Haltung der Türkei zu den Kurden. Wir fordern nur Eines – dass die Türkei die Truppen zurückzieht, die sie in den Irak geschickt hat, vermeintlich, um die irakische Souveränität zu stärken, wie der ehemalige türkische Premierminister Ahmet Davutoglu behauptete. Das ist unannehmbar. Ich glaube, das was die Türkei tut, hat eine breitere öffentliche Aufmerksamkeit bei unseren westlichen Partnern verdient. Sie glauben, dass die „Alliierten“ alles untereinander lösen werden. Das ist keine gute Position. Als die Türkei den griechischen Luftraum verletzte, und Russland daraufhin einige härtere Bemerkungen machte, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, „beide sind NATO-Verbündete“, die ihre Probleme selbst lösen könnten. Erst einmal, was ist mit Zypern, das kein NATO-Mitglied ist und dessen Luftraum regelmäßig von der Türkei verletzt wird? Zweitens, was für eine Art Haltung ist das? Heißt das, man kann alles tun, was man will, wenn man NATO-Mitglied ist? Die EU hat das gleiche Problem: EU-Mitglieder müssen sich nicht vor dem Europarat verantworten. Sie sagen, sie befassen sich nur mit Menschenrechtsverletzungen durch Nichtmitglieder der EU, weil sie ein spezielles Verfahren für Verletzungen innerhalb der EU-Länder hätten. “Das wird sich alles sortieren” (III) weiterlesen

“Das wird sich alles sortieren” (II)

Foreign Minister Sergey Lavrov’s interview to Komsomolskaya Pravda, Moscow, May 31, 2016

Zum ersten Teil

K.P.: Ich habe von Anfang an im Donbass gearbeitet und das Referendum am 11. Mai miterlebt. Es ist schwer, den Leuten zu erklären, warum das Referendum auf der Krim anerkannt wurde, und die Referenden in Donezk und Lugansk nicht, die genauso fair und ernsthaft waren wie das auf der Krim, und in Gegenwart von Journalisten stattfanden.

Wir haben zu diesem Thema Anrufe gehabt:

Warum hat Russland dem Südosten der Ukraine weniger Aufmerksamkeit geschenkt? Ist der verwüstete Donbass nicht so gut wie die blühende Krim?

Ich rufe aus Donezk an. Gebt Donezk nicht auf. Das ist russisches Land, auf dem russische Leute leben. Wir erleben Not, und warten auf Eure Hilfe. Wir werden ohne sie nicht überleben. Bitte gebt uns nicht auf.

Warum gibt Russland keine Erklärung ab in dem Sinne, dass es, wenn die Ukraine weiterhin die Minsker Abkommen sabotiert, die Volksrepubliken Donezk und Lugansk öffentlich anerkennt und mit ihnen Verträge schließt, wie mit Abchasien und Südossetien?

S.L.: Zuerst, wir haben den Südosten der Ukraine nicht aufgegeben, und erinnern uns immer daran. Wir unterstützen ihn proaktiv, und nicht nur politisch. Diese Bemühungen umfassen humanitäre Hilfe, Initiativen, um wirtschaftliche Fragen zu lösen und um angemessene Lebensbedingungen sicher zu stellen, einschließlich solcher Themen, um die sich zu kümmern Frankreich und Deutschland versprochen hatten. Sie hatten angeboten, das Banksystem wieder herzustellen, konnten es aber nicht, und gaben das zu. Das zeigt nur, dass man Partnern vertrauen sollte, sich aber auf sich selbst verlassen. Russland ist beteiligt, dieses und andere Themen, die die Lebensbedingungen im Donbass betreffen, zu lösen, und wird dies weiterhin sein.

Unter den Bestimmungen der Minsker Vereinbarungen zum besonderen Status des Donbass ist das Recht auf direkte und unbeschränkte wirtschaftliche und andere Beziehungen mit der russischen Föderation. Das ist eine Schlüsselkomponente, die es Russland wie auch Donezk ermöglichte, die Minsker Vereinbarungen zu unterstützen.

Was die Referenden betrifft, Sie sind sich der Bedingungen bewusst, unter denen das Referendum auf der Krim gehalten wurde, und wie es in den Regionen Donezk und Lugansk stattfand. Nach dem Referendum im Donbass haben sich die Führer dieser selbsternannten Republiken nicht geweigert, einen Dialog mit Kiew zu führen. Es war dieser Dialog, der zum Minsker Paket führte. “Das wird sich alles sortieren” (II) weiterlesen

“Das wird sich alles sortieren” (I)

Interview des russischen Außenministers Sergej Lawrow mit Zeitung und Radio ‘Komsomolskaja Prawda’, Moskau 31.05.2015

Foreign Minister Sergey Lavrov’s interview to Komsomolskaya Pravda, Moscow, May 31, 2016

Foreign Minister Sergey Lavrov’s interview to Komsomolskaya Pravda, Moscow, May 31, 2016

Komsomolskaja Prawda (KP): Packen wir den Stier bei den Hörnern. Wir haben hunderte unterschiedlicher Botschaften und Fragen erhalten. Viele davon zeigen massive Sorgen in Verbindung mit einer sehr schwierigen Lage, was dieses Land betrifft. Sie haben versucht, uns mit Sanktionen zu zerschmettern, die NATO bewegt sich näher an unsere Grenzen, und es wird ein Raketenabwehrsystem entwickelt. Unser Land erlebt eine nie dagewesene Dämonisierung durch die internationalen Medien. Sie wollen uns nicht hören. Die Vereinigten Staaten führen in diesem Prozess. Der US-Präsident Barack Obama sagte, dass die amerikanische Nation außergewöhnlich sei, und andere Länder nach den Regeln spielen müssten, die die Vereinigten Staaten setzen. Die Rolle eines Vasallen passt eindeutig nicht für uns. Sind wir zu ewiger Rivalität und ewigem Konflikt mit dem unter Führung der Vereinigten Staaten vereinten Westen verdammt, die jederzeit zu einer Konfrontation werden können, um nicht ein noch finstereres Szenario zu erwähnen? Die Leute sagen immer öfter, dass es Krieg geben wird. Wie begründet sind diese Sorgen?

Sergej Lawrow (S.L.): Es wird keinen „Weltkrieg“ geben. Präsident Putin sagte das in Wladimir Solowjows Film Weltordnung. Ich bin überzeugt, dass auch verantwortliche Politiker im Westen das nicht geschehen lassen werden, denn sie erinnern sich gut an die Schrecken des ersten und zweiten Weltkriegs. Russland hat im Krieg in Europa die größten Verluste erlitten, China die größten im Pazifik, im Kampf gegen den japanischen Militarismus. Noch einmal, die Politiker können das nicht geschehen lassen. “Das wird sich alles sortieren” (I) weiterlesen

Eine russische Warnung

A Russian Warning

Vorbemerkung: Eigentlich bräuchte es eine deutsche Version eines solchen Textes. Es gab schon Ähnliches, den Aufruf der ehemaligen NVA-Offiziere… aber Saker hat Recht, es ist nötig, im Grunde überfällig, gezielt das Militär anzusprechen. Auch die Bundeswehr. D.H.

Wir, die Unterzeichnenden, sind Russen, die in den USA leben und arbeiten. Wir haben mit zunehmender Sorge beobachtet, wie die gegenwärtige Politik der USA und der NATO uns auf einen extrem gefährlichen Kollisionskurs mit der Russischen Föderation gebracht hat, wie auch mit China. Viele angesehene, patriotische Amerikaner, wie Paul Craig Roberts, Stephen Cohen, Philip Giraldi, Ray McGovern und viele andere haben vor einem drohenden Dritten Weltkrieg gewarnt. Aber ihre Stimmen sind im Geschrei der Massenmedien untergegangen, die angefüllt sind mit täuschenden und fehlerhaften Berichten, die die russische Wirtschaft als im Chaos versunken und das russische Militär als schwach beschreiben – ohne dass es dafür Beweise gäbe. Aber wir, die wir sowohl die russische Geschichte als auch den heutigen Zustand der russischen Gesellschaft und des russischen Militärs kennen, können diese Lügen nicht schlucken. Wir empfinden es jetzt als unser Pflicht, als in den USA lebende Russen, das amerikanische Volk zu warnen, dass es belogen wird, und ihm die Wahrheit zu sagen. Und die Wahrheit ist schlicht dies:

Wenn es zu einem Krieg mit Russland kommt, dann werden die Vereinigten Staaten mit hoher Sicherheit zerstört, und viele von uns wird das das Leben kosten. Eine russische Warnung weiterlesen

Wie Russland sich auf den dritten Weltkrieg vorbereitet

vom Saker

How Russia is preparing for WWIII

Ich habe vor kurzem einen Artikel gepostet, in dem ich versuchte, einige beliebte Mythen über moderne Kriegsführung zu zerstören. Wenn ich nach den Kommentaren gehe, die ich in Erwiderung auf diesen Text erhalten habe, muss ich sagen, dass die besagten Mythen immer noch bei bester Gesundheit sind und dass es mir offenbar nicht gelungen ist, viele Leser zu überzeugen. Was ich heute vorschlagen will, ist, zu betrachten, was Russland wirklich als Antwort auf die wachsende Bedrohung aus dem Westen tut. Aber zuerst muss ich den Kontext dazu aufbauen, oder, genauer, den Kontext, in dem Russland agiert, wieder aufbauen. Fangen wir damit an, die anglozionistische Politik Russland gegenüber in den Blick zu nehmen.

Die Handlungen des Westens

Das erste auf dieser Liste ist unverkennbar die Eroberung ganz Osteuropas durch die NATO. Ich rede von Eroberung, weil es sich genau darum handelt, aber eine Eroberung, die nach den Regeln der Kriegsführung des 21. Jahrhunderts erreicht wurde, die ich als „80% auf dem Feld der Information, 15% auf dem der Wirtschaft und 5% auf dem des Militärs“ beschrieben habe. Ja, ich weiß, die guten Leute in Osteuropa haben nur davon geträumt, von USA/NATO/EU etc. unterworfen zu werden – und wenn? Jeder, der Sun Tsu gelesen hat, erkennt sofort, dass dieser tiefe Wunsch, von den anglozionistischen „Borg“ assimiliert zu werden, nichts anderes ist als das Ergebnis einer zerstörten eigenen Identität eines tief sitzenden Minderwertigkeitskomplexes und daher eine Kapitulation, die nicht einmal mit militärischen Mitteln herbeigeführt werden musste. Letztlich macht es keinen Unterschied, was die Ortsansässigen zu erreichen glaubten – jetzt sind sie Untertanen des Empire und ihre Länder sind mehr oder weniger irrelevante Kolonien am Rande des anglozionistischen Empire. Wie üblich schäumt die örtliche Kompradorenelite über vor Stolz, jetzt von ihren neuen Herren als gleichrangig akzeptiert zu werden, wie sie denken (stellt euch dabei Poroschenko, Tusk oder Grybauskaite vor), und das gibt ihnen den Mut, Moskau hinter dem NATO-Zaun heraus anzukläffen. Gut für sie.

Das zweite ist die jetzt vollständige Kolonisation Westeuropas durch das Empire. Während sich die NATO nach Osten bewegte, haben die USA auch eine weit tiefere Kontrolle über Westeuropa ergriffen, das jetzt für das Empire durch jene verwaltet wird, die der ehemalige Londoner Bürgermeister einmal „großes formloses rückgratloses protoplasmisches Gelee“ nannte – gesichtslose Bürokraten wie Françoise Hollande oder Angela Merkel. Wie Russland sich auf den dritten Weltkrieg vorbereitet weiterlesen

Für Vertrauen muss man in die Augen sehen (II)

Die wirkliche humanitäre und soziale Situation im Donbass kommt hier als wahrheitsgemäße offizielle Information überhaupt nicht an. Dabei gab es die erste Nachricht, die zeigte, dass von Kiew aus die Situation absichtlich verschlechtert wird, schon sehr früh, Mitte April 2014. Damals hieß es, es gäbe kein Insulin mehr im Donbass, weil Kiew die ukrainischen Hersteller angewiesen hätte, nicht mehr in den Donbass zu liefern. Im Prinzip wurde seither aus Kiew nur immer weiter eskaliert; die Verpflichtungen, die Kiew nach Minks II hatte, die Renten wieder zu zahlen, humanitäre Versorgung nicht länger blockieren, werden nicht erfüllt.

Welche Möglichkeiten siehst Du eigentlich, die humanitäre Situation im Donbass hier bekannter zu machen?

Erst mal zu den Fakten, von denen Du gesprochen hast. Nicht nur was Insulin angeht; das ist noch viel schlimmer. Seit den Referenden am 11.5.2014 hat Kiew nicht nur alles, was Medikamente und dergleichen betrifft, blockiert; es hat auch den Geldfluss, für den es eigentlich verantwortlich ist, gekappt; alles, was Geld betrifft, ist eingestellt worden. Selbst die einfachen Rentner, die alten Mütterchen, mit denen ich geredet habe, die haben alle schlicht keine Rente mehr bekommen. Wenn sie Rente haben wollten, mussten sie nach Kiew fahren, um sie dort zu erbetteln. Das kann sich jeder vorstellen, wenn er keine Rente mehr hat – wovon soll er dann leben?

Als ich letzten April in Donezk war, standen gerade große Schlangen vor den Banken für die ersten Rentenauszahlungen durch die Donezker Regierung; nachdem Kiew schon monatelang gar nichts gezahlt hatte.

Das ganze Bankensystem, da geht es nicht nur um Rente oder Lohn, sondern um die ganze Wirtschaft, das ganze Bankensystem ist seit dieser Zeit zusammengebrochen. Es funktioniert nur noch das Notwendigste. Weil die Oligarchen, denen die privaten Banken gehören, woanders sitzen. Dadurch konnte Kiew das Banksystem abschalten. Das hat Auswirkungen auf Medikamente, auf die Wirtschaft, auf die humanitäre Situation im Allgemeinen wie im Besonderen. Es gibt teilweise wenig zu essen, manchmal gibt es einige Dinge zu kaufen, aber wenn die Leute wenig Geld haben, nur das Mindeste, können sie sich auch nicht viel leisten. Die Situation ist schlimmer, als man sich das in hiesigen Verhältnissen vorstellen kann.

Die andere Seite ist natürlich die Frage, wie man das den Menschen hier ins Bewusstsein bringen kann. Als wir zum ersten Jahrestag des Referendums drüben waren, hat das ZDF länger über uns berichtet und wir konnten das sagen, was wir sagen wollten. Die sind auch mit ins Krankenhaus und haben auch darüber berichtet, was da wirklich los ist. Seit dieser Zeit habe ich in den offiziellen Medien selten Berichte gesehen, die das tun, und es wäre nötiger denn je. Für Vertrauen muss man in die Augen sehen (II) weiterlesen