Die konfuse Agonie der Obama-Regierung

vom Saker

Why the recent developments in Syria show that the Obama Administration is in a state of confused agony

Die jüngsten Ereignisse in Syrien sind, so glaube ich, nicht das Ergebnis irgendeines überlegten Plans der USA, ihren „moderat terroristischen“ Verbündeten vor Ort zu helfen, sondern das Symptom von etwas noch Schlimmeren: dem kompletten Kontrollverlust der USA über die Lage in Syrien und möglicherweise andernorts. Ich will noch einmal wiederholen, was passiert ist:

Erst haben nach vielen Tagen intensiver Verhandlungen die Außenminister Kerry und Lawrow endlich eine Übereinkunft über eine Waffenruhe in Syrien erreicht, die zumindest die Möglichkeit beinhaltete, die Lage vor Ort „einzufrieren“, bis zu den Präsidentenwahlen in den USA und dem Regierungswechsel (was momentan das wichtigste einzelne Ereignis in naher Zukunft ist, daher kann keine Art von Plan über dieses Datum hinausgehen). Die konfuse Agonie der Obama-Regierung weiterlesen

Es war kein Versehen…

Interview von Associated Press mit dem syrischen Präsidenten Bashar al-Assad am 22.09.2016

President al-Assad’s interview to Associated Press Video

AP: Präsident Assad, vielen Dank für diese Gelegenheit für Associated Press, sie zu interviewen.

Präsident Assad (PA): Sie sind in Syrien sehr willkommen.

AP: Ich fange damit an, über den Waffenstillstand in Syrien zu reden. Russland, die USA und mehrere Länder sagen, der Waffenstillstand könne wiederbelebt werden, trotz der jüngsten Gewalt und der wechselseitigen Beschuldigungen. Stimmen Sie dem zu, und sind Sie bereit, es erneut zu versuchen?

PA.: Wir haben erklärt, dass wir bereit sind, uns zu jeder Einstellung der Feindseligkeiten zu entscheiden, oder, wenn Sie es einen Waffenstillstand nennen wollen, aber dabei geht es nicht um Syrien oder Russland; es geht um die Vereinigten Staaten und die Terroristengruppen, die sich mit ISIS und al-Nusra und Al-Qaida verbunden haben, und mit den Vereinigten Staaten und der Türkei und Saudi-Arabien. Sie haben öffentlich verkündet, dass sie nicht dazu bereit sind, und das ist nicht der erste Versuch einer Einstellung der Feindseligkeiten in Syrien. Der erste Versuch war letzten Februar, und er funktionierte, denke ich, wegen der Vereinigten Staaten nicht, und ich glaube, dass die Vereinigten Staaten es nicht ernst meinen, was ein Ende der Gewalt in Syrien betrifft. Es war kein Versehen… weiterlesen

Die Deplorables — Wer wir sind und was wir wollen

Brandon Smith, 21. September 2016
Original:
The “Deplorables” – Who We Are And What We Want
Aus dem Englischen von James B.

Vorbemerkung des Übersetzers: Im Artikel wird echten Linken, wie Marx, Engels, Lenin, Thälmann und auch Brandt unrecht getan. Diese klugen Männer würden im Grabe rotieren, wenn sie sähen, was aus dem heutigen linken Spektrum geworden ist. Als US-Amerikaner ohne Deutschland- oder Rußlandbezug wird es der Autor nicht besser wissen. Der heutige Gesinnungsfaschismus und Totalitarismus kommt nicht in Springerstiefeln (von Antifa/Antideutschen abgesehen…), sondern er bedient sich größtenteils der Soft Power auf sämtlichen Fronten und Ebenen eines erkrankten Staates. Steter Tropfen höhlt den Stein:

  • das Einlullen durch die Massenmedien, das schon unter Bill Clinton begann und sich mit 9/11 drastisch verschärfte;
  • die Salonfähigmachung der exaltierten Andersartigkeit, mit der Krönung von Conchita Wurst zur Pop-Queen eines »fortschrittlichen« und »offenen« Europas;
  • Sozialreformen unter Rot-Grün, die den Sozialstaat und die »Demokratie« marktkonform machten;
  • Gewerkschaften, die nur noch ein Schatten ihrer Selbst sind und deren erkämpfte Lohnsteigerungen oft nicht die zugleich steigenden Kosten decken, sich aber im Nachrichtenüberblick gut anhören — während ein echter Gewerkschaftsführer wie Weselsky verächtlich gemacht und verspottet wird;
  • Rentenbescheide, die eine Illusion der Sicherheit schaffen, wo nur der schleichende Vermögensverlust sicher ist;
  • eine schleichende Abschaffung des Bargelds, indem 2018 zuerst der 500-Euro-Schein aus dem Verkehr gezogen wird und Landespolitiker behaupten, Bargeld sei Quatsch, und dem Stimmvieh erzählt wird, die Maßnahme beuge Terrorismus und Organisierter Kriminalität vor — niemand ist mehr frei, wenn all seine Finanzgeschäfte auf ewig digital erfaßt und für das Amt nachverfolgbar sind; und vieles mehr;
  • neben der Dauerberieselung mit Halbwahrheiten und Lügen über den vermeintlichen Erbfeind Rußland, dem natürlichen Alliierten der zivilisierten Völker diesseits und jenseits des Atlantik.

Was einst nur der Begeisterung für Donald Trump einerseits und Bernie Sanders andererseits entsprang, wächst sich seit diesem Monat zu einer neuen Bewegung in den USA aus. Der nachfolgende Artikel könnte ihr Manifest sein.

* * *

Über die letzten Jahre machte ich in vielen Artikeln die Beobachtung einer Regel im Leben, an die ich mich streng halte: Alle sozialen Konflikte laufen auf die Realität zweier entgegengesetzter Gruppen hinaus — jene Menschen, die das Leben der anderen steuern möchten, und jene, die einfach nur in Ruhe gelassen werden wollen.

[A.d.Ü.: Verlinkung auf weiteren Artikel ausgelassen.]

Links! — Rechts! — Links! — Rechts! …
Auch in Deutschland gilt: Es ist Jacke wie Hose, wen Ihr wählt.

© Ben Garrison

Die etablierten Medien und etablierten Institutionen, deren Zweck die Schaffung von Propaganda ist, werden behaupten, daß es hunderte oder gar tausende von gefährlichen kulturellen Enklaven und Ideologien gibt, die man fürchten soll. Sie werden Märchen erzählen, über die Wut und das Mißtrauen zwischen Arm und Reich, den Eigentümern und Habenichtsen, Weißen und Schwarzen, Schwulen und Nicht-Schwulen, Akademikern und der Arbeiterklasse, Frommen und Atheisten, Muslimen und Christen, östlichen und westlichen Nationen usw. Das Establishment setzt auf diese Einteilungen als Grundprinzip für die Schaffung einer neuen Einheitskultur. Das Establishment ist der Auffassung, daß diese dann keinen Anlaß mehr für den Kampf gegen- und untereinander geben könne und eine utopische Gemeinschaftsorgie voller Liebe die ultimative Belohnung sein würde, wenn erst alle Grenzen, Religionen und jeweiligen Souveränitäten beseitigt sind, und der Multikulturalismus zusammen mit der Umverteilung von Wohlstand durchgesetzt ist. Ja, es klingt geradezu bezaubernd. Die Deplorables — Wer wir sind und was wir wollen weiterlesen

Putins Russland und die Synthese der öffentlichen Ideologie

Padraig McGrath

The Synthetic Public Ideology of Putin’s Russia

Auf diesen Artikel stiess ich auf dem Umweg über ein Video von Graham Philips mit dem Autor. Padraig McGrath lebt auf der Krim; er blieb dort nach der Wiedervereinigung mit Russland und ist seitdem dort so etwas wie ein “geduldeter Illegaler”. Graham hatte ihn interviewt. Danach suchte ich ihn auf Facebook und entdeckte darüber diesen interessanten Artikel über die Kombination zwischen sowjetischer und christlich-orthodoxer Symbolik, die jedem auffällt, der russische Videos betrachtet. Padraig erlaubte mir, den Artikel zu übersetzen und hier zu veröffentlichen. D.H.

00-yalta-crimea-russia-cathedral-of-st-aleksandr-nevsky-16-05-15Die Rekonstruktion der Kathedrale St. Alexander Newski ist ein Mikrokosmos einer breiten sozialen Wirklichkeit. Direkt neben dem Parlamentsgebäude der Krim in Simferopol gelegen, ist die wiederaufgebaute Kathedrale St. Alexander Newski ein prächtiger Bau. Vergoldete Zwiebeltürme, griechisch-römische Säulen und Ziergiebel – sie sieht in jeder Hinsicht so edel aus, wie eine gut finanzierte orthodoxe Kathedrale aussehen sollte. Beim Betreten kommt mir jedoch eine Frage in den Sinn – warum sind die Ikonen nicht völlig flach? Die Darstellungen der verschiedenen Heiligen wirken beinah krypto-katholisch, dreidimensionaler als man es erwartet, nicht wie byzantinische Ikonografie. Das ist nicht Nowgorod.

Mein Freund Nikita erklärt, der örtliche Bischof sei ein Westukrainer, also schiene ihm dieser Stil der Ikonografie schlicht natürlicher. Einheimische nennen das „Disney-Stil“. Ich lächle auf diese Antwort – sind da noch verbliebene Reste eines Versuchs der „Ukrainisierung“ an der Arbeit? Nikita glaubt das nicht – jeder orthodoxe Bischof, der auf der heutigen Krim einen Plan der „Ukrainisierung“ verfolgte, gleich auf welcher Ebene, würde sich sehr schnell ohne Amt wiederfinden – manchmal ist eine Zigarre einfach nur eine Zigarre.

Der Wiederaufbau dieser Kathedrale hatte einen langen Vorlauf. Angefangen im Jahr 2000, stieß das Projekt auf finanzielle Schwierigkeiten, aber als im März 2014 di Krim mit Russland wiedervereinigt wurde, war es beinahe vollendet. Zu jenem Zeitpunkt gab es eine Geldspritze des Bundes, um die letzte Phase zu beschleunigen, und es wurde die Genehmigung erteilt, Präsident Wladimir Putin als politischen Unterstützer des Projekts zu nennen. Die meisten Renovierungen oder Rekonstruktionen kulturell bedeutender Gebäude in Russland haben einen politischen Förderer benannt. Die geplante Kathedrale St. Katherina von Alexandria im Viertel Ak-Mechet in Simferopol beispielsweise wird vom jetzigen Gouverneur der Republik Krim, Sergej Aksjonow, gefördert. Putins Russland und die Synthese der öffentlichen Ideologie weiterlesen

Eine aussergewöhnliche Vorführung amerikanischer Grobheit

Die gestrige Auseinandersetzung im UN-Sicherheitsrat nach der Bombardierung syrischer Armeestellungen durch die USA ließen an Heftigkeit nichts zu wünschen übrig.

Nachdem Samantha Power, immerhin die Vertreterin des Landes, das tags zuvor den Halsabschneidern aus der Luft sekundiert hatte, die Rede des russischen Vertreters Witali Tschurkin nicht einmal angehört, sondern stattdessen lieber vor dem Sitzungssaal mit der Presse geplaudert hatte, zog letzterer bei ihrem Beitrag gleich. Das Video und die schriftliche Übersetzung findet ihr unten.

Beim Sehen oder Lesen sollte man nicht vergessen, dass man es hier mit einem Diplomaten zu tun hat. Es ist ein sehr zorniger Pressetermin. Übersetzt, weil davon auszugehen ist, dass in der hiesigen Presse bestenfalls winzige, entstellte Teile davon auftauchen….

Die Ausbrüche der Frau Power mag, wer will, selbst irgendwo suchen.

Transkript der Übersetzung: Eine aussergewöhnliche Vorführung amerikanischer Grobheit weiterlesen

Das Ergebnis von 25 Jahren unabhängiger Ukraine (II)

Interview von Boris Kostenko mit Rostislaw Ischtschenko

Rostislav Ishchenko: The outcome of 25 years of the Ukrainian independence (MUST SEE!!)

BK.: Es gibt einen Grund, warum wir uns heute an unsere Kollegen erinnern. Wir sprechen über den ukrainischen Nationalismus, die zerstörte Wirtschaft, die Tatsache, dass Herr Biden der ukrainischen Regierung mitteilt, wen sie ernennen sollen, und wo. Auf der anderen Seite dieser Waage ist die Liste der Menschen, die im Kampf verschollen sind, im Gefängnis – es gab noch immer keinen umfassenden Austausch von Kriegsgefangenen, obwohl das vereinbart wurde. Jeden Tag gibt es Beschuss, und die Zahl der Beschüsse steigt täglich. Wir reden weiter über neue Eskalation und die Verschlechterung der Lage in der Südostukraine. Vorher haben wir über dutzende Beschüsse am Tag geredet, jetzt reden wir über hunderte: vor einem Monat waren es 700 oder 800 am Tag, mit Einsatz schwerer Artillerie. Menschen sterben. Die Mitglieder der Miliz, die an den Straßensperren stehen, wissen, dass sie jeden Tag getötet werden können. Dieses blutige Geschäft geht weiter – das ist nicht Geopolitik, das sind wirkliche Menschen. Ich sehe dich an und sehe, dass deine Augen traurig sind, wenn du darüber redest, was in der Ukraine passiert. Ich verstehe dass wir, nach all dem, trotz dieser politischen Diskussionen, wissen, wie viele Menschen ermordet wurden, wie viel Blut vergossen wurde. Unglücklicherweise sehen wir, dass das nicht aufhört. Wir haben uns das letzte Mal vor dem Vorfall auf der Krim [AdÜ: die versuchten Terroranschläge ukrainischer Diversanten] getroffen.

Heute wissen wir, dass zwei unserer Soldaten ihr Leben verloren haben, von jenen ermordet wurden, deren Staat ihnen befahl, zu töten. Das hat die Situation dramatisch verändert, und ich denke, darüber müssen wir reden. Wenige Menschen betrachten das von einem ethischen Gesichtspunkt, obwohl der ethische Gesichtspunkt kaum angemessen ist, wenn wir über die heutige Ukraine reden, alles dort ist nicht auf Ethik gegründet. Dennoch, unser militärisches Personal wurde bei seiner Pflichterfüllung getötet. Ist das ein casus belli? Unglücklicherweise ist es das.

RI.: Zuerst einmal, meine Augen sind immer traurig, ich wurde so geboren. Zweitens, wir wissen nicht, wie viele ihr Leben verloren haben und wie viele es noch verlieren werden. Wir können nur raten, dass mehr Menschen starben, als offiziell anerkannt wird.

BK.: Die offizielle Zahl ist zehntausend. Das Ergebnis von 25 Jahren unabhängiger Ukraine (II) weiterlesen

Das Ergebnis von 25 Jahren unabhängiger Ukraine (I)

Interview von Boris Kostenko mit Rostislaw Ischtschenko

Rostislav Ishchenko: The outcome of 25 years of the Ukrainian independence (MUST SEE!!)

Das folgende Interview ist im Original eine Fernsehsendung von einer Stunde Dauer. Auf dem englischen Saker steht es als untertiteltes Video wie auch als Transkript. Ob ich zusätzlich zur Übersetzung des Transkripts auch noch die Untertitel für das Video mache, weiß ich noch nicht. Es war mir erst einmal wichtig, dieses Interview schnell auf Deutsch verfügbar zu machen. Teil II folgt am Donnerstag. D.H.

Boris Kostenko, Moderator (BK): Guten Tag, liebe Zuschauer. Hier ist unsere traditionelle Serie „Die ukrainischen Fragen“. Sie wurde Tradition nach dem Putsch in der Ukraine. Jetzt begehen wir (man kann schwerlich sage, feiern) den 25. Jahrestag der ukrainischen Unabhängigkeit. Nicht nur den Zerfall der Sowjetunion, sondern auch die unabhängige Ukraine. Im August 2016 drängte sich die Geopolitik wieder herein, also nennen wir diese Folge „Wieder Geopolitik – Ukraine“. Wir senden live, also können sie anrufen und wir werden Ihre Fragen mit unserem Gast, dem Politikwissenschaftler Rostislaw Ischtschenko, beantworten.

Wie ich bereits sagte, Militärparade in Kiew, in Anwesenheit einiger Gäste, ein formelles Datum. Viele Leute versuchen, die Ergebnisse zu bewerten… Es ist eine Sache, die Ukraine zu beobachten, und eine andere, als das ukrainische Thema so wichtig wurde, angefangen mit dem Maidan, die letzten zweieinhalb Jahre lang beobachten wir die heiße, oder akute, oder kritische Phase, oder den Sonnenuntergang der Ukraine. Schwer zu sagen, wie man es nennen soll, aber das scheint unvermeidlich.

Rostislaw Ischtschenko (RI): Ich denke, obwohl aus meiner Sicht das Problem der Dringlichkeit der ukrainischen Krise nicht so sehr in der scharfen Verschlechterung der ukrainisch-russischen Beziehungen liegt, nicht einmal in der Tatsache, dass im Grunde eine terroristische Regierung in der Ukraine an die Macht kam. Wir hatten stets allerlei Nachbarn, und Polen, beispielsweise, war den größten Teil seiner Geschichte Russland gegenüber unfreundlich. Es gab Perioden der Freundschaft, aber die waren relativ kurz. Die meiste Zeit war der polnische Staat entweder offen feindselig oder unfreundlich Russland gegenüber. Dennoch reden wir nicht von einer permanenten polnischen Krise, noch diskutieren wir polnische Themen. Der Grund dafür ist, ob gut oder schlecht, freundlich oder nicht, der polnische Staat ist stabil, also können wir mit ihm stabile berechenbare Beziehungen aufbauen. Wir können sie auf einem festen Fundament errichten, entweder auf wechselseitigem Vorteil, oder auf Versuchen, Punkte der Übereinstimmung zu finden. Das Ergebnis von 25 Jahren unabhängiger Ukraine (I) weiterlesen

Die jüngsten Entwicklungen in Nordsyrien

Aram Mirzaei

Mit vielfachen Interventionen und vielfachen Offensiven ist die Situation in Nordsyrien ziemlich schmuddlig, freundlich gesagt. Es gibt mehrere Frontlinien mit unterschiedlichen Parteien, die um das selbe Stück Land kämpfen.

Vor zwei Wochen marschierte die türkische Armee in das nördliche Umland von Aleppo ein, in die kleine, von ISIL kontrollierte Grenzstadt Dscharablus. Die sogenannte Offensive „Euphrat-Schild“ zielte darauf, eine neue Tasche islamistischer Rebellen in Nordsyrien zu schaffen, zusätzlich zu der Tasche von Asas im nordwestlichen Teil der Provinz Aleppo. Mehr noch, die Offensive zielte nicht nur darauf, den Islamischen Staat des Iraks und der Levante (ISIL) von der türkisch-syrischen Grenze zu entfernen, sondern ebenso darauf, die kurdisch geführten „Demokratischen Syrischen Kräfte“(SDF) davon abzuhalten, den Bezirk Afrin mit dem Rest ihres Gebiets in Nordostsyrien zu verbinden.

Als die von der kurdischen YPG geführten „Demokratischen Kräfte Syriens“ letzten Monat die ISIL-Hochburg Manbidsch einnahmen, begannen Spekulationen, was ihr nächstes Ziel sein würde. Es schien, als hätten die SDF einen Blick auf die beherrschende Grenzstadt Dscharablus geworfen, die nördlich von Manbidsch liegt, mit der Absicht, ISIL von der türkischen Grenze abzuschneiden und dadurch weiter zu isolieren. Ein Erfolg hierbei hätte der SDF auch die Kontrolle über einen zweiten Grenzübergang in die Türkei verschafft, etwas, was die türkische AKP-Regierung alarmierte, da sie sich beständig gegen die Bildung eines kurdischen Bundesstaats an ihrer südlichen Grenze gestellt hat. Wichtig anzumerken, dass die Türkei die YPG als Terroristen betrachtet, da sie Verbindungen zu der als Terroristen bezeichneten Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) hat. Die jüngsten Entwicklungen in Nordsyrien weiterlesen

Wird die Ukraine zerbrochen?

vom Saker

The case for the breakup of the Ukraine

So, wie die Konzernmedien nicht berichten, dass sich die USA und Russland auf einem Kollisionskurs befinden, der in einem Atomkrieg enden kann, berichten sie auch nicht, dass die Ukraine in Stücke fällt. Das heisst jedoch nicht, dass dies nicht geschieht. Tatsächlich tut es das schon seit einiger Zeit, aber da der Kollaps durch den Mangel an militärischem Handeln und durch die politische Unterstützung des Empire etwas abgepolstert wird, scheint er keine Katastrophe zu sein (in dem Sinne, dass ein plötzlicher dramatischer Wechsel ausgelöst wird). Aber die Zeichen sind überall, angefangen von dem völlig bizarren Angriff von Ukronazi-Saboteuren auf die Krim (woran, außer der Gruppe, die festgenommen wurde, mindestens zwei weitere Gruppen beteiligt waren, die gewaltsame Aufklärung als Diversion im Nordosten der Halbinsel durchführten) bis zu den beinahe täglichen Berichten über einen „unmittelbar bevorstehenden“, aber anscheinend nie beginnenden Ukronazi-Angriff auf den Donbass. An der politischen Front wird der ukrainischen Jeanne d’Arc, Nadeschda Sawtschenko, jetzt vorgeworfen, eine Agentin Putins zu sein weil sie für Verhandlungen mit der DNR/LNR eintritt, während das Regime in Kiew versucht, seine Bedeutung für die NATO-Falken zu erhalten, indem es anbietet, sie zu lehren, „wie man gegen die Russen kämpft“. In Wirklichkeit ist natürlich die finanzielle Unterstützung aus dem Empire für die Ukraine inzwischen fast völlig versiegt, unter anderem Dank der Erkenntnis, dass die Ukies alles Geld, das sie bekommen können, stehlen, und dass niemand mehr die Ente kauft „die Russen kommen“. Offen gesagt, das Ukronazi-Projekt hat seine Nützlichkeit überlebt und niemand gibt einen Pfifferling darauf, was mit dem ukrainischen Volk passieren wird.

Und das ist ein riesiger Fehler.

Somalia in der EU

Man kann unmöglich schätzen, wie viele Menschen heute in der Ukraine leben, aber die meisten Experten glauben, die Zahl läge irgendwo zwischen 35 und 40 Millionen. Die überwiegende Mehrheit von ihnen muss kämpfen, um zu überleben, und ihre Zukunft sieht sehr, sehr düster aus. Erinnert ihr euch an Dmitri Orlows fünf Stadien des Zusammenbruchs? Es sind: Wird die Ukraine zerbrochen? weiterlesen

Erdogan ruft Putin an – Russland schäumt über den türkischen Einfall in Syrien

Alexander Mercouris

Erdogan Calls Putin as Russia Seethes at Turkey’s Syrian Incursion

Kommentar vom Saker: Ich muss zugeben, dass ich immer noch ziemlich über die türkische „Invasion“ in Syrien rätsle. Es gibt mehrere Hypothesen darüber, was die Türken wirklich vorhaben und was ihr wirkliches Ziel ist. Da meine Freunde Alexander Mercouris und Mark Sleboda ein wesentlich besseres Verständnis von dem zu haben schein, was geschieht, als ich, richte ich eure Aufmerksamkeit lieber auf ihre Analyse, statt euch meinen verwirrten Ratereien auszusetzen.

Der Saker

Russland schäumt über den türkischen Zug, eine „sichere Zone“ innerhalb Syriens zu schaffen, um dort den dschihadistischen Rebellen zu helfen, was die jüngst verkündete „Normalisierung der Beziehungen“ zwischen Russland und der Türkei in Gefahr bringt.

Unmittelbar nach der türkischen Einnahme von Dscharablus in Syrien telefonierte der türkische Präsident Erdogan am Freitag, den 27. August 2016, mit seinem „Freund Putin“.

Der Bericht des Kreml über das Gespräch ist selbst nach seinen Standards bemerkenswert knapp:

„Die zwei Staatschefs diskutierten die Entwicklung des russisch-türkischen Handels und der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit gemäß der Übereinkünfte, die am 9. August in St. Petersburg getroffen wurden.
Wladimir Putin und Reccep Tayyip Erdogan tauschten Meinungen über die Entwicklungen in Syrien aus und betonten die Bedeutung gemeinsamer Anstrengungen bei der Bekämpfung des Terrorismus. Sie stimmten überein, ihren Dialog zu bilateralen und internationalen Themen fortzusetzen.“

Das wahre Thema der Diskussion wird tatsächlich die türkische Einnahme von Dscharablus in Nordsyrien gewesen sein. Erdogan ruft Putin an – Russland schäumt über den türkischen Einfall in Syrien weiterlesen